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Shokz OpenDots 2 Test – Endlich Open-Ear mit echtem Bass?

Getestet von Jonas Andre am
Vorteile
  • sehr gute Akkulaufzeit
  • bequemer + stabiler Sitz
  • gute Soundqualität mit Bass
  • gute Sprachqualität (+Geräuschunterdrückung)
  • einfaches Pairing und beidseitig nutzbar
  • hohe Lautstärke (für Open-Ears)
Nachteile
  • fummelige Steuerung
  • sündhaft teuer mit 200€
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Der Audiospezialist Shokz konnte vor ca. einem Jahr mit seinem ersten Clip-Modell bei uns im Test durchaus überzeugen. Jetzt folgt die zweite Version mit einigen Detailverbesserungen der von Huawei geprägten Clip-Open-Ear-Modelle. Wenn ihr Bass und Gesprächsqualität priorisiert, will Shokz hier definitiv nachgebessert haben. Im Unterschied zu normalen Open-Ears, die hinter das Ohr eingedreht werden, werden Clip-Modelle an die Ohrmuschel angeklippt. Der Lautsprecher sitzt dadurch etwas direkter vor dem Gehörgang, aber dennoch nicht drin und eignet sich für empfindliche Nutzer. Die Klangqualität leidet allerdings weniger und auch Bässe sind hier deutlicher wahrzunehmen. Mit den Huawei FreeClip 2 konnte der Hersteller zu Beginn des Jahres bereits ein Ausrufezeichen setzen. Bedenkt ihr den Preis der Shokz OpenDots 2, kommen nur die ebenfalls 200€ UVP teuren FreeClip 2 als Vergleichsgerät infrage. Zudem sollte auch hier klar sein, dass der Vorgänger deutlich günstiger ist und die Verbesserungen nur im Detail liegen. Wir haben die OpenDots 2 in den letzten zwei Wochen ausführlich getestet, alle Infos findet ihr in diesem Testbericht.

Shokz OpenDots 2 Test testbericht

Neben den OpenDots 2 hat Shokz zeitgleich die OpenDots Air (zum Test) auf den Markt gebracht. Die sind etwas günstiger, und wir schauen sie uns in einem extra Testbericht genauer an. Unser Eindruck ist, dass die Air dasselbe für deutlich weniger Geld liefern.

Verarbeitung, Design & Lieferumfang

Das Ladecase der Shokz OpenDots 2 misst 64 x 49,5 x 27 Millimeter und wiegt 52 Gramm inklusive der beiden Earbuds, die jeweils 6,5 Gramm auf die Waage bringen. Damit sind sie am Ohr kaum spürbar, aber dazu gleich noch mehr beim Tragekomfort. Egal, was ihr anfasst, ihr spürt bei den OpenDots 2 nur Kunststoff, wenngleich der Hersteller hier von Nickel-Titan-Platten spricht. An Farben stehen Weiß, Grau und Schwarz zur Auswahl. Unser weißes Testgerät würden wir eher als cremefarben statt weiß einstufen.

Das Ladecase ist grundsätzlich gut verarbeitet und nichts knarzt oder wackelt. Auch die Klappe öffnet mit gewissem Widerstand und wirkt hochwertig. Die gesamte Haptik ist allerdings nicht den 200€ würdig, sondern liegt auf dem Niveau von Open-Ear-Kopfhörern unter 100€. An Huaweis FreeClip 2 kommt ihr hier definitiv nicht ran. Auch die einzelnen Earbuds wirken klobiger, und das günstigere Kunststoffmaterial spürt ihr umgehend. Der weiche Silikongummi ist aber ein Highlight beim Tragekomfort.

Wie üblich sind die Buds mit einem IP57-Zertifikat ausgestattet, also beim Case solltet ihr mit Wasser definitiv aufpassen (IP54). Der Lieferumfang ist gewohnt beschränkt und es gibt lediglich ein kurzes USB-C-auf-USB-C-Kabel.

