| CPU | Snapdragon 8 Elite - 2 x 4,32GHz + 6 x 3,53GHz |
|---|---|
| RAM | 12 GB RAM |
| Speicher | 256 GB, 512 GB |
| GPU | Adreno 830 |
| Display | 2728 x 1264, 6,6 Zoll 120Hz (AMOLED) |
| Betriebssystem | Magic UI - Android 16 |
| Akkukapazität | 6400 mAh |
| Ladegeschwindigkeit | 80 Watt, 50 Watt (kabellos) |
| Speicher erweiterbar | Nein |
| Hauptkamera | 200 MP + 50MP (dual) + 12MP (triple) |
| Frontkamera | 50 MP |
| USB-Anschluss | USB-C 2.0 (480MBit/s) |
| Kopfhöreranschluss | Nein |
| Entsperrung | Fingerabdruck, Face-ID |
| 4G | 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 13, 17, 18, 19, 20, 25, 26, 28, 32, 34, 38, 39, 40, 41 |
| 5G | 1, 2, 3, 5, 7, 8, 20, 28, 38, 40, 41, 66, 77, 78 |
| NFC | Ja |
| SIM | Dual - nano, eSIM |
| Gewicht | 197 g |
| Maße | 156 x 74,7 x 8,2 mm |
| Benachrichtigungs-LED | Nein |
| Updatezeitraum | 6 |
| Hersteller | Honor |
| Getestet am | 02.06.2026 |
Inhaltsverzeichnis
Mit dem Honor 600 Pro folgt nach dem Honor 600 (zum Test) jetzt das Pro-Modell für Deutschland. Beim Blick auf die UVP von 999€ muss man noch deutlicher schlucken als beim kleinen Bruder. Allerdings hat Honor auch beim vorherigen 400 Pro bereits gezeigt, dass die Straßenpreise schnell deutlich nachgeben. Im Vergleich zum normalen 600er bekommt ihr beim Pro einige Upgrades: einen Snapdragon 8 Elite statt eines unterdimensionierten Mittelklasse-Chips, eine vollwertige Telekamera mit 3,5-fachem optischen Zoom, Wireless Charging mit 50W sowie aktuellste Konnektivität mit WiFi 7 und Bluetooth 6.0. Auf den ersten Blick sind das wahrscheinlich nicht die entscheidenden Punkte bei einem Mittelklasse-Smartphone und insbesondere nicht beim Blick auf das eigentliche Flaggschiff Honor Magic 8 Pro.
In diesem Test schauen wir uns das Gerät ganz genau an. Wenn ihr das normale Honor 600 schon kennt, werdet ihr viele Stellen wiedererkennen, an anderen ist das Pro aber deutlich anders aufgestellt.
![]() Honor 600 |
![]() Honor 600 Pro |
|
| Größe | 186 x 74,7 x 8,2mm | 156 x 74,7 x 8,2mm |
| Gewicht | 187g | 197g |
| CPU | Snapdragon 7 Gen 4 - 1 x 2,8 GHz + 4 x 2,4GHz + 3 x 1,8GHz | Snapdragon 8 Elite - 2 x 4,32GHz + 6 x 3,53GHz |
| RAM | 8 GB RAM, 12 GB RAM | 12 GB RAM |
| Speicher erweiterbar | Nein | Nein |
| Display | 2728 x 1264, 6,6 Zoll 120Hz (AMOLED) | 2728 x 1264, 6,6 Zoll 120Hz (AMOLED) |
| Betriebssystem | Android 16, Magic UI | Android 16, Magic UI |
| Akku | 6400 mAh (80 Watt) |
6400 mAh (80 Watt)
kabelloses Laden |
| Kameras | 200 MP + 12MP (dual) | 200 MP + 50MP (dual) + 12MP (triple) |
| Frontkamera | 50 MP | 50 MP |
| Anschlüsse | USB-C 2.0 (480MBit/s), Dual-SIM | USB-C 2.0 (480MBit/s), Dual-SIM |
| Entsperrung | Fingerabdruck, Face-ID | Fingerabdruck, Face-ID |
| Empfang |
