Inhaltsverzeichnis
Nach dem erfolgreichen Start der OpenDots One geht Shokz nun in die zweite Runde und bringt mit den OpenDots Air und den OpenDots 2 gleich zwei Nachfolger. Wir konzentrieren uns in diesem Test auf die OpenDots Air. Diese werden mit einem, im Vergleich zu den OpenDots One, deutlich geringeren Startpreis ausgeliefert, sind aber auch etwas abgespeckter, was deren Features angeht. Mittlerweile gibt es außerdem einige Konkurrenten auf dem Markt, daher wird sich zeigen müssen, ob die 140€ gerechtfertigt sind.
Design & Verarbeitung
Farblich geht man einen interessanten Weg und verzichtet komplett auf eine weiße Version. Stattdessen sind die Shokz OpenDots Air in Morgenlila (perlmut) und Schwarz verfügbar. Wir hatten die Variante Morgenlila im Test und der Perlmut-Effekt ist klasse umgesetzt. Farbunterschiede gibt es keine. Allerdings sind die Nahtpunkte der zusammengesetzten Teile, bei genauerer Betrachtung, sichtbar. Der Deckel der Station könnte ein bisschen steifer sein, ansonsten passt die Verarbeitung.
Unterhalb des Shokz-Logos befindet sich ein breiter LED-Streifen. Den Pairing-Button hat Shokz elegant durch 3 kleine Striche getarnt, die sich wiederum unterhalb des LED-Streifens befinden. Im ersten Moment könntet ihr meinen, es handle sich um einen Touch-Bereich, tatsächlich handelt es sich jedoch um einen richtigen Knopf, der unterhalb der Hülle liegt. Shokz eliminiert dadurch das Einfassen des Buttons ins Gehäuse. Dies wiederum hat den Vorteil, dass etwa die eingangs erwähnten OpenDots 2 auch ein wasserdichtes Gehäuse erhalten. Die Shokz OpenDots Air bieten einen IP55-Schutz ausschließlich für die Earbuds.
Geladen wird die Station über einen USB-C-Anschluss auf der Rückseite. Bei 140€ hätte es aber auch, zur Verstärkung und als Designelement, ein Alurahmen um den Anschluss sein dürfen. Der Deckel klappt im 90°-Winkel nach hinten und gibt viel Platz preis, um die Buds einzusetzen und herauszunehmen. Dabei ist es egal, welchen Kopfhörer ihr in welchem Sockel platziert.
Bei den Shokz OpenDots Air handelt es sich um Clip-Kopfhörer. Ihr „klippst“ diese also an euer Ohr. Der Lautsprecher befindet sich dadurch direkt vor dem Gehörgang. Während sich der größere Part mit dem Akku auch bei Shokz nicht groß von der Konkurrenz abhebt, ist der Lautsprecherkorpus etwas anders geformt. Er ist runder und hat im Seitenprofil eine Form, die durchaus an einen Ohrstöpsel erinnert. Über einen schmalen, länglichen Lautsprecherausgang wird der Schall direkt in den Gehörgang abgegeben. Verglichen mit den EarFun Clip 2 (zum Test), die eher auf eine Pillenform bauen, ist das durchaus ein Unterschied. Was die Shokz OpenDots Air den EarFun jedoch voraushaben, ist ein unsichtbarer Näherungssensor.
Die Verbindung von beiden Komponenten wird bei Shokz durch ein, auf einer Seite großzügiger geformtes Flachbandkabel erreicht. Shokz nennt das JointArc. Wichtig ist aber, dass die Innenseite des äußeren Teils und der „Arc“ mit weichem Silikon ausgestattet sind.
Lieferumfang
Keine aufregende Verpackung und, dem Design der Kopfhörer geschuldet, auch wenig Inhalt. Neben der Bedienungsanleitung und einem USB-C auf USB-A-Kabel finden sich nur die Kopfhörer selbst im Karton.
Tragekomfort
Weiches Silikon an allen das Ohr berührenden Elementen, außer am Speaker selbst. Das sorgt für einen besonders guten Halt, gleichzeitig fühlt sich das Material angenehm weich an. Durch sanften Druck lassen sich die OpenDots Air jedoch noch an die richtige Position schieben. Dadurch, dass der Lautsprecherteil keine Gummierung besitzt, verschiebt sich dieser etwas leichter, was sich bei Bewegung aber positiv auf die Position auswirkt. Das Gewicht von 6,3 Gramm pro Bud verteilt sich so angenehm ums Ohr, dass ihr die Kopfhörer nur sehr peripher wahrnehmt.
Beim Sport und auch im sonstigen Alltag sitzen die OpenDots Air sehr fest und benötigen nur wenig Nachjustierung. Nach über zwei Stunden stellte sich noch kein unangenehmes Drücken aufs Ohr ein.
