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Honor 600 im Test

Getestet von Jonas Andre am Bewertung: 83%
Vorteile
  • starke Akkulaufzeit und schnelles Laden
  • gute Hauptkamera (Tag und Nacht)
  • tolles Display
  • 6 Jahre System- und Sicherheitsupdates
  • dünn, leicht und wasserdicht (IP68/IP69K)
  • Ultraweitwinkelkamera mit Autofokus & Makro-Modus
  • gute, scharfe und stabilisierte 4K Videos
Nachteile
  • Kunststoffrückseite
  • undurchschnittliche Performance
  • kein Netzteil und keine Hülle im Lieferumfang
  • nur Sometimes-On-Display
Springe zu:
CPU Snapdragon 7 Gen 4 - 1 x 2,8 GHz + 4 x 2,4GHz + 3 x 1,8GHz
RAM 8 GB RAM, 12 GB RAM
Speicher 256 GB, 512 GB
GPU Adreno 722
Display 2728 x 1264, 6,6 Zoll 120Hz (AMOLED)
Betriebssystem Magic UI - Android 16
Akkukapazität 6400 mAh
Ladegeschwindigkeit 80 Watt
Speicher erweiterbar Nein
Hauptkamera 200 MP + 12MP (dual)
Frontkamera 50 MP
USB-Anschluss USB-C 2.0 (480MBit/s)
Kopfhöreranschluss Nein
Entsperrung Fingerabdruck, Face-ID
4G 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 17, 18, 19, 20, 25, 26, 28, 32, 34, 38, 39, 40, 41
5G 1, 2, 3, 5, 7, 8, 20, 28, 38, 40, 41, 66, 77, 78
NFC Ja
SIM Dual - nano, eSIM
Gewicht 187 g
Maße 186 x 74,7 x 8,2 mm
Benachrichtigungs-LED Nein
Updatezeitraum 6+6
Hersteller
Getestet am 30.05.2026

Mit dem Honor 600 und dem Honor 600 Pro landen die aktuellen Mittelklasse-Smartphones des Herstellers auch in Deutschland. Wir haben zunächst das Honor 600 im Test, das Honor 600 Pro folgt in den nächsten Wochen. Zum Marktstart liegt die UVP bei 650€, was ein absurder Preis ist. Allerdings hat Honor in der Vergangenheit bereits beim Honor 400 gezeigt, dass Deals unter 300€ keine Seltenheit sind. Das Gerät bringt einige Detailverbesserungen mit: eine IP68-Zertifizierung, einen neuen Prozessor und sechs Jahre Update-Versorgung. Gleichzeitig bleibt Honor seinen Stärken treu und setzt weiterhin auf eine starke Kamera und ein 6,6 Zoll großes OLED-Display. In diesem Test schauen wir uns das Gerät ganz genau an und gehen die Details durch.

Design und Verarbeitung

Das Honor 600 misst 156 x 74,7 x 8,2 Millimeter und wiegt 187 Gramm. Damit ist es nicht nur dünn, sondern auch ein leichtes und noch kompaktes Smartphone. Auch wenn Honor selbst von einer Fiberglas-Rückseite schreibt, stellt sich diese im Test als normale Kunststoffrückseite heraus. Die Haptik erinnert eindeutig an Kunststoff. Aber in dieser Preisklasse sind Glasrückseiten, die deutlich kratzresistenter sind, zu bevorzugen und zu erwarten. Das ist letztlich der entscheidende Punkt.

Das Honor 600 erscheint in drei Farben: Schwarz, Weiß und als besondere Variante in einer Art iPhone-Orange. Die Anlehnung ist klar erkennbar, und auch optisch erinnert das Gerät an Apple – wenn auch nicht so extrem wie bei chinesischen Honor-Modellen wie dem Magic 8 Pro Air (zum Test). Die Kamera erstreckt sich über die gesamte Breite und hat einen leichten Kunststoff-Aufbau. Die einzelnen Linsen ragen zusätzlich heraus. An der dicksten Stelle misst das Gehäuse 11,8mm, das Gerät baut an den Linsen also rund 3,6mm über die Gehäusedicke von 8,2mm hinaus auf. Dadurch liegt das Honor ohne Hülle leicht wackelig auf dem Tisch; mit Hülle bemerkt ihr davon allerdings nichts mehr – wobei nichtmal die im Lieferumfang beiligt. Es gibt lediglich Papier, ein USB-C Auf USB-C Kabel und eine SIM-Nadel.