5G: n1, n2, n3, n5, n7, n8, n20, n28, n38, n40, n41, n66, n77, n78 4G: 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 17, 18, 19, 20, 25, 26, 28, 32, 34, 38, 39, 40, 41 |
5G: n1, n2, n3, n5, n7, n8, n20, n28, n38, n40, n41, n66, n77, n78 4G: 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 13, 17, 18, 19, 20, 25, 26, 28, 32, 34, 38, 39, 40, 41 |
| Zum Testbericht |
Design und Verarbeitung
Das Honor 600 Pro misst 156 x 74,7 x 8,2 Millimeter und wiegt 196 Gramm. Damit ist es minimal schwerer, aber die beiden Smartphones sind sich extrem ähnlich. Spannend bleibt die Materialfrage: Während wir beim normalen 600er die Honor-Behauptung einer Glasrückseite klar als Kunststoffkomposit entlarvt haben, ist die Lage beim Pro genauso. Honor vermarktet die Rückseite mit Begriffen wie „Precision-carved unibody design“ und „Cold-Carving Process“ mit angeblich um 200% erhöhter Biegeresistenz. Genau diese hohe Biegsamkeit ist aber der entscheidende Hinweis, dass hier kein echtes Glas verbaut sein kann, da Glas deutlich spröder wäre. Auch wenn einige internationale Testberichte beim Pro plötzlich von einer Glasrückseite sprechen, deckt sich das nicht mit unserem Hands-on-Eindruck. Honor verkauft uns hier zum 1.000€-Preis dasselbe Kunststoffmaterial wie beim 600er. Bei einer UVP knapp unter der 1.000€-Marke ist das ein klarer Kritikpunkt, denn in dieser Preisklasse ist echtes Glas absolut Standard.
Das Honor 600 Pro erscheint nur in den Farben Schwarz und Weiß. Auf iPhone Orange verzichtet der Hersteller hier. Optisch übernimmt das Pro das markante Designkonzept des 600ers mit dem breiten Kameraaufbau, der sich über die gesamte Geräterückseite zieht. Die Anlehnung an das iPhone 17 Pro ist auch ohne orangene Farbe offensichtlich. Drei einzelne Linsen ragen aus dem Kameramodul hervor. An der dicksten Stelle misst das Gehäuse 11,4mm, das Gerät baut an den Linsen also rund 3,6mm über die Gehäusedicke von 8,2mm hinaus auf. Dadurch liegt das Honor ohne Hülle leicht wackelig auf dem Tisch. Mit Hülle bemerkt ihr davon allerdings nichts mehr.
Lieferumfang: Wie schon beim 600er liegt auch im Pro-Karton keine Hülle bei. Es gibt lediglich Papier, ein USB-C auf USB-C Kabel und eine SIM-Nadel. Für ein 1.000€-Smartphone ist das einfach peinlich.
Der Metallrahmen schindet ansonsten Eindruck und das Gerät liegt wertig in der Hand. Im Vergleich zum Vorgänger Honor 400 Pro wurde die IP-Zertifizierung beibehalten. Es bietet also weiterhin IP68/IP69K, das Gerät ist somit komplett wasserdicht und übersteht auch Hochdruckwasserstrahlen. Der optische Fingerabdrucksensor ist nach wie vor vorhanden und sitzt tief im Display. Im Test hat er sehr gut funktioniert: 9/10 Versuchen waren von Erfolg gekrönt, auch die Geschwindigkeit ist gut. Auch wenn es nicht die modernste Technik ist, gibt es hier nichts zu meckern.
