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Welock A91 Türschloss im Test – noch smarter mit Gesichtserkennung

Getestet von ManU L am Preis-Leistungs-Tipp!
Vorteile
  • autarke IP65 Bedieneinheit
  • Gesichtserkennung
  • Touchpanel
  • NFC Unterstützung
  • Smarthome Anbindung möglich
  • solide und ansprechende Verarbeitung
  • passend für viele europäische Schlösser
  • Autolock Funktion
Nachteile
  • lieblose App
  • anspruchsvolle Einrichtung
  • eingeschränkte Funktion bei schwachem Akku
  • bei alten Türen passt der Stulp nicht
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Das Welock A91 soll die bisherige Produktpalette des Herstellers um eine besonders smarte Variante erweitern. Anders als frühere Modelle setzt es nicht mehr nur auf Fingerabdruck, PIN-Code und App-Steuerung, sondern bringt zusätzlich eine Gesichtserkennung und einen motorbetriebenen Schließmechanismus an der Tür mit. Damit möchte das Unternehmen nicht nur mit Herstellern wie Nuki oder SwitchBot konkurrieren, sondern gleichzeitig ganz neue Wege gehen.

Welock A91 Test Web 5

Seit mehreren Wochen gewährt mir das Welock A91 von außen Zutritt zur Wohnung. In diesem Test gehen wir auf die Stärken und Schwächen des Systems ein und klären, für wen das Schloss interessant sein könnte.

Design und Verarbeitung

Welock A91 Test Web Titel

Wie bei den bisherigen Welock-Schlössern tauscht ihr auch beim A91 das komplette Türschloss aus. Dadurch unterscheidet sich der Hersteller weiterhin deutlich von Konkurrenzprodukten wie dem Nuki Smart Lock oder dem SwitchBot Lock, bei denen lediglich ein Motor auf dem vorhandenen Schließzylinder sitzt.

Das Welock A91 fällt schon auf den ersten Blick massiver aus als frühere Modelle wie das U81 oder Touch 61, denn es verwendet erstmals einen motorbetriebenen Schließmechanismus. Dadurch wirkt das Schloss moderner, aber auch auffälliger, zumindest auf der Innenseite.

Auf der Außenseite befindet sich ein kabelloses, beleuchtetes Tastenfeld zur Codeeingabe oder Gesichtserkennung. Einen Fingerabdruckleser gibt es dieses Mal nicht. Als Notfalllösung dient ein physisches Schlüsselloch, das wegen des Motors allerdings ordentlich Drehmoment verlangt, um sich manuell drehen zu lassen. Um dem entgegenzuwirken, lässt sich der mitgelieferte Schlüssel abwinkeln und bietet so einen besseren Hebel.

Die Verarbeitung hinterlässt insgesamt einen hochwertigen Eindruck. Sowohl das Gehäuse des Schlosses an der Tür als auch das Bedienfeld bestehen überwiegend aus Metall, wirken robust und sind sauber gestaltet.

Faceplate und Bedieneinheit

Welock A91 Test 14

Die Faceplate des Welock A91 ist ein gelungenes Element dieser Schlosskombination. Sie ist ansprechend gestaltet und funktioniert einwandfrei. Die weiße Grundplatte für die Bedieneinheit misst 150 x 110 Millimeter. Die Bedieneinheit selbst hat einen Durchmesser von 85mm und ist 32mm dick. Betreiben lässt sie sich sowohl mit den mitgelieferten Akkus als auch mit AAA-Batterien. In der passenden Halterung sitzt sie sicher und lässt sich mit dem kleinen mitgelieferten Piekser wieder entriegeln. Dazu trefft ihr das gut versteckte Loch auf der Unterseite und drückt es ein.

Ein kleines Display auf der Oberseite zeigt den Akkustand und meldet, ob die Entriegelung geklappt und der Vorgang gestartet hat. Die Hintergrundbeleuchtung der einzelnen Tasten ist gut sichtbar und auch nachts problemlos lesbar. Die Bedieneinheit ist durch die IP65-Zertifizierung bestens für den Außenbereich geeignet und hält laut Hersteller Temperaturen von -25°C bis 60°C stand. Somit sollten alle erdenklichen europäischen Temperaturen im Falle des Klimawandels abgedeckt sein. Direkte Sonneneinstrahlung in Südeuropa könnte allerdings problematisch werden.

Elektrische Schlosseinheit

Welock A91 Test 1Die Schlosseinheit des Welock A91 ist massiv, schwer und wirkt sehr hochwertig. Sie ist 157mm lang, 45mm breit und 70mm dick. Auf der Vorderseite sitzt ein kleines Display, das über den Akkuzustand und die einzelnen Menüpunkte informiert. Darunter findet ihr einen großen, runden Knopf mit Schlosssymbol, mit dem ihr den Öffnungs- oder Schließvorgang auslöst.

