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Creality Pika – kleiner 3D-Scanner im Test

Getestet von Lukas Winkel am
Vorteile
  • leicht, handlich und klein
  • breiter Anwendungsbereich durch 3 Scanarten
  • intuitive und gute Softwareintegration
  • KI verbessert wirklich die Scanqualität
  • genaue Ergebnisse
Nachteile
  • Schwierigkeit bei Scan von Innen/Drehung um Achse
  • Matching bei freiem Modus nicht perfekt
  • Scanfunktion mit Smartphone bricht ab
  • Zubehör teils von mäßiger Qualität
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Creality ist in der Welt der „preiswerten“ 3D-Scanner inzwischen fast schon eine Institution. Als einer der wenigen Hersteller in der 3D-Welt bringt Creality immer wieder frischen Wind in den Markt. Nachdem wir letztes Jahr schon den Otter (zum Test) testen durften, erscheint mit dem Pika nun ein neues Modell. Creality bewirbt ihn als „3D-Scanning im Taschenformat“. Sein wichtigstes Merkmal ist also die Größe: Der Pika passt in jede Hosentasche. Dazu kommen natürlich moderne KI-Funktionen und eine Genauigkeit von 0,03mm. Ob es Creality gelungen ist, die hohe Qualität trotz der geringen Größe zu halten, haben wir für euch getestet.

smartzone creality pika testbericht verpackung 1

Lieferumfang des Creality Pika

Der Pika kommt in einer edlen Box, deren clevere Laschen an den Unterboxen für ein angenehmes und schönes Auspackerlebnis sorgen. Neben dem Scanner selbst liegen im Lieferumfang:

  • eine Glasplatte zur Kalibrierung
  • ein kleines Stativ
  • ein Set aus Positionsmarkern
  • ein USB-C-Kabel zur Verbindung mit dem Computer
  • zwei (!) Akkus
  • zwei Verdunklungslinsen (NIR-Filter) für das Scannen im Freien
  • Garantiekarte und Kurzanleitung (QR-Code)
  • eine ungepolsterte Tasche zum Verstauen
  • ein Drehteller mit sechs Markierungstürmen

Insgesamt ist das Zubehör von guter Qualität. Die Tasche hätte etwas schöner sein können und die Positionsmarker werden gerade bei häufigem Gebrauch nicht besonders lange halten. Darüber können wir aber hinwegsehen.

smartzone creality pika testbericht inhalt box

Ein Scanspray liegt nicht bei. Das ist aber auch nicht nötig, denn der Pika kommt überraschend gut mit sämtlichen Oberflächen klar. Dazu später mehr.

Design und Verarbeitung

Da der Scanner so kompakt und leicht wie möglich sein soll, spart Creality beim Design natürlich, wo es geht. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff und ist mit Abmessungen von 100 x 60 x 35 Millimeter nicht viel größer als eine Action-Cam. Auch das Gewicht von 260 Gramm sorgt dafür, dass der Pika in jede Jackentasche passt. Die Scan-Module befinden sich natürlich auf der Vorderseite, wobei blauer Laser und IR-Funktion jeweils eigene Linsen haben. Auf der Oberseite sitzen zwei Tasten: eine zum Einschalten, eine zum Starten des Scans. Seitlich finden wir den USB-Anschluss sowie die Akku-Klappe. Die Unterseite bietet zu guter Letzt ein 1/4-Zoll-Gewinde für das Stativ.

Eine weitere Besonderheit ist das 3 Zoll große Display auf der Rückseite. Es fällt zwar klein aus, zeigt aber eine Vorschau, was beim Scannen super praktisch ist.

Die Verarbeitung ist tadellos: Alle Kanten sind sauber verrundet, die Spaltmaße sitzen. Hinten befindet sich zudem eine kleine Noppe, sodass ihr den Scanner ablegen könnt, ohne das Display zu zerkratzen. Smart!