Über den KI-Button habe ich schon beim 600er Test genug gesagt. Ob ihr das als Vor- oder Nachteil wertet, müsst ihr selbst entscheiden. Ihr habt am Ende einen zusätzlichen Button, nach dem niemand gefragt hat. Belegen lässt sich dieser nicht komplett frei, sondern nur mit Honor-KI-Funktionen, der Kamera oder Google Lens. Dafür stehen kurzes Drücken, langes Drücken und zweimaliges Drücken zur Auswahl. An der rechten Seite sitzt der Power-Button ganz klassisch unterhalb der Lautstärkewippe. Beide Tasten sind aus Metall und haben einen ordentlichen Druckpunkt. Etwas tiefer angeordnet befindet sich der bereits erwähnte KI-Button, der einen eher schwammigen Druckpunkt aufweist. Das liegt daran, dass er weiter im Rahmen versenkt ist als die anderen Buttons.
Rund um das Gehäuse finden wir ansonsten die üblichen Anschlüsse und natürlich auch Stereo-Lautsprecher mit jeweils einer Öffnung unten und oben. Oben sitzen zusätzlich noch ein Mikrofon und ein Infrarotsender, ein beliebtes Feature, das unter anderem von Xiaomi bekannt ist. Unten gibt es eine weitere Lautsprecheröffnung, einen USB-2.0-Anschluss, das Hauptmikrofon sowie einen SIM-Karten-Einschub für zwei SIM-Karten. Selbstverständlich wird auch eSIM unterstützt. Den langsamen USB-2.0-Anschluss bei einem 1.000€-Smartphone müsst ihr Honor ebenfalls erstmal verzeihen.
Honor verzichtet auch beim Pro auf ein echtes Always-on-Display. Es gibt lediglich ein sogenanntes Sometimes-On-Display, das bei Berührung für eine gewisse Zeit aufleuchtet und sich anschließend wieder abschaltet. In der gehobenen Mittelklasse mag das noch akzeptabel sein. In einer Preisklasse von 1.000€ erwarten wir hier einfach ein vollwertiges AOD.
Display des Honor 600 Pro
Beim Display setzt Honor beim Pro auf das identische Panel wie beim normalen 600er. Ihr bekommt ein flaches, 6,57 Zoll großes OLED-Display mit einer Auflösung von 2728 x 1264 Pixel. Das Gerät wechselt adaptiv zwischen 60Hz, 90Hz und 120Hz, je nachdem, welche App gerade verwendet wird. In der Praxis funktioniert das einwandfrei.
Die Farbdarstellung ist mit 10 Bit exzellent, und auch bei der Helligkeit kann Honor mit einem Peak von 2200 Lux im direkten Sonnenlicht überzeugen. Die Lesbarkeit ist in jedem Fall sehr gut. Im manuellen Modus landet ihr bei rund 1450 Lux und könnt natürlich auch bis auf 1 Lux herunterregeln. Ein spezielles DC-Dimming gibt es zwar nicht, dafür aber für die empfindlichen Augen unter euch ein augenschonendes 3.840-Hertz-PWM-Dimming.
Selbstverständlich ist das Gerät Widevine L1 zertifiziert und damit für die bekannten Bezahl-Streamingdienste geeignet. Auch HDR-Inhalte können wiedergegeben werden, inklusive HDR Vivid. Lediglich Dolby Vision wird nicht unterstützt. Ein echtes Always-on-Display gibt es nicht, lediglich das bereits erwähnte Sometimes-On-Display.
Beim Schutzglas setzt Honor auf das hauseigene NanoCrystal Shield, das vor Kratzern schützen soll. Dem Display konnte im Test kein Schaden zugefügt werden. Auch der Touchscreen funktioniert einwandfrei.
Unterm Strich ist das Display des Honor 600 Pro hervorragend, aber identisch zu dem deutlich günstigeren normalen 600er. Honor hat hier nicht künstlich am Display gespart, was lobenswert ist. Gleichzeitig hättet ihr in dieser Preisklasse durchaus ein LTPO-Panel mit echtem Always-on-Display und Dolby Vision erwarten können.