Oberhalb und unterhalb des Knopfs sitzt ein blau beleuchteter Ring, der ebenfalls als Bedienknopf dient. Damit navigiert ihr durch das Menü und stellt ein paar zusätzliche Funktionen ein. Die wichtigsten Einstellungen sind:

– Drehmoment des Motors (schwach, mittel, stark)
– Autolock nach einer gewissen Zeit (bis max. 30 Sekunden)
– Faceplate-Kopplung
– Türrichtung für den Schnapper

Lieferumfang

Der Lieferumfang ist mehr als vollständig und für alle Eventualitäten gerüstet. Die einzelnen Komponenten, insbesondere die Kleinteile, sind in einer kleinen Box sehr gut sortiert. Die lochfreie Variante der Faceplate hält über einen stabilen 3M-Kleber.

Diesen Aspekt habe ich in meinem Test jedoch nicht weiter berücksichtigt, denn ich habe mich für eine verschraubte Lösung entschieden. Gerade im Außenbereich würde ich aus Sicherheitsgründen immer eine Verschraubung empfehlen. Für die mitgelieferten Akkus liegt ein kleiner USB-Lader mit 2 x 1A Ladeleistung bei, der die 2.000mAh großen 18500er Akkus wieder auf Vordermann bringt.
Weitere wichtige Elemente im Lieferumfang sind:

  • zwei mechanische Schlüssel
  • ein NFC-Chip
  • Ersatzzylinder
  • eine schwarze Schlossblende
  • eine Metallplatte für das Türschloss

Installation des Welock A91

Welock A91 Test Web 1

Wie schon so oft in unseren Tests erwähnt, solltet ihr euch vor dem Kauf unbedingt die Tür anschauen und prüfen, ob ein smartes Schloss wie dieses generell passen würde, denn nicht alle Schließsysteme werden unterstützt!

Die Installation des Welock A91 kann je nach Tür mehr oder weniger aufwendig sein. In meinem Fall war der Stulp meiner Tür zu kurz, sodass der Schließzylinder überstand. Deshalb musste ich mir mit ein paar Holzplättchen eine kleine Erweiterung bauen.
Welock A91 Test Web 8Grundsätzlich ist der Einbau unkompliziert, er verlangt aber etwas mehr Zeit als bei Systemen, die lediglich auf den vorhandenen Zylinder aufgesetzt werden. Für den Einbau entfernt ihr zunächst euren bestehenden Schließzylinder. Anschließend setzt ihr den mitgelieferten Zylinder des A91 in die Tür ein und stellt ihn auf die passende Länge ein. Der Zylinder misst insgesamt 70mm und lässt sich bei Bedarf um weitere 20mm verlängern.

Im nächsten Schritt befestigt ihr entweder mit dem M3-Klebepad oder mit den mitgelieferten Schrauben die Metallplatte für das mechanische Schloss auf dem Stulp. Danach verschraubt ihr das Schließelement einfach und sehr stabil auf der schwarzen Befestigungsplatte.

Damit ist die Arbeit an der Tür abgeschlossen und es geht weiter zum kabellosen Bedienelement. Dieses klebt ihr unter günstigen Bedingungen schnell an den gewünschten Ort und seid damit schon durch. Entscheidet ihr euch für die Variante mit Löchern, müsst ihr diese noch bohren. Das kostet zwar etwas Zeit, bietet aber deutlich mehr Sicherheit, auch was das spontane Herunterfallen angeht, falls der Untergrund nicht sauber war.

Für die komplette Montage inklusive Einrichtung solltet ihr etwa 30 bis 45 Minuten einplanen. Wenn es eure erste Begegnung mit Welock ist, können es auch mal schnell zwei Stunden werden. Von daher mein Tipp an euch: Lest unsere Tests zu den Geräten, bevor ihr sie anbringt. Die Zeit, die ihr für den Testbericht aufwendet, spart ihr später bei der Einrichtung und beim Troubleshooting.

Welock A91 im Praxiseinsatz

Welock A91 Test Web 12

Das Schloss macht im Alltag einen sehr guten Eindruck, allerdings unter mehreren Bedingungen. Sprechen wir zunächst über die positiven Aspekte. Die Gesichtserkennung funktioniert sehr schnell und effektiv. Durch den Näherungssensor erkennt das Tastenfeld Bewegungen automatisch und aktiviert die Gesichtserkennung selbstständig.

