Bis zu 40% teurer: Apple erhöht die Preise – was die Speicherkrise wirklich kostet
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Es war nur eine Frage der Zeit, und jetzt ist es offiziell: Apple hat quer durch fast die gesamte Produktpalette die Preise angehoben. Schuld ist die Speicherkrise, über die wir euch ausführlich berichtet haben. Was die Sache so spannend macht: Apple eignet sich gerade hervorragend als „Preis-Thermometer” der gesamten Elektronikbranche, ähnlich wie der berühmte Big-Mac-Index.
Apple dreht an der Preisschraube, im Schnitt rund 20 Prozent
Für niedrige Preise ist Apple wahrlich nicht bekannt, aber bisher hat der Konzern steigende Komponentenpreise meist selbst geschluckt und über die schiere Größe der eigenen Lieferkette abgefedert. Damit ist nun Schluss. Seit dem 25. Juni 2026 gelten neue, deutlich höhere Preise, und zwar sofort. Betroffen sind iPads, die komplette Mac-Reihe, HomePod, Apple TV und sogar die Vision Pro.
Eine gute Nachricht vorab: Das iPhone bleibt (vorerst) verschont, ebenso die AirPods, das Studio Display und der Apple Pencil. Alles andere wird teils empfindlich teurer. Hier die wichtigsten Geräte mit den neuen Europreisen:
| Gerät | Alt | Neu | Aufpreis | Veränderung |
|---|---|---|---|---|
| HomePod mini | 99€ | 139€ | +40€ | +40% |
| Apple TV | 169€ | 229€ | +60€ | +36% |
| iPad | 429€ | 529€ | +100€ | +23% |
| iPad Pro 11″ | 1.199€ | 1.439€ | +240€ | +20% |
| MacBook Air 13″ | 1.199€ | 1.439€ | +240€ | +20% |
| MacBook Pro 14″ | 1.999€ | 2.499€ | +500€ | +25% |
| iMac | 1.499€ | 1.799€ | +300€ | +20% |
| Mac Studio (M3 Ultra) | 4.799€ | 5.759€ | +960€ | +20% |
| Vision Pro | 3.999€ | 4.229€ | +230€ | +6% |
Auffällig: Prozentual am heftigsten trifft es die günstigen Geräte. Der kleine HomePod mini springt um satte 40 Prozent nach oben, der Apple TV um 36 Prozent. Quer durch die teureren Modelle pendelt sich der Aufschlag dann konstant bei rund 20 Prozent ein. In absoluten Zahlen tut der Mac Studio mit M3 Ultra am meisten weh: stolze 960 Euro mehr als noch am Vortag.
Kein reines Apple-Problem, die ganze Branche zieht nach
Wer jetzt denkt, das sei eine typische Apple-Eskapade, der irrt. Apple ist nur das prominenteste Beispiel. Praktisch zeitgleich hat auch Microsoft die Preise angezogen. Und schon vorher hat es die Spielebranche erwischt: Sony hat die PlayStation 5 in Europa um 100 Euro verteuert. Der PS5 Pro kostet jetzt 900 Euro. Bemerkenswert ist, dass es bereits die zweite Erhöhung innerhalb eines Jahres ist, und Sony nennt dafür ganz offen die explodierenden Speicherchip-Kosten.
Auch bei Smartphones ist die Entwicklung längst angekommen. Oppo und OnePlus haben in China bereits Preiserhöhungen für ihre günstigeren Modelle angekündigt, mit exakt derselben Begründung.
Und auch bei uns ist es bereits Realität: Wir stellen in unseren Tests immer häufiger fest, dass neue Modelle schlicht teurer sind als ihre direkten Vorgänger, mal eben 50 bis 100 Euro Aufschlag von einer Generation zur nächsten sind keine Seltenheit mehr. Die Welle rollt also nicht erst an, sie ist schon da.
Der wahre Grund: die KI-Speicherkrise
- bei vielen Herstellern ist die Preiserhöhung schleichend – bei Apple alles auf einen Schlag
Hinter all dem steckt eine handfeste Verknappung von Arbeits- und Datenspeicher. Die großen Hersteller Samsung, SK Hynix und Micron konzentrieren sich fast vollständig auf hochprofitables HBM für KI-Rechenzentren, für klassischen DRAM bleibt kaum Kapazität übrig. Die Folge: Allein im zweiten Quartal 2026 sind die DRAM-Vertragspreise erneut um bis zu 60 Prozent gestiegen, SSDs haben sich teilweise glatt verdoppelt. Apple selbst spricht von einer „außergewöhnlichen Nachfrage” nach Speicher durch den KI-Boom.
Wer tiefer in die Ursachen, die HBM-Verlagerung und die Auswirkungen auf den RAM eurer Smartphones einsteigen möchte, dem empfehlen wir unseren ausführlichen Artikel dazu: KI-Speicher-Preisschock – Smartphones 2026.
Unsere Einschätzung
Der Big-Mac-Index funktioniert, weil ein Burger überall halbwegs vergleichbar ist. Genauso lässt sich die Speicherkrise gerade an Apples Preisschildern ablesen: Wenn sogar ein Konzern, der Komponentenschwankungen normalerweise mühelos abfedert, die Mehrkosten 1:1 an die Kundschaft weitergibt, dann ist der Druck im Markt enorm. Nicht umsonst hatte die Apple-Aktie am Tag der Ankündigung ihren schlechtesten Börsentag seit über einem Jahr.
Für euch heißt das ganz praktisch: Wer ohnehin mit dem Kauf eines neuen Geräts liebäugelt, sollte eher früher als später zuschlagen, idealerweise noch zu den „alten” Konditionen aus 2025. Eine Entspannung der Lage erwarten Experten frühestens Mitte 2027, wenn neue Fabriken ans Netz gehen. Bis dahin gilt leider: Technik wird vorerst nicht günstiger, sondern teurer.
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