Leistung
Hier zeigt sich der wichtigste Unterschied zum normalen 600er. Während das kleine Schwestermodell mit dem überforderten Snapdragon 7 Gen 4 antritt, packt Honor beim Pro den Snapdragon 8 Elite hinein. Das ist Qualcomms letztjähriger Flaggschiff-Chip im 3-Nanometer-Verfahren. Der Prozessor besteht aus zwei 4,47GHz-Oryon-V2-Phoenix-L-Kernen und sechs 3,53GHz-Oryon-V2-Phoenix-M-Kernen. Als GPU dient die Adreno 830 mit 1.200MHz. Damit spielt das Honor 600 Pro performancetechnisch in einer komplett anderen Liga als das normale 600.
Ansonsten gibt es bei Honor nur eine RAM-Variante mit 12GB sowie die Wahl zwischen 256GB oder 512GB internem Speicher. Beim Speicher kommt, ebenso wie beim 600er, nur UFS 3 zum Einsatz, was die Benchmarks ebenfalls bestätigen: Die Lese-/Schreibrate liegt bei 2061/1921 MB/s. Der Speicher ist nicht erweiterbar.
Zumindest im Throttletest kann zumindest die CPU voll überzeugen. Die GPU taktet nach sieben Durchläufen hingegen auf ca. 60% Leistung herunter, was für den Prozessor jedoch nicht ungewöhnlich ist. Beim Gaming gab es in der Praxis keinerlei Ruckler, und selbst die anspruchsvollsten Spiele liefen durchgehend mit konstanten 60fps. Nach etwa 30 Minuten erreicht das Gerät an der wärmsten Stelle 42°C. Das Hitzemanagement ist also gut.
Für den Alltag ist die Leistung des Honor 600 Pro natürlich völlig overkill, aber genau das macht den Reiz aus: Egal was ihr macht, das Honor 600 Pro ist unterfordert. Im Gegensatz zum normalen 600er bekommt ihr hier echte Flaggschiff-Performance und damit eine Begründung für den Aufpreis. Zumindest dann, wenn der Straßenpreis stimmt, denn aktuell gibt es für den gleichen Preis auch Honors echtes Flaggschiff mit dem gleichen Prozessor.
System
Das Honor 600 Pro läuft mit MagicOS 10 auf Android-16-Basis und ist somit identisch mit dem normalen 600er. Honor glänzt gleich vorweg mit einem soliden Update-Versprechen von 6 Jahren, sowohl für System- als auch für Sicherheitsupdates. Im Vergleich zu anderen Herstellern ist das absolut konkurrenzfähig.
MagicOS reiht sich in die stark angepassten Systeme wie HyperOS oder Samsungs OneUI ein. Ihr könnt optisch viel anpassen, der Funktionsumfang ist groß, und der Unterschied zu unverändertem Android, wie ihr es etwa von Pixel-Geräten kennt, ist deutlich. Während der Nutzung haben wir keine größeren Bugs oder Fehler festgestellt, das System lief durchgehend stabil. Allerdings ist ab Werk einiges an Bloatware dabei, wobei sich vieles deinstallieren und alles deaktivieren lässt. Gleichzeitig wirkt alles butterweich und schnell, was angesichts des Snapdragon 8 Elite das absolute Minimum sein sollte. Die KI-Funktionen sind beim Pro vollständig vorhanden und lassen sich auch ohne Honor-Account nutzen. Als Sprachassistent ist Google Gemini integriert, mit Sprachsteuerung und Circle to Search.
Kamera des Honor 600 Pro
Hier wird der zweite große Unterschied zum normalen Honor 600 sichtbar: Das Pro bietet eine vollwertige Telekamera, die dem kleinen Bruder fehlt. Konkret legt Honor eine 50-Megapixel-Telekamera mit 3,5-fachem optischen Zoom dazu, was in der Preisklasse über 500€ absolut Pflicht ist.
