Mit dem Tineco Floor One Station S9 Scientist wächst die S9-Reihe um einen Premium-Wischsauger mit großer 5-Liter-Station. Sie füllt Frischwasser automatisch nach, dosiert das Reinigungsmittel und bereitet auf Wunsch heißes Wasser vor. Ihr könnt das Gerät bereits für rund 700€ bestellen, die UVP liegt bei 899€.
Den Aufbau der Reihe kennen wir bereits vom Tineco Floor One S9 Artist (zum Test) und vom Tineco Floor One S9 Artist Steam Pro (zum Test). Beim Station S9 Scientist liegen die Schwerpunkte auf dem Wasserstrahl, der Abziehlippe und der automatischen Versorgung durch die Station. Unser Test klärt, wie viel Arbeit die Station wirklich abnimmt und ob Fahrverhalten und Wischbild den hohen Preis rechtfertigen.
| Station S9 Scientist | S9 Scientist ohne Station | S9 Artist Steam Pro | |
|---|---|---|---|
| Preis | ab rund 700€, UVP 899€ | rund 750 bis 800€, UVP 799€ | rund 750€ |
| Station und Nachfüllen | 5-Liter-Station, automatisch | Ladestation, von Hand | Ladestation, von Hand |
| Reinigungsmittel | automatische Dosierung | von Hand | von Hand |
| Wasserstrahl | ja | ja | Dampf |
| Saugleistung | 25.000Pa | 22.000Pa | 23.000Pa |
| Laufzeit laut Hersteller | bis 70min | bis 80min | bis 90min |
| Heißluft-Trocknung | 110 Grad | 85 Grad | 85 Grad |
Lieferumfang
Der Lieferumfang unseres Tineco Floor One Station S9 Scientist besteht aus:
- Handgerät mit vormontierter Bürstenwalze
- Station mit Ladeschale und aufgesetztem 5-Liter-Tank mit Griff
- 500ml-Flasche Tineco-Reinigungslösung
- zwei Ersatz-Bürstenwalzen
- zwei Ersatzfilter für den Schmutzwassertank
- Reinigungsbürste für den Schmutzkanal
- Bedienungsanleitung
Das ist eine ordentliche Ausstattung und gibt euch alles an die Hand, was ihr in den ersten Monaten benötigt.
Design und Verarbeitung
Der Station S9 Scientist ist ein großer und hochwertig wirkender Wischsauger. Neben dem Farbdisplay am Griff besitzt er eine Pixelanzeige an der Vorderseite des Gehäuses. Die helle LED-Leiste am Bürstenkopf macht Krümel, Haare und Flecken auf dunklen Böden gut sichtbar.
Am Gerät umfasst der Frischwassertank 0,85 Liter, während der Schmutzwassertank 0,72 Liter aufnimmt. Der Schmutzwassertank enthält ein Auffangsieb, das sich über einen Hebel herausnehmen lässt. Das Auffangsieb hält größere Schmutzbrocken leider immer noch nicht zuverlässig zurück. Wie beim S9 Artist Steam Pro rutschen sie teilweise am Sieb vorbei ins Schmutzwasser und machen die Tankreinigung aufwendiger. Andere Hersteller wie Dreame bekommen das einfach besser hin.
Mit 5,6 Kilogramm ist der Wischsauger beim Tragen schwer. Das fällt vor allem auf Treppen oder beim Transport zwischen mehreren Stockwerken auf. Auf dem Boden verschwindet dieser Nachteil fast vollständig. Die motorisierten Räder unterstützen die Bewegung vorwärts und rückwärts exzellent.
Die Lenkung ist so gut wie bei keinem Wischsauger, den wir bisher im Test hatten. Lediglich der Midea AT8 Ultra kann hier mithalten. Richtungswechsel gelingen weich und präzise, auch enge Kurven bereiten keine Probleme. Das Fahrverhalten ist sogar besser als beim S9 Artist und beim Steam Pro. Der Dreame H15 Pro Heat (zum Test) fährt im direkten Vergleich deutlich störrischer.
