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EarFun Clip 2 Open-Ear Kopfhörer im Test

Getestet von Max Drechsel am
Vorteile
  • gute Soundqualität
  • bequem zu tragen
  • gute Akkulaufzeit
  • schnelles und unkompliziertes Pairing
  • hohe Lautstärke
  • hochauflösender LDAC Codec
  • Multipoint
  • perfekte Steuerung ohne Touch
  • IP55-Zertifikat
Nachteile
  • Sprachqualität nicht optimal (besonders bei Wind)
  • Geräuschunterdrückung nicht zuverlässig
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EarFun geht, zumindest bei seinen Kopfhörern, den konsequenten Weg und aktualisiert gebetsmühlenartig immer wieder sein Sortiment. Diesmal sind die EarFun Clip 2 an der Reihe. Nach dem ersten Versuch erfolgt nun der Feinschliff, der besonders beim Akkuverbrauch und der Sprachqualität ansetzen soll.

Design & Verarbeitung

EarFun Clip 2 Test

Zuerst einmal weicht die silberne Farbvariante einer schlichten weißen und einer schwarzen. Die Form des größeren Stücks, in dem sich der Akku befindet, wird ovaler und gleichmäßiger. Auch den Lautsprecherkorpus hat EarFun angepasst. Statt komplett ballförmig fällt er nun deutlich flacher aus. Das Lautsprechergitter verläuft längs statt rund. Auch das Material hat sich geändert: Zum Einsatz kommt nun der typische matte, minimal angeraute Kunststoff statt des Klavierlacks des Vorgängers.

Geladen werden die Buds über zwei große Kontakte an der Haupteinheit. Touch ist weiterhin nicht vorhanden. EarFun setzt auf einen physischen Knopf pro Kopfhörer. Ein bisschen schade ist, dass die farbliche Unterteilung für rechts und links nun wieder aufgedruckt wird. Bei den Clip 1 war das noch ein roter Ring an der Gummiverbindung des rechten Buds.

Deutlich weniger Anpassungen hat die Station erfahren. Abgesehen von der Farbe bleibt es bei einer ovalen Form, einer Status-LED an der Front, einem USB-C-Anschluss an der Unterseite und daneben einem Pairing-Button. Die Kopfhörer haben im Inneren minimal mehr Platz zueinander. Das Einsetzen und Herausnehmen war aber durch die Bügel schon vorher kein Problem. Leider ist es nicht egal, wie herum ihr die Buds einsetzt. Die Magneten, die sie im Sockel halten, sind so gepolt, dass nur eine Richtung klappt.

Mit der Verarbeitung liegt EarFun weiterhin auf einem guten, hohen Niveau. Der Deckel der Station könnte etwas steifer ausfallen. Es hat sich also an der Qualität nichts verschlechtert, aber auch nicht großartig verbessert.

Lieferumfang

EarFun Clip 2 Lieferumfang 2

Abgesehen von einem neuen Bild fällt die Verpackung überwiegend identisch zu den Vorgängern aus. Der spartanische Inhalt umfasst ein USB-A-auf-USB-C-Kabel (ca. 20cm), die Bedienungsanleitung und die EarFun Clip 2 selbst.

Tragekomfort

Jonas hatte die Clip 1 getestet und ihnen nach langer Tragezeit ein unangenehmes Druckgefühl bescheinigt. Hier setzt EarFun durch die leicht geänderten Formen an. Nun sind unsere Ohren zwar nicht identisch, aber ich konnte die Clip 2 sehr lange im Ohr behalten, ohne dass sie negativ aufgefallen wären.

Bei sportlichen Aktivitäten hielten sie meist die Position. Ab und zu verrutschten sie am Ohr etwas nach unten, ohne dabei viel an Lautstärke oder klanglicher Güte einzubüßen. Wichtig ist, dass sie nie von allein abgefallen sind. Bedingt durch den Aufbau strahlen auch die EarFun Clip 2 nach außen, aber weit weniger als andere Vertreter. Dennoch können in ruhigen Umgebungen Dritte eure Musik oder Gespräche mithören. In öffentlichen Verkehrsmitteln ist das nahezu ausgeschlossen, außer jemand drückt seinen Kopf absichtlich in Richtung eurer Ohren. Durch ein IP55-Zertifikat sind die Kopfhörer staub- und wasserdicht. Die Station muss, wie so häufig, ohne Zertifikat auskommen.