Shokz OpenDots 2 Lieferumfang

Tragekomfort & Halt

Beim Tragekomfort dachten wir zunächst, dass die etwas klobigere Bauform den Buds zum Verhängnis werden könnte, aber das weiche Silikon am Teil vor dem Gehörgang ist absolut angenehm. Den guten Sitz der Vorgänger können wir auch hier bestätigen, Shokz führt das angenehm fort. 100% sicher sitzen die Kopfhörer definitiv nicht und verrutschen auch gerne mal, wenn ihr ein T-Shirt über den Kopf zieht. Das ist aber auch völlig normal für diese Kopfhörer-Kategorie. Beim Joggen bleiben die Kopfhörer sicher vor dem Ohr und auch nach mehreren Stunden habt ihr kein Druckgefühl von den Shokz OpenDots 2.

Hier liefern die Shokz OpenDots 2 mit komfortablem und sicherem Sitz definitiv ab.

Klangqualität und Technik

Shokz OpenDots 2 Design Verarbeitung 1

Im direkten Vergleich überzeugt uns vor allem der spürbar stärkere Bass, der natürlich nach wie vor kaum vergleichbar mit In-Ear-Kopfhörern ist. Dafür ist die Bassphere 2.0 mit zwei 11,8mm-Treibern pro Bud verantwortlich, die zusammen wie ein 16mm-Treiber wirken sollen. Es bleibt das bekannt offene Hörgefühl und dafür kauft ihr letztendlich auch Open-Ear-Kopfhörer, in dem Fall eben ein Clip-Modell. Die Aktivierung von Dolby Audio in der App hat uns hingegen nicht zugesagt und erzeugt einen eigenartigen Hall. Genau wie beim Vorgänger. Wir haben jetzt technisch hochmodernes Bluetooth 6.1, aber keine speziellen oder hochauflösenden Codecs. SBC und AAC müssen reichen. Die Verbindung blieb im Test bis auf 10m stets stabil.

Soudnqualitaet Shokz OpenDots 2 1

Auch beim Musiktest konnten wir nun wirklich Bass wahrnehmen und auf dem Rad etwas Antrieb verspüren. Das ist für Open-Ear eine Seltenheit und hier liefert Shokz auf Huawei-Niveau ab. Die gute und differenzierte Klangqualität des Vorgängers bleibt erhalten, nur eben jetzt mit spürbar mehr Bass und das ist wirklich ein Highlight.

Wie bei Open-Ears üblich, hört die Umgebung mit, aber hier ist das Ganze durch das Clip-Modell sehr gering ausgeprägt, was ebenfalls ein Vorteil der OpenDots 2 ist. Die Kopfhörer liefern auch bei Musik eine echt ordentliche Klangqualität und können in dieser Kategorie durch die Bank punkten.

Gesprächsqualität der Shokz OpenDots 2

Shokz OpenDots 2 Gespraechsqualitaet

Bei der Gesprächsqualität hat Shokz laut Datenblatt etwas nachgebessert, wobei wir mit dem Vorgänger gar nicht mal unzufrieden waren. Hier gilt trotz zusätzlichem Mikrofon aber wieder das Gleiche. Gesprächspartner hören euch über die OpenDots 2 etwas blechern, aber klar verständlich. Euer Gegenüber hört ihr hingegen gut. Die Rauschunterdrückung arbeitet ebenfalls und leichter Wind sowie konstante Nebengeräusche werden im Gespräch gut gefiltert. Beim Radfahren oder an windigen Tagen leidet die Qualität dennoch deutlich. Für Vieltelefonierer bleiben die OpenDots 2 ebenso wie der Vorgänger eine gute Wahl.

App und Bedienung

Über die Shokz-App sind nach wie vor natürlich Updates möglich und auch die Steuerung lässt sich anpassen. Hier gibt es die größte Neuerung, da die sogenannte Force-Sensor-Pinch-Geste zum Einsatz kommt. Die könnt ihr bei der Einrichtung der App gleich erlernen, ihr drückt hier oben und unten auf die größere Einheit neben dem Ohr. Wir empfanden das eher als wenig intuitiv und in der Praxis als zu fummelig. Grundsätzlich sind alle wichtigen Dinge per einmal Drücken, zweimal Drücken und gedrückt Halten umsetzbar. Also lässt sich auch die Lautstärke anpassen.