Soundqualität der Shokz OpenDots Air
Es wird nach wie vor kein LDAC oder ein anderer hochauflösender Codec unterstützt. SBC und AAC sind die Wahl. Deutlich besser sieht es beim Bluetooth-Standard allgemein aus, denn hier kommt Version 6.1 zum Einsatz und damit die höchste Ausbaustufe. Die Schwierigkeit hier dürfte sein, ein Smartphone in der Hand zu halten, das diesen Standard schon unterstützt.
Die Größe der Treiber wird mit 11,8mm angegeben. Shokz verbaut sogar zwei identische Treiber pro Seite, also vier insgesamt. Warum man zweimal den gleichen verwendet und nicht stattdessen einen Hochtöner und einen Dynamiktreiber, kann ich nicht sagen. Dazu kommen lediglich Marketingfloskeln wie „Bassphere“ und das Versprechen, dass die Leistung dadurch auf dem Niveau von 16mm Treibern liegt, einer Größe, die bei TWS-Buds kaum, wenn überhaupt, vorkommt. Schauen wir uns also an, wie diese performen.
| Frequenz: | 100–20.000Hz |
| Bluetooth: | 6.1 |
| Treibergröße: | 2×2 11,8mm |
| Nennleistung: | k.A. |
| Chipsatz: | k.A. |
| ANC-Dämpfung: | – |
| Reichweite: | 15m |
| Modellnummer: | OpenDots Air |
| Widerstand: | k.A. |
| Einzelnutzung: | Ja |
| Lautstärke: | k.A. |
| Hochauflösender Codec: | Nein |
| Profile/Codecs: | AVRCP 1.6, A2DP 1.3, HFP 1.7, HSP, SBC, AAC |
| Akkukapazität EB: | 56mAh |
| Akkukapazität LS: | 590mAh |
| Wasserresistenz: | IP55 |
Sound
Schnell fällt der warme Grundton der Kopfhörer auf. Fokussiert werden ordentliche Tiefen und möglichst schlagfertige Bässe. Ein bisschen hinten runter fallen dafür die Höhen. Mitten hingegen sind erste Sahne. Die Shokz OpenDots Air eignen sich sehr gut für Podcasts, wie etwa unser eigener „Latenzfrei“ (zum Podcast) oder für Hörbücher.
Im Allgemeinen performen die Kopfhörer sehr breit. Besonders komplexe Stücke sind aber definitiv kein Steckenpferd. Per Equalizer lässt sich das Klangbild weiter anpassen, sodass ihr den Höhen etwas mehr Brillanz verleihen könnt, während ihr die Tiefen leicht zurückfahrt. Perfekt wird es aber nicht, was auch an den Gegebenheiten der Open-Ear-Buds liegt.
Ein Bühnenaufbau ist nur in ruhigen Umgebungen gegeben, während die Stereo-Aufteilung zu jeder Zeit richtig gut funktioniert. Die Kopfhörer spielen laut genug auf, um die Umgebung fast vollständig ausblenden zu können. Während in öffentlichen Verkehrsmitteln höchstens der direkte Platznachbar erahnen könnte, was abgespielt wird, müsst ihr euch darauf einstellen, dass in ruhigen Bereichen, etwa einem Wartezimmer beim Arzt, alle im Raum mithören können.
Pairing & App
Durch Google-Fast-Pair werden die Kopfhörer schnell gefunden und zuverlässig verbunden. Eine Sprachausgabe gibt es nicht, dafür verschiedene Signaltöne. Gesteuert werden die OpenDots Air über den sogenannten „Pinch“, also das Zusammendrücken des Kopfhörers, nicht über Touch.
- R einmal drücken: Lautstärke erhöhen
- L einmal drücken: Lautstärke verringern
- R zweimal drücken: nächster Titel
- L zweimal drücken: vorheriger Titel
- L/R gedrückt halten: EQ ändern
Grundsätzlich sind alle notwendigen Belegungen vorhanden. Pause/Play lässt sich mit dem Näherungssensor abfangen. Allerdings lassen sich nicht viele Einstellungen verändern, um etwa alles auf einen Bud zu legen. Da die Buds keine feste Seite haben, ist das vielleicht aber auch schwerer umzusetzen.
App – Shokz
Die nach der Firma benannte App kommt in einem modernen Design daher und benötigt ein rudimentäres Profil mit Angabe der E-Mail und eines Passworts. Weitere Angaben sind nicht notwendig.
Die Kopfhörer werden schnell gefunden und dem Profil hinzugefügt. Shokz weist schon bei Ersteinrichtung auf die erweiterte Garantie hin, wenn ihr die Kopfhörer über die App registriert, nicht nur in einem Zettel in der Verpackung. Dass dies direkt in der App möglich ist und reibungslos funktioniert, halte ich für einen großen Pluspunkt.
