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Akko TAC75 HE im Test: günstige Hall-Effekt-Tastatur mit starken Features

Getestet von Max Drechsel am Preis-Leistungs-Tipp!
Vorteile
  • geringes Gewicht, gute Ergonomie
  • kompakte Maße
  • Hall-Effekt-Schalter mit Rapid Trigger (0,005mm)
  • alle Keycaps und Schalter tauschbar & HotSwap
  • programmierbare Tasten
  • lineare Schalter mit angenehmem Druckpunkt
  • LEDs und Lichteffekte
  • gute Preis-Leistung
  • große Tasten lösen bis zum Rand gleich aus
Nachteile
  • nur kabelgebunden nutzbar
  • kein Nummernblock
  • keine Handballenablage
  • keine Drehregler oder Hardwaresonderfunktionen
  • QWERTY-Layout
  • nicht so leise wie Konkurrenz
  • USB-C tief versenkt, nicht jedes Kabel passt
  • Web-Software nur mit Chrome/Edge und Treiber
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Akko hat uns die neue TAC75 HE zukommen lassen. Die Marke kennt ihr vielleicht schon von der Akko 5108B Plus (zum Test). Es fehlt also ein Nummernblock, dafür kommt die Tastatur in einem umgänglichen Format. Akko verbaut zusätzlich einen Cortex-M4-Prozessor und geht bei der Beschriftung der Tasten wilde Wege. Außerdem schreibt Akko die Kompatibilität mit diversen Schaltern groß und verzichtet auf Wireless-Features. Dafür ist der Preis für eine neue HE-Tastatur erstaunlich gering: Bei AliExpress kostet sie häufig nur 55 Euro, bei Amazon rund 63 Euro. Wir hatten die Tastatur mehrere Wochen im Test.

Design & Verarbeitung

Akko TAC75 HE Test Design 1

Direkt beim Auspacken fällt auf: Es gibt keine Beschriftung. Zuerst habe ich sogar gedacht, ich hätte eine unfertige Version der TAC75 HE erhalten. Aber weit gefehlt. Die Beschriftung der Tasten ist an die Unterseite der Kappen gewandert und wird erst richtig sichtbar, wenn ihr die Tastatur und damit die LED-Beleuchtung aktiviert.

In der Theorie eine gute Idee. Ihr sitzt vor der Tastatur, schaut also ohnehin seitlich darauf und könnt die Tasten dann ablesen. Gleichzeitig ist es aber sehr gewöhnungsbedürftig. Definitiv mal etwas anderes, und nach längerer Nutzung gewöhnt ihr euch auch daran. Komisch bleibt es aber. Da hilft es leider auch nicht, dass Akko die TAC75 HE nur mit QWERTY-Layout, also US-ANSI, anbietet.

Abseits der eigenwilligen Beschriftung erhaltet ihr jedoch eine einfach gehaltene, handelsübliche 75%-Tastatur. Ein Drehregler für die Mediensteuerung wie etwa bei der Epomaker 75HE V2 TMR (zum Test) fehlt ebenso wie eine Beschriftung der Sonderfunktionen über die FN-Taste oder gar das Display einer Gamakay TK75 TMR (zum Test). Anders ausgedrückt: Die Akko TAC75 HE verzichtet auf Schnickschnack.

In Länge und Breite misst sie 330 x 135 Millimeter. Die maximale Höhe beträgt 72 Millimeter (hinten), das Gewicht schlanke 700 Gramm. Die Hülle besteht überwiegend aus Kunststoff. An der Unterseite befinden sich Aussparungen für die Kabelführung: Egal ob mittig, von rechts oder von links, das Kabel lässt sich elegant zum USB-C-Anschluss leiten. Dieser sitzt ungünstig tief im Gehäuse und ist deshalb nur mit entsprechend schmalen Kabeln erreichbar. Dazu kommt, dass viele Kabel zu kurze USB-C-Stecker haben, die zwar in der Breite passen, aber nicht weit genug in den Anschluss ragen, um einen elektrischen Kontakt herzustellen. Das mitgelieferte Kabel passt natürlich, aber schon das zuvor bei mir verlegte Kabel von Gamakay konnte die Tastatur nicht befeuern oder hatte nur einen sehr wackeligen Kontakt.

