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Der Markt für tragbare Powerstationen um die eine Kilowattstunde (1kWh) ist hart umkämpft. Während sich etablierte Marken über hochpreisige Ökosysteme definieren, drängen neue Akteure mit aggressiven Preisen und flexiblen Konzepten nach. Aferiy schickt in dieser Klasse die Aferiy Nomad 1800 Pro ins Rennen.
- Sicher verpackt geliefert
Das Gerät setzt auf ein klares, funktionales Layout. Mit 1.800 Watt konstanter AC-Ausgangsleistung, einer Grundkapazität von 1.024 Wattstunden auf Lithium-Eisenphosphat-Basis (LiFePO4) und einem Gewicht von unter 12 Kilogramm liest sich das Datenblatt vielversprechend. Besonders in dieser Preisregion sticht das modulare Konzept hervor: Über Erweiterungsmodule lässt sich der Speicher nachträglich auf bis zu 5,1 Kilowattstunden aufstocken.
Im Test müssen die Aferiy Nomad 1800 Pro und der Zusatzakku P180Pro-B beweisen, dass sie ihre theoretischen Werte im Alltag abrufen. Wir prüfen die tatsächliche Leistung, messen die Lautstärke beim Laden und Entladen, analysieren das Verhalten unter hohen Strömen und bewerten die App-Steuerung.
Zur Bezeichnung des Gerätes:
Die vollständige Bezeichnung lautet:
Aferiy P180 PRO Tragbare Powerstation Nomad 1800 Pro
In Onlineshops und Produktübersichten taucht sie auch kürzer auf:
- Aferiy P180 Pro
- Aferiy Nomad 1800 Pro
Der Zusatzakku trägt die Bezeichnung
- Aferiy P180Pro-B
Wir verwenden hier teilweise auch die kürzeren Schreibweisen.
Technische Daten der Aferiy Nomad 1800 Pro
| Merkmal | Spezifikation |
| Akkukapazität | 1.024Wh (Brutto) |
| Zelltechnologie | Lithium-Eisenphosphat (LiFePO4, Typ 40135) |
| Lebensdauer (Zyklen) | > 4.000 Zyklen bis 80% Restkapazität |
| AC-Ausgangsleistung | 1.800 Watt Dauerleistung (reine Sinuswelle) |
| AC-Spitzenleistung | 3.600 Watt (kurzzeitige Spitze) |
| AC-Ladeleistung | max. 1.000 Watt (über App einstellbar auf 500W) |
| Solar-Eingang (MPPT) | 11,5V – 55V / max. 15A (max. 500 Watt) |
| Kombiladen (AC + PV) | max. 1.500 Watt Gesamteingang |
| USV-Funktion | Umschaltzeit < 10 Millisekunden (Herstellerangabe) |
| Abmessungen | 350 x 220 x 263 Millimeter |
| Gewicht | 11,5kg |
| Zertifizierungen | CE, FCC, RoHS, PSE, UL |
| Herstellergarantie | Bis zu 7 Jahre (nach kostenloser Produktregistrierung) |
Technische Daten des Aferiy P180Pro-B Zusatzakkus
| Merkmal | Spezifikation |
| Produkttyp | Erweiterungsakku für Aferiy Nomad 1800 Pro |
| Akkukapazität | 1.024Wh |
| Zelltechnologie | Lithium-Eisenphosphat (LiFePO4) |
| Nennspannung | 51,2V |
| Nennkapazität | 20Ah |
| Lebensdauer (Zyklen) | Über 3.500 Ladezyklen bis 80% Restkapazität |
| Erweiterbarkeit | Bis zu 4 Zusatzakkus pro Aferiy Nomad 1800 Pro |
| Maximale Gesamtkapazität | Bis zu 5.120Wh (Nomad 1800 Pro + 4 Zusatzakkus) |
| Batteriemanagement | Integriertes BMS mit Schutz vor Überladung, Tiefentladung, Überstrom, Kurzschluss und Übertemperatur |
| Anschluss | Spezieller Erweiterungsanschluss für Aferiy Nomad 1800 Pro |
| Statusanzeige | LED-Anzeige für Ladezustand |
| Betriebstemperatur | -10°C bis +45°C |
| Ladetemperatur | 0°C bis +45°C |
| Abmessungen | 390 x 280 x 230 Millimeter |
| Gewicht | ca. 8,75kg |
| Gehäuse | Kunststoffgehäuse mit integrierten Tragegriffen |
| Kompatibilität | Aferiy Nomad 1800 Pro Powerstation |
| Herstellergarantie | Bis zu 7 Jahre |
- Zusatzakku
Lieferumfang
Die Nomad 1800 Pro kommt im klassischen Doppelkarton an, Schaumstoffeinlagen fixieren das Gerät sicher. Der Lieferumfang beschränkt sich auf das Wesentliche, fällt aber vollständiger aus als bei mancher Konkurrenz.