Soundqualität der EarFun Clip 2

EarFun Clip 2 Test Testbericht 2

In diesem Punkt haben die Clip 1 schon erstaunlich gut vorgelegt. An den Hardwaredaten hat sich daher kaum etwas geändert. Die Bluetooth-Version ist nach wie vor 6.0. Google-Fast-Pair wird unterstützt und neben SBC und AAC kommt auch erneut LDAC zum Einsatz. Beim Treiber hat sich jedoch etwas getan. Er wächst von 10,8mm auf 12mm und wechselt von einer Membran aus Kohlefaser zu einer Titan-Legierung.

Frequenz: 20–20.000Hz
Bluetooth: 6.0
Treibergröße: 12mm
Nennleistung: k.A.
Chipsatz: k.A.
ANC-Dämpfung:
Reichweite: 15m
Modellnummer: CW200B
Widerstand: k.A.
Einzelnutzung: Ja
Lautstärke: k.A.
Hochauflösender Codec: Ja, LDAC
Profile/Codecs: AVRCP 1.6, A2DP 1.3, HFP 1.7, HSP, SBC, AAC, LDAC
Akkukapazität EB: 60mAh
Akkukapazität LS: 490mAh
Wasserresistenz: IP55

Sound

EarFun Clip 2 Test Driver

Die Einstellungsmöglichkeiten in der App sind, wie immer, mannigfaltig mit über einem Dutzend vorgefertigten Profilen. EarFun integriert nun sogar einen Equalizer, der sich theoretisch pro Lied anpassen lässt. Wir entscheiden uns für den Test dennoch für „Standard“ und „LDAC“.

Dabei wird schnell klar: Im Mittenbereich sind die Clip 2 richtig stark. Stimmen geben sie absolut sauber und klar wieder. Somit eignen sie sich sehr gut für Podcasts und Hörbücher. Auch die Tiefen können grundsätzlich überzeugen, allerdings mangelt es den Bässen an Volumen. Bleiben noch die Höhen. Nicht ganz so spitzfindig wie bei manchen In-Ear-Vertretern, aber dennoch ganz gut aufgestellt für das Gegebene.

Spielt in komplexen Stücken alles wild durcheinander, kommen die Grenzen der Clip 2 zum Vorschein. Auf so viel Dynamik sind sie nicht ausgelegt, und besonders im Tieftonbereich geht ihnen etwas die Puste aus. Laut können sie aber, und bis rund 90% bleiben sie auch pegelstabil.

Jonas hatte im Test der Clip 1 die Brücke zu Huaweis FreeClip geschlagen. Die Clip 2 schließen die Lücke noch weiter. Klanglich unterscheiden sich die Kopfhörer nur in extremen Lastszenarien, die sehr selten vorkommen. Dafür kosten die Clip 2 weniger als ein Drittel, und das, obwohl der Preis gegenüber der Clip 1 gestiegen ist.

Pairing & App

EarFun Clip 2 Test KI

Durch Google-Fast-Pair ist die Kopplung schnell und fast automatisiert erledigt. Auch bei neuen Geräten melden sich die Kopfhörer zuverlässig. Neben diversen Sprachausgaben lassen sich seit Neuestem auch neutrale Signaltöne als Bestätigung für Eingaben einstellen.

Bedient wird natürlich über den Knopf an jedem Kopfhörer.

  • L einmal drücken: Lautstärke verringern
  • R einmal drücken: Lautstärke erhöhen
  • L/R zweimal drücken: Pause/Play
  • L dreimal drücken: vorheriger Titel
  • R dreimal drücken: nächster Titel
  • L/R gedrückt halten: Sprachassistent
  • L/R dreimal drücken, bei Anruf: Annehmen / zwischen Anrufen wechseln
  • L/R gedrückt halten, bei Anruf: Ablehnen

In der App lassen sich alle Basisbefehle nach Belieben anpassen. Die Steuerung lässt sich so fast komplett auf einen Kopfhörer legen. Schade, dass kein Näherungssensor verbaut ist, dann könntet ihr euch die Pause/Play-Funktion sparen.

