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Ein Rauchmelder piept, wenn der Toast anbrennt, das kennt jeder. Aber was passiert, wenn im Heizungsraum unbemerkt Kohlenmonoxid austritt, während ihr zwei Stockwerke höher schlaft? Oder wenn in der Garage ein Schwelbrand entsteht, wo ein klassischer Rauchmelder wegen Staub und Abgasen ohnehin nur Fehlalarm schlagen würde? Genau hier setzt der Gedanke eines vernetzten Sicherheitssystems an, und X-Sense schickt uns dafür gleich drei unterschiedliche Melder ins Haus: den Hitzewarnmelder XH02-M, den vernetzten Rauchmelder SD11-MR und den WiFi-Kohlenmonoxidmelder XC0C-iR.
Die Idee dahinter ist kein loser Satz Einzelmelder, sondern ein System, das idealerweise als Einheit arbeitet. Wir haben die drei Geräte über mehrere Wochen im echten Alltag installiert, im Mehrfamilienhaus verteilt und geschaut, ob aus dem Marketing-Versprechen „komplettes Sicherheitssystem” tatsächlich ein rundes Ganzes wird. Die kurze Antwort: größtenteils ja, mit einer kleinen Einschränkung, auf die wir gleich zu sprechen kommen.
Alles vernetzt: die X-Sense App und die Basisstation
Das Herzstück des Systems ist die kostenlose X-Sense Home Security App zusammen mit der SBS50-Basisstation. Die kleine, quadratische Box wird per USB-C dauerhaft mit Strom versorgt und hängt sich ins heimische WLAN, allerdings ausschließlich ins 2,4GHz-Netz. Die Melder selbst funken nicht per WLAN, sondern über eine eigene 868MHz-Funkverbindung untereinander und mit der Basisstation. Diese Trennung ist clever: Der stromsparende Funk sorgt für die zuverlässige Vernetzung im Haus, während die Basisstation als Brücke ins Internet dient und die Push-Benachrichtigungen auf euer Smartphone schickt.
Einrichtung ohne Werkzeug
Was uns dabei am meisten überzeugt hat, ist die Einfachheit der Einrichtung. Und das meinen wir wörtlich: Bei uns hat nicht der technikaffine Teil der Familie das System aufgebaut, sondern meine Frau, komplett eigenständig. Die App führt Schritt für Schritt durch jeden Kopplungsvorgang, ein zweifaches Drücken der Test-Taste am Melder genügt, und wenige Sekunden später taucht das Gerät in der Übersicht auf. Namen vergeben, Standort auswählen, fertig. Der große Vorteil: Weil alle Melder ein sehr geringes Eigengewicht haben, muss niemand bohren. Die mitgelieferten Klebepads reichen für die Montage locker aus, und so entstand unser komplettes Sicherheitsnetz ganz ohne Werkzeug und Dübel.
- Es liegt alles bei was man braucht:
- mit den Klebepads halten die Teile an der Decke
Das kann die App im Alltag
In der App laufen anschließend alle Fäden zusammen. Jeder Melder lässt sich benennen und einem Raum zuordnen, im Ernstfall wisst ihr also sofort, wo genau der Alarm ausgelöst hat. Löst ein Melder aus, schlagen alle vernetzten Geräte gemeinsam Alarm und die Basisstation legt mit satten 100dB noch eine Schippe drauf. Im Überblick bietet die App:
- Echtzeit-Push bei Alarm, Störung oder schwacher Batterie
- Funktionstest per Fingertipp, ohne auf die Leiter zu steigen
- Stummschaltung aus der Ferne, etwa beim Fehlalarm durchs scharfe Anbraten
- Familienfreigabe für bis zu zwölf Personen, damit auch Nachbarn oder Kinder gewarnt werden
- Die Geräte werden den Räumen zugeordnet.
- Geräte-Infos
- Basistation lässt sich einfach konfigurieren
- Das hinzufügen von Geräten erklärt sich von selbst.
- Man wählt in der Liste aus oder scannt mit dem Handy den QR-Code
- und es ist sehr viel von X-Sense verfügbar
- verschiedene Rauchmelder zur Wahl
Smart Home nur über Umwege
Ein Wort zur Smart-Home-Anbindung, weil das erfahrungsgemäß viele interessiert: Wer die Melder in ein größeres System wie Home Assistant, Matter oder HomeKit einbinden will, sollte wissen, dass X-Sense hier keine bequeme Ein-Klick-Lösung bietet. Über die Basisstation lassen sich die Statuswerte zwar an Home Assistant übergeben, richtig komfortabel oder nativ zertifiziert ist das aber nicht, und der Weg zu Apple oder Google führt nur über Umwege und Bastelei. Ehrlich gesagt ist das für die allermeisten aber auch kein Beinbruch: Die X-Sense App erledigt im Alltag alles, was ihr wirklich braucht, und funktioniert für sich genommen tadellos. Ihr müsst euch lediglich mit dem Cloud-Konto anfreunden, ohne das die smarten Funktionen nicht laufen. Aber möglich ist der Umweg, wer alle Smart-Home-Geräte gesammelt haben möchte.