Neben der Powerstation befinden sich folgende Zubehörteile im Paket:
- Ein Standard-AC-Ladekabel (Kaltgerätekabel, ein klobiges externes Netzteil entfällt somit vollständig).
- Ein Solar-Ladekabel von Standard-MC4 auf XT60-Anschluss.
- Eine mehrsprachige, gedruckte Bedienungsanleitung mit Garantieunterlagen.
Nach Produktregistrierung gewährt Aferiy bis zu sieben Jahre Garantie und gehört damit zu den Anbietern mit den längsten Garantiezeiten. Die meisten Powerstationen bieten nur zwei bis fünf Jahre.
Design und Verarbeitung
Beim ersten Kontakt fällt das geringe Gewicht der Nomad 1800 Pro auf. Während viele Konkurrenzmodelle mit 1,8-kW-Wechselrichter und 1kWh Kapazität oft an der 14-Kilogramm-Marke kratzen, bringt die Aferiy nur 11,55 Kilogramm auf die Waage.
- Gewicht der Aferiy P180Pro Nomad1800…
- …und des Zusatzakkus P180Pro-B
Das Gehäuse besteht aus mattschwarzem, leicht angerautem ABS-Kunststoff, der unempfindlich gegen Kratzer und Fingerabdrücke ist. Mit 350 x 220 x 263 Millimetern fällt das Gerät schmal, dafür etwas höher aus, was Stellfläche im Kofferraum oder im Van spart.
Aferiy verzichtet auf ausladende oder abstehende Tragegriffe und integriert sie formschlüssig in die oberen Seitenwangen.
Die Griffmulden sind tief genug, um das Gerät auch mit Arbeitshandschuhen sicher zu tragen. Die flache Oberseite eignet sich im stationären Betrieb zum Ablegen leichter Gegenstände.
Die Verarbeitung wirkt solide: Die Spaltmaße verlaufen gleichmäßig, bei Druck auf die Seitenwände knarzt nichts. Ein umlaufender Gummifuß sorgt für rutschfesten Stand und dämpft Vibrationen.
Wichtig für den Outdoor-Einsatz: Eine IP-Zertifizierung gegen Wasser oder Staub fehlt, und die Anschlüsse haben keine Gummiabdeckungen. Im Freien solltet ihr das Gerät daher vor direktem Regen schützen.
An der Front sitzt eine kleine LED mit neutralweißem Licht zur Notbeleuchtung. Über langes Drücken der dedizierten Taste lassen sich zwei Helligkeitsstufen sowie ein Blink- und ein SOS-Modus aufrufen.
Anschlüsse und Display
Aferiy ordnet die Anschlüsse pragmatisch und trennt sie konsequent nach Spannungsart (Gleich- gegenüber Wechselstrom) und Nutzungsfrequenz.
Auf der Vorderseite konzentrieren sich das Display und die gesamten DC- und USB-Ausgänge:
- 1 x USB-C Power Delivery 3.0 (max. 140 Watt): die modernste Schnittstelle an der Front. Hierüber laden leistungshungrige Notebooks (etwa ein MacBook Pro oder Windows-Workstations) direkt mit maximaler Geschwindigkeit.
- 1 x USB-C Power Delivery (max. 20 Watt): für kleinere Verbraucher wie Smartphones, Tablets oder Wearables.
- 2 x USB-A Quick Charge 3.0 (max. 18 Watt): für ältere Peripherie, Powerbanks oder Taschenlampen.
- 1 x Kfz-Buchse (12V/10A, max. 120 Watt)
- 2 x DC5521-Rundstecker-Ausgänge (12V/3A).
Die Rückseite beherbergt die Schuko-Steckdosen und die Ladeeingänge:
- 2 x Schuko-Steckdosen (220V – 240V): am integrierten Wechselrichter mit reiner Sinuswelle, der dauerhaft 1.800 Watt liefert und kurzzeitige Spitzen bis 3.600 Watt abfängt.
- 1 x AC-Kaltgeräteeingang: zur direkten Netzladung mit bis zu 1.000 Watt.