Abseits davon bietet die App den üblichen Funktionsumfang von Firmwareupdates über Equalizer-Profile hin zur Anpassung der Steuerung. Auch Mehrpunktverbindungen sind möglich. Ansonsten bietet die App für die OpenDots Air nicht mega viele Einstellungsmöglichkeiten. Die App ist nice to have, aber sicher kein Muss.
Sprachqualität der Shokz OpenDots Air
Jeweils zwei Mikrofone pro Kopfhörer sind bei fehlendem ANC keine Seltenheit. Dennoch bedeuten mehr Mikrofone normalerweise eine bessere Basis für eine gute Sprachqualität.
Es muss klar sein, dass, wie auch beim Musikhören, in ruhigen Umgebungen mitgehört werden kann, wenn telefoniert wird oder Sprachnachrichten abgehört werden. Die Qualität der Übertragung ist in Ordnung und gehört klanglich zu den starken Performern. Störgeräusche werden jedoch an vielen Stellen mit übertragen und wenn es im Gegenzug sehr laut ist, kann es auch mal schwierig werden, den Gesprächspartner ausreichend zu verstehen. Beim Radfahren hört ihr durch die Windgeräusche fast nichts.
Wir empfehlen die Clip-Kopfhörer also bedingt, wenn Telefonate im Fokus stehen. Oder ihr müsst für die richtige Ausgangslage sorgen. Dabei ist die Reichweite kein Problem, die Shokz OpenDots Air waren über 15 Meter stabil.
Akkulaufzeit
Shokz spendiert den OpenDots Air relativ große Akkus. Die Clips kommen jeweils auf 56mAh, während die Station recht üppige 590mAh beherbergt. Fünf volle Ladungen sind so möglich.
Die Laufzeit ist mit ca. 9 Stunden angegeben. Ein ziemlich hoher Wert, der bei 50% Lautstärke auch gehalten werden kann. Da Shokz weder ANC noch einen hochauflösenden Codec bietet, gibt es auch keine großen Akkufresser, die wahlweise aktiviert werden könnten.
Hebt ihr die Lautstärke auf rund 80%, was schon sehr laut wirkt, sinkt die Laufzeit auf rund 6 Stunden. Immer noch ein starker Wert, der sich sehen lassen kann. Geladen sind die OpenDots Air innerhalb von 60 Minuten. Nach 10 Minuten soll schon Saft für 2 Stunden bei 50% zur Verfügung stehen. Die Station benötigt die doppelte Zeit. Induktives Laden wird nicht unterstützt.
Testergebnis
Shokz bietet mit den OpenDots Air gute Allrounder im Clip-Format. Laufzeit, Lautstärke und Leistung beim Klang liegen auf einem hohen Niveau. Etwas schwach ist die Fülle der Features. Kein ANC ist bei diesen Modellen zu verschmerzen, aber von einem hochauflösenden Codec profitieren auch Kopfhörer mit offener Bauweise. Einzig der Blick zur Konkurrenz zeigt, dass es hier auch nicht besser läuft. Außer bei den EarFun Clip 2, die LDAC bieten und günstiger sind. Begrüßenswert ist jedoch im Gegenzug der aktuelle Bluetooth-Standard.
Bei der Gesprächsqualität bewegt sich Shokz nach wie vor auf einem hohen Niveau, da die Konkurrenz jedoch nicht nur nachgezogen ist, sondern es auch deutlich mehr Wettbewerber gibt, muss die Messlatte höher gelegt werden. Abseits vom quasi unlösbaren Rauschen bei Wind sind die Shokz OpenDots Air nach wie vor eine gute Wahl für Telefonate. Die Geräuschunterdrückung arbeitet jedoch nicht so vorteilhaft wie bei den Vorgängern.
Die OpenDots Air lassen sich somit empfehlen, ein Blick in andere Lager lohnt sich jedoch. Huawei bietet mit seinen deutlich teureren Clip 2 (zum Test) einen Konkurrenten, der überall noch eine Schippe drauflegt. Interessanter dürften aber die EarFun Clip 2 (zum Test) sein, die klanglich ordentlich abliefern, aber bei der Gesprächsqualität etwas hinterherhinken. Einen Preis/Leistungskiller gibt es mit dem 1More S20 (zum Test). Aus eigenem Haus lohnen sich noch immer die Shokz OpenDots One (zum Test), mehr Features und ähnlicher Preis. Je nachdem, wie sich dieser entwickelt, vielleicht sogar die bessere Wahl.
Preisvergleich
Newsletter bestellen
Hol Dir die neuesten Infos zu Chinahandys und Gadgets direkt ins Postfach!
Alle News Updates über Telegram.



