- Hauptkamera: 200MP, f/1.9, 1/1,4 Zoll großer Sensor, Autofokus, OIS
- Telekamera: 50MP, f/2.8, 3,5x optischer Zoom, PDAF, OIS
- Ultraweitwinkelkamera: 12MP, f/2.2, Autofokus, 112° Aufnahmen
- Frontkamera: 50MP, f/2.0
In Sachen Video kann die Hauptkamera maximal in 4K mit 60fps aufzeichnen. Das ist ein klares Upgrade gegenüber dem normalen 600er, das hier bei 4K/30 endet. Zudem wird die HDR-Video-Aufnahme in Form von HDR Vivid unterstützt, was dem 600 ebenfalls komplett fehlt – sollte dieses Feature für euch relevant sein! Schauen wir uns jetzt wie gewohnt die Aufnahmen bei Tageslicht, bei Nacht, Selfies, Porträts und natürlich Videos im Detail an.
Tageslicht
Die Hauptkamera liefert im Standardmodus 12 Megapixel große Aufnahmen mittels Pixel-Binning. Vorweg gleich der Hinweis: Die vollen 200-Megapixel-Aufnahmen lohnen sich auch beim Pro nicht. Die Aufnahmen bei Tag überzeugen mit gesättigten, knackigen Farben und einem guten Dynamikumfang. Im direkten Vergleich zum normalen Honor 600 fallen die Schärfeprobleme, die wir dort bemängelt haben, beim Pro deutlich weniger ins Gewicht. Auch in Innenräumen und bei schwächeren Lichtverhältnissen behält das Pro mehr Details, was vermutlich am stärkeren Bildprozessor des Snapdragon 8 Elite liegt.
Jetzt wird der größte Mehrwert des Pro-Modells sichtbar. Mit der dedizierten 50MP-Telekamera und 3,5-fachem optischen Zoom bekommt ihr endlich brauchbare Aufnahmen aus der Distanz. Die Bilder sind scharf, detailreich und liefern auch bei schlechteren Lichtverhältnissen noch akzeptable Ergebnisse. Im direkten Vergleich: Beim normalen Honor 600 sind 4-fach-Aufnahmen durch die rein digitale Realisierung schon merklich schwächer, bei Dämmerlicht praktisch unbrauchbar. Der 3,5-fache optische Zoom lässt sich darüber hinaus digital noch weiter ausreizen. Bei 7-fachem Zoom (Hybrid) sind die Ergebnisse noch sehr gut, ab 10-fach werdet ihr dann erste Qualitätseinbußen sehen. Für die meisten Alltagssituationen reicht das aber absolut.
Bei der Ultraweitwinkelkamera übernimmt das Pro den gleichen 12MP-Sensor wie das normale 600er. Dank Autofokus liefern die Aufnahmen deutlich mehr Details als die üblichen 8-Megapixel-Knipsen in vielen Mittelklasse-Geräten. Allerdings wirkt es etwas absurd, dass Honor bei einem 1.000€-Smartphone den gleichen Ultraweitwinkel-Sensor wie beim deutlich günstigeren 600er verbaut. Immerhin auch hier mit Autofokus. Theoretisch ist die Ultraweitwinkelkamera dank Autofokus auch für Makroaufnahmen geeignet. Allerdings raten wir hier eher zur Telekamera, da die Aufnahmen damit deutlich besser gelingen.
- 3,5x Telekamera
- 2x Hauptkamera
- 2x Hauptkamera
- 2x Hauptkamera
Der Porträtmodus liefert beim Pro ebenfalls überzeugendere Ergebnisse als beim normalen 600er. Das Bokeh sieht natürlich aus und die Gesichtsfreistellung funktioniert sauber. Hier zeigt sich, dass der bessere Bildprozessor in Kombination mit der Telekamera ebenfalls Vorteile bringt.
