Eine eher ungewöhnliche Überwachungskamera bietet Botslab mit der W101, die schon auf der IFA 2026 vorgestellt wurde (wir berichteten). Die 2-in-1-Fensterkamera filmt nämlich sowohl auf der Front- als auch auf der Rückseite und kann somit die Außenseite sowie den Innenraum überwachen. Gleichzeitig möchte das Produkt mit einer werkzeugfreien und schnellen Montage, einer 24/7-Aufzeichnung und sogar mit einer integrierten KI-Erkennung punkten. Wir verraten in unserem ausführlichen Test, ob das auch wirklich funktioniert.
Lieferumfang der Botslab W101 Window Camera
Wirklich viel an Inhalt bietet diese Überwachungskamera nicht, doch benötigt sie eben auch kein großes Zubehör. So findet ihr ein etwa drei Meter langes Stromkabel (USB-C auf USB-A) sowie einen dazu passenden Stromadapter mit USB-C-Eingang. Außerdem liegen jeweils zwei elektrostatische Folien für die Fensterscheiben sowie zwei Kunststoffhalterungen bei, an denen die Kamera angebracht wird.
Dazu kommen eine Quick-Starter-Anleitung, ein etwas ausführlicheres Handbuch (jedoch nur in englischer Sprache) sowie die Kamera selbst.
Schade ist lediglich, dass Botslab keine Micro-SD-Karte beilegt. Die Überwachungskamera unterstützt Speicherkarten von 32GB bis 512GB, sodass sich Videos auch lokal speichern lassen. Wer keine entsprechende Micro-SD-Karte besitzt, muss diese bei Drittanbietern kaufen oder den Cloud-Speicher von Botslab nutzen.
Design und Verarbeitung
In puncto Design hat Botslab mit dem W101-Modell alles richtig gemacht, denn es ist kompakt, unauffällig und wirkt trotzdem modern. Die zusätzlichen „Ohren“ auf der Oberseite, die an japanische Comic-Katzen erinnern, sorgen für eine gewisse Verspieltheit. Somit lässt sich die Überwachungskamera auch einfach im Kinderzimmer anbringen und fügt sich dort problemlos ein.
Volle Punktzahl gibt es zudem für die Haptik, denn die Außenhülle besteht aus robustem Kunststoff, der hochwertig verarbeitet wurde. Lediglich die graue Schutzhülle, die die nach innen gerichtete Kamera bei Bedarf verdeckt, hängt an einem etwas fragil wirkenden Kunststoffband.
Die beiden 2,5K-Kameralinsen selbst sitzen fest und sicher im Gehäuse und sind gleichzeitig gut vor äußeren Einflüssen geschützt. Jedoch hat Botslab die W101 ausschließlich für den Einsatz auf der Innenseite eines Fensters konzipiert, sodass sie nicht in der Außenmontage eingesetzt werden kann.
Der Kartenslot für die SD-Karte liegt ebenso wie der Eingang für das Stromkabel und der Reset-Knopf auf der Unterseite. Damit sind diese Elemente beim Einsatz kaum sichtbar und doch gut zu erreichen.
Installation und Konfiguration der Botslab W101 im Test
Für eine schnelle und problemlose Installation lohnt sich ein Blick in den Quick-Starter-Guide, der im Lieferumfang enthalten ist. Hier verweist ein QR-Code nicht nur auf entsprechende Installationsvideos, sondern verlinkt auch den Download der kostenlosen App. Unsere Erfahrung mit der Botslab W101 zeigt, dass es sinnvoll ist, erst die App herunterzuladen und mit der Fensterkamera zu koppeln, bevor ihr sie endgültig am Fenster anbringt.
Schließt die Kamera dazu zunächst per USB-A-Kabel an eine Stromquelle an. Nach dem Download erkennt die App die Kamera automatisch und ermöglicht dann eine Anbindung an das heimische WLAN.
Die Einrichtung per App dauert etwa eine Minute und direkt danach könnt ihr den Live-Stream der Kamera nutzen. Wer den Cloud-Service von Botslab nicht nutzen möchte, sollte außerdem eine Micro-SD-Karte in den entsprechenden Slot einführen.
