Der Hersteller Blackview hat mit seiner neuen Spielekonsole ein interessantes Spielkonzept vorgestellt. Ähnlich wie bei der Nintendo Wii setzt die PlayPop 8 auf kamerabasierte Bewegungssteuerung. Dazu nutzt sie neueste KI-Motion-Technologie mit einem 17-Punkt-Ganzkörpertracking. Mit der Blackview PlayPop 8 stehen vor allem Bewegung, Aktivität und der Spaß im Multiplayer im Vordergrund.
Dass Blackview nicht nur Outdoor-Smartphones bauen kann, hat der Hersteller bereits mit zahlreichen Produkten wie Laptops, Beamern oder Mini-PCs bewiesen. Mit der Entwicklung einer eigenen Spielekonsole begibt man sich auf technologisches Neuland, denn trotz der 8 in der Namensgebung gab es kein direktes Vorgängermodell. Wir haben die Spielekonsole ausführlich für euch getestet und zeigen euch hier, worauf ihr euch freuen könnt.
Lieferumfang
Geliefert wird die PlayPop 8 in einem kleinen bunten Karton, der folgendes Zubehör enthält:
- Blackview PlayPop 8 Spielekonsole
- USB-C-Kabel für die Stromversorgung (1,5 Meter)
- HDMI-Kabel (1,5 Meter)
- Fernbedienung
- Bedienungsanleitung
- Garantiekarte
Für den Betrieb der Spielekonsole wird zusätzlich ein USB-C-Netzteil benötigt. Dieses muss eine Leistung von mindestens 15W (5V/3A) bereitstellen. Vermutlich wird aber jeder von euch noch ein altes Handyladegerät besitzen, das diese Mindestanforderungen erfüllt. Sowohl das HDMI-Kabel als auch das Kabel für die Stromversorgung sind mit 1,5 Metern recht kurz gehalten. Da es sich hierbei um einfache HDMI/USB-A- zu USB-C-Kabel handelt, könnt ihr diese selbstverständlich gegen längere Exemplare austauschen.
Technische Daten der Blackview PlayPop 8
| Modell | Blackview PlayPop 8 |
|---|---|
| Farbe | Crema Amarillo (Creme-Gelb) |
| Abmessungen | 76 x 76 x 76 Millimeter |
| Gewicht | 343,2 Gramm |
| Prozessor | Rockchip RK3576 Octa-Core (4x Cortex-A72 @ 2,2GHz + 4x Cortex-A53 @ 2,0GHz, 6nm) |
| GPU | ARM Mali-G52 MC3 |
| Arbeitsspeicher (RAM) | 8GB LPDDR4X |
| Interner Speicher | 128GB UFS 2.2 |
| Betriebssystem | Android 14 |
| Kamera | 12-MP-Frontkamera (Sony IMX577, 1/2,3 Zoll, f/2.0, 135° Bildwinkel, Hardware-Shutter) |
| Bewegungserkennung | 17-Punkt-KI-Ganzkörpertracking (lokale Verarbeitung) |
| Anzahl Spieler | 1 bis 4 Spieler gleichzeitig |
| Konnektivität | Wi-Fi 6 (802.11 a/b/g/n/ac/ax), Bluetooth 5.0 |
| Download-Geschwindigkeit | Bis zu 330Mbit/s |
| Upload-Geschwindigkeit | Bis zu 220Mbit/s |
| Videoausgang | HDMI (bis 60fps) |
| Video-Decodierung | H.264, H.265, VP9, AV1, AVS2 |
| Video-Codierung | H.264/AVC, H.265/HEVC |
| Lautsprecher | 6Ω/2W |
| Mikrofon | Silizium-Mikrofon |
| Besonderheiten | physischer Kamera-Shutter |
| Lieferumfang | Konsole, Fernbedienung, HDMI-Kabel, Ladekabel, Handbuch |
Verbaut ist der Rockchip RK3576. Es handelt sich hierbei um einen 8-Kern-Prozessor, der im Jahr 2024 vorgestellt wurde. Dieser Chip findet sich normalerweise vorrangig in IoT-Geräten wie Smart-Home-Zentralen, Kameratechnik oder industriellen Steuerungsanlagen. Unterstützt wird dieser durch eine Mali-G52-MC3-Grafikeinheit mit 8GB LPDDR4X-RAM. Allein die technischen Daten zeigen ganz klar, dass diese Spielekonsole nicht auf High-End-Gaming ausgelegt ist, sondern durch ihre Steuerung und das Spielkonzept überzeugen möchte.
Design und Verarbeitung
Mit Abmessungen von 76 x 76 x 76 Millimetern und 343 Gramm Gewicht ist die Spielekonsole im Vergleich zur PlayStation oder Xbox regelrecht winzig. Der kleine Würfel besteht vollständig aus Kunststoff und ist farblich perfekt auf Kinderzimmer abgestimmt.