Die Verarbeitungsqualität scheint in Ordnung zu sein. Das geringe Gewicht lässt die Tastatur etwas „günstig“ wirken, macht sie aber zugleich sehr angenehm, wenn ihr sie mal einpackt und mobil verwendet. Dann fehlt allerdings die kabellose Nutzung.

Der Kunststoff selbst wirkt qualitativ angemessen, es geht aber wertiger. Harte Kanten lassen die Tastatur schmaler und filigraner wirken, als sie tatsächlich ist.

Lieferumfang

Akko TAC75 HE Test Design 10

Bei der Konkurrenz ist es üblich, das eine oder andere Zubehör zur Tastatur dazuzupacken. Akko legt immerhin ein passendes, aber vergleichsweise kurzes USB-A-auf-USB-C-Kabel bei. Dazu kommen ein Kombitool zum Lösen von Schaltern und Kappen sowie eine englischsprachige Bedienungsanleitung. Ersatzschalter oder Schalter mit anderen Eigenschaften liegen nicht bei.

Pro-Version

Augen auf beim Tastaturkauf. Die TAC75 HE gibt es auch als Pro-Variante. Laut einigen AliExpress-Angeboten hat diese eine verbesserte Dämmung im Gehäuse, sie könnte also leiser ausfallen. Zudem sollen darin Hakutaku-Switches verbaut sein, die für besonders schnelle Anschläge ausgelegt sind. Nachprüfen konnten wir beides nicht. Bei Amazon fehlt dieser Hinweis, dort ist die als Pro deklarierte Variante lediglich die schwarze Version der TAC75 HE, die es auch in Weiß gibt. Auf der Website von Akko taucht die Pro-Variante gar nicht auf. Wir hatten die schwarze Version von Amazon im Test.

Ergonomie & Layout der Akko TAC75 HE

Akko TAC75 HE Test Design 12

Einen Umschalter für die kabellose Nutzung gibt es nicht, da die TAC75 HE nur kabelgebunden arbeitet. An der Unterseite sitzt aber ein kleiner Schalter, mit dem ihr die Belegung zwischen Windows- und Mac-Profil umschaltet. Wie üblich sind alle Standfüße gummiert. Die hinteren lassen sich auf 5, 7,5 und 11° aufrichten, damit ihr einen angenehmen Winkel einstellen könnt.

Eine Besonderheit der TAC75 HE sind die vorinstallierten „Plate-Mounted-Stabilisatoren“. Stabilisatoren sitzen bei jeder Tastatur unter den langen Tasten wie Enter, Shift oder der Leertaste und sorgen dafür, dass diese gerade nach unten gehen, auch wenn ihr sie am Rand drückt. Bei der Akko sind sie direkt in der Platte verankert statt auf der Platine. Die kleinen Einzeltasten brauchen keine Stabilisatoren. Bei der TAC75 HE sitzen sie sehr straff, eine Tastenkappe hat gar keine Chance, auch nur ein wenig zu wackeln. Dadurch fühlt sich das Drücken der großen Tasten ebenso präzise und geradlinig an, wie wenn ihr auf das A einhämmert.

Akko TAC75 HE Test Keys1

Außerdem könnt ihr andere Magnetschalter verwenden. Laut Akko lassen sich ausgewählte Schalter in der Software festlegen. Diese erreichen dann, quasi mit Zertifikat, eine Genauigkeit von 0,005mm. Andere Magnetschalter funktionieren vermutlich trotzdem, Akko garantiert dann aber nicht, dass sie den vollen Funktionsumfang und die Genauigkeit der offiziell kompatiblen Schalter erreichen. Mechanische Schalter funktionieren jedoch nicht, da hatte die Gamakay TK75 TMR (zum Test) der Akko etwas voraus.

Trotz ähnlicher Schalter ist das Klickgeräusch bei Akko deutlicher wahrnehmbar als bei der Konkurrenz. Die zusätzliche Woll-Dämmung im Gehäuse scheint nur zu verhindern, dass der Tastaturkörper den Schall weitergibt. Hörbar ist vor allem das Aufschlagen des Schalters, wobei der Ton angenehm gedämpft und dumpf ausfällt. Zusammen mit den Tastenkappen entsteht allerdings eine deutlich wahrnehmbare, heller klingende Geräuschkulisse. In unserem Testmodell sind Akkos eigene Glare Magnetic Switches verbaut. Alternativ sind AstroAim Magnetic Switches und AstroLink Magnetic Switches verfügbar.

