Inhaltsverzeichnis
Nach Epomaker zieht nun auch Gamakay mit der neueren TMR-Technik nach. Als Basis dient die Gamakay TK75HE V2, die wir neulich erst im Test hatten. Durch die neuen Schalter wird daraus die Gamakay TK75 TMR, ansonsten bleibt vieles beim Alten, das schließt das kleine Display mit ein. Wir hatten die TK75 TMR im Test und verraten euch, ob sich ein Upgrade lohnt.
Design & Verarbeitung
Die Abmessungen ändern sich nur geringfügig. Die neue Iteration ist mit 340 x 140 x 20 Millimeter etwas länger und breiter, aber nicht dicker. Hinten misst sie ebenfalls 33 Millimeter. Das Gewicht erhöht sich von 840 auf 1100 Gramm. Einstellen lässt sich die Tastatur weiterhin in drei Stufen, über zwei ausklappbare Beinchen.
Rein optisch ändert sich nichts. Die Anordnung der Tasten und deren Abstände bleiben gleich. Das kleine 0,85 Zoll Display liegt weiterhin oberhalb der Pfeiltasten. Ein LED-Streifen trennt es zusammen mit den restlichen Funktionstasten und dem Drehregler aus Alu vom Zeichensatz. Das Display zeigt im Standard den Akkustand sowie Datum und Uhrzeit, lässt sich aber frei verändern. Entweder durch eigene Kreationen oder durch Vorlagen von Communitymitgliedern.
Gamakay fertigt den Drehregler weiterhin per CNC-Fräse. In der Standardbelegung regelt er die Lautstärke und dient als Mute-Button. Am sonstigen Materialmix hat sich ebenfalls nichts getan. Das Gehäuse und die Oberfläche der Tastatur bestehen aus Kunststoff. Insgesamt kommen, den Regler mitgezählt, 83 Tasten zum Einsatz, die wieder transluzent ausfallen. Die darunterliegende LED scheint also teilweise durch die Tastenkappe.
Anders als bei Epomaker steht hier auch ein ISO-DE-Layout bereit, die Tastatur ist also neben ANSI (QWERTY) als QWERTZ-Belegung verfügbar. Alle Tastenkappen und Switches sind modular und Hot-Swap-fähig, passendes Werkzeug liegt bei. Über die Rückseite schaltet ihr wie immer zwischen Bluetooth, Kabel und 2,4GHz-Verbindung durch.
Lieferumfang
Beim Lieferumfang hat sich einiges geändert. Im Vergleich zur HE-Variante gibt es hier Ersatzschalter und eine Kappe mit dem Logo als Ersatz für ESC. Die Tastatur ist erneut in Weiß und Schwarz erhältlich, jeweils mit Phoenix-V3- und Mercury-V3-Schaltern. Zum Wechseln liegen jedoch Pegasus-V2-Schalter bei.
- Gamakay TK75 TMR
- USB-C-auf-USB-A-Kabel (stoffummantelt, ca. 200cm)
- 2x Phoenix Silent V2 Switche
- 2x Pegasus V2 Switche
- Tastenkappe Gamakay-Logo
- Kombizange für Tastenkappen und Switche
- Bedienungsanleitung (Deutsch, Englisch, Japanisch)
Ergonomie & Layout der Gamakay TK75 TMR
Erneut stellt euch Gamakay vor die Wahl: Wollt ihr lautere, aber knackigere Mercury-V3-Switche oder die ultraleisen Phoenix V3? Unser Testmodell hatte erneut die Phoenix-Silent-V3-Switche. Die sind einfach klasse und dürften zu den leisesten Schaltern am Markt zählen. Arbeiten im Büro ist absolut kein Problem. Die Gamakay TK75 TMR ist deutlich leiser als eine herkömmliche Bürotastatur mit Rubberdome-Schaltern.
Die Daten der beiden Modelle lesen sich wie folgt: Phoenix V3 hat einen maximalen Weg von 3,5 ± 0,2mm und benötigt 35gf an minimalem Kraftaufwand zum Betätigen. Maximal benötigt ihr 58gf. Für Mercury V3 liegt der Maximalweg bei 3,5 ± 0,1mm, die Auslösekraft bei 30gf und maximal 55gf. Phoenix V3 markiert Gamakay weiterhin mit roten Schaltern, Mercury mit blauen.
Krasser ist jedoch, dass der Auslösepunkt zwischen 0,01 und 3mm liegen kann. Softwareseitig stellt ihr einzelne Knöpfe mit einer Präzision von 0,01mm ein. Hall-Effekt hatte schon viele Einstellungsmöglichkeiten mit winzigen Schritten, TMR setzt das Ganze nur weiter fort.