- 1 x XT60-Eingang (Solar/Kfz): Spannungsbereich 11,5V bis 55V bei maximal 15 Ampere Ladestrom (Ladeleistung max. 500 Watt).
Im teil-stationären Einsatz bewährt sich diese Aufteilung: Starre AC- und Solarkabel verschwinden nach hinten, während die USB-Ladekabel vorn zugänglich bleiben, ohne sich zu überkreuzen.
Der Aferiy P180Pro-B Zusatzakku
Die Vorderseite des P180Pro-B ist bewusst schlicht: oben das Aferiy-Logo, darunter LED-Anzeigen für den Ladezustand. Da der Akku nur als Erweiterung dient, fehlen Bedienelemente, Steckdosen und USB-Ports. Stabile Tragegriffe ermöglichen trotz rund 8,75 Kilogramm einen sicheren Transport.
Auf der Rückseite sitzt der Anschluss für die Hauptstation. Über das mitgelieferte Kabel wird der Akku gekoppelt und automatisch ins Energiemanagement eingebunden. Lüfter, Display oder weitere Anschlüsse fehlen, da alle Steuerungs- und Überwachungsfunktionen über die Hauptstation laufen, der P180Pro-B ist eine reine Kapazitätserweiterung.
Display und Bedienung
Die mittige LCD-Farbanzeige ist hell genug für diffuses Tageslicht im Freien. Bei direkter Sonneneinstrahlung spiegelt die Kunststoffabdeckung allerdings spürbar.
Die Anzeige verzichtet auf überladene Animationen. Im Zentrum steht die prozentuale Restkapazität, flankiert von einer Segmentskala. Links erscheint die Eingangsleistung (Input) in Watt, rechts die Ausgangsleistung (Output) in Watt. Eine dynamische Restlaufzeitanzeige berechnet im Sekundentakt die verbleibende Laufzeit bei aktueller Last und wechselt beim Laden zur Restladezeit. Piktogramme informieren über Lüfter, Temperaturwarnungen, Überlast und Drahtlosverbindungen.
Vier mechanische Taster unter dem Display besitzen einen klaren Druckpunkt: ein zentraler Power-Knopf für den Stand-by-Modus sowie ein DC- und ein USB-Schalter.
Schalter und Bedienelemente auf der Rückseite
Oberhalb der Schuko-Steckdosen sitzen drei Bedienelemente für die Wechselstromausgänge und die Ladeleistung.
Links aktiviert eine Taste die AC-Ausgänge, erst danach liegt an den Schuko-Steckdosen Spannung an. So lässt sich der Wechselrichter bei Nichtbenutzung abschalten und der Eigenverbrauch senken.
In der Mitte sitzt die Überlastsicherung („Overload Protection“), ein rückstellbarer Sicherungsautomat. Bei Defekt oder Überlastung löst sie aus und lässt sich nach Beseitigung der Ursache per Druck wieder aktivieren.
Rechts begrenzt ein Schiebeschalter die Netzladeleistung auf 500 oder 1.000 Watt. Mit 500 Watt lädt das Gerät langsamer, belastet aber das Stromnetz weniger, ein Vorteil auf Campingplätzen, im Wohnmobil oder an schwach abgesicherten Stromkreisen. Mit 1.000 Watt verkürzt sich die Ladezeit deutlich.
Diese separate Aktivierung ist wichtig, da der AC-Wechselrichter auch ohne Verbraucher einen messbaren Eigenverbrauch hat. Schaltet ihr ihn nicht ab, entleert sich die Station über Nacht schleichend.
Steuerung mit der App
Die Nomad 1800 Pro funkt per Bluetooth und WLAN (nur 2,4-GHz-Band), die App gibt es für iOS und Android. Die Einrichtung ist unkompliziert: Nach Aktivierung des Stand-by-Modus findet die App das Gerät per Bluetooth in Sekunden. Hinterlegt ihr die WLAN-Daten des Heimnetzes, bucht sich die Station dauerhaft ein und lässt sich danach weltweit per Cloud überwachen und steuern.
Die App-Oberfläche ist nüchtern und übersichtlich. Sie spiegelt im Wesentlichen die Displaywerte, bietet aber einige wichtige Zusatzfunktionen:
- Fernsteuerung: AC- und DC-Zweige lassen sich unabhängig per App schalten.
- Anpassung der Ladegeschwindigkeit: die wichtigste Komfortfunktion. Die AC-Leistungsaufnahme lässt sich stufenweise reduzieren, etwa über Nacht im Hotel oder Wohnmobil von 1.000 Watt (Schnellladung) auf 500 Watt (Leises Laden). Das schont die Zellchemie und senkt die Lüfterdrehzahl deutlich.