Die Glare Magnetic Switches sind lineare Schalter und unterscheiden sich nur minimal von den AstroAim. Das gilt für die Spezifikationen ebenso wie für die Optik. Der Gesamthub der Glare beträgt 3,4mm, die Auslösekraft liegt bei 25gf. Maximal benötigt ihr 48gf. Der Widerstand steigt zum Ende hin deutlich an, Akko gibt ihn nach 2mm mit 40gf an. Die AstroAim sind noch etwas härter, die AstroLink etwas weicher, haben aber mit 36gf einen höheren initialen Widerstand. Bei der Präzision verspricht Akko mikroskopische Schritte: In 0,005mm-Intervallen sollen sich die einzelnen Tasten einstellen lassen. Das ist irgendwie beeindruckend, aber ob es in der Praxis wirklich ins Gewicht fällt?

Tippgefühl und Beleuchtung der Akko TAC75 HE

Akko TAC75 HE Test Design 11

Wie erwähnt nutzt unsere Akko TAC75 HE Glare Magnetic Switches, die einen hörbaren, wenn auch dumpfen Ton erzeugen. Ob das im Büro für alle Anwesenden in Ordnung ist, ist fraglich. Bei Trennwänden zwischen den Arbeitsplätzen sollte das nichts ausmachen, sobald ihr aber jemand anderem direkt ins Ohr klackert, kann das Geräusch schon unangenehm werden.

Das Druckgefühl ist weich. Vor allem zu Beginn braucht ihr kaum Kraft, um die Taste zu betätigen. Der größere Widerstand beim Durchdrücken fällt dagegen besonders beim Schreiben auf, weniger beim Spielen. Die Gleitbewegung ist einwandfrei, ich konnte kein Schaben oder Kratzen feststellen. Besonders elegant fühlen sich die großen Tasten an. Durch die zusätzliche Stabilisierung wackelt hier gar nichts. Der Hubweg, etwa bei der Leertaste, bleibt jederzeit und an jeder Stelle gleich. Die Auslösung erfolgt immer zum selben Zeitpunkt, auch wenn ihr die Taste ganz am äußeren Rand drückt. Das ist schon klasse.

Akko TAC75 HE Test Design 13

Beim Spielen machte die TAC75 HE eine gute Figur und setzte die Eingaben präzise um. Ich hatte nie das Gefühl, etwas anderes gedrückt zu haben, als letztlich auf dem Bildschirm zu sehen war.

Schauen wir uns noch kurz die Beleuchtung an. Sie sitzt natürlich flächendeckend unter den Schaltern und erreicht über die gesamte Tastatur eine gleichmäßige Helligkeit. Auffälliger ist, dass einige Beschriftungen auf den Tasten leicht unsauber ausgeführt sind und dadurch etwas Licht verschlucken. Nach oben leuchtet die Tastatur natürlich nicht besonders stark, da die Tastenkappen an der unteren Seite lichtdurchlässig sind.

Zwischen dem Hauptfeld und den Sondertasten an der rechten Seite befinden sich drei weiße, eher unscheinbar angebrachte LEDs. Sie zeigen an, ob Caps Lock aktiv ist, ob ihr euch im Mac-Modus befindet oder ob die Windows-Taste gesperrt ist.

Software

Akko TAC75 HE Test App 12

Akko macht es etwas anders als Gamakay oder Epomaker. Die TAC75 HE lässt sich ausschließlich über ein Webinterface konfigurieren. Das gilt auch für Firmware-Updates. Um alle Funktionen freizuschalten, müsst ihr allerdings trotzdem einen Treiber installieren, der die Kommunikation mit dem Webinterface übernimmt. Da hätte Akko auch gleich eine normale Anwendungssoftware bereitstellen können.

Zweiter Punkt: Unterstützt werden nur Chromium-Browser, konkret nennt Akko Edge und Chrome als kompatibel. Das dürfte nicht bei allen auf Gegenliebe stoßen. Zumal das Webinterface effektiv dieselbe Oberfläche bietet wie bei Epomaker und Gamakay, man könnte schon von einer OEM-Oberfläche sprechen.

Der Funktionsumfang ist dennoch enorm. Trotz der Einschränkungen bei der Browserwahl und des nötigen Treibers kann sich das Feature-Set sehen lassen.