Für die Reinigung unter Betten und Sofas lässt sich das Gerät vollständig flachlegen. Der Korpus benötigt dabei rund 11 Zentimeter Platz. Ihr bedient das Gerät über die Tasten am Griff. Sprachausgabe und Lautstärke passt ihr ebenfalls direkt am Gerät an.
Das Gerät bietet außerdem eine WLAN-Taste für die Tineco-App. Wir nutzen die App bei Wischsaugern allerdings nie. Auch in unserem Bekanntenkreis greift niemand bei solchen Geräten zur App. Deshalb testen wir sie nicht mehr.
Insgesamt verbindet der Station S9 Scientist eine hochwertige Verarbeitung mit dem besten Fahrverhalten, das wir bisher bei einem Wischsauger hatten. Das ungelöste Sieb-Problem erschwert allerdings die Reinigung des Schmutzwassertanks.
Wischleistung
Der Tineco bietet eine Saugleistung von 25.000 Pascal und vier Betriebsarten. Neben dem Auto-Modus gibt es den Max-Modus, einen reinen Saugmodus und einen leisen Modus. Frische Flüssigkeiten, Krümel und normale Verschmutzungen verschwinden häufig mit einer Überfahrt.
Bei eingetrockneten Flecken hilft der nach vorn gerichtete Wasserstrahl. Er lässt sich per Knopfdruck auslösen und entfernt zumindest kleine Rückstände aus Fugen. Sehr feste Verschmutzungen brauchen trotzdem mehrere Überfahrten. Größere Brocken wie Kaffeesatz schiebt der Bürstenkopf teilweise vor sich her. Dann hilft es, die Düse kurz anzuheben.
Die Abziehlippe vor der Walze funktioniert hervorragend. Beim Vorschieben hebt sie sich an, beim Zurückziehen senkt sie sich auf den Boden. Dadurch nimmt der Sauger beim Rückwärtsfahren einen großen Teil des verbliebenen Wassers auf. Auf Hartböden bleibt nur sehr wenig Restfeuchtigkeit zurück. Der Boden ist nach kurzer Zeit wieder trocken und zeigt kaum Streifen. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist in einer Wohnung mit Kindern oder Haustieren aber ein großer Gewinn. Bei Akkuwischsaugern anderer Anbieter wird der gewischte Boden erst einmal zur No-Go-Zone. Bei Tineco könnt ihr die gewischte Fläche nach etwa 2 Minuten wieder problemlos betreten.
Seitlich reinigt der Tineco losen Schmutz und Flüssigkeiten fast bündig bis zur Wand. Bei festgetrockneten Rückständen bleiben einige Millimeter bis gut ein Zentimeter stehen. Frontal ist die Düse schwächer. Hier bleibt ein Streifen von gut 2 Zentimetern, den ihr anschließend von Hand reinigen müsst. Damit fällt die Kantenreinigung seitlich besser aus als beim älteren S9 Artist, frontal bleibt aber Luft nach oben.
Normale Mengen an Haaren landen zuverlässig im Schmutzwassertank. Große Haarbüschel können sich trotzdem um die Walze wickeln. Für Teppiche eignet sich der Station S9 Scientist nicht. Selbst mit einer trockenen Walze im Saugmodus bleibt der Teppich merklich feucht. Dafür ist das Gerät aber auch nicht gedacht.
Insgesamt liefert der Station S9 Scientist eine sehr starke Hartbodenreinigung. Den größten praktischen Unterschied machen Abziehlippe und Wasserstrahl aus.
Station und Selbstreinigung
Die große Station füllt den Frischwassertank des Saugers automatisch aus ihrem 5-Liter-Vorrat nach. Das Reinigungsmittel kommt in ein separates Fach und die Station dosiert es bei jeder Befüllung automatisch. Damit entfällt das regelmäßige Öffnen und Mischen am kleinen Tank des Handgeräts. Laut Hersteller sollt ihr hier nur Tineco-Reinigungsmittel einfüllen. Nach unserer Erfahrung funktioniert aber auch nicht schäumender Reiniger von Drittanbietern.