Nachtaufnahmen
Von den Schärfeproblemen ist bei Nachtaufnahmen mit dem Honor 600 Pro nichts zu sehen. Der Sensor fängt viel Licht ein und liefert hervorragende Nachtaufnahmen. Hier gibt es nichts zu meckern, auch der Umgang mit Lichtquellen ist gelungen, und die Dynamik der Aufnahmen kann überzeugen.
- Hauptkamera:
- Ultraweitwinkel:
Was bei der Hauptkamera dank ihrer hohen Lichtempfindlichkeit gut funktioniert, wird der Ultraweitwinkelkamera wie schon beim 600er zum Verhängnis. Sie ist deutlich weniger lichtempfindlich, und sobald es Richtung Dämmerung geht, werden die Bilder deutlich schlechter. Daran hat auch der stärkere Chip nichts ändern können.
Die Telekamera schlägt sich nachts hingegen besser als erwartet und liefert auch im Dämmerlicht noch brauchbare Aufnahmen.
Selfies
Auch bei der Selfiekamera kann das Honor 600 Pro überzeugen. Der 50-Megapixel-Sensor liefert ebenfalls 12-Megapixel-Aufnahmen mittels Pixel-Binning mit vielen Details, natürlichen Farben und schön dargestellten Gesichtern. Auch die Schärfe passt bei richtigem Abstand gut. Ein Wermutstropfen bleibt wie beim 600er der fehlende Autofokus. Wer mit dem Smartphone direkt vor der Nase Selfies machen will, bekommt unscharfe Ergebnisse.
Videos
Hier punktet das Pro etwas gegenüber dem normalen Honor 600. Die Hauptkamera liefert 4K-Aufnahmen mit bis zu 60fps, und das mit hervorragender Stabilisierung dank OIS- und EIS-Kombination.
Auch die Telekamera filmt in 4K mit 60fps. Die Selfiekamera und UWW-Kamera packen ebenfalls 4K mit 30 FPS und überzeugen mit guter Qualität. Die Soundqualität ist in Ordnung. Für Video-Fans ist das Pro damit ebenso wie das 600er eine gute Wahl und in dieser Disziplin auch konkurrenzfähig zu deutlich teureren Flaggschiffen.
Zusammenfassung zur Kamera des Honor 600 Pro
Das Kamerasystem des Honor 600 Pro ist ein sichtbares Upgrade gegenüber dem normalen 600er und macht das Pro zur deutlich runderen Kamera. Die Hauptkamera liefert dank besserer Bildverarbeitung schärfere Ergebnisse, die Telekamera schließt die Lücke des kleinen Schwestermodells, und auch bei Video legt das Pro spürbar zu (4K/60FPS). Ehrlich gesagt sollte genau dieses Ergebnis auch das nicht-Pro-Modell liefern, Telekameras um die 500€-Marke sind eigentlich Pflichtprogramm.
Die Ultraweitwinkelkamera bleibt die Schwachstelle. Bei Tag und in guten Lichtverhältnissen ist auch sie brauchbar, in der Dämmerung kapituliert sie aber wie schon beim 600er. Hier hätte Honor beim Pro definitiv aufrüsten müssen, um die UVP-Differenz von 350€ zum normalen 600er zu rechtfertigen.
Im direkten Vergleich mit echten Flaggschiffen wie dem Honor Magic 8 Pro (zum Test) oder dem Xiaomi 17 (zum Test) muss sich das 600 Pro zwar geschlagen geben, aber für einen hoffentlich kommenden Straßenpreis um 500€ bekommt ihr hier ein sehr ordentliches Kamerasystem.
Konnektivität und Kommunikation
Das Honor 600 Pro funkt auf allen für Europa und Deutschland notwendigen 4G- und 5G-Frequenzen. Der Empfang war in der Praxis ohne Auffälligkeiten, und moderne Features wie VoLTE und VoWiFi werden unterstützt. Neben zwei physischen SIM-Karten unterstützt das Gerät zur Dual-SIM-Nutzung auch eSIM. Auch an der Gesprächsqualität gab es in der Praxis nichts auszusetzen. Die SAR-Werte liegen bei 1W/kg (Kopf) und 1,3W/kg (Körper).