Technische Daten des Creality Pika

Creality bietet mit dem Pika zwei Optionen zum Scannen. Zunächst wäre da der blaue Laser mit 7 Linien. Diese Technologie schafft eine Genauigkeit von bis zu 0,03mm und nimmt mit bis zu 110fps auf. Sie eignet sich für kleinere Modelle ab 10mm Kantenlänge. Der nötige Scan-Abstand beträgt dabei 16 bis 40cm.

smartzone creality pika testbericht scanner mit kabel 2Zusätzlich beherrscht der Pika das Scannen per Nahinfrarot-Technologie (NIR). Hier liegt die Genauigkeit bei „nur“ 0,1mm und er nimmt höchstens 30fps auf. Dafür lassen sich deutlich größere Modelle scannen: Sie benötigen mindestens 50mm Kantenlänge und der Abstand zum Objekt darf 14 bis 100cm betragen.

Im Inneren arbeitet ein Achtkern-Prozessor mit einer Taktfrequenz von 2,0 Gigahertz. Dieser übernimmt aber anscheinend nur das „Datenmanagement“, die eigentliche Berechnung erfolgt mit der Hardware des angeschlossenen Geräts. Verbinden lässt sich der Scanner wahlweise per USB-C-Kabel (USB 3.0) oder per Wi-Fi 6. Die Scan-Frequenz unterscheidet sich dabei übrigens, wohl aufgrund der Rechenleistung und der Verbindungsart: Nur mit einem Computer und Kabelverbindung lassen sich die vollen Scan-Frequenzen abrufen.

Die Stromversorgung übernimmt ein 3.350mAh-Akku, den ihr einfach austauschen könnt, um auch längere Scan-Sessions zu ermöglichen.

Software

Die kostenlose Software „CrealityScan“ könnt ihr einfach über die Creality-Webseite herunterladen und installieren. Sie überzeugt mit einer intuitiven Oberfläche und einfacher Handhabung. Besonders positiv fällt die unkomplizierte Nachbearbeitung auf, sei es das Bereinigen der Scandaten oder die Ausrichtung der Scans zueinander. Ein leistungsstarker Rechner ist hierbei von Vorteil, frei nach dem Motto „Viel hilft viel“. 😉

smartzone creality pika testbericht software opener

Während es bei früheren Versionen noch einige Hürden gab, lief CrealityScan 4.3.0 auf meinem Windows-11-Rechner reibungslos. Nach dem Start der Software seht ihr oben links, ob der Pika bereits verbunden ist. Wollt ihr per USB-C-Kabel arbeiten, müsst ihr den Schalter auf der linken Seite des Scanners manuell auf „USB“ stellen. Anschließend schließt ihr das mitgelieferte Kabel an und es kann direkt losgehen. Sollte sich der Scanner einmal nicht auf Anhieb verbinden, hilft das klassische Prinzip: Stecker raus und wieder rein.

Ist die Verbindung hergestellt, könnt ihr den Scanner optional mit der Kalibrierungsplatte kalibrieren. Das Programm führt dabei verständlich durch den Prozess. Andernfalls legt ihr direkt ein neues Projekt an, wählt darin den gewünschten Modus aus, passt alle Einstellungen an und startet den Scan zuletzt mit der Play-Taste.

Der kabellose Modus erfordert einige zusätzliche Schritte: Dafür stellt ihr den Hebel am Gerät auf den WLAN-Modus, verbindet Laptop oder Smartphone mit dem WLAN-Signal des Scanners und gebt das auf dem Display angezeigte Passwort ein.

Nach dem Scan zeigt die Software die Dateien an. Auf Wunsch erledigt die KI von CrealityScan alles Weitere: Zusammenfügen, Löcher füllen, Flächen bereinigen … All diese Funktionen stehen auch manuell zur Verfügung. Zuletzt exportiert ihr die fertige Datei als .stl oder in vielen anderen Formaten und könnt sie weiterverwenden.

Der Creality Pika in der Praxis

Stehen Software und Verbindung, kann der erste Scan auch schon losgehen. Auch hier führt die Software intuitiv durch den Prozess. Je nach Größe und nötiger Genauigkeit stehen die oben beschriebenen Modi zur Verfügung. Vier davon haben wir ausprobiert.