- Firmware-Updates: Aktualisierungen von BMS und Wechselrichter-Controller kommen drahtlos über die App.
- Automatisierung: einfache Timer-Szenarien für die Ausgänge.
Verbindungsabbrüche gab es keine. Per Bluetooth reagiert die App verzögerungsfrei, über die Cloud liegt die Latenz bei ein bis zwei Sekunden, im Alltag vernachlässigbar.
Leistung, Messungen und Praxistest
Der Hersteller gibt die Bruttokapazität mit 1.024 Wattstunden an. Diese Energie lässt sich systembedingt nie vollständig entnehmen: Das BMS hält eine Reserve gegen schädliche Tiefentladung zurück, und der Wechselrichter erzeugt beim Wandeln von Gleichstrom (DC) in 230 Volt Wechselstrom (AC) Verluste als Wärme.
Praxistest unter Last
Statt nur elektronischer Lasten haben wir typische Haushaltsgeräte angeschlossen und das Verhalten unter realen Bedingungen beobachtet.
Zunächst prüften wir die elektrische Sicherheit. Beide Schuko-Steckdosen hatten im Netzbetrieb einen durchgängigen Schutzleiter vom Netzstecker bis zu den Kontakten, bei mobilen Powerstationen keine Selbstverständlichkeit und ein Pluspunkt für Geräte mit Schutzkontaktstecker.
Anschließend folgten mehrere Belastungstests mit leistungsstarken Verbrauchern.
Ein Wasserkocher mit gemessenen 1.806 Watt war keine Herausforderung. Bei 81 Prozent Akkustand zeigte das Display 22 Minuten Restlaufzeit, die Ausgangsleistung blieb konstant.
Ähnlich verlief der Test mit einer Heißluftpistole bei rund 1.806 Watt: Bei 81 Prozent prognostizierte die Station 21 Minuten Restlaufzeit, die Leistung blieb stabil, Temperatur und Lüfter unauffällig.
Verhalten bei Überlast
Besonders interessant war ein Heizlüfter mit bis zu 3.000 Watt Nennaufnahme. Die Nomad 1800 Pro begrenzte die Ausgangsleistung auf rund 1.830 Watt. Statt abzuschalten oder zu warnen, regelte die Elektronik sauber auf das Maximum ein. Der Heizlüfter lief weiter, die Station blieb stabil, ein Zeichen für eine gut abgestimmte Schutzschaltung.
- Aferiy P180Pro Nomad 1800 Belastungstest
- Kleine Stufe ~1000W
- Große Stufe: Eigentlich 3000W
Die Spannungsversorgung blieb durchgehend stabil, weder bei Dauerlast noch bei Lastwechseln kam es zu Abschaltungen oder Fehlern. Für Wasserkocher, Heizlüfter, Kaffeemaschinen oder Heißluftgeräte bietet die Nomad 1800 Pro genug Reserven.
Die Versuche hinterließen einen positiven Eindruck, vor allem die stabile Abgabe um 1.820 Watt. Wohlgemerkt: Alle Messungen erfolgten ohne Zusatzakku!
Kapazitätstest
Zur Ermittlung der nutzbaren Kapazität und der Round-Trip-Effizienz luden wir die Nomad 1800 Pro vollständig auf 100 Prozent, erneut ohne Zusatzakku.
Anschließend entluden wir die Station in zwei Szenarien bis zur automatischen Abschaltung: einmal mit einem 3D-Drucker bei wechselnden 30 bis 400 Watt, einmal mit einem Heizlüfter bei rund 1.805 Watt. Die abgegebene AC-Energie erfassten wir mit einem Energiekostenmessgerät, danach luden wir wieder voll auf und maßen die dafür nötige Energie. So lassen sich nutzbare Kapazität und Gesamtwirkungsgrad bestimmen.
- Test mit schwankender Entnahme
- 3D-Druckauftrag, 30-400W
- Abgegebene Energie
- Anschließend wieder geladene Energie
Im ersten Durchgang entnahmen wir unter der wechselnden Last des 3D-Druckers 766Wh. Die Vollladung benötigte 1.062Wh aus dem Netz, das ergibt eine Lade- und Entladeeffizienz von 72,1 Prozent.
