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Blackview PV1000 Max Test – maximaler Beamergenuss mit VIDAA OS?

Getestet von Torsten S. am
Vorteile
  • tolle, natürliche, lebendige Projektion
  • helle Projektion (ca. 1000 gemessene ANSI Lumen)
  • zuverlässige automatische Bildanpassung
  • tolles, praktisches Stativ-Design
  • natürlich abgestimmte Stereo-Lautsprecher
  • schnelles VIDAA OS mit vielen Apps
  • alle Streaming-Apps in bestmöglicher Auflösung
Nachteile
  • spürbarer Input-Lag in allen Profilen
  • etwas magerer Lieferumfang
  • eingeschränkte USB-Medienwiedergabe
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In diesem Test nehmen wir mit dem Blackview PV1000 Max den ersten Beamer der Marke unter die Lupe. Aufmerksame Leser haben bestimmt schon den einen oder anderen Artikel zu Smartphones, Tablets oder Outdoor-Gadgets der Marke gelesen. Kürzlich hatten wir mit dem Oscal PV800 Pro auch einen Beamer der Tochtermarke von Blackview im Test und empfehlen diesen für unter 300€ als Preis-Leistungs-Empfehlung. Kann der Blackview PV1000 Max erneut beeindrucken? Mit 1.000 ANSI-Lumen, einem drehbaren Stativdesign, Dolby-Sound, automatischer Bildanpassung und dem schnellen VIDAA OS (von Hisense entwickelt) klingt der Beamer für unter 300€ vielversprechend. Ist er ein würdiger Nachfolger? Findet es hier im Test heraus.

Design und Verarbeitung

Der Blackview PV1000 Max fällt durch sein drehbares Ständerdesign und die hervorgehobene Linse auf den ersten Blick auf. Damit folgt der vielseitige Outdoor-Hersteller dem Design-Trend der letzten Jahre. Der anthrazitfarbene Korpus hat Abmessungen von 26,4 x 20,1 x 21,9 Zentimetern und wiegt 3,5 Kilogramm. Trotz des Henkels ist der Beamer etwas zu schwer für einen längeren Transport.

An der Front hebt der Hersteller die Linse durch zwei Umrahmungen besonders hervor. Der untere Teil der Vorderseite ist schraffiert und in der Mitte befinden sich mehrere Sensoren zur Bildanpassung. Die Seiten sind von Perforierungen durchzogen, hinter denen sich die Lüfterein- und -auslässe befinden. Der Beamer lässt sich zudem rund 210 Grad mit dem Stativ drehen (sofern die hinteren Anschlüsse nicht belegt sind – angegeben sind 360 Grad). Neben dem Herstellerschriftzug auf der rechten und linken Seite sitzt rechts der AC-Stromanschluss.

Die restlichen Anschlüsse hat Blackview beim PV1000 Max auf der Rückseite verbaut. Dort befinden sich ein HDMI-Eingang, zwei USB-A-2.0-Anschlüsse und ein Kopfhörereingang neben dem beleuchteten Powerbutton. Hinter einer weiteren gestreiften Perforierung sind die Stereo-Lautsprecher verbaut. Die Oberseite ziert lediglich ein weiterer auffälliger Hersteller-Schriftzug. Auf der Unterseite befinden sich Gummifüße, ein ¼-Zoll-Gewinde und das Typenschild.

Lieferumfang

Der Lieferumfang des Blackview PV1000 Max ist spärlich. Der Hersteller legt eine kurze englischsprachige Betriebsanleitung, einen Garantiesticker, ein 1,5 Meter langes Netzkabel mit AC-Anschluss und eine Fernbedienung bei. Letztere ist wertiger als die von anderen Beamern und verfügt über vier Shortcuts für Streaming-Apps.

Blackview PV1000 Max Lieferumfang 1

System und Software

Die größte Überraschung des Blackview PV1000 Max liegt in seiner Software, die auf VIDAA OS basiert. Doch zunächst zur Konnektivität: Der Blackview PV1000 Max verfügt über Bluetooth 5.0 und WiFi 5. Die WLAN-Verbindung blieb im Test selbst durch mehrere Wände hindurch stabil. Miracast und AirPlay 2 sind wie gewohnt integriert.