Tippgefühl & Beleuchtung der Gamakay TK75 TMR
Mit den Phoenix Silent V3 seid ihr gut beraten, wenn ihr nicht die allerhöchste Präzision abrufen müsst und die Tastatur gleichzeitig alltagstauglich sein soll. Die Tasten sind so leise, dass selbst das Aufschlagen der Tastenkappen nur einen dumpfen, kaum wahrnehmbaren Ton erzeugt. Durch die lineare Ausführung bleibt der Widerstand über den gesamten Hubweg gleich. Dafür gibt es weder ein spürbares noch ein akustisches Signal, wenn die Taste wirklich auslöst. Die Mercury V3 sind ebenfalls linear, aber das Geräusch am tiefsten Punkt ist deutlich wahrnehmbar. Ein richtiges Klicken gibt es hier ebenfalls nicht.
Der Widerstand ist wahrnehmbar, aber nicht besonders hart. Längeres Schreiben ist also kein Problem. Ein guter Teil der aufgewandten Kraft verpufft in der leichten Gleitbewegung der Tasten. Für Personen, die täglich ganze Pamphlete oder gar Bücher verfassen, darf es aber noch einen Ticken leichtgängiger sein. Manche Spiele, etwa Shooter oder schnelle Strategiespiele à la StarCraft 2, dürften besser mit einem knackigeren Anschlag harmonieren. Letztlich entscheidet aber die persönliche Vorliebe.
Der Unterschied zwischen TMR und Hall-Effekt ist kaum wahrnehmbar. Die Switches verhalten sich auf der TK75HE V2 (zum Test) identisch zur TK75 TMR. Eventuell fällt die TMR-Variante minimal weicher aus, das kann aber auch Einbildung sein. Beide sind jedoch hervorragend, wenn ihr es leise mögt.
Die Beleuchtung der Tasten fällt erneut stark aus. Durch die transluzenten Tastenkappen entsteht ein sehr schöner Effekt. Abgesehen von den Tasten fällt der LED-Ansturm aber mild aus. Es gibt lediglich einen weiteren LED-Streifen, der, wie eingangs erwähnt, die Bereiche auf der Tastatur etwas abtrennt. Ein Kristallspektakel wie bei der Epomaker HE75 TMR (zum Test) sucht ihr vergebens. Gleichzeitig wird die Tastatur dadurch aber auch etwas seriöser, so seriös wie eine Tastatur mit kleinem Display eben werden kann.
Einen negativen Ergonomie-Punkt habe ich allerdings. Der USB-Dongle für die 2,4GHz-Übertragung sitzt, wie üblich, unter dem linken Standfuß. Ist besagter Fuß aber vollständig ausgeklappt, hält der Dongle nicht in seinem Sockel. Er fällt einfach raus. Das geht definitiv besser.
Software
Gamakays Software haben wir erst vor Kurzem auseinandergenommen. Im Kern kommt hier eine ähnliche Basis wie bei Epomaker zum Einsatz. Gamakay verpackt das Ganze allerdings in ein „Gamakay Driver V4″ genanntes Softwarepaket, das ihr schlicht installiert. Keine Spielereien mit der Weboberfläche, dafür zuverlässige, schnelle Erkennung der Geräte und eine gefühlte Trilliarde an Einstellungsmöglichkeiten.
Eine grafische Abbildung der Tastatur unterstützt euch dabei. Ihr könnt hier auch direkt einzelne Tasten wählen und konfigurieren. Dead-Zones, Rapid-Trigger, Auslöseweg, Snap-Keys und noch einiges mehr. Manches lässt sich zwar nur auf einzelne Tasten anwenden, wie die Snap-Keys, das meiste gilt jedoch für die ganze Tastatur.
Wem das alles zu viel ist, der kann sich im „Community-Tab” fertige Profile von anderen Nutzern herunterladen und anwenden. Oft gibt es auch extra Profile für bestimmte Spiele oder Anwendungsbereiche. Hier lassen sich auch fertige GIFs für den kleinen Bildschirm herunterladen. Allerdings noch mal die Warnung: Geprüft hat die Liste wohl niemand. Neben Memes und Anime-Figuren findet sich auch einiges an NSFW-Inhalten.
Schön ist jedenfalls, dass sich die Software per Updatefunktion selbst auf Aktualität prüft, gleiches gilt für die Firmware der Tastatur. Bei der TK75HE gab es durchaus das eine oder andere Update, gelegentliches Checken lohnt also. Deutsch steht weiterhin nicht als Sprache zur Auswahl, die englische Lokalisierung ist jedoch gelungen und gut verständlich.