Das ist praktisch, wenn ihr den Türbereich verlasst oder betretet. Weil die Gesichtserkennung so flott reagiert, kommt es aber auch zu ungewollten Schließ- oder Öffnungsbefehlen. In meinem Fall beispielsweise, wenn ich schnell etwas vor die Tür stelle oder eine Tischdecke ausschüttele. Auch neugierige Blicke zum Tastenfeld erkennt das System sofort und aktiviert das Türschloss.

Auch die PIN-Eingabe arbeitet zuverlässig. Die beleuchteten Tasten sind selbst bei Dunkelheit gut erkennbar und reagieren auch bei Nässe prompt. Dank der IP65-Zertifizierung ist damit auch der Betrieb im Außenbereich problemlos möglich. Sollte der Türbereich stärker frequentiert werden, was bei einer Familie schnell der Fall sein kann, lässt sich das Tastenfeld auch mit der ganzen flachen Hand aktivieren.Welock A91 Test Web 13

Nach erfolgreicher Authentifizierung gibt das Schloss den Drehknauf frei und ihr könnt die Tür öffnen. Das System arbeitet dabei zuverlässig und reagiert je nach Tagesform schneller oder manchmal auch ein wenig träger. Dabei kommuniziert das Tastenfeld kabellos mit der Schlosseinheit und gibt den Befehl zum Öffnen oder Schließen weiter. Das Schloss lässt sich zudem mit der WiFiBox 3 verbinden, sodass ihr es über Alexa oder andere Smart-Home-Anwendungen steuert. Diese Funktion habe ich in diesem Test jedoch nicht berücksichtigt.

Über den Hauptknopf auf der Innenseite öffnet und schließt ihr das Schloss jederzeit elektrisch. Sollten die Batterien einmal versagen oder in der Ladestation hängen bleiben, lässt es sich auch über den Drehknauf mechanisch öffnen oder schließen. Das sollte allerdings nicht zu häufig passieren, denn elektrische Motoren und die dahinterliegende Mechanik mögen es nicht, gegen ihren Willen bewegt zu werden. Der Griff zum Drehknauf bleibt also besser dem Notfall vorbehalten.

Pain Points des Welock A91

Wie ihr vielleicht schon herausgelesen habt, ist meine Begeisterung für dieses Schloss nicht ganz ungetrübt. Gerade bei der Verwendung mit einer Außentür treten einige Probleme auf.

  1. Eingeschränkte Funktion bei leerem Akku: Sollte die Akkukapazität unter die Hälfte fallen, schafft es das Schloss nicht mehr zuverlässig, den Schnapper ganz zurückzuziehen, wodurch die Tür nicht mehr vollständig entriegelt wird. Die Verriegelung ist zwar geöffnet, habt ihr aber keinen Türgriff, um den Schnapper von außen zu entriegeln, bleibt ihr ausgesperrt.
  2. Fehlende Wechselakkus: Ich würde mir ein weiteres Paar Akkus wünschen, denn bei leeren Zellen liegt die gesamte Funktion während des Ladevorgangs lahm. Ein Durchtauschen wäre deutlich einfacher und würde die Funktion jederzeit sicherstellen. Gerade wenn alle vier Akkus leer sind, dauert es lange, bis sie geladen sind.
  3. Die Tür hat keinen direkten Schließ- oder Öffnungsbefehl. Stattdessen kehrt sich immer der vorherige Zustand um. Ist die Tür auf, wird sie geschlossen und umgekehrt. Verlasst ihr also das Haus, ohne abzuschließen, etwa weil das Kind draußen spielt, kann es später nicht einfach „aufschließen“. Es muss erst den Code eingeben und damit die Tür schließen, danach den Code erneut eingeben, damit sie sich wieder öffnet. Gerade wenn der Akku schwächer wird, der Schnapper nicht mehr zuverlässig funktioniert und ihr keinen physischen Schlüssel parat habt, kostet das Nerven. Entriegeln, Tür öffnet nicht komplett, Entriegeln, Tür schließen, Entriegeln, Tür wieder öffnen und hoffen, dass es dann klappt. Dass die App keinen klaren Befehl zum reinen Öffnen oder Schließen bietet, ist echt schwach.
  4. Updates sind eine Katastrophe: Die Faceplate und das Schloss haben unterschiedliche Update-Wege. Die Faceplate aktualisiert ihr über die App, das Schloss manuell über das interne Menü. Es gibt keinerlei Hinweise, ob es überhaupt ein Update gibt. Startet ihr es einfach mal, um zu schauen, ob es etwas Neues gibt, entkoppelt sich das Schloss von der Tür und lässt sich ohne vollständiges Zurücksetzen nicht mehr verbinden. Stattdessen erscheint die Meldung, dass bereits ein Schloss mit dieser ID existiert und sich kein weiteres hinzufügen lässt.