Das Kameramodul befindet sich hinter einer Abdeckung, die zum Schutz eurer Privatsphäre einfach zugeschoben werden kann. Somit könnt ihr sicher sein, dass die Spielekonsole euch nur filmt, wenn ihr es auch wirklich wollt. Auf der Oberseite befinden sich zwei Mikrofone, die für interaktive Software-Anwendungen gedacht sind. So können unter anderem Geräusche, Klatschen oder akustische Interaktionen als zusätzliche Eingaben für Spiele oder Programme dienen.
An den Seiten verbaut Blackview jeweils einen Lautsprecher, der die Soundausgabe auch direkt an der Spielekonsole ermöglicht. Auf der Rückseite findet ihr schließlich den USB-C-Port für die Stromversorgung und die HDMI-Buchse für den Anschluss an den Fernseher. Sollte sich vor eurem Fernseher kein Tisch oder Schrank befinden, der eine Aufstellung der Konsole ermöglicht, könnt ihr die PlayPop 8 auch auf einem Stativ befestigen. Dafür bietet sie auf der Unterseite eine Stativaufnahme (1/4 Zoll). Die Verarbeitung ist insgesamt hervorragend. Der kleine Würfel macht trotz Kunststoffgehäuse einen hochwertigen Eindruck und fügt sich unauffällig in den Wohnbereich ein.
Inbetriebnahme und Steuerung
Die Inbetriebnahme ist in weniger als 5 Minuten erledigt. Alles, was ihr dafür tun müsst, ist, die PlayPop 8 mit Strom zu versorgen, die zwei AAA-Batterien (nicht im Lieferumfang) in die Fernbedienung einzusetzen und das HDMI-Kabel mit dem Fernseher zu verbinden. Verfügt euer Fernseher über einen Gaming-Modus, sollte dieser aktiviert werden, um die Latenz der Bild- und Tonübertragung zu verringern. Bei der Ersteinrichtung legt ihr einen Nutzer an (E-Mail-Adresse und Passwort), konfiguriert euer heimisches WLAN, führt aktuelle Firmware-Updates durch und könnt im Anschluss sofort loslegen.
Wichtig ist, dass ihr für euren Spielbereich genügend Platz zur Verfügung habt. Blackview empfiehlt, einen Abstand von 1,5 bis 3 Metern zur Konsole einzuhalten. Weiterhin sollten sich links und rechts von euch keine Hindernisse wie Wände oder Möbel befinden. Je nach Anzahl der Spieler (maximal 4) benötigt ihr also eine Freifläche von 3 Metern vor dem Fernseher.
Die Steuerung der Blackview PlayPop 8 erfolgt sowohl über Gesten als auch optional über die beiliegende Fernbedienung. Zwar werden die Gesten im Menü erläutert, aber dennoch bedarf es einiger Übung, diese richtig auszuführen. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit läuft dies meist reibungslos. Dennoch ist für die Navigation durch das Menü (Spieleauswahl) die Fernbedienung Grundvoraussetzung.
Spieleauswahl der Blackview PlayPop 8
Die Blackview PlayPop 8 bietet einen kostenlosen Vergnügungspark, der fünf Gratisspiele enthält. Wer mehr möchte, muss den optionalen GamePass hinzubuchen. Dieser bietet die komplette Spielebibliothek, kindgerechte Inhalte unter Einhaltung des Jugendschutzes und saisonale Events mit Aufgaben oder neuen Spielen.
Der GamePass kostet im ersten Jahr ca. 39,50$ oder alternativ ca. 29,40$ für drei Monate. Das Jahresabo ist hier der klar bessere Deal. Beachtet aber, dass sich nach Ablauf von 12 Monaten die Gebühr auf ca. 79$ erhöht.
Wir haben für euch einmal die Spieleauswahl zusammengefasst und geben euch hier einen kleinen Überblick.
Kostenlose Spiele
Thunder ACE: Bei diesem Spiel steuerst du das Raumschiff im Weltall, indem du deinen eigenen Körper als Joystick einsetzt. Du zielst, feuerst und weichst den Angriffen im Raum aus.
Beat Step: Man bewegt sich im Takt zur Musik, tritt virtuell auf bestimmte Felder oder führt passende körperliche Aktionen (wie Schritte, Posen oder Ausweichbewegungen) aus.
Mole Whack: Hier tauchen Maulwürfe auf dem Bildschirm auf, die im Takt durch gezielte Arm- oder Körperbewegungen getroffen werden müssen.
Chef Slash: Gemüse zerschneiden im Stil von Fruit Ninja.