Die Shokz-App bleibt unkompliziert und einfach in der Nutzung. Wie oben bereits beschrieben, gibt es einen umfangreichen und individuell anpassbaren Equalizer in der App. Und neu gibt es einen smarten Modus, ihr könnt euren Klang über Hörbeispiele personalisieren. Definitiv eine coole Idee. Das Preset „Vocal“ bleibt für Podcasts unser Favorit. Wir müssen auch sagen, dass wir den Unterschied nach den Hörbeispielen im Vergleich zum Standard kaum wahrnehmen konnten. Bei den vier voreingestellten Presets merkt ihr hingegen einen deutlichen Unterschied. Die Shokz OpenDots 2 lassen sich nach wie vor über Bluetooth-Multipoint mit zwei Geräten gleichzeitig koppeln. Und auch eine Suchfunktion steht neben einigen weiteren Einstellungen (siehe Screenshot) zur Verfügung. Die intelligente Trageerkennung funktioniert solide, wobei die Links-Rechts-Anpassung bei der Nutzung von nur einem Earbud zeitweise für Probleme sorgte. Aber nichts, was durch Rausnehmen und wieder Einsetzen nicht zu fixen wäre.

Nach wie vor wären uns physische Buttons lieber, aber das ist heutzutage wohl keine Option mehr. Wobei wir genau diese Tasten bei unseren Shokz OpenRun Pro 2 (zum Test) zu schätzen wissen. Die App und auch die Einstellungsmöglichkeiten und Funktionen der Shokz OpenDots 2 sind jedenfalls vorbildlich.

Akkulaufzeit der Shokz OpenDots 2

Shokz OpenDots 2 Akkulaufzeit test

In der Praxis kamen wir exakt wie beim Vorgänger auf 8 bis 9 Stunden mit einer Ladung, was für diese Art von Kopfhörern ein super Ergebnis ist. Das Schnellladen wurde laut Hersteller nochmals verbessert, was wir so kaum nachmessen können, aber ohnehin nicht vermisst haben. Um mit Case und dieser Laufzeit ohne Akku dazustehen, müsst ihr schon sehr unglücklich handeln. Im Ladecase lassen sich die OpenDots 2 noch dreimal komplett nachladen. Zudem sind nun in fünf Minuten wieder zwei Stunden Wiedergabezeit möglich. Kabelloses Laden des Cases ist mit fast vier Stunden im Vergleich zu zwei Stunden am Kabel einfach unnötig und langsam.

Testergebnis

Getestet von
Jonas Andre

Die Shokz OpenDots 2 bessern an der wichtigsten Stelle nach: Der Bass ist jetzt spürbar präsenter und hebt den Klang für Open-Ear-Verhältnisse auf ein Niveau, das wir bisher nur von Huawei kannten, bei voll erhaltenem offenem Hörgefühl und angenehm geringer Abstrahlung. Dazu kommen ein über Stunden bequemer und sicherer Sitz, eine vorbildliche App, solide 8 bis 9 Stunden Akku und eine für Vieltelefonierer brauchbare Gesprächsqualität, auch wenn die Stimme beim Gegenüber leicht blechern ankommt.

Der Wermutstropfen bleibt der Preis. Für rund 200€ ist die Haptik schlicht nicht angemessen, Case und Buds fühlen sich nach Sub-100€-Niveau an. Dazu die zu fummelige Force-Sensor-Pinch-Geste und der fehlende hochauflösende Codec trotz Bluetooth 6.1. Wer nur in die Clip-Open-Ear-Welt reinschnuppern will, ist mit dem günstigeren Vorgänger (zum Test) oder der fast identischen OpenDots Air (zum Test) besser bedient.

Wer wirklich 200€ ausgeben möchte, sollte einen genauen Blick auf die Huawei FreeClip 2 (zum Test) werfen: gleicher Preis, klanglich auf Augenhöhe, aber deutlich wertiger verarbeitet. Genau da kommen die OpenDots 2 trotz aller Stärken nicht heran. Für uns sind die FreeClip 2 damit die rundere Empfehlung, während die Shokz mit Tragekomfort, App und starkem Open-Ear-Bass punkten.

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