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Falsche CPU: Chuwi äußert sich zum Skandal – weitere Modelle betroffen

Am 12. März haben wir berichtet, dass einige Exemplare des Chuwi CoreBook X (zum Test) übereinstimmenden Medien- und Nutzerberichten zufolge nicht mit dem auf der Homepage des Herstellers vermerkten AMD Ryzen 5 7430U ausgestattet ist, sondern in Wirklichkeit mit dem Ryzen 5 5500U. Mittlerweile hat es weitere Entwicklungen gegeben. AMD hat jegliche Beteiligung abgestritten, mindestens ein Modell von Ninkear ist ebenfalls betroffen, Chuwi hat sich in einer Mitteilung an seine Nutzer gerichtet. Alle Details!

Chuwi CoreBook X Banner I 1

Bis Anfang März 2026 hat Chuwi fälschlicherweise mit dem AMD Ryzen 5 7430U geworben.

Hinweis:

Mittlerweile (Stand: 10. März 2026) hat Chuwi die Angabe des Ryzen 5 7430U aus dem Datenblatt und von dem Banner entfernt und wirbt stattdessen nur noch mit „Ryzen 5“.

Ryzen 5 7430U oder 5500U: Was ist überhaupt passiert?

Bereits seit Anfang 2026 tauchen vermehrt Nutzerberichte auf Reddit auf, in denen eine Diskrepanz beim Prozessor des Chuwi CoreBook X bemängelt wird. Das Notebook wurde (bis zuletzt) mit dem AMD Ryzen 5 7430U beworben. Das ist ein relativ aktueller Prozessor aus dem Jahr 2023, der im 7 Nanometer-Verfahren hergestellt wird, mit sechs AMD Zen 3-Kernen ausgestattet ist und 16MB Level 3-Cache bietet.

Chuwi CoreBook X 7430U Test BeitragsbildEinem Reddit-Nutzer, der in Besitz des Chuwi CoreBook X war, sind nun Ungereimtheiten aufgefallen, von denen einige durchaus schwerwiegend sind. In Programmen wie CPU-Z werden nämlich nur 8MB L3-Cache angezeigt, was wir von unserem Exemplar bestätigen können. Bei unserem Testbericht ist uns das aber leider nicht aufgefallen.

Unsere Kollegen von Notebookcheck haben ebenfalls schon Wind von der Angelegenheit bekommen und haben ihr Exemplar des Chuwi CoreBook X kurzerhand geöffnet und den CPU-Lüfter entfernt. Die Befürchtungen haben sich bei jenem Exemplar bewahrheitet:

Die direkt am Chip ablesbare OPN-Nummer 100-000000375 ist eindeutig und bestätigt (…), dass es sich um den AMD Ryzen 5 5500U handelt.

Hier zeigt sich die Tragweite des Problems. Wir bei Smartzone müssen in vielen Fällen auf die Angaben im Datenblatt vertrauen. Nun hat sich bei Chuwi aber offenkundig nicht nur ein Fehler im Datenblatt eingeschlichen. Auch Analyse-Tools wie CPU-Z wird eine falsche CPU vorgegaukelt, die überhaupt nicht verbaut ist.

Vereinzelt berichten Nutzer auch darüber, dass die beworbene NVMe SSD im CoreBook X in Wirklichkeit eine SATA SSD ist.

Der AMD Ryzen 5 5500U ist bereits seit fast sechs Jahren auf dem Markt. Er basiert nicht auf der Zen 3-Architektur, sondern auf der älteren Zen 2-Plattform. Offenbar wurde beim Chuwi CoreBook X auf Firmware-Ebene manipuliert, damit auch dort der Ryzen 5 7430U angezeigt wird.

Neue Entwicklungen: mehr Modelle betroffen, Statements

Hinweis:

Dieser Teil des Artikels ist eine Ergänzung vom 24. März 2026.

Seit wir erstmals über den CPU-Betrug berichtet hatten, ist einiges passiert. Am 16. März 2026 hat der Händler Hornington einen Beitrag auf Facebook veröffentlicht, demzufolge die eigenen Bestände überprüft wurden und dabei nicht nur Chuwi CoreBook X, sondern auch CoreBook Plus und eine Ubox 7430U mit falscher CPU gefunden wurden. Am 21. März hat Notebookcheck dann noch berichtet, dass auch bei zwei Stichproben des Ninkear A15 Pro exakt die gleichen Beobachtungen gemacht werden konnten.

Zwischenzeitlich hatte auch AMD von den Vorfällen Wind bekommen und gegenüber HKEPC ein Statement abgegeben:

Wir haben kürzlich festgestellt, dass CHUWI (…) das Produkt AMD Ryzen 5 5500U unberechtigt als Ryzen 5 7430U bezeichnet hat. AMD hat dieses Vorgehen in keiner Weise genehmigt, bestätigt oder stillschweigend geduldet und war auch nicht an Entscheidungen bezüglich der Kennzeichnung oder Werbung für das betreffende Produkt beteiligt; wir hatten keinerlei Kenntnis von dieser Angelegenheit. (…)

(Übersetzung durch DeepL)

Am 23. März hat sich nun auch Chuwi erstmals zu den Vorfällen geäußert. Das Statement wurde im Blog des Herstellers veröffentlicht.