Beim WLAN setzt Honor beim Pro auf das modernere WiFi 7 statt WiFi 6 beim normalen 600er. Im Test war der WLAN-Empfang exzellent, Übertragungsraten und Reichweite überzeugen vollumfänglich. Auch Bluetooth wurde auf Version 6.0 angehoben (folgende Codecs werden unterstützt: SBC, AAC, LDAC, aptX, aptX HD, aptX Adaptive, aptX Lossless, LHDC 3.0, LHDC 4.0, LHDC 5.0, LC3).
In Sachen GPS verzichtet Honor zwar auch beim Pro auf Dual-Satellitennavigation, die üblichen Systeme GPS, Galileo, GLONASS und BeiDou sind aber an Bord. Die Geschwindigkeit und Genauigkeit waren sowohl im Auto als auch zu Fuß kein Thema. An Sensoren sind neben NFC auch die drei Standards (Beschleunigungs-, Näherungs- und Helligkeitssensor) vorhanden. Als Besonderheit gibt es einen Infrarotsender. Ein Gyroskop und ein Kompass dürfen hier ebenfalls nicht fehlen.
Der Vibrationsmotor wirkt wie schon beim normalen 600er schwammig und im Vergleich zu echten Flaggschiff-Smartphones billig. In der Preisklasse über 500€ wäre ein vernünftiger Vibrationsmotor angemessen. Honor bleibt hier jedoch seiner Linie treu. Die Stereo-Lautsprecher liefern für ein Smartphone dieser Klasse ein gutes Ergebnis. Eine gute Stereo-Trennung in Kombination mit hoher Lautstärke steht einer weiterhin unterdurchschnittlichen Bassreproduktion gegenüber. An die Lautsprecher echter Flaggschiffe kommt das 600 Pro nicht heran.
Akkulaufzeit des Honor 600 Pro
Das Honor 600 Pro ist mit dem gleichen 6.400mAh-Akku ausgestattet wie das normale 600er. International gibt es wie schon beim günstigeren Modell die größere Variante mit 7.000mAh, in Europa wurde die Kapazität entsprechend beschnitten. Trotzdem bietet das Pro dank des effizienteren 3-Nanometer-Chips minimal bessere Laufzeiten als das günstigere 600er.
- 120Hz / Automatik
- 60Hz
In unserem PCMark-Akkutest landen wir bei 60Hz bei 23 Stunden und 52 Minuten und bei 120Hz (bzw. Automatik) bei 17 Stunden und 25 Minuten. Beides sind im Vergleich mit der Konkurrenz sehr starke Werte. Auch bei einer Stunde YouTube-Streaming mit den üblichen 200 Lux Helligkeit verliert das Honor 600 Pro nur 4% Akku.
Bei der Ladegeschwindigkeit setzt Honor wie schon beim normalen 600er auf 80W kabelgebunden. Hier gilt unverändert die Empfehlung aus dem 600er-Test: Wenn ihr kein passendes Honor-Netzteil zur Hand habt, wird es nervig. Trotz zahlreicher PD-Netzteile zu Hause konnte ich das Pro nur mit 65W laden, da fast alle Drittanbieter-Netzteile auf den alten (noch von Huawei stammenden) Honor-Ladestandard zurückfallen und entsprechend drosseln. Mit einem Cuktech-Netzteil mit 100W (zum Test) lässt sich die volle Ladeleistung abrufen. Dann ladet ihr von 1% auf 99% in rund 50 Minuten. Im Test schaffte ich mit dem 65W-Ladeadapter nur 67 Minuten.