Honor 600 Lieferumfang

Mikriger Lieferumfang des Honor 600

Der Metallrahmen schindet ansonsten Eindruck und das Gerät liegt wertig in der Hand. Im Vergleich zum Vorgänger Honor 400 wurde die IP65-Zertifizierung auf das standesgemäße IP68/IP69K aufgewertet, das Gerät ist jetzt also wasserdicht. Der optische Fingerabdrucksensor ist nach wie vor vorhanden und sitzt relativ weit unten, falls euch das stört. Im Test hat er sehr gut funktioniert: 9/10 Versuchen waren von Erfolg gekrönt, auch die Geschwindigkeit geht in Ordnung.

Etwas verwirrt zurück lässt wie immer der KI-Button. Was man mit dem Bedienelement genau anfangen soll, bleibt unklar, auch den Druckpunkt finde ich nicht gut. Wir haben uns jahrelang daran gewöhnt, auf dem Smartphone mit dem Daumen Fotos zu machen. Und jetzt gibt es einen KI-Button, der in diesem Fall nicht einmal eine Touch-Funktion mitbringt, sondern schlicht ein zusätzlicher Knopf am Gehäuse ist. Ob ihr das als Vor- oder Nachteil wertet, müsst ihr selbst entscheiden. Ihr habt am Ende einen zusätzlichen Button, nach dem niemand gefragt hat. An der rechten Seite sitzt der Power-Button ganz klassisch unterhalb der Lautstärkewippe. Beide Tasten sind aus Metall und haben einen ordentlichen Druckpunkt. Etwas tiefer angeordnet befindet sich der bereits erwähnte KI-Button, der einen eher schwammigen Druckpunkt aufweist.

Rund um das Gehäuse finden wir ansonsten die üblichen Anschlüsse und natürlich auch Stereo-Lautsprecher mit jeweils einer Öffnung unten und oben. Oben sitzen zusätzlich noch ein Mikrofon und ein Infrarotsender, ein beliebtes Feature, das unter anderem von Xiaomi bekannt ist. Unten gibt es eine weitere Lautsprecheröffnung, einen USB-2.0-Anschluss (kein Display-Output), das Hauptmikrofon sowie einen SIM-Karten-Einschub für zwei SIM-Karten. Selbstverständlich wird auch eSIM unterstützt.

Leider verzichtet Honor auf ein echtes Always-on-Display. Es gibt lediglich ein sogenanntes Sometimes-On-Display, das bei Berührung für eine gewisse Zeit aufleuchtet und sich anschließend wieder abschaltet. In der Mittelklasse ist das üblich. Besonders bei Xiaomi zieht sich das konsequent durch, und Honor springt hier wie inzwischen die meisten Hersteller auf den Zug auf.

Display des Honor 600

Honor 600 Display Test 1

Beim Display zieht Honor beim 600er-Modell alle Register und liefert ein flaches, 6,57 Zoll großes OLED-Display mit einer Auflösung von 2728 x 1264 Pixel. Das Gerät wechselt adaptiv zwischen 60, 90 und 120 Hertz, je nachdem, welche App gerade verwendet wird. In der Praxis funktioniert das einwandfrei.

Display Helligkeit (in Lux) Einheit: Lux
smartzone logo
2.970 Lux
2.650 Lux
2.440 Lux
2.310 Lux
2.100 Lux
2.000 Lux
1.997 Lux
1.930 Lux
1.840 Lux
1.750 Lux
1.720 Lux
1.484 Lux
0
300
600
900
1.200
1.500
1.800
2.100
2.400
2.700
3.000

Die Farbdarstellung ist mit 10 Bit exzellent, und auch bei der Helligkeit kann Honor mit einem Peak von 2.400 Lux im direkten Sonnenlicht überzeugen. Die Lesbarkeit ist in jedem Fall sehr gut. Im manuellen Modus landet ihr bei rund 850 Lux und könnt natürlich auch bis auf 3 Lux herunterregeln. Ein spezielles DC-Dimming gibt es zwar nicht, dafür aber, für die empfindlichen Augen unter euch, ein augenschonendes 3.840-Hertz-PWM-Dimming.