Neben Rapid Trigger, Hotkeys und der Möglichkeit, jeden Schalter mit zwei Eingabemethoden zu belegen (TGL), könnt ihr auch das Auslöseverhalten individuell anpassen. Eine kleine Tastensimulation liefert sogar grafisches Feedback dazu, wie tief ihr eine Taste drückt, ob sie auslöst und an welchem Punkt die Auslösung passiert. Wer will, kann Stunden in die Feinjustierung seiner Tastatur stecken.

Verwunderlich ist jedoch, dass bei der Auswahl der Schaltertypen die Glare-Schalter fehlen. In der Praxis könnt ihr jeden Schalter anders belegen: hier Glare, da AstroLink und für WASD Jade Pro. Dafür legt ihr im Menü genau fest, wo welcher Schalter verwendet wird. Je nach Schalter stehen andere Funktionen oder Hubwege zur Verfügung, und die Tastatur lädt dann die entsprechenden Daten, damit die Einstellungen zum Schalter passen. Die bei uns verbauten Glare-Schalter tauchen in dieser Liste jedoch nicht auf, stattdessen ist AstroAim vorausgewählt.

Ein umfangreiches Menü für die LED-Steuerung gibt es natürlich ebenfalls. Die verschiedensten gängigen LED-Muster sind bereits vorhanden. Ihr könnt aber auch ganz individuelle Beleuchtungsschemata erstellen, etwa wenn in einem Shooter nur bestimmte Tasten leuchten sollen.

Alle Einstellungen lassen sich in Profilen speichern. Bis zu vier dieser Profile legt die Tastatur bei Bedarf direkt im eigenen Speicher ab. Mit den Tasten G bis K schaltet ihr durch die Profile. Lauter, leiser und Mute liegen übrigens auf größer gleich, kleiner gleich und M. Ihr könnt die FN-Funktionen aber natürlich verändern und auch doppelt belegen.

Konnektivität und Latenz

Akko TAC75 HE Test Plling1

Absurde Hardwaredaten gehören heute zum guten Ton einer Tastatur. So auch bei der Akko TAC75 HE. Das beginnt bei der Polling-Rate von 8.000Hz. Die Scan-Rate liegt bei 16.000Hz. Das ist deutlich weniger als etwa bei der Gamakay TK75 TMR (zum Test) mit ihren 256kHz, allerdings sollten auch die 16kHz vollkommen ausreichen, um alle Tastenanschläge zu erkennen. Lasst euch nicht von manchen Grafiken täuschen, auf denen von einer „Universal-Scan-Rate“ von 128kHz die Rede ist. Diese Zahl ist kein Messwert der Tastatur. Maßgeblich sind die 8.000Hz Polling-Rate und die 16.000Hz Scan-Rate.

N-Key-Rollover und Anti-Ghosting-Maßnahmen sind selbstverständlich ebenfalls an Bord. Eine genaue Latenz gibt Akko nicht an, einige Quellen nennen den kaum messbaren Bereich von 0,125 Millisekunden. Da die Tastatur nicht kabellos arbeitet, entfallen weitere Angaben dazu, und auch ein Akku ist nicht verbaut.

Testergebnis

Getestet von
Max Drechsel

Die Akko TAC75 HE ist nicht unbedingt die beste bisher getestete Tastatur, aber durch ihren geringen Preis und die verbauten Hall-Effekt-Schalter definitiv ein Preis-Leistungs-Tipp. Bei AliExpress kostet sie häufig nur 55 Euro, so günstig bekommt ihr bei der Konkurrenz kaum eine HE-Tastatur.

Außerdem sind die Features trotz allem vielfältig. Die Einstellmöglichkeiten erschlagen euch förmlich, und jede Taste lässt sich komplett frei konfigurieren und austauschen. Akko nennt ausdrücklich auch die Kompatibilität mit Drittherstellern, wenn auch womöglich nicht mit vollem Funktionsumfang. Einzig bei der Mobilität ist die Tastatur weniger flexibel als die meisten Konkurrenzangebote. Die Verbindung läuft ausschließlich über Kabel. Dafür ist der Preis, und das muss noch einmal betont werden, wirklich gering.

Wer eine vergleichsweise günstige HE-Tastatur sucht, wird hier fündig, und wir können die Tastatur weiterempfehlen. Bedenkt aber, dass die Akko TAC75 HE nur im US-Layout verfügbar ist. Alternativen findet ihr in unserer Bestenliste der Gaming-Tastaturen.

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