Wohin mit den Meldern? Sinnvolle Platzierung im Haus
Der Reiz eines solchen Baukastensystems liegt darin, dass ihr für jeden Raum den passenden Sensortyp wählt, statt überall denselben Rauchmelder zu montieren. So haben wir die drei Testgeräte verteilt:
- Rauchmelder SD11-MR – Wohnräume, Flure, Treppenhaus, Schlafzimmer: überall dort, wo sich ein Feuer zuerst durch Rauch bemerkbar macht und wo die Fluchtwege liegen. Gerade im Treppenhaus zieht der Rauch entlang, und über den gemeinsamen Alarm werden auch alle geweckt, die weiter weg schlafen.
- Hitzemelder XH02-M – Garage, Küche, Werkstatt, Keller, Dachboden: also Räume, in denen ein Rauchmelder wegen Wasserdampf, Staub oder Abgasen ständig Fehlalarm schlagen würde. Der Hitzemelder ignoriert all das und reagiert erst, wenn die Temperatur wirklich kritisch wird.
- Kohlenmonoxidmelder XC0C-iR – Heizungsraum, neben Gastherme, Kamin oder Pelletofen: überall dort, wo etwas verbrennt. Kohlenmonoxid ist geruch- und farblos und damit besonders tückisch, ein Melder an dieser Stelle ist also weit mehr als nur eine nette Ergänzung.
- Hitzemelder hängt in der Garage
- der CO_Melder steht im Heizungsraum
Wer mag, kann das System noch deutlich weiter ausbauen, denn für dieselbe Basisstation bietet X-Sense zahlreiche weitere Sensoren:
- Wasserleckmelder unter Spüle, Waschmaschine oder Boiler
- Thermo-Hygrometer für Raumklima in Wohnräumen oder Weinkeller
- Bewegungsmelder für Flur, Eingang oder Keller
- Überwachungskameras für Haustür, Hof oder Einfahrt
Rauchmelder X-Sense SD11-MR mit Basisstation
Sensorik und Vernetzung
Der SD11-MR ist ein fotoelektrischer Rauchmelder und der Kern des Systems. Als Teil der Link+ Pro-Serie funkt er auf 868MHz und lässt sich sowohl untereinander (bis zu 24 Melder) als auch über die Basisstation vernetzen. Mit einem Durchmesser von unter 8cm gehört er zu den kompakten Modellen und fällt an der Decke kaum auf. Der Alarm ist mit mindestens 85dB angenehm laut, in unseren Tests meldeten sich innerhalb von Sekunden alle anderen Geräte plus die Basisstation.
Besonders praxisnah fanden wir eine kleine Beobachtung: Die Melder reagieren empfindlich genug, um schon auf den dichten Dampf einer E-Zigarette anzuschlagen. Das ist im Alltag zwar manchmal lästig, zeigt aber, dass die Sensorik funktioniert und nicht erst bei einem ausgewachsenen Zimmerbrand aufwacht. Zertifiziert ist der Melder nach EN 14604 und zusätzlich vom TÜV Rheinland geprüft, an der grundsätzlichen Eignung gibt es also nichts zu meckern.
Batterie und Preis
Ein ehrlicher Punkt betrifft die Batterie. Der SD11-MR setzt auf eine wechselbare CR123A-Lithiumzelle. Das Gerät selbst ist auf eine Lebensdauer von 10 Jahren ausgelegt, die Batterie hält im vernetzten Betrieb aber eher rund 5 Jahre. Das ist kein Drama, denn wechseln lässt sie sich problemlos, es ist aber gut zu wissen, dass hier nicht wie bei manchen Konkurrenten eine fest verbaute 10-Jahres-Zelle steckt. Preislich ist der Melder mit rund 28€ einzeln fair, der günstigste Einstieg ins System führt aber über die Sets: Drei Melder mit Basisstation gibt es für rund 90€. Die Basisstation ist wichtig, da sie die Kopplung von bis zu 50 Geräten erlaubt und vernetzt.
Hitzemelder X-Sense XH02-M
Funktionsweise und Vernetzung
Der XH02-M ist ein Hitzewarnmelder der Klasse A1 und arbeitet mit einem NTC-Thermistor. Das bedeutet, er löst nicht nur bei einer festen Temperatur aus, sondern auch bei schnellem Temperaturanstieg. Damit ist er die richtige Wahl für alle Räume, in denen ein Rauchmelder ständig Fehlalarm schlagen würde. Auch er gehört zur Link+-Serie, nutzt dieselbe 868MHz-Frequenz und fügt sich damit nahtlos in dasselbe Netzwerk wie die Rauchmelder ein. Löst er aus, alarmieren die anderen Melder mit, und über die Basisstation erscheint er im selben Standort-System.
Batterie und Montage
Bei der Batterie geht X-Sense hier einen anderen Weg: Im XH02-M steckt eine fest verbaute Lithiumzelle mit bis zu 10 Jahren Laufzeit (im vernetzten Betrieb rund 7 Jahre). Ein Wechsel ist offiziell nicht vorgesehen, dafür habt ihr über die gesamte Lebensdauer Ruhe.