Honor 600 Display Raender 2

Selbstverständlich ist das Gerät Widevine L1 zertifiziert und damit für die bekannten Bezahl-Streamingdienste geeignet. Auch HDR-Inhalte können wiedergegeben werden, lediglich Dolby Vision wird nicht unterstützt. Ein echtes Always-on-Display gibt es nicht, lediglich das bereits erwähnte Sometimes-On-Display.

Beim Schutzglas setzt Honor auf das hauseigene NanoCrystal Shield, das vor Kratzern schützen soll. Dem Display konnte im Test kein Schaden zugefügt werden. Auch der Touchscreen funktioniert einwandfrei.

Unterm Strich gehört das Display des Honor 600 zu den besten Panels, die ihr derzeit in der Mittelklasse bekommen könnt – zumindest dann, wenn sich Honor mit dem Preis dem angepeilten Deal-Niveau von rund 300€ nähert. Für diesen Kurs bekommt ihr hier ein OLED-Display, das sich vor deutlich teureren Geräten nicht verstecken muss.

Leistung

Für Leistung sorgt ein im 4-Nanometer-Verfahren gefertigter Snapdragon 7 Gen 4. Für den aktuellen Marktpreis von 500€ ist der definitiv unterdimensioniert, wie ihr in den Benchmarks und Vergleichen mit anderen Geräten klar sehen könnt. Der Prozessor liefert zusammen mit der Adreno 722 GPU und seiner 1+4+3-Cluster-Konfiguration (1x Cortex-A720 mit 2,8GHz, 4x Cortex-A720 mit 2,4GHz und 3x Cortex-A520 mit 1,8GHz) für den Alltag ausreichend Leistung.

Antutu (v11)
smartzone logo
Snapdragon 8 Elite Gen 5 3.899.241
Snapdragon 8 Elite 3.121.214
MediaTek Dimensity 9400+ 2.705.609
MediaTek Dimensity 9500s 2.681.069
MediaTek Dimensity 8500 2.121.290
MediaTek Dimensity 8400 1.903.218
Snapdragon 7 Gen 4 1.434.700
Snapdragon 7 Gen 4 1.432.632
Snapdragon 7 Gen 4 1.393.652
Snapdragon 7s Gen 4 1.141.000
Mediatek Dimensity 7300 973.960
MediaTek Dimensity 7400 882.316
0
400.000
800.000
1.200.000
1.600.000
2.000.000
2.400.000
2.800.000
3.200.000
3.600.000
4.000.000
Geekbench Single (v6)
0
400
800
1.200
1.600
2.000
2.400
2.800
3.200
3.600
4.000
Geekbench Multi (v6)
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
14.000
16.000
18.000
20.000
3D Mark (Wildlife Extreme)
0
800
1.600
2.400
3.200
4.000
4.800
5.600
6.400
7.200
8.000

Ansonsten gibt es bei Honor die Wahl zwischen 8GB und 12GB RAM sowie 256 oder 512GB internem Speicher. Es handelt sich dabei nicht um modernes UFS 4.0, sondern lediglich um UFS 3.1, was die Benchmarks ebenfalls bestätigen: Die Lese-/Schreibrate liegt bei 2.171,6/2.032,1MB/s. Der Speicher ist wie in der gehobenen Mittelklasse mittlerweile üblich nicht erweiterbar.

 

Auch im Throttletest konnten sowohl der CPU- als auch der GPU-Throttletest voll überzeugen. Beim Gaming gab es in der Praxis keinerlei Ruckler, und selbst anspruchsvolle Spiele liefen durchgehend flüssig. Nach etwa 30 Minuten erreicht das Gerät an der wärmsten Stelle gerade einmal 39°C, das Hitzemanagement ist also absolut tadellos.