Auf Knopfdruck bereitet die Station Wasser mit bis zu 60 Grad für die Reinigung vor. Während der Reinigung kühlt es im Gerät langsam ab, da der Sauger selbst nicht weiterheizt. Beim Dreame H15 Pro Heat brachte heißes Wasser keinen sichtbaren Vorteil, und hier sehen wir das genauso. Entsprechend halten wir vor allem den Wasserstrahl und die mechanische Reinigung für entscheidend.
Nach der Reinigungsrunde spült die Station die Bürstenwalze mit heißem Wasser. Anschließend trocknet sie die Walze mit bis zu 110 Grad heißer Luft. Der schnelle Modus benötigt rund fünf Minuten. Danach ist die Walze praktisch trocken, eine minimale Restfeuchte kann aber bleiben.
Der leisere Trocknungsmodus läuft bis zu 40 Minuten. Laut Kartonangabe bleibt er bei höchstens 40 Dezibel. Das ist angenehmer, wenn die Station im Wohnbereich steht.
Die Station leert den Schmutzwassertank nicht. Ihr müsst ihn nach jeder Runde herausnehmen, entleeren und ausspülen. Der Behälter ist für kleine Waschbecken sperrig. Auch die Station selbst benötigt eine große freie Stellfläche.
Insgesamt nimmt die Station das Nachfüllen und Dosieren zuverlässig ab, die unangenehme Reinigung des Schmutzwassertanks bleibt aber Handarbeit.
Akkulaufzeit
Tineco gibt eine Laufzeit von bis zu 70 Minuten im leisen Modus und bis zu 50 Minuten im Auto-Modus an. Im Alltag landen wir etwas darunter. Im Auto-Modus erreichen wir gut eine halbe Stunde, im Max-Modus knapp 30 Minuten.
Für eine normal große Wohnung reicht das in einer Runde locker. Bei sehr großen Flächen oder mehreren Etagen kann eine Unterbrechung nötig werden.
Testergebnis
Der Tineco Floor One Station S9 Scientist ist ein Luxus-Wischsauger für große Hartbodenflächen und häufige Reinigungsrunden. Die außergewöhnlichsten Features sind das beste Fahrverhalten, das wir bisher bei einem Wischsauger hatten, die wirksame Abziehlippe und der Wasserstrahl. Dazu kommen eine starke Grundreinigung, eine helle Bodenbeleuchtung und eine vollständig flache Arbeitsposition für niedrige Möbel.
Die 5-Liter-Station nimmt euch das Nachfüllen des Frischwassertanks und die Dosierung des Reinigungsmittels ab. Auf Wunsch bereitet sie heißes Wasser vor, was in unserem Test jedoch keinen nennenswerten Vorteil gebracht hat. Nach der Reinigung spült die Station die Walze automatisch und trocknet sie innerhalb weniger Minuten fast vollständig.
Den Schmutzwassertank müsst ihr weiterhin von Hand leeren, und in kleinen Waschbecken ist er sperrig. Größere Schmutzbrocken rutschen am Sieb vorbei ins Schmutzwasser und machen die Tankreinigung aufwendiger. Dazu kommen das hohe Tragegewicht, die große Station, die schwache frontale Kantenreinigung und der hohe Preis. Vom Kauf hält euch keiner dieser Punkte ab, bei einem Gerät dieser Preisklasse sind es aber eindeutige Kritikpunkte.
Unsere Empfehlung richtet sich an Familien mit Kindern, Haushalte mit Hunden oder Katzen und kleine Gewerbeflächen, auf denen täglich gewischt wird. Dort zahlen sich das trockene Wischbild, das hervorragende Fahrverhalten und die automatische Befüllung aus. Für eine gelegentliche Reinigungsrunde reicht ein günstigeres Modell. Wer maximalen Komfort sucht und genug Platz für die Station hat, bekommt mit dem Station S9 Scientist einen der angenehmsten Wischsauger auf dem Markt.
Preisvergleich
Newsletter bestellen
Hol Dir die neuesten Infos zu Chinahandys und Gadgets direkt ins Postfach!
Alle News Updates über Telegram.
