Basketball: Gezielte Würfe auf einen virtuellen Korb. Ihr müsst sowohl den Ball richtig aufnehmen als auch halten und dann mit Schwung nach vorn bringen.
Alle Spiele sind vor allem auf Bewegung und Spaß ausgelegt. Die Grafik ist bunt und kindgerecht, reicht aber selbstverständlich nicht an das Niveau von modernen Spielekonsolen heran. Der verwendete SoC von Rockchip ermöglicht grafisch einfache Spiele auf Smartphone-Niveau, die vor allem durch ihre Bewegungssteuerung glänzen.
Mit dem optionalen GamePass erweitert sich die Spielebibliothek auf insgesamt 16 Spiele. Ihr erhaltet somit 11 Spiele zusätzlich.
Die erweiterte Spielebibliothek bietet einige actiongeladene Ballerspiele, Autorennen, einen Haustiersimulator oder entspannende Titel wie Zen-Yoga. Auch Denkspiele wie Knot Solve (Knoten lösen) gehören zum Repertoire.
Die Blackview PlayPop 8 im Praxistest
Wie bereits beschrieben, geht der Aufbau kinderleicht von der Hand. Bereits nach wenigen Minuten kann der Spielspaß beginnen. Schnell merken wir, dass der empfohlene Bewegungsraum auch tatsächlich benötigt wird. Zahlreiche Spiele erfordern schnelle, gezielte Bewegungen im Raum. Hier müsst ihr oftmals von einer in die andere Ecke des Zimmers sprinten oder zur Tanzmusik einer schnellen Schrittfolge nachkommen.
Die knallbunten Spiele der Blackview PlayPop 8 sprechen natürlich vor allem Kinder an. In Kombination mit der intuitiven Bewegungssteuerung bringen sie vor allem im Multiplayer eine Menge Spaß. Man muss hier aber ganz klar festhalten, dass es sich meist um sehr kurzweilige Spiele handelt, die nur wenig Langzeitmotivation bieten. Entsprechend schnell wechseln die Kinder zwischen den Spielen.
Aber auch für Erwachsene sind einige interessante Titel mit dabei. So könnt ihr bei Smash King einmal eure ganze Wut herauslassen und virtuelle Gegenstände zertrümmern. Aufgrund der gleichzeitigen Hand- und Beinbewegungen kommt man hervorragend ins Schwitzen. Wer es ein wenig ruhiger mag, kann bei Zen-Yoga entspannen oder bei Candy Guard seine Süßigkeiten mit entsprechender Feuerkraft verteidigen. Als Sprache steht in den Spielen nur Englisch zur Verfügung. Aufgrund des einfachen Spielaufbaus und der guten Tutorials ist dies allerdings keine wirkliche Beeinträchtigung.
Nach rund einer Woche haben wir die Spielebibliothek so ziemlich hoch und runter gespielt und würden uns gerne noch weitere Titel wünschen. Hier liegt momentan das Hauptproblem der Blackview PlayPop 8. Die Spielebibliothek ist mit 16 Titeln bisher nicht besonders umfangreich. Wann und wie viele neue Spiele im Laufe des Jahres noch zur Verfügung stehen werden, ist bisher nicht bekannt. Nintendo hat mit der Wii und der Switch eindrucksvoll bewiesen, dass nicht unbedingt die Grafik über den Erfolg einer Spielekonsole entscheidet. Viel wichtiger ist eine gute Spielidee mit einer außergewöhnlichen Steuerung und einer entsprechenden Langzeitmotivation. Zwei dieser Kernpunkte beherrscht die Blackview PlayPop 8 bereits hervorragend. Zukünftig steht oder fällt der Erfolg der Konsole mit dem entsprechenden Spieleangebot, das hoffentlich auch über einfache Minispiele hinausgeht.
Testergebnis
Würde uns jemand fragen, ob die Blackview PlayPop 8 Spaß macht, so würden wir diese Frage ganz klar mit „Ja“ beantworten. Fragt man uns aber nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis, müssen wir die Antwort ein wenig relativieren. Die PlayPop-8-Spielekonsole ist sowohl optisch als auch von der Verarbeitung her überzeugend und bietet zudem eine kinderleichte Installation. Die kompakten Abmessungen ermöglichen es, die Konsole problemlos zu Freunden mitzunehmen. Mit einem Verkaufspreis von 259€ bietet sie allerdings aufgrund der begrenzten Spieleauswahl bisher ein unterdurchschnittliches Preis-Leistungs-Verhältnis. Auch der optionale GamePass bringt lediglich 11 zusätzliche Spiele, die bereits nach kurzer Zeit an Reiz verlieren. Mit der PlayPop 8 ist Blackview ein gelungener Einstieg in die Welt der Spielekonsolen geglückt, der sich in der Zukunft durch eine gute Spielebibliothek beweisen muss.
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