Dennoch sei abschließend noch einmal klar erwähnt, dass es für den gleichen Preis deutlich leistungsfähigere Geräte gibt, etwa bei Poco.

System

Das Honor 600 läuft mit MagicOS 10 auf Android-16-Basis. Honor glänzt gleich vorweg mit einem soliden Update-Versprechen von sechs Jahren, sowohl für System- als auch für Sicherheitsupdates. Im Vergleich zu anderen Herstellern ist das absolut konkurrenzfähig.
MagicOS reiht sich in die stark angepassten Systeme wie HyperOS oder Samsungs One UI ein. Ihr könnt optisch viel anpassen, der Funktionsumfang ist groß, und der Unterschied zu unverändertem Android, wie ihr es etwa von Pixel-Geräten kennt, ist deutlich. Während der Nutzung konnten keine größeren Bugs oder Fehler festgestellt werden, das System lief durchgehend stabil. Aber auch einiges an Bloatware ist hier ab Werk mit dabei, wobei sich vieles desinstallieren und alles deaktivieren lässt. Gleichzeitig wirkt alles flüssig und schnell, was angesichts des Prozessors auch zu erwarten ist. Wie wir später noch sehen werden, ist das System zudem gut optimiert, und die Akkulaufzeit fällt entsprechend stark aus.

Kamera des Honor 600

Trotz der UVP von über 500€ setzt Honor lediglich auf eine gute Hauptkamera mit einem 200-Megapixel-Sensor und natürlich optische Bildstabilisierung (OIS). Eine dedizierte Telekamera fehlt komplett. Die Ultraweitwinkelkamera funktioniert dank Autofokus gleichzeitig als Makrokamera, kommt aber nur mit einem 12-Megapixel-Sensor daher, was für ein Gerät in dieser Preisklasse zu schwach ist.

  • Hauptkamera: 200MP, f/1.9, 1/1,4 Zoll Sensor, 23mm, Autofokus, OIS
  • Ultraweitwinkelkamera: 12MP, f/2.2, Autofokus, 112° Aufnahmen
  • Frontkamera: 50MP, f/2.0

In Sachen Video kann die Hauptkamera maximal in 4K mit 30fps aufzeichnen, dazu später aber noch mehr. Schauen wir uns jetzt wie gewohnt die Aufnahmen bei Tageslicht, bei Nacht, Selfies, Porträts und natürlich Videos im Detail an.

Tageslicht

Die Hauptkamera liefert im Standardmodus 12 Megapixel große Aufnahmen mittels Pixel-Binning. Vorweg gleich der Hinweis: Die vollen 200-Megapixel-Aufnahmen lohnen sich nicht und sind nur interpoliert. Die Aufnahmen bei Tag und auch in Innenräumen können auf den ersten Blick mit gesättigten, knackigen Farben und einem guten Dynamikumfang überzeugen. Zoomt ihr jedoch etwas in die Bilder hinein, zeigt sich bei Innenraumaufnahmen und schwächeren Lichtverhältnissen (siehe auch die Aufnahmen bei Dämmerung) bereits Bildrauschen. Grundsätzlich fehlt es allen Aufnahmen bei genauerem Blick etwas an Schärfe und Details.

Auch die 2-fach-Aufnahmen sind gut zu gebrauchen und stehen einem optischen Zoom in nichts nach.

Bei der Ultraweitwinkelkamera wird die zuvor bemängelte Schwäche bei der Schärfe plötzlich zur Stärke. Das liegt vermutlich am Autofokus, sodass die Aufnahmen überzeugen und sich deutlich von den üblichen 8-Megapixel-Knipsen absetzen. Allerdings bewegen wir uns hier auch in der Preisklasse um die 500€, und damit ist das Ganze letztlich wieder angemessen.