App – EarFun Audio

Dass EarFun eine richtig gute App hat, sollte mittlerweile klar sein. Die Einstellungsmöglichkeiten sind sehr vielfältig und gehen häufig deutlich über „das Nötigste“ hinaus. Neu hinzugekommen ist eine Variation an Signaltönen statt nur einem universellen Ton. Neben dem Game-Mode lassen sich nun auch extra Spiel-Soundeffekte verstärken. Firmwareupdates gab es im Testzeitraum einige, doch die neueste Funktion ist die Echtzeitübersetzung via KI.

Nach einem holprigen Start, bei dem erstmal gar nichts übersetzt wurde, funktionierte die Übersetzung zuverlässig. Allerdings benötigt ihr dafür ein EarFun-Konto, und die Echtzeitfunktion ist explizit mit „zeitlich begrenzt kostenlos“ markiert. 100% Echtzeit ist es dann auch nicht. Ihr sprecht einen Text ein, er wird als Schrift abgebildet und übersetzt und dann als Sprachausgabe in der gewünschten Sprache ausgegeben. Zumindest diese Sprachausgabe ist sehr natürlich. Allerdings merkt ihr, dass die KI versucht, möglichst kurze, abgeschnittene Sätze zu bilden. Deutsch/Englisch war gar kein Problem. Japanisch/Englisch hatte ein paar Stolpersteine bei der Erkennung.

Sprachqualität der EarFun Clip 2

Da die Clip 2 auf ANC verzichten (was auch wenig Sinn ergibt), bleiben zwei Mikrofone pro Kopfhörer. Auch die Sprachaufnahme soll übrigens KI-gestützt erfolgen. Wie bei den Clip 1 erkennt ihr hier aber den Abstand zu sehr teuren Modellen wie von Huawei. Wind ist eine quasi unüberwindbare Mauer, bei der ihr gar nichts mehr von den Clip 2 versteht. Immerhin konnte EarFun die klangliche Güte verbessern. Blechern haben die Stimmen nicht mehr gewirkt. Hall und einige Umgebungsgeräusche sind dafür weiterhin vorhanden.

Akkulaufzeit der EarFun Clip 2

EarFun Clip 2 Ladecase 1

Mit 60mAh pro Kopfhörer und 490mAh in der Station sind die Clip 2 wie die erste Generation ausgestattet. Auf dem Datenblatt sollen sie eine Stunde länger durchhalten. Das ist Quatsch.

Bei aktiviertem LDAC halten die Buds, laut Datenblatt, zwischen 5 und 6 Stunden. Ohne rund 10 Stunden. In der Praxis hört ihr aber lauter als 50%, daher müsst ihr bei diesen Werten rund eine Stunde abziehen. Besonders in Verbindung mit LDAC hat sich eine Verbesserung ergeben. Ohne LDAC kam Jonas auf 7 bis 8 Stunden bei 80%. Das kann ich ebenfalls bestätigen.

Ab 25% könnt ihr einen Energiesparmodus zuschalten, der die Kopfhörer auf 50% Lautstärke begrenzt. Die Ladezeit der Buds beträgt rund eine Stunde, die Station muss rund zwei Stunden ans Kabel.

Testergebnis

Getestet von
Max Drechsel

Trotz des anfänglichen Preissprungs auf 80€ sind die EarFun Clip 2 eine gute Wahl, besonders wenn ihr seht, was die Konkurrenz so aufruft. Dafür erhaltet ihr einen guten Sound, eine ordentliche Akkulaufzeit, zumindest jetzt noch den KI-Übersetzer und insgesamt viele Anpassungsmöglichkeiten.

Ein Näherungssensor fehlt meiner Ansicht nach bei diesem Preis mittlerweile, und bei der Gesprächsqualität gibt es noch ordentlich Luft nach oben, besonders wenn die Clip 2 für längere Telefonate herhalten sollen.

Im Kern machen die EarFun Clip 2 alles besser als die Clip 1, kosten aber auch mehr. Solltet ihr Interesse haben, wartet am besten auf die Angebote, die sicher kommen. Geht es euch nur darum, erste Erfahrungen mit dem Clip-Design zu sammeln, könnt ihr aber ohne Probleme auch noch auf den Vorgänger, die EarFun Clip (zum Test), setzen.

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