(…) Wegen eines Produktionsfehlers wurde eine begrenzte Anzahl von CoreBook X- und CoreBook Plus-Geräten mit falschen Prozessoren bestückt. Sollten Sie ein Gerät haben, das nicht den von Ihnen bestellten Spezifikationen entspricht, senden Sie es bitte zurück, um eine vollständige Rückerstattung zu erhalten. (…)

Wir entschuldigen uns aufrichtig für die Unannehmlichkeiten, die Ihnen dadurch entstanden sind. Wir sind gewillt, diese Angelegenheit umgehend zu klären und sicherzustellen, dass Ihre Rechte in vollem Umfang gewahrt werden. (…)

(Übersetzung durch uns)

Chuwi führt weiterhin aus, dass die Geräte in „Originalzustand“ sein müssen und ihr das gesamte Zubehör der Rücksendung beilegen müsst. Zeit dafür habt ihr ab sofort bis zum 31. Mai 2026 und ihr sollt entweder den Weg über den Online-Shop gehen, bei dem ihr das Notebook gekauft habt, oder euch direkt an Chuwi wenden. Die E-Mail-Adresse dafür lautet service@chuwi.com.

Unsere Einschätzung

Die aktiv manipulierte Firmware legt einen Betrug nahe, der aber nicht unbedingt von Chuwi  und Ninkear ausgehen muss. Oftmals werden solche Geräte nämlich als Auftragsfertigungen von Fremdfirmen hergestellt. Diesbezüglich möchten wir auf Spekulationen verzichten, bis wir weitere Infos haben.

Sollte sich bewahrheiten, dass viele oder sogar alle Chuwi CoreBook X mit einem komplett anderen Prozessor ausgestattet sind, würde dies das Vertrauen in die Marke erschüttern. Wir hatten bisher nämlich viele gute Erfahrungen mit Chuwi. Selbst das CoreBook X hat bei uns im Test insgesamt einen guten Eindruck hinterlassen.

Allerdings müssen auch wir um Entschuldigung dafür bitten, dass uns der falsche Chip bei unserem Test des CoreBook X nicht aufgefallen ist. Die Angabe von nur 8MB L3-Cache in CPU-Z, die wir sogar als Screenshot in den Test eingebunden hatten, hätte uns hellhörig werden lassen müssen. Wir werden in Zukunft noch besser auf solche Details achten. Jedes Testgerät aus Misstrauen zu öffnen, ist uns leider nicht möglich.

Quellen

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shink
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shink
1 Monat her

Vielleicht dachte man bei Chuwi ja, der 5500U sei tatsächlich ein 5600U mit verringerter TDP-Budget. Denn genau das ist der 7430U. Dann wäre Chuwi beim Relabeln des 5500U auf das Relabeln des 4500U seitens AMD reingefallen.

Harald
Gast
Harald
1 Monat her

Ein Hinweis auf diesen Artikel im verlinkten Testbericht wäre m.E. hilfreich.

Darko
Gast
Darko
1 Monat her
Antwort an  Harald

Hallo liebe Smartzone Redaktion. Habe gerade auf der Chuwi Homepage nachgeschaut. Das beanstandete Notebook ist von der Seite entfernt worden. Ob der Hersteller nur aufgrund der schlechten PR reagiert hat oder ein echtes Problembewusstsein herrscht und Chuwi aktiv reagiert weiß ich natürlich nicht. Leider werden viele Kunden wohl einen großen Bogen um diesen Hersteller machen. Finde es gut das Ihr offen mit der Chuwi Problematik umgeht und eure Leser schnellstmöglich informiert habt. Immerhin wurdet ihr auch an der Nase herum geführt. Allerdings ist auch schwer den Betrug zu erkennen wenn die Hardware auf Firmware Ebene manipuliert wurde. Ist mir vor… Weiterlesen »

ManU L.
Autor
Mitglied
ManU L.(@manu-l)
1 Monat her
Antwort an  Darko

Vielen Dank Darko für deinen netten Kommentar. Es war wirklich schwer zu erkennen, wenn man da nicht mit einer gewissen Skepsis genauer schaut. Der Name der CPU lässt sich im BIOS anscheinend recht einfach ändern, aber die ganzen Hardwareparameter wie Technologie Generation oder Cache, werden von der CPU direkt ausgelesen. Hier wäre es mit mehr Aufmerksamkeit meinerseits aufgefallen. Das Thema mit den USB Sticks oder Festplatten ist sehr ähnlich. Hier kannst du das kostenlose Tool *H2testw* verwenden. Einfach mal mit 50% der versprochenen Kapazität starten und schauen ob das funktioniert. Oft sind nur weniger als die Hälfte der versprochenen Kapazitäten… Weiterlesen »

Darko
Gast
Darko
1 Monat her
Antwort an  ManU L.

Ich kenne H2testw. Allerdings testet das Prigramm ja nur wieviel Speicher real vorhanden ist. Einen gefälschten USB Stick wieder mit der Original Firmware zu reparieren hat sich als sehr schwierig herausgestellt. Die meisten Tools waren rein chinesisch. Zudem habe ich nirgendwo bei Samsung(in meinem Fall) die original Firmware gefunden.

Es ist echt schlimm wenn Hardware auf der Firmware Ebene manipuliert ist. Für den normalen Kunden ist sowas heutzutage nicht mehr zu erkennen.

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