- Test mit 1806 Watt Dauerlast
- Wiederaufladung
- Entnommene Energie im Test 2
- Wiedergeladene Energie im Test 2
Im zweiten Test lief eine Dauerlast von rund 1.805 Watt über einen Heizlüfter (max. 3.000 Watt). Bis zur Abschaltung entnahmen wir 577Wh, die Vollladung erforderte 907Wh, das ergibt einen Gesamtwirkungsgrad von 63,6 Prozent.
Die Last wirkt sich also deutlich auf die nutzbare Energie aus: Bei praxisnaher, wechselnder Belastung liegt der Wirkungsgrad über 72 Prozent, unter nahezu maximaler Dauerlast bei rund 64 Prozent. Das ist bei Powerstationen normal, mit steigender Leistung wachsen die Verluste in Wechselrichter, Leitungen und Zellen, dazu kommt der Eigenverbrauch der Kühlung.
USB-Anschlüsse im Praxistest
Die USB-Schnittstellen der Nomad 1800 Pro hinterließen einen sehr guten Eindruck. Zur Analyse diente ein POWER-Z USB-Protokolltester, der die angebotenen Schnellladeprotokolle und Spannungsprofile ausliest.
Schon der USB-A-Anschluss unterstützt viele ältere und aktuelle Standards, der Tester erkannte unter anderem Qualcomm Quick Charge 3.0, Huawei FCP und SCP, Samsung AFC, SFCP. Smartphones verschiedenster Hersteller laden so ohne Einschränkung schnell.
Besonders interessant ist der USB-C-Port „PD 140W“ mit außergewöhnlich umfangreicher Protokollunterstützung. Neben USB Power Delivery 3.1 mit EPR kommen PPS, QC5, UFCS, FCP, SCP, AFC, SFCP hinzu. Der Port bietet feste Spannungsstufen von 5V, 9V, 12V, 15V und 20V sowie PPS mit 3,3 bis 21 Volt bei bis zu 5 Ampere.
Bemerkenswert ist die volle Unterstützung des USB-PD-3.1-EPR-Standards: Der Tester bestätigte ein 28-Volt-Profil mit 5 Ampere und damit die angegebenen 140 Watt, auch AVS (Adjustable Voltage Supply) ist dabei. Damit lädt die Station nicht nur Smartphones und Tablets, sondern auch leistungsstarke Notebooks und mobile Workstations.
Modulare Erweiterbarkeit im Test
Ein großer Pluspunkt gegenüber vielen Mitbewerbern der 1-kWh-Klasse ist die Erweiterbarkeit. Aferiy bietet optionale Zusatzakkus mit jeweils 1.024Wh, die über ein dickes, starres DC-Spezialkabel seitlich verschraubt werden. Bis zu vier Module ergeben eine Gesamtkapazität von 5.120 Wattstunden.
Das Plug-and-Play-Prinzip funktionierte einwandfrei: Nach dem Anstecken im ausgeschalteten Zustand und dem Hochfahren erkennt das BMS die zusätzliche Kapazität automatisch, die Prozentanzeige kalibriert sich neu und gleicht beide Speicher an. Die Entnahme erfolgt danach parallel.
Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV / UPS)
Laut Hersteller bietet die Nomad 1800 Pro eine USV-Funktion. Bleibt die Station am Netz und läuft ein Verbraucher an den rückseitigen Schuko-Steckdosen, leitet die Elektronik den Netzstrom direkt durch. Erst bei einem Stromausfall übernimmt der Akku automatisch.
Die Umschaltzeit gibt Aferiy mit unter 10 Millisekunden an, genug, um empfindliche Geräte wie Computer, NAS oder Router bei kurzen Ausfällen weiterzubetreiben.
Die exakte Umschaltzeit konnten wir mit unseren Mitteln nicht messen, dafür prüften wir die Funktion praktisch: Wir verbanden die Station mit dem Netz, aktivierten die AC-Ausgänge und zogen im Betrieb den Stecker. Ein Desktop-PC lief ohne Unterbrechung weiter, eine Glühlampe flackerte nicht sichtbar. Im Alltag arbeitet die USV-Funktion also zuverlässig, eine Millisekunden-Angabe lässt sich daraus aber nicht ableiten.
Ladung
Das Ladeverhalten der Nomad 1800 Pro ist sehr flexibel, da sie verschiedene Eingangsquellen unterstützt und kombinieren kann.