Entsperrung mit physischem Schlüssel

Noch ein paar Worte zum Notfallmodus „Entsperren mit dem Schlüssel“: Generell ist es sehr wichtig, diese Möglichkeit zu haben, und ich musste sie leider auch schon mehrfach nutzen. Allerdings ist die Entriegelung selbst mit einem abgewinkelten Hebel sehr schwer. Es fühlt sich zeitweise an, als würdet ihr die Zugbrücke einer Burg hochkurbeln. Im Notfall ist das aber die letzte Rettung und in der Situation dann auch gut zu verkraften.

Akkulaufzeit

Welock A91 Test 17

Trotz Kamera und Display ist die Laufzeit überraschend ordentlich. So kommt ihr bei einer wenig frequentierten Außentür mit ein bis zwei Schließzyklen pro Tag auf eine Betriebszeit von bis zu fünf Wochen. Stellt ihr allerdings den „Autolock“ ein, fällt die Akkulaufzeit der Schlosseinheit auf unter zwei Wochen, je nach Frequentierung sogar noch darunter. Die Bedieneinheit hält dabei verständlicherweise deutlich länger und kommt bei mir mit vollem Akku auf über sechs Wochen.

Die App zeigt den Akkustand der Faceplate an, nicht aber den des Schlosses. Diesen lest ihr über das Display auf der Innenseite ab.
Die Akkus ladet ihr je nach Ladestand innerhalb von 1 bis 1,5 Stunden mit dem passenden Ladegerät auf.

Sicherheit

Welock A91 Test Web 9

Zum Einbruchschutz und zur Datensicherheit bei der Gesichtsspeicherung noch ein kurzes Wort. Einbrecher haben mit diesem Schloss kein leichtes Spiel. Selbst wenn sie einen passenden Dietrich hätten, der den länglichen Zylinder knackt, müssten sie eine ordentliche Menge Kraft aufwenden, um ihn zu drehen. Wegen des strammen Motors wird es sehr schwer, den Punkt zu finden, an dem die Stifte entriegeln und den Zylinder freigeben.

Die Faceplate ist hier vielleicht das größte Einfallstor. An ihr lassen sich nach einiger Zeit die Zahlen erahnen und der Code je nach Komplexität schnell knacken. Deshalb solltet ihr das Gesicht oder eine ID-Karte bevorzugen. Auch unterschiedliche Zugangscodes, beispielsweise einer fürs Kind und einer für die Frau, könnten hier Abhilfe schaffen. Die digitale Sicherheit ist gewährleistet, denn alle Codes und Gesichtsdaten werden lokal auf den Geräten gespeichert und nicht mit einer Cloud synchronisiert.

Ohne Sicherheitsexperte zu sein, habe ich ein gutes Gefühl bei diesem Schloss. Verarbeitung und Schwergängigkeit sprechen für einen sicheren Verschluss. Dank der „Autolock“-Funktion stellen die Sicherheitsfanatiker unter uns jederzeit sicher, dass die Tür verschlossen bleibt, selbst wenn ihr es einmal vergesst.

Testergebnis

Getestet von
ManU L

Das Welock A91 ist eines der bisher interessantesten Türschlösser des Herstellers. Mit der Kombination aus kabellosem, autarkem Touch-Bedienfeld, NFC-Unterstützung, Gesichtserkennung und manueller Bedienung hebt es sich deutlich von den bisherigen Modellen der Marke ab. Die kabellose Bedieneinheit steuert dabei ein motorbetriebenes Schloss, bei dem ihr den ganzen Zylinder tauscht.

Zwar ist die Installation etwas aufwendiger als bei Nuki oder SwitchBot, dafür erhaltet ihr eine vollständig integrierte Lösung, die sich mit einer zusätzlichen Box sogar ins heimische WLAN einbinden lässt.

Besonders gut gefallen haben mir die schnellen und vielfältigen Entsperrmöglichkeiten und die praktische Gesichtserkennung. Verbesserungspotenzial sehe ich weiterhin bei der App, die moderner und übersichtlicher gestaltet sein könnte. Funktionen wie „Autolock“ und die manuelle Entsperrung per Schlüssel oder per Knopfdruck auf der Innenseite erweisen sich dagegen als hilfreich. Auch die Benutzerverwaltung lässt sich vielseitig personalisieren.

Kennt ihr die Schwächen von Welock und kommt mit der nicht ganz perfekten App-Unterstützung klar, ist das Welock A91 ein schönes und gelungenes Schloss, das euer Zuhause sicher verwaltet. Die Akkulaufzeit reicht je nach Nutzungsintensität absolut aus, würde aber von zusätzlichen Wechselakkus profitieren, falls doch einmal ein Ladevorgang ansteht. Diese müsst ihr allerdings separat kaufen.

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