Der Mehrwert beim Pro: 50W Wireless Charging und sogar 27W Reverse Wired Charging. Beides fehlt dem normalen 600er komplett. Wireless Charging ist in dieser Preisklasse ein Muss, und Honor liefert hier mit 50W sogar deutlich überdurchschnittlich ab. Einige Konkurrenten laden kabellos langsamer. Allerdings solltet ihr auch hier beachten, dass ihr spezielles Zubehör von Honor für solche Ladegeschwindigkeiten benötigt.
Testergebnis
Das Honor 600 Pro ist eine klassische „Pro“-Erweiterung des normalen 600er, bei der man beim Blick auf die UVP von 999€ erstmal ratlos zurückbleibt. Vielleicht kann ich euch mit diesem Fazit helfen. Für diesen Preis bekommt ihr mit dem 600 Pro zwar einige Upgrades, wie den Snapdragon 8 Elite statt des unterdimensionierten 7 Gen 4, eine vollwertige Telekamera, Wireless Charging mit 50W, WiFi 7 und Bluetooth 6.0. Gleichzeitig steckt im Pro jedoch auch das gleiche Kunststoffkomposit, der gleiche Ultraweitwinkel-Sensor und der gleiche, in Europa beschnittene 6.400mAh-Akku wie im normalen 600er. Zur UVP konkurriert das Pro mit dem hauseigenen Honor Magic 8 Pro, das aktuell teilweise sogar günstiger zu haben ist. Damit ist das Pro zur UVP schlicht keine Empfehlung.
Spannend wird das Gerät erst, wenn der Straßenpreis erwartungsgemäß in Richtung 500€ rutscht. Genau dort verorten wir das Honor 600 Pro nach den Erfahrungen mit dem Honor 400 Pro in den kommenden Monaten ziemlich sicher. Auf diesem Preisniveau dreht sich das Bild komplett: Das 6,57 Zoll große OLED-Display mit 120Hz und 10 Bit gehört zum Besten, was ihr in dieser Klasse bekommt. Der Snapdragon 8 Elite liefert echte Flaggschiff-Leistung, der 6.400mAh-Akku reicht für deutlich über einen Tag bei intensiver Nutzung, und das starke Kamerasystem mit 200MP-Hauptkamera, 50MP-Telekamera mit 3,5-fachem Zoom und 12MP-Ultraweitwinkel deckt alle wichtigen Anwendungsfälle ab. Dazu kommen IP68/IP69K, sechs Jahre Updates, 50W Wireless Charging, WiFi 7, Bluetooth 6.0, ein zuverlässiger Fingerabdrucksensor und ein Infrarotsender.
Im direkten Vergleich zum normalen Honor 600 (zum Test) lohnt sich der Aufpreis vor allem dann, wenn euch viel Performance, Telezoom, 4K60-Video oder Wireless Charging wichtig sind. Wer keine Zoomkamera braucht und mit dem 7 Gen 4 auskommt, ist mit dem kleinen Bruder zum erwartet niedrigeren Straßenpreis besser bedient.
Unterm Strich gilt auch beim Pro: Finger weg zur UVP, aber seid bereit, sobald das Honor 600 Pro bei rund 500€ landet. Dann habt ihr ein rundes, langlebiges “Fast-Flaggschiff” mit echten Stärken bei Display, Akku, Performance und Kamera und könnt über die Schwächen (Kunststoffrückseite zum Premium-Preis, schwammiger Vibrationsmotor, fehlendes Always-on-Display, USB 2.0) entspannt hinwegsehen. Wenn ihr hingegen ein echtes Flaggschiff sucht, dann schaut in den Test zum Honor Magic 8 Pro (zum Test). Alternativ könnt ihr mit dem Kauf des etwas älteren Honor Magic 7 Pro (zum Test) viel Geld sparen. Dieses bietet genauso viel Leistung wie das Honor 600 Pro, ein noch helleres Display und ein stärkeres Kamera-Setup. Nur beim Akku kann es nicht ganz mithalten.
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