Kleine Modelle: mit Marker

smartzone creality pika testbericht Bild von kopfhoehrer caseDie genauesten Scans liefert der Pika wohl bei kleinen Modellen in Kombination mit den Marker-Punkten. Testobjekt war hier ein Kopfhörer-Case. Das hat wunderbar funktioniert: Trotz hoher Auflösung konnte ich das ganze Case in wenigen Minuten mit überraschend schnellen Scanbewegungen erfassen. Die Scanqualität ist für einen Scanner dieser Klasse echt verdammt gut.

Für die Rückseite braucht es natürlich einen zweiten Scan, den die Software anschließend mit dem ersten zusammenfügt. Im Bild unten seht ihr, wie einfach das geht: 3 Referenzpunkte auswählen, den Rest erledigt die Software. Chapeau, Creality, das ist echt gut.

smartzone creality pika testbericht ausrichten von 2 scans zueinander

Mittleres Modell: ohne Marker

smartzone creality pika testbericht bild von amphoreBei mittlerer Größe war eine Vase mein Versuchsobjekt, dieses Mal ohne Marker. Den größten Unterschied zum markergestützten Scanmodus merkt ihr bei der Geschwindigkeit: Alles dauert etwas länger. Ich würde mir eine Möglichkeit wünschen, beide Modi zu kombinieren, um maximale Scanstabilität zu erhalten. Vielleicht liefert Creality das ja später per Update nach.

Abgesehen von der niedrigeren Arbeitsgeschwindigkeit müsst ihr hier natürlich achtgeben, den Scanner nicht zu sehr zu verwirren. Das Tracking erfolgt nämlich anhand der zuvor gescannten Punkte, und je nach Bewegung kann der Scanner auch mal die Orientierung verlieren. Das lässt sich zum Glück in der Regel beheben, indem ihr pausiert und zu einem bekannten Punkt zurückkehrt.

smartzone creality pika testbericht IR Scan Amphore Oben

Dieser Modus ist ein Heilsbringer für alle Objekte, die sich nicht bekleben lassen oder schlicht zu verwinkelt für Marker sind.

Großes Modell: ohne Kabel / IR-Modus

Der IR-Modus ist für größere Objekte, aber auch für Gesichter gedacht. Gerade Letzteres ist wichtig, denn auch wenn der Laser als Klasse 1 angegeben ist, empfehlen wir keinesfalls, jemandem damit in die Augen zu leuchten.

Viele Scanner tun sich besonders bei Haaren schwer, diese als Geometrie zu erkennen, der Pika jedoch nicht. Wie auf dem Beispielbild zu sehen ist, gelang der Scan nicht nur hervorragend, sondern war auch super einfach umzusetzen.

smartzone creality pika testbericht IR Scan Person

Ohne Kabel arbeitet es sich besonders gut im IR-Modus, denn diesen könnt ihr immer ohne Marker nutzen. Mit etwas Übung gelingen auch größere Geometrien schnell und problemlos.

Handymodus

Der Handymodus klingt erst mal praktisch, ich hatte jedoch Probleme, ganze Scans fertigzustellen: Jedes Mal ist der Scan mittendrin abgebrochen. Schade, denn ohne Laptop im Gepäck reichen zwei Hosentaschen für das gesamte Setup. Die Daten lassen sich im Anschluss über einen Link auf den PC laden. Bleibt nur zu hoffen, dass Creality hier noch nachbessert.

Testergebnis

Getestet von
Lukas Winkel

Alles in allem war ich mit dem Creality Pika sehr zufrieden. Die Bedienung ist einfach und intuitiv. Dazu kommen die kompakte Größe und das geringe Gewicht, sodass sich der Scanner bequem transportieren lässt. Endlich ist es Creality auch gelungen, die Schwierigkeiten mit Haaren und dunklen Oberflächen auszumerzen.

Für ca. 700€ ist das ein hervorragendes Ergebnis. Natürlich geht es noch einen Tick präziser, gerade für Einsteiger bietet der Pika jedoch einen einfachen Scan-Prozess und brauchbare Ergebnisse ohne Übung.

Wer also gerade auf der Suche nach einem guten 3D-Scanner ist, macht mit dem Creality Pika alles richtig.

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