Theoretisch ist die Ultraweitwinkelkamera dank Autofokus auch für Makroaufnahmen geeignet, allerdings ist hier eher zum Digitalzoom der Hauptkamera zu raten, da die Aufnahmen damit deutlich besser gelingen. Für Makroaufnahmen sind letztlich auch Zoomkameras besser geeignet als Ultraweitwinkelkameras.

Der Porträtmodus liefert bei eingeschränkten Lichtverhältnissen sehr weich gezeichnete Bilder, kann ansonsten aber überzeugen. Hier sollte Honor per Software nacharbeiten, denn dieser leicht unscharfe Eindruck im Gesicht ist den Porträts natürlich nicht zuträglich.

Nachtaufnahmen

Von den Schärfeproblemen ist bei Nachtaufnahmen mit dem Honor 600 nicht mehr viel zu sehen. Der Sensor fängt viel Licht ein und liefert hervorragende Nachtaufnahmen für diesen Preisbereich. Hier gibt es nichts zu meckern, auch der Umgang mit Lichtquellen ist gelungen, und die Dynamik der Aufnahmen kann überzeugen.

Was bei der Hauptkamera dank ihrer hohen Lichtempfindlichkeit gut funktioniert, wird der Ultraweitwinkelkamera hingegen zum Verhängnis. Sie ist deutlich weniger lichtempfindlich, und sobald es auch nur minimal Richtung Dämmerung geht, werden die Bilder deutlich schlechter.

Selfies

Auch bei der Selfiekamera kann das Honor 600 überzeugen. Der 50-Megapixel-Sensor liefert ebenfalls 12-Megapixel-Aufnahmen mittels Pixel-Binning mit vielen Details, natürlichen Farben und schön dargestellten Gesichtern. Auch die Schärfe passt bei richtigem Abstand gut.

Videos

Das Honor 600 liefert stabilisierte Aufnahmen mit der Haupt- und Ultraweitwinkelkamera in maximal 4K mit 30fps. 60fps fehlen, allerdings ist die Qualität gut, und auch die Stabilisierung per EIS und OIS klappt zuverlässig.

Erwähnenswert ist außerdem, dass auch die Selfiekamera 4K-Videos mit 30fps aufnehmen kann, die ebenfalls überzeugen. Video-Fans kann Honor hier also abholen. Die Soundqualität ist in Ordnung.

Zusammenfassung zur Kamera des Honor 600

Ob euch das Kamerasystem des Honor 600 im Gesamten zusagt, müsst ihr selbst entscheiden. Das System hat klare Stärken und Schwächen. Für die Preisklasse und auch für Honor ungewöhnlich sind die Schärfeprobleme bei Tag, die allerdings nur auffallen, wenn ihr euch die Bilder etwas genauer anschaut. Bei Nacht hingegen liefert die Hauptkamera ab, und auch die Tageslichtaufnahmen sind überzeugend. Selfies gelingen ebenfalls gut.

Die Ultraweitwinkelkamera ist bei Tag brauchbar, bei Nacht und schlechten Lichtverhältnissen – auch im Innenraum – aber letztlich ein Totalausfall. Für einen Preis von über 500€ wäre eine extra Zoomkamera zudem angemessen.

Zieht ihr einen direkten Vergleich, etwa auf dem Niveau eines Xiaomi 15T Pro (zum Test), ist das Honor davon Meilen entfernt. Bewegt sich der Preis jedoch wie erwartet in Richtung 300€, sind wir hier durchaus auf Niveau eines Poco X8 Pro (zum Test) oder Poco X8 Pro Max (zum Test), was völlig in Ordnung geht. Je nach Kategorie könnte die Kamera dann sogar etwas besser abschneiden. Gerade für Video-Fans könnte sich das Honor zudem lohnen, da Xiaomi bei seinen günstigeren Geräten aktuell mit einem Fokus-Bug zu kämpfen hat.

Konnektivität und Kommunikation

Das Honor 600 funkt auf allen für Europa und Deutschland notwendigen 4G- und 5G-Frequenzen. Der Empfang war in der Praxis ohne Auffälligkeiten, und moderne Features wie VoLTE und VoWiFi werden unterstützt. Neben zwei physischen SIM-Karten unterstützt das Gerät zur Dual-SIM-Nutzung auch eSIM. Auch an der Gesprächsqualität gab es in der Praxis nichts auszusetzen. Die SAR-Werte liegen bei 1 und 1,3 W/kg.