Eine kleine Anekdote aus unserem Test dürfen wir nicht verschweigen, weil sie durchaus lehrreich ist: Unser Hitzemelder hielt in der Garage nicht dauerhaft am Klebepad und kam nach zwei Stunden herunter. Kaputt gegangen ist dabei nichts, und eine einzige Schraube (zugegeben ohne Dübel) hat anschließend gereicht, um ihn fest zu montieren. Für die glatten, leichten Rauchmelder funktioniert das Kleben in der Praxis hervorragend, beim etwas schwereren und größeren Hitzemelder würden wir an einer rauen Wand oder Decke aber gleich zur Schraube greifen. Preislich liegt der XH02-M bei rund 27€.
Kohlenmonoxidmelder X-Sense XC0C-iR
Der Sonderfall: eigenes WLAN statt Basisstation
Der XC0C-iR ist der interessante Sonderfall im Trio, und hier kommt die eingangs erwähnte Einschränkung ins Spiel. Anders als Rauch- und Hitzemelder gehört er nicht zur Link+-Serie und verbindet sich nicht über die 868MHz-Funkbrücke mit der Basisstation. Stattdessen geht er direkt per eigenem 2,4GHz-WLAN in die App. Das hat eine klare Konsequenz, die ihr kennen solltet: Löst der CO-Melder aus, stimmen die Rauch- und Hitzemelder nicht mit ein, und umgekehrt. Ein gemeinsamer Sammelalarm über alle drei Gerätearten hinweg findet also nicht statt.
Wem der fehlende Verbund beim XC0C-iR ein Dorn im Auge ist, der kann zum XC01-M greifen: Dieses Modell hängt per Link+ mit an der Basisstation und schlägt im Alarmfall zusammen mit den Rauch- und Hitzemeldern an, statt nur für sich allein. Mit rund 40€ liegt er zwar etwas über dem WLAN-Bruder, dafür ist der CO-Schutz dann wirklich Teil des Gesamtsystems.
Das ist zunächst ein Nachteil für die reine Ecosystem-Idee, in der Praxis relativiert es sich aber deutlich, und deshalb sehen wir es als zweischneidig. Der Vorteil der direkten WLAN-Lösung: Der Melder braucht keine Basisstation, ist sofort standalone einsatzbereit und lässt sich auch dort betreiben, wo gar kein SBS50-System vorhanden ist. Bei uns steht er im Heizungsraum, und das heimische WLAN reicht dort locker hin, die Verbindung stand jederzeit stabil. Und ganz wichtig: Auch wenn der CO-Melder technisch getrennt funkt, laufen seine Meldungen trotzdem in derselben X-Sense App auf. Ihr habt also weiterhin alles zentral im Blick und bekommt bei CO-Alarm sofort eine Push-Nachricht, inklusive Live-Anzeige des ppm-Werts.
Sensor, Sicherheit und Preis
Technisch arbeitet der XC0C-iR mit einem elektrochemischen Sensor, der auf eine Lebensdauer von 10 Jahren ausgelegt ist, und erfüllt die einschlägige Norm EN 50291. Praktisch ist die zweistufige Warnung, die bereits bei niedrigen, noch unkritischen CO-Werten eine Vorwarnung gibt. Der einzige echte Wermutstropfen ist die Batterie: Die wechselbare CR123A-Zelle hält hier nur rund ein Jahr, ihr müsst sie also deutlich häufiger tauschen als bei den anderen Meldern. Der Preis liegt bei rund 30€.
Testergebnis
X-Sense liefert genau das, was ein Sicherheitssystem im Alltag leisten soll: Es funktioniert, und zwar zuverlässig und unaufgeregt. Die Kombination aus Rauch-, Hitze- und Kohlenmonoxidmelder deckt die relevanten Gefahren im Haus ab, und die gemeinsame App macht aus den Einzelgeräten ein System, das sich zentral überblicken lässt. Dass die Installation so einfach ist, dass sie ganz ohne Werkzeug und ohne Technik-Vorkenntnisse gelingt, ist dabei mehr als ein nettes Detail, denn ein Sicherheitssystem nützt nur, wenn es auch tatsächlich aufgebaut wird.
Ehrlich bleiben wollen wir bei zwei Punkten: Der CO-Melder tanzt beim Thema Vernetzung aus der Reihe und bildet keinen gemeinsamen Alarm mit den übrigen Meldern. X-Sense hat aber mit dem XC01-M einen per Link+ vernetzten CO-Melder im Sortiment. Und wer sein Zuhause tief in Matter oder HomeKit integrieren möchte, wird bei X-Sense nicht glücklich. Für den mit Abstand größten Teil der Nutzer, die einfach ein durchdachtes, vernetztes Sicherheitsnetz mit App-Alarmierung suchen, sind das aber verschmerzbare Kompromisse. Mit Melderpreisen um die 30€ und einem Einstiegsset für rund 90€ ist das Ganze zudem bezahlbar. Je größer das Haus, desto teurer wird die Sicherheit aber auch. Wir haben seit der Installation schlicht ein ruhigeres Gewissen, und genau das ist am Ende der Punkt.
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