Auch Bluetooth funktionierte zuverlässig. Zwar ist Version 5.0 nicht mehr brandneu, sie sorgt aber für eine stabile Verbindung, egal ob im selben Raum oder nebenan. Bei der Nutzung eines Bluetooth-Lautsprechers traten keine Verzögerungen auf.

Blackview PV1000 Max System

Für den Antrieb sorgt der MediaTek MT9660 mit 1GB DDR4-RAM und 8GB Festspeicher, was eine 4K-Dekodierung ermöglichen soll. Das integrierte VIDAA OS von Hisense soll in vielen Tests als das „flüssigste Betriebssystem“ angepriesen werden. Anzeigegeräte mit Google TV oder Android TV (Version 11 oder niedriger) schwächeln leider häufig bei der Bedienungsgeschwindigkeit. VIDAA OS bietet über 1.500 Apps, darunter die wichtigsten Streaming-Anbieter, die bereits vorinstalliert sind. Leider unterstützt das Betriebssystem das Installieren von Apps über einen USB-Stick nicht.

Insgesamt ist VIDAA OS sehr übersichtlich aufgebaut und intuitiv zu bedienen. Die Streaming-Anbieter bieten auch hier schnelle Log-in-Möglichkeiten per QR-Code, sodass ihr eure Nutzerdaten nicht umständlich über die Fernbedienung eingeben müsst. Das Betriebssystem verfügt auch über eine Vielzahl von Apps (angeblich über 1.800), sodass es mit VIDAA OS bis auf das Installieren von Fremd-Apps über USB-Stick keine Einschränkungen gibt. Die Bediengeschwindigkeit ist wirklich gut, alle Eingaben werden zügig umgesetzt.

Die Wiedergabe von Mediendaten mit dem integrierten Player vom USB-Stick funktionierte größtenteils problemfrei. Leider haben wir keine Möglichkeit gefunden, den VLC-Player nachträglich über VIDAA OS zu installieren. Probleme gab es lediglich beim Abspielen von Mediendateien mit mehreren Soundspuren.

Bildqualität

Auch bei der Bildqualität kann Blackview überzeugen. Der Beamer soll 1.000 ANSI-Lumen in nativer 1080p-Auflösung auf eine maximale Bilddiagonale von 150 Zoll bieten. Er dekodiert auch 4K-Inhalte und kann HLG- sowie HDR10-Inhalte darstellen. Möglich sind Bildgrößen zwischen 40 und 150 Zoll. Für 80 Zoll sind es etwa 2,2 Meter, für 100 Zoll rund 2,7 Meter.

Blackview PV1000 Max Tageslicht 70 Zoll 7 1

Nach dem Start passt der Blackview PV1000 Max das Bild per Autofokus und automatischer Trapezkorrektur zuverlässig an. Die Projektion erscheint dann nach vier Sekunden im richtigen Format und in der Bildmitte schön scharf. Wie bei LED-Beamern üblich, ist die Schärfe an den Bildecken jedoch etwas geringer. Daneben bietet der Projektor eine Hinderniserkennung und einen Augenschutz, die ebenfalls zuverlässig arbeiten.

Nach der Bildeinrichtung liefert der Blackview PV1000 Max eine lebendige, helle und tolle Projektion, die zu einem cineastischen Filmabend mit riesiger Leinwand einlädt. Für einen LED-Beamer ist die Projektion wirklich hell und schön kontrastreich. Der Schärfeverlust an den Bildecken trübt den Eindruck allerdings minimal.

Für normale Videos empfehlen wir den Bildmodus „Standard“, da sie in diesem Profil am natürlichsten wirken. Wenn ihr HDR-Videos über den Blackview PV1000 Max abspielt, stellt ihr am besten den Bildmodus auf „Dynamisch“ oder „Sport“. Dann erhaltet ihr eine schöne, lebendige und knackige Projektion. Leider merkt sich der Beamer die Voreinstellungen aber nicht, weshalb ihr bei normalen Videos immer wieder manuell auf „Standard“ stellen müsst.

Mit der beworbenen Helligkeit von 1.000 ANSI-Lumen könnt ihr bei Dunkelheit eine ordentliche 150-Zoll-Projektion und in abgedunkelten Räumen ein 100 Zoll großes Bild erzeugen. Bei hellem Tageslicht würden wir den Beamer lediglich für eine notdürftige Präsentation mit maximal 65 Zoll nutzen. Die angegebene Helligkeit konnten wir beim LED-Beamer auch nachmessen: In der Bildmitte kommt der Beamer auf 1.200 Lumen und in den Bildecken auf 850 Lumen. Im oberen und unteren Bildbereich kommt der Projektor auf 1.050 Lumen. Das ergibt eine gemessene Helligkeit von 978 ANSI-Lumen.

