Der Cotiar S25 drängt in ein hart umkämpftes Segment: Akku-Staubsauger im Preisbereich unter 100€. Auf dem Papier klingt die Ausstattung richtig stark für ein Budget-Modell: Der Hersteller wirbt mit einem 650-Watt-Motor, satten 60kPa Saugkraft, einer Laufzeit von bis zu 70 Minuten und einem großen Staubbehälter. Wie schlägt sich der günstige China-Sauger im Alltag? Wir haben es für Euch getestet!
Spezifikationen & Design
Beim Auspacken wird schnell klar, dass Cotiar beim S25 auf eine bewährte Bauform der Akkusauger setzt. Das Gehäuse besteht größtenteils aus grauem Kunststoff. Die Verarbeitung ist solide. Die Klickverbindungen zwischen Handteil, Saugrohr und Düsen rasten sauber ein, auch wenn die Haptik nicht an Modelle von Roborock oder Dreame heranreicht. Das Modell ist in den Farben Gold (unser Testgerät), Lila und Blau erhältlich.
Im Alltag zahlt sich der recht große Staubbehälter aus. Während die meisten Konkurrenten bei 0,5 bis 0,8 Litern liegen, bietet der Cotiar S25 ordentlich Volumen, sodass Ihr ihn bei normalen Reinigungsdurchgängen selten zwischendurch leeren müsst. Leider lassen sich keine Herstellerangaben zur Größe des Staubbehälters finden, das Volumen dürfte sich aber zwischen 1,5 und 1,8 Litern bewegen. Zum Ausleeren lässt sich die untere Klappe am Staubbehälter per Knopfdruck einfach öffnen.
Die Bodendüse verfügt über eine rotierende Bürstenwalze und ein integriertes grünes LED-Licht an der Front. Wie bei modernen Oberklasse-Saugern hebt das grüne Licht sehr feinen Staub richtig gut hervor, sodass Ihr leicht sieht, wo Ihr noch nicht gesaugt habt. Zudem bietet der S25 eine Einrastfunktion: Das Saugrohr lässt sich aufrecht arretieren, sodass der Sauger frei im Raum stehen bleiben kann, wenn Ihr beim Putzen kurz die Hände frei braucht.
Im Lieferumfang mit dabei sind auch eine sehr schmale Düse für Ecken und Kanten sowie eine Polsterdüse und natürlich auch eine Wandhalterung mit Befestigungsmaterial. Die zusätzlichen Düsen lassen sich an der Wandhalterung praktisch aufbewahren. Leider ist das Ladekabel nicht voll in die Wandhalterung integriert, und so müsst Ihr den Stecker bei jedem Ladevorgang manuell in den Akku einstecken, was in der Halterung etwas fummelig ist. An solchen Punkten zeigt sich, warum der Cotiar S25 zu den günstigsten Akkusaugermodellen gehört. Ihr habt zwar alle nötigen Features am Start, jedoch sind diese weniger smart umgesetzt.
Praxistest & Wartung
Im alltäglichen Einsatz zeigt sich der Cotiar S25 wendig und gut ausbalanciert. Mit einem Gesamtgewicht von unter 3kg lässt sich das Gerät angenehm führen. Selbst das Absaugen von Spinnweben an der Decke gelingt ohne große Ermüdung im Arm. Das 180°-Flexgelenk an der Bodendüse erlaubt flaches Manövrieren unter Sofas und Kommoden. Die Bedienung erfolgt über einen „Trigger“ im Griffbereich sowie über eine Taste auf dem Display des Saugers. Mit dem orangefarbenen Triggerschalter startet und stoppt Ihr den Sauger. Mit der ebenfalls orangefarbenen Taste wechselt Ihr zwischen den Saugstufen. Durch die Positionierung beider Schalter ist der Cotiar S25 auch jederzeit gut mit nur einer Hand bedienbar.
- Displayanzeige – niedrigste Saugstufe
- Displayanzeige – mittlere Saugstufe
- Displayanzeige – höchste Saugstufe
Auf Hartböden (Laminat, Fliesen, Parkett) liefert der 650W-Motor bereits im Eco- und Mid-Modus eine sehr ordentliche Reinigungsleistung. Krümel, Staub und Tierhaare nimmt er problemlos auf. Schaltet Ihr in den Max-Modus (vom Hersteller mit bis zu 60kPa angegeben), erzeugt der Sauger einen spürbaren Unterdruck. Im Video ist gut zu erkennen, wie leicht er Krümel, Cornflakes, Müsli aber auch Erde auf Fliesen bewältigt. Die Reinigungsleistung auf Hartböden ist wirklich richtig stark.
- Saugtest mit Haushaltsschmutz
- Saugergebnis Haushaltsschmutz in mittlerer Saugstufe
- Saugtest mit Gras, Erdklumpen & feiner Erde
- Saugergebnis Gras, Erdklumpen & feine Erde mit mittlerer Saugstufe
Auf Kurzflor-Teppichen könnt Ihr den Cotiar S25 zumindest in der niedrigsten Saugstufe ebenfalls problemlos nutzen und erzielt dort solide Ergebnisse. Sobald Ihr die Saugkraft allerdings erhöht, saugt sich vor allem bei dünneren Teppichen der Belag dermaßen stark an, dass er sich in der Bodenwalze regelrecht verkantet, bis diese zum Stillstand kommt. Bei hochflorigen Teppichen neigt die motorisierte Walze dann dazu, sich noch leichter festzusaugen. Somit lässt sich der Cotiar S25 für das Saugen von Teppichen nur bedingt empfehlen. Das geht allerdings sehr vielen Akkusaugern so.