Das Anbringen an einem Fenster ist ebenfalls schnell erledigt: Zunächst solltet ihr die Glasfläche mit einem Mikrofasertuch (leider nicht im Lieferumfang enthalten) gründlich reinigen. Danach bringt ihr die elektrostatische Klebefolie an und klebt die Kunststoffhalterungen darauf. Jetzt müsst ihr nur noch die Kamera in die Halterung drücken und das etwa drei Meter lange Stromkabel verlegen. Der gesamte Prozess hat in unserem Test keine fünf Minuten gedauert.
Botslab App im Praxistest
Für eine effiziente Nutzung der Botslab W101 Fensterkamera ist es unabdingbar, sich mit der kostenlosen Botslab App auseinanderzusetzen. In der Software selbst gibt es eine ganze Reihe an praktischen Einstellungen, sodass wir euch nur raten können, etwas Zeit zu investieren.
Eine praktische Einstellung ist die Familienfreigabe: Hier können bis zu fünf verschiedene Geräte gleichzeitig auf die Kamera zugreifen. Auch die Bewegungserkennung und entsprechende Alarme lassen sich hier konfigurieren und sogar einzelne Bewegungszonen einrichten.
Das funktioniert problemlos, ist allerdings nur in Verbindung mit der Außenkamera möglich. Die nach innen gerichtete Kamera verfügt leider nicht über eine Bewegungserkennung. Wer also gerne eine Fensterkamera haben möchte, die etwa Bewegungen von Haustieren erkennt, wird hier enttäuscht werden.
Über die App lässt sich außerdem die Infrarot-Nachtsicht anpassen. Ihr könnt zwischen helleren oder schärferen Bildern wählen, eine Zeitsteuerung für die Nachtsicht einrichten oder den automatischen Modus aktivieren. All das ist praktisch, wenn die Botslab W101 nachts als Überwachungskamera agieren soll.
Die App selbst lässt sich einfach steuern, allerdings sind die Menüs zunächst etwas überwältigend. Hier solltet ihr wirklich Zeit investieren, um sämtliche Features, Einstellungsmöglichkeiten und Zusätze zu finden und den eigenen Wünschen anzupassen.
Funktionen der Botslab W101
Neben den schon oben genannten Funktionen bietet der Hersteller einige moderne Features, die heutzutage (fast) zum Standardrepertoire neuer Überwachungskameras gehören. In unserem Test der Botslab W101 überzeugten uns die unterschiedlichen Funktionen durchweg, da sie sofort einsatzbereit waren und die verschiedenen Möglichkeiten selbsterklärend aufgebaut sind. Doch was sind überhaupt die wichtigsten Features der Botslab W101?
Zwei-Wege-Kommunikation
Die Fensterkamera verfügt über ein integriertes Mikrofon sowie über einen Lautsprecher, sodass eine direkte Kommunikation via Kamera möglich ist. Die entsprechende Funktion müsst ihr allerdings per Anruf-Button über die App aktivieren. Es ist also nicht möglich, dass jemand, der vor der Kamera steht, die entsprechende Funktion aktiviert.
Die Aufnahme- und Wiedergabequalität ist überraschend gut und in etwa mit dem Lautsprecher und Mikrofon eines modernen Smartphones zu vergleichen. Selbst dann, wenn Personen einige Meter von der Kamera entfernt stehen, funktioniert die Zwei-Wege-Kommunikation noch immer zufriedenstellend.
Smart-Home-Integration
Stellenweise wird im Internet von einer Anbindung an Alexa und Google Home berichtet. Diese ist laut unserem Test und einer Nachfrage beim Hersteller nicht gegeben!
Künstliche Intelligenz im Einsatz
Künstliche Intelligenz nutzt Botslab laut eigenen Angaben gleich in mehreren Funktionen. Neben der KI-Farb-Nachtsicht, die für eine farbliche Aufnahme bei Nacht sorgen soll, lassen sich intelligente Benachrichtigungen selbst einstellen. Als Beispiel nennt der Hersteller „Ein Mann Rot“ oder „Eine Frau in Grau“, was auf die Bekleidung anspielt. Erkennt die Kamera dann den entsprechenden Prompt, wird eine Benachrichtigung an das Smartphone oder Tablet gesendet.