Der WLAN-Empfang über WiFi 6 war im Test völlig in Ordnung, Übertragungsraten und Reichweite waren sehr gut. Auch Bluetooth 5.4 (folgende Codecs werden unterstützt: SBC, AAC, LDAC, aptX, aptX HD, aptX Adaptive, aptX Lossless, LHDC3.0, LHDC4.0, LHDC5.0, LC3) zeigte keinerlei Probleme und war sogar im Seat Mii Electric nutzbar, was bei Honor-Geräten vor Kurzem noch nicht möglich war.

GPS Test Fix Honor 600In Sachen GPS verzichtet Honor zwar auf Dual-Satellitennavigation, die üblichen Systeme GPS, Galileo, GLONASS und BeiDou sind aber mit an Bord und die Geschwindigkeit und Genauigkeit war sowohl im Auto als auch als Fußgänger kein Thema. An Sensoren sind neben NFC natürlich auch noch die drei Standards (Beschleunigungs-, Näherungs- und Helligkeitssensor) vorhanden. Als Besonderheit gibt es einen Infrarotsender und auch ein Gyroskop und Kompass dürfen hier natürlich nicht fehlen.

Der Vibrationsmotor wirkt schwammig und im Vergleich zu anderen Geräten der Klasse einfach billig. Die Stereo-Lautsprecher liefern hingegen für die Mittelklasse ein ausreichendes Ergebnis. Gute Stereo-Trennung in Kombination mit hoher Lautstärke stehen der völligen Abwesenheit von Bässen gegenüber.

Akkulaufzeit des Honor 600

Das Honor 600 ist mit einem großen 6.400mAh Akku bestückt und der liefert in der Praxis eine sehr ordentliche Laufzeit. In unserem PCMark Akkutest landen wir mit 60Hz bei 23 Stunden und 37 Minuten und bei 120Hz (bzw. Automatik) bei 16 Stunden und 21 Minuten. Beides sind im Vergleich mit der Konkurrenz gute Werte und auch bei einer Stunde YouTube-Streaming mit den üblichen 200 Lux Helligkeit verliert das Honor 600 nur 5% Akku.

Akkulaufzeit Einheit: Stunden
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7.000 mAh 22,3 Std
6.500 mAh 22 Std
8.500 mAh 20 Std
6.500 mAh 19,5 Std
6.580 mAh 18,5 Std
6.210 mAh 18,2 Std
5.500 mAh 16,5 Std
6.400 mAh 16,4 Std
6.580 mAh 16,3 Std
6.500 mAh 16 Std
5.300 mAh 15 Std
5.300 mAh 14,2 Std
5.500 mAh 13,7 Std
0
5
10
15
20
25
30
Akkulaufzeit (60Hz) Einheit: Stunden
smartzone logo
8.500 mAh 27 Std
6.580 mAh 25 Std
6.500 mAh 24 Std
6.400 mAh 23,6 Std
7.000 mAh 22,6 Std
6.210 mAh 22,2 Std
6.580 mAh 22,1 Std
6.500 mAh 22 Std
6.500 mAh 21,7 Std
5.300 mAh 21 Std
5.080 mAh 21 Std
5.080 mAh 20,7 Std
5.500 mAh 19,5 Std
5.300 mAh 17,8 Std
5.500 mAh 17,8 Std
0
5
10
15
20
25
30

Bei der Ladegeschwindigkeit setzt Honor den Wert mit 80 Watt zwar hoch an, aber wenn ihr nicht gerade ein passendes Honor-eigenes Netzteil zur Hand habt, wird es nervig. Obwohl ich um die 40 Ladeadapter zu Hause habe, konnte ich das Honor nicht mit Höchstgeschwindigkeit schnell laden, sondern nur mit 65 Watt und da dauerte es von 1% auf 99% knapp 64 Minuten. Der Wert ist auch völlig in Ordnung, aber um wirklich die 80W abzurufen und bei ca. 45-50 Minuten zu landen, empfehlen wir ein Cuktech Netzteil mit 100W. Das Problem bei Honor ist, dass deren Ladestandard in unglaublich vielen Netzteilen bereits hinterlegt ist, aber eben der alte (noch von Huawei stammende Standard) und deshalb fast alle günstigen Netzteile drosseln.