Beim Ausschalten über den Triggerschalter schaltet der Motor und damit die Saugkraft sehr abrupt ab. Hier würde ich mir ein kurzes Nachlaufen des Motors wünschen, im besten Fall sogar mit kurzzeitiger Erhöhung der Saugkraft, damit auch der zuletzt eingesaugte Schmutz wirklich aus der Bodenwalze entfernt wird und nicht doch wieder auf dem Boden landet. Bei einigen Konkurrenzmodellen ist das so gelöst.
Nach dem Saugen ist hin und wieder eine kurze Pflege des Geräts nötig. Die Reinigung des Cotiar S25 gestaltet sich allerdings unkompliziert:
- Staubbehälter leeren: Klappe am unteren Ende des Staubbehälters per Schnellverschluss öffnen und Inhalt entsorgen.
- Zyklon- & HEPA-Filter reinigen: Das Filtersystem lässt sich komplett auseinandernehmen. Der HEPA-Filter kann trocken abgeklopft oder unter fließendem Wasser ausgewaschen werden (vor dem Wiedereinsetzen mindestens 24 Stunden trocknen lassen).
- Bürstenwalze säubern: Die Walze der Bodendüse lässt sich seitlich entriegeln und dann entnehmen. Eingewickelte Haare lassen sich so leicht entfernen.
Akkulaufzeit & Ladegeschwindigkeit
Der Cotiar S25 wird von einem austauschbaren Lithium-Ionen-Akkupack mit 29,6V und einer Kapazität von 2.200mAh angetrieben. Dass der Akku nicht fest verbaut ist, ist in dieser Preisklasse ein klarer Pluspunkt für die Langlebigkeit. Bei der Ersatzteilbeschaffung seid Ihr allerdings auf die gängigen chinesischen Shops angewiesen.
Der Hersteller selbst wirbt mit einer Laufzeit bis zu 70 Minuten im Eco-Modus. Diese Laufzeit so genau anzugeben, ist bei einem Gerät dieser Art allerdings schwer, denn im täglichen Einsatz wechselt Ihr immer wieder zwischen den Reinigungsstufen. Zudem benötigt der Sauger etwas weniger Energie, wenn Ihr die rotierende Bodendüse nicht nutzt, was sich wiederum nur schwer in eine genaue Kalkulation der Akkulaufzeit einrechnen lässt. Ich kann aus meinen Tests eine Laufzeit um die 45 Minuten absolut bestätigen, wenngleich Ihr solch einen Akkusauger in der Regel kaum so lange am Stück nutzt.
Für einen Belastungstest habe ich das Gerät in der höchsten Saugstufe mit der rotierenden Bodenwalze laufen lassen und konnte dabei eine Laufzeit von knapp 22 Minuten erreichen. Diesen Wert finde ich absolut in Ordnung, denn in diesen 20 Minuten bekommt Ihr eine mittelgroße Wohnung oder auch einen Autoinnenraum gut gereinigt und müsst dabei nicht einmal darauf achten, nur eine niedrige Saugstufe zu nutzen, damit der Akku lang genug durchhält. Selbstverständlich verringerte sich die Saugkraft während des Belastungstests in der höchsten Saugstufe automatisch über die Zeit, sodass in den letzten 10 Minuten natürlich nicht mehr die maximale Saugleistung zur Verfügung stand.
Geladen wird der Akku direkt im Gerät über das mitgelieferte Netzteil. Dieses steckt Ihr dazu an der Unterseite des Akkus ein, wenn der Sauger aufrecht steht. Eine vollständige Ladung von 0 auf 100% dauerte im Test 4:40h bei einer Ladeleistung von maximal 18 Watt. Das ist zwar kein Rekordwert, liegt für diese Akkugröße im Low-Budget-Bereich aber im üblichen Rahmen.
Testergebnis
Der Cotiar S25 ist ein solider Akkusauger im Preisbereich unter 100€. Er punktet mit seiner sehr hohen Saugkraft, einer guten Akkulaufzeit und der einfachen Entleerung des Staubbehälters. Selbst wenn das Gerät bezüglich seiner Haptik nicht so hochwertig wie die Konkurrenz von Xiaomi, Dreame und Co. wirkt, kann der Cotiar S25 gemessen an seinem günstigen Preis überzeugen.
Wenn Ihr einen soliden Akkusauger unter 100€ sucht und dabei nicht unbedingt High-End-Verarbeitungsqualität benötigt, ist der Cotiar S25 definitiv eine Empfehlung für Euch. Seine Saugleistung auf Hartböden überzeugt in unserem Test und auch die Akkulaufzeit kann sich wirklich sehen lassen.
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