Leider zeigt der Blackview PV1000 Max in allen Profilen einen spürbaren Input-Lag. Auch die Aktivierung der Modi „Spiele“ oder „Sport“ ändert nichts daran. Für schnelle Spiele ist der Beamer also leider nicht zu empfehlen.

Im direkten Vergleich mit dem Oscal PV800 Pro (zum Test) liegt der Blackview PV1000 Max gleichauf. Grundsätzlich ist der günstigere Oscal-Beamer eine Spur schärfer und im HDR-Modus etwas natürlicher. Dafür glänzt der Blackview-Projektor bei normalen Videos, ist eine Spur heller und beim Stereo-Sound sowie beim Lüftergeräusch besser.

Soundqualität und Emissionen

Die rückseitig verbauten 12-Watt-Lautsprecher des Beamers sollen ein audiovisuelles Fest und cineastische Erlebnisse bieten. Der Beamer verfügt auch über eine Dolby-Audio-Zertifizierung.

Der Sound des Blackview PV1000 Max klingt bereits im „Standard“-Profil sehr gut. Die Höhen der Stereo-Lautsprecher wirken größtenteils natürlich ausgeglichen und die Tiefen sind dezent bemerkbar. Wenn ihr die Soundeinstellung auf andere Voreinstellungen ändert, wird es nicht besser, weshalb wir den Modus auch empfehlen.

Der LED-Beamer verbraucht in der Regel 90 Watt und bietet eine Helligkeitsanpassung, sodass eine manuelle Regelung der Leistungsaufnahme nicht möglich ist. Allerdings benötigt der Blackview in verschiedenen Situationen etwas mehr Leistung (118 Watt maximal bei YouTube). Der Standby-Verbrauch von 4 Watt ist ebenfalls hoch (bei aktiviertem Schnellstart). Diese Option lässt sich bei Bedarf aber ausschalten.

Der Lüfter des Blackview PV1000 Max ist kaum hörbar und damit auch für einen entspannten, ruhigen Filmabend geeignet.

Testergebnis

Getestet von
Torsten S.

Der Blackview PV1000 Max präsentiert sich als überraschend starker LED-Beamer unter 300€, der vor allem durch sein drehbares Stativdesign, die solide Verarbeitung, die Helligkeit und das vielseitige VIDAA OS punktet. Das Betriebssystem läuft schnell, bietet alle wichtigen Streaming-Apps und eine intuitive Bedienung. Die automatische Bildanpassung arbeitet zuverlässig und die Projektion überzeugt mit kräftigen Farben, guter Schärfe im Bildzentrum und ordentlichem Kontrast. Der Klang der Stereo-Lautsprecher ist für diese Preisklasse überdurchschnittlich.

Schwächen zeigt der Beamer vor allem beim spürbaren Input-Lag, wodurch wir ihn nicht für Gamer empfehlen würden. Auch die Möglichkeit, Apps per USB nachzuinstallieren, fehlt. An den Bildecken ist das Bild (wie bei anderen LED-Beamern) zudem nicht hundertprozentig scharf.

Im direkten Vergleich mit dem ca. 100€ günstigeren Oscal PV800 Pro (zum Test) liegt der Blackview PV1000 Max gleichauf, weshalb wir den Oscal-Beamer dann vorziehen würden. Der Blackview-Projektor gefällt durch ein schnelleres Betriebssystem, ein lebendigeres und helleres Bild bei Nicht-HDR-Videos sowie einen besseren Sound. Der Vorgänger PV800 Pro zieht mit dem anpassungsfähigeren Betriebssystem (Google TV), der besseren Bildschärfe und der Farbwiedergabe bei HDR-Videos wieder gleich. Welchen Beamer ihr bevorzugt, hängt also von euren Vorlieben ab. Sucht ihr noch einen Beamer mit Ständer-Design und schnellem Google TV, wäre vielleicht auch der Wanbo Vali 1 Pro (zum Test) etwas für euch. Dieser bietet euch für ungefähr denselben Preis eine deutlich geringere gemessene Helligkeit.

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