In unserem Test funktionierte das teilweise. Denn selbst „Ein Mann mit Hund“ oder „Eine Person mit Paket“ wurden nicht mit hundertprozentiger Genauigkeit ausgelöst. Je näher die Personen allerdings der Kamera kamen, desto besser funktionierte die Erkennung.
Schutz der Privatsphäre
Einen Pluspunkt verdient sich die Botslab W101 für den guten Datenschutz beziehungsweise den Schutz der eigenen Privatsphäre. So zeichnet sie niemals automatisch Videos auf und versendet lediglich Bilder, wenn sie eine Bewegung erkennt oder ein KI-Prompt ausgelöst wurde. Videos müsst ihr manuell aufnehmen, um sie dann entweder lokal auf der Micro-SD-Karte oder per Cloud-Speicher zu sichern.
Einen weiteren Pluspunkt gibt es für die Möglichkeit, per App den „Privaten Modus“ zu aktivieren. Hier schaltet sich die Kamera so lange aus, bis ihr die entsprechende Funktion wieder deaktiviert. Weiterhin gibt es für die Innenkamera eine Schutzhülle, die einfach über die Linse gestülpt wird. Dann nimmt diese Kamera nur noch Dunkelheit auf.
Aufnahmequalität: Zwei 2,5K-Kameras
Die beiden verbauten Kameras zeichnen mit 2,5K / 4 Megapixeln auf und setzen sowohl nach innen als auch nach außen auf eine extrem große F1.0-Blende. Ergänzt wird die Aufnahmequalität zudem durch die schon erwähnte KI-Vollfarbnachtsicht. Letztere bietet allerdings nur die Außenkamera, während die nach innen gerichtete Kamera auf klassische Infrarot-LEDs setzt. Das ergibt Sinn, da die Außenkamera ansonsten mit ihren IR-LEDs eine Spiegelung in den Fenstern erzeugen würde.
In unserem Praxistest überzeugte die Botslab W101 mit einer starken Aufnahmequalität. Gerade die Anti-Reflexions-Technologie, die Spiegelungen im Glas minimieren soll, lieferte gute Ergebnisse. Selbst leicht schmutzige oder nasse Scheiben konnten die Aufnahmequalität nicht mindern. Außerdem helfen die vielen Einstellungsmöglichkeiten in der App, die optimale Qualität für die eigenen Bedürfnisse anzupassen.
Wichtig ist jedoch, dass die nach außen gerichtete Kamera zwar dank KI-Hilfe auch nachts Farbbilder liefert, dafür aber eine entsprechende Lichtquelle benötigt. Wir haben etwa den Garten beobachtet, um die Tierbewegungen in der Nacht verfolgen zu können. Ohne Mondschein war teilweise jedoch nicht genug Licht vorhanden, um Bewegungen zu erkennen oder klare Bilder zu bekommen. Die Innenkamera konnte hier bessere Ergebnisse liefern.
Davon abgesehen sind wir mit der Leistung der Fensterkamera jedoch vollkommen zufrieden. Wer also nachts die Bewegungserkennung nutzen möchte, sollte auf eine passende Lichtquelle in der Nähe achten.
Testergebnis
Die Botslab W101 ist als Fensterkamera ein Nischenprodukt: Sie lässt sich nicht nur am Fenster selbst, sondern auch an einer Haustür oder Gartentür mit Fenster anbringen und liefert als Innenkamera zusätzliche Überwachungsmöglichkeiten. Schade ist allerdings, dass die Innenkamera keine Bewegungserkennung mitbringt. Auch die vom Hersteller beworbene Integration mit Alexa oder Google Assistant konnten wir in unserem Test nicht zum Laufen bringen. Davon abgesehen bietet die Überwachungskamera jedoch eine gute Aufnahmequalität und kann selbst nachts starke Bilder liefern.
Preisvergleich
Newsletter bestellen
Hol Dir die neuesten Infos zu Chinahandys und Gadgets direkt ins Postfach!
Alle News Updates über Telegram.


