AC-Ladung über das Stromnetz
Dank integriertem Netzteil genügt ein Kaltgerätekabel. Im Standardmodus zieht das Gerät maximal 1.000 Watt und lädt von 0 auf 100 Prozent in 72 Minuten (1,2 Stunden). Mit dem zellschonenden 500-Watt-Modus aus der App verlängert sich das auf rund 2,3 Stunden.
Solar-Ladung (MPPT)
Der MPPT-Solarregler verarbeitet bis zu 55 Volt und erlaubt damit gängige Hausmodule (z. B. 400W bis 440W mit meist 37 bis 44 Volt Leerlaufspannung) oder faltbare Solar-Taschen. Die Aufnahmeleistung ist auf 500 Watt gedeckelt.
Kombiladen (AC + Solar)
Laut Hersteller lässt sich gleichzeitig über Netz und Solar laden, beide Pfade kombiniert ergeben bis zu 1.500 Watt.
Aferiy nennt so 36 Minuten von 0 auf 80 Prozent. Diese Schnellladung haben wir nicht überprüft, die Werte beruhen daher allein auf Herstellerangaben.
Bestätigen sie sich, wäre das vor allem interessant, um die Station kurzfristig vor Campingausflug, Arbeitseinsatz oder Stromausfall einsatzbereit zu machen.
Lautstärke und Temperaturen
Ein kritischer Punkt fast aller starken Powerstationen ist die Lüftergeräuschkulisse. In der Nomad 1800 Pro kühlen vier kleinere Lüfter die Leistungselektronik.
Im Teillastbetrieb (unter 300 Watt, etwa für Kühlbox, Fernseher oder Smartphone-Laden) bleibt das System ruhig: Die Lüfter stehen still oder drehen minimal, aus einem Meter messen wir unter 28,7dB(A). Das ist leise genug fürs Campingzelt oder direkt neben dem Bett im Wohnmobil.
Bei der 1.000-Watt-Schnellladung oder Dauerlasten jenseits der 1.200-Watt-Marke ändert sich das drastisch. Die Lüfter regeln stufenweise hoch und erreichen unter Volllast bis zu 46dB(A). Das Geräusch ist eher tieffrequent und frei von Fiepen, im Wohnbereich oder Büro auf Dauer aber störend. Abhilfe schafft nur die Drosselung auf 500 Watt per App.
Die Wärmebildkamera zeigte keine konstruktionsbedingten Mängel: Selbst nach einer Stunde mit 1.500 Watt traten keine kritischen Hotspots auf, die wärmste Stelle am rechten Luftauslass erreichte 42,5°C. Das Wärmemanagement arbeitet effektiv und schützt die Zellen vor vorzeitiger Degradation.
Testergebnis
Die Aferiy Nomad 1800 Pro liefert im Test eine rundum solide und durchdachte Vorstellung ab. Zu einem aktuellen Marktpreis von rund 450 bis 500 Euro bietet sie ein extrem ausgewogenes Verhältnis aus Kapazität, hoher Wechselrichterleistung und moderner Ausstattung.
Direkt zum Aferiy Onlineshop AFERIY Nomad 1800 Pro bei Amazon
Bei Amazon liegt die Nomad 1800 Pro bei einem regulären Preis von 799€. Mit dem Gutscheincode “AFERIY1800P” im Bezahlvorgang spart ihr zusätzlich. Im Onlineshop nutzt ihr den Code “P180PROSMARTZONEDE” für 459€ Endpreis.
Der größte Trumpf des Geräts ist das gelungene Gewichts-Leistungs-Verhältnis. Mit gerade einmal 11,55 Kilogramm ist sie für ein Modell mit einem vollwertigen 1800-Watt-Wechselrichter erstaunlich leicht und komfortabel zu transportieren. Der integrierte 140-Watt-USB-C-Port wertet die Powerstation zu einer exzellenten mobilen Energiequelle für moderne Hardware auf, während die USV-Funktion und die modulare Erweiterbarkeit auf bis zu 5,1kWh eine hohe Zukunftssicherheit garantieren, sei es für die Krisenvorsorge zu Hause oder den schrittweisen Ausbau eines Off-Grid-Systems.
Kritik muss sich die Nomad 1800 Pro am Fehlen einfacher Staubschutz-Abdeckungen für die offenen Anschlüsse gefallen lassen. Wer die Powerstation jedoch primär im Van, im Garten, in der Werkstatt oder als Backup-Lösung im Haushalt nutzt und die Ladegeschwindigkeit bei Bedarf per App drosselt, erhält hier ein zuverlässiges und faires Kraftpaket mit einer überdurchschnittlich langen Garantiezeit von sieben Jahren.
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