Konnektivität und Latenz
Die Zahlen, die für die verschiedenen Anschlussarten in den Datenblättern stehen, werden immer wahnwitziger, der Zuwachs an realem Nutzen immer geringer. Nehmen wir zum Beispiel die Scan-Rate. Lag diese bei der TK75HE V2 noch bei 10.000Hz, sind es bei der TK75 TMR nun absurde 256kHz. Das heißt, die Tastatur prüft 256.000 Mal in der Sekunde, ob ihr eine Taste gedrückt oder losgelassen habt. Dabei liegt die Polling-Rate, also die Rate, wie häufig die „gescannten” Daten an den PC gehen, „nur” bei 8.000Hz, zumindest bei 2,4GHz und Kabelübertragung. Bluetooth schafft laut Datenblatt jetzt 1.000Hz, was ebenfalls eine starke Verbesserung zur TK75HE V2 darstellt, die nur 125Hz geboten hat.
In kleineren Zahlen heißt das, dass die Tastatur 32 Signale pro Sekunde erkennen kann und diese dann gesammelt an den PC schickt. Na, zum Glück gibt’s noch das N-Key-Rollover und Anti-Ghosting, sonst würde da ja alles durcheinanderfliegen. Gamakay gibt an, dass über Kabel oder 2,4GHz die Reaktionszeit bei 0,125ms liegt und die Latenz nur 0,06ms beträgt. Überprüfen können wir das leider nicht, es liest sich aber alles absurd. Die Latenz für Bluetooth gibt Gamakay nicht explizit an, dürfte aber weiterhin bei 10 bis 20ms liegen.
Akkulaufzeit der Gamakay TK75 TMR
Zum Pate stehenden Modell, der TK75HE V2, gab es keine Infos zum Akku, das ganze Thema wurde etwas unter den Teppich gekehrt. Für die TK75 TMR gibt Gamakay nun eine Akkugröße von 8.000mAh an. Das wäre doppelt so viel, wie wir beim Schwestermodell angenommen haben, wobei das wie gesagt nur eine grobe Schätzung war.
Sind das Display und die RGB-Beleuchtung, also der Streifen und die Tasten, dauerhaft aktiviert, hält die Tastatur bei acht Stunden Nutzung etwa vier bis sieben Tage durch. Deaktiviert ihr beides, lasst die Abtastraten jedoch auf Maximum, sind es bis zu 20 Tage. Etwas mehr holt ihr mit einer niedrigeren Polling-Rate heraus, das würde ich aber nicht mehr als notwendig ansehen.
Somit sind die Werte inzwischen etwas besser als beim Vergleichsmodell. Der Stromverbrauch sinkt beim Wechsel von HE auf TMR zwar weiter, aber nicht mehr in so großen Schritten wie etwa von mechanisch auf HE. Ich gehe deshalb davon aus, dass hier auch die Akkukapazität gesteigert wurde, auch wenn die angesetzten Zahlen nicht 1:1 skalieren.
Testergebnis
Die eigentliche Frage ist ja, ob sich der Umstieg von einer HE-Tastatur auf eine TMR-Tastatur lohnt. Die Antwort lautet: Nein. Beides sind magnetische Schalter, die keinen oder nur minimalen Verschleiß durch die Nutzung zu befürchten haben. Theoretisch ist TMR die bessere Technik, und wer eine Neuanschaffung tätigt und wie hier zwischen zwei identischen Modellen schwankt, kann ruhig über die Preisfrage gehen.
Bei Epomaker war der Aufpreis für TMR sehr hoch, zumal die Tastatur selbst schon im dreistelligen Bereich lag. Bei Gamakay liegt der Aufpreis bei rund 18€ von der TK75HE V2 zur TK75 TMR.
Das könnt ihr gerade noch verargumentieren, wenn ihr sowieso bereit seid, höhere Beträge für eure Tastatur zu zahlen. Wollt ihr so eine Anschaffung tätigen und müsst dennoch etwas auf die Kasse schauen, ist die HE-Variante eine ebenso valide Technik, ihr verpasst effektiv nichts.
Wichtiger ist eher die Wahl der richtigen Switch-Typen für das eigene Wohlbefinden. Silent oder laut, linear oder taktil, clicky oder nicht: Diese Entscheidungen machen am Ende deutlich mehr aus. Hall-Effekt-Schalter würde ich bei einer Neuanschaffung insgesamt empfehlen, es muss aber nicht TMR sein.
Preisvergleich
Newsletter bestellen
Hol Dir die neuesten Infos zu Chinahandys und Gadgets direkt ins Postfach!
Alle News Updates über Telegram.






