Ladegeschwindigkeit Einheit: Minuten
smartzone logo
90 Watt 40 min
100 Watt 40 min
100 Watt 40 min
100 Watt 42 min
100 Watt 46 min
66 Watt 50 min
67 Watt 50 min
100 Watt 55 min
80 Watt 64 min
50 Watt 65 min
50 Watt 65 min
45 Watt 66 min
100 Watt 75 min
80 Watt 75 min
45 Watt 76 min
0
10
20
30
40
50
60
70
80

Testergebnis

Getestet von
Jonas Andre

Das Honor 600 ist ein klassisches Honor-Mittelklasse-Gerät, bei dem ihr beim Blick auf die UVP von 650€ erstmal kräftig schlucken müsst. Für diesen Preis bekommt ihr einen schlicht unterdimensionierten Snapdragon 7 Gen 4, eine Kunststoffrückseite (auch wenn Honor da gerne von Fiberglas spricht), nur UFS 3.1 statt 4.0, keine Telelinse und eine 12-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera, die spätestens bei Dämmerung kapituliert. Bei Poco oder Xiaomi bekommt ihr für das gleiche Geld deutlich mehr Leistung und ein vollständigeres Kamerasystem. Zur UVP ist das Honor 600 schlicht keine Empfehlung, aber das war bei Honor noch nie der entscheidende Maßstab.

Spannend wird das Gerät erst, wenn der Straßenpreis erwartungsgemäß in Richtung 300€ rutscht. Genau dort verorten wir das Honor 600 nach den Erfahrungen mit dem Honor 400 in den kommenden Monaten ziemlich sicher. Auf diesem Preisniveau dreht sich das Bild komplett: Das 6,57 Zoll große OLED-Display mit 120Hz, 10 Bit und einer Spitzenhelligkeit von 2310 Lux gehört zum Besten, was ihr in dieser Klasse bekommt. Der 6.400mAh Akku liefert mit über 23 Stunden im PCMark-Test bei 60Hz richtig starke Werte. Die IP68/IP69K-Zertifizierung, sechs Jahre Updates, ein zuverlässiger Fingerabdrucksensor, ein Infrarotsender, Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.4 mit nahezu allen relevanten Codecs runden das Paket auf einem Niveau ab, das ihr bei 300€ nicht selbstverständlich findet.

Auch die Hauptkamera mit ihrem 200-Megapixel-Sensor weiß bei Tag und vor allem bei Nacht zu überzeugen. Die Selfiekamera liefert ebenfalls solide Ergebnisse inklusive 4K-Video. Die Schärfeprobleme bei Tageslichtaufnahmen sind zwar ärgerlich, fallen aber nur beim genaueren Hinschauen auf. Wenn ihr ein Poco X8 Pro (zum Test) oder Poco X8 Pro Max (zum Test) in Erwägung zieht, gehört das Honor 600 spätestens dann in den engeren Vergleich. Gerade Video-Fans könnten hier sogar besser fahren als bei den günstigeren Xiaomi-Modellen, die aktuell mit einem Fokus-Bug zu kämpfen haben.

Unterm Strich gilt: Finger weg zur UVP, aber behaltet das Gerät im Auge, sobald das Honor 600 bei rund 300€ landet. Dann habt ihr ein rundes, langlebiges Mittelklasse-Smartphone mit einem überdurchschnittlich starken Display und Akku und könnt über die paar Schwächen entspannt hinwegsehen.


Gesamtwertung
83%
Design und Verarbeitung
80 %
Display
90 %
Leistung und System
75 %
Kamera
80 %
Konnektivität
90 %
Akku
85 %

Preisvergleich

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