Noch kälter, noch leiser und noch kleiner: Das sind die Aushängeschilder des neuen Lüfters RedMagic Cryo Cooler 8 Air als Smartphone-Zubehör. Der Hersteller lässt die Versionsnummer “7” aus und geht direkt zur “8” über, einer chinesischen Glückszahl. RedMagic hat uns die neueste Version ihrer Lüfter zukommen lassen. Konkret handelt es sich um den RedMagic Cryo Cooler 8 Air oder auch Cooler 8 Air, wie er auf der Verpackung heißt. In unserem kurzen Test klären wir, ob sich Verbesserungen bemerkbar machen.
Design & Verarbeitung
Neben dem Cryo Cooler 8 Air haben wir auch noch den Cooler 8 Pro erhalten, dessen Test in Kürze folgen wird. Mangels anderer Gerätschaften vergleichen wir beide mit dem RedMagic Cooler 6 Pro (zum Test). Das Air-Modell ist bei RedMagic bekanntermaßen die abgespeckte Version. Dennoch misst er 63mm im Durchmesser und ist 21mm hoch. Er wirkt deutlich kleiner als der Cooler 6 Pro, obwohl er den reinen Zahlen nach kaum kleiner ausfällt. Spätestens beim Gewicht merkt ihr aber: 65 Gramm sind definitiv leichter als die 110 Gramm zuvor.
Weitere Abstriche macht ihr beim Gehäuse. Statt eines massiven Aluminiumblocks setzt der RedMagic Cryo Cooler 8 Air auf ein Kunststoffgehäuse. Die Seitenwände, die obere Abdeckung und selbst das Gittermuster über dem Lüfter bestehen aus Plastik. Beim Lüfter selbst handelt es sich um ein Modell mit sieben Blättern.
An der Unterseite befindet sich die Kühlfläche, die mit 45mm im Durchmesser einen großen Bereich abdeckt. Sie besteht auf dieser Seite aus einer Aluminiumlegierung. Dahinter liegt wieder ein Magnet, der diesmal eine Anpresskraft von 8,3 Newton entwickelt. Anders als beim Cooler 6 Pro wird der Lüfter auch nicht langsamer, wenn ihr ihn mit dem mitgelieferten magnetischen Klebepad am Smartphone befestigt. An dieser Stelle hat sich also ebenfalls etwas getan.
Das Herz der Kühlung stellt erneut ein TEC-Kühlelement, auch Peltierelement genannt, dar. Im Zusammenspiel mit einem Lüfter und einem Kupfer- oder Aluminium-Kühlblock erzeugt das System sehr niedrige Temperaturen, die bis in die Minusgrade reichen. Am kältesten Punkt habe ich fast minus 10 Grad Celsius gemessen. Das ist tatsächlich noch kälter als beim Cooler 6 Pro. Welches Material RedMagic zum Kühlen verwendet, ist nicht angegeben. Da der RedMagic Cooler 8 Air mit rund 40€ jedoch erschwinglich ausfällt, tippe ich auf einen Aluminiumblock. Die Verarbeitung ist dennoch gelungen und vermittelt eine gewisse Wertigkeit und Stabilität.
Lieferumfang
Eine schlichte Verpackung für den Lüfter und eine noch schlichtere für die optionalen Halteklammern. Ihr könnt den Kühler also entweder magnetisch oder mit Klammern befestigen. Beides funktioniert sehr gut. Der Aufpreis für das Set mit Halteklammer liegt bei rund 5€.
- RedMagic Cooler 8 Air
- USB-C auf USB-C-Kabel (ca. 1,5m)
- Magnetisches Klebepad
- Zweisprachige Bedienungsanleitung (Englisch, Chinesisch)
- Extra: Halteklammer
Lautstärke
RedMagic gibt für den Lüfter bis zu 6.000U/min an. Dabei ist er erstaunlich leise. Das gilt besonders im Vergleich zum RedMagic Cooler 6 Pro, den ich als recht laut empfunden habe. Der Hersteller gibt an, dass im langsamsten Modus nur 30dB erreicht werden, wobei ihr fairerweise bedenken müsst, dass sich die drei verfügbaren Leistungsmodi kaum unterscheiden.
Die kleine LED neben dem USB-C-Port zeigt diese an. Blau bedeutet „volle Pulle“ und soll laut Datenblatt Eis darstellen. Türkis bildet den Übergang als Zwischenstufe und Gelb/Orange zeigt an, dass dies die wärmste Einstellung ist, bevor sich der Lüfter per Knopfdruck deaktiviert. Danach startet er durch erneuten Druck wieder bei Blau.
- niedrigste Stufe
- höchste Stufe
Die Lautstärke habe ich mit einem Schallpegelmessgerät gemessen. Wir betreiben hier keine Raketenwissenschaft. Dennoch komme ich auf deutlich höhere Werte, nämlich rund 60dB direkt am Lüfter bei voller Leistung und 57dB auf der niedrigsten Stufe. Halte ich das Messgerät etwa 60cm entfernt an mein Ohr und richte das Smartphone wie beim Spielen aus (der Lüfter befindet sich in diesem Fall auf der abgewandten Seite), erreicht die Messung ziemlich genau 45dB.
Ich kann also nicht sagen, wie RedMagic auf die angegebenen 30dB kommt, sicher aber nicht in den üblichen Anwendungsfällen. Der Test hat außerdem gezeigt, dass ein Ändern der Lüftergeschwindigkeit kaum Auswirkungen auf die Lautstärke hat.
Die App-Integration hat sich RedMagic bei diesem Modell gespart. Es gibt also keine weiteren Anpassungsmöglichkeiten bei der Lautstärke oder der LED-Beleuchtung.
Kühlleistung
Wie auch schon in unserem letzten Testbericht zum Cooler 6 Pro gilt: Es ist nicht schwierig, die Temperatur am Sensor auf Minusgrade zu senken, wenn kein Gerät mit seiner Abwärme dagegenhält. Daher schnallen wir den RedMagic Cooler 8 Air wieder auf das Nubia Z60 Ultra (zum Test). Wir befestigen den Lüfter direkt unter der Kamera-Hügellandschaft. Der Hotspot liegt jedoch direkt unter dem üppigen Kameramodul.
Weil das Nubia Neo 3 GT 5G aus dem letzten Test schon regulär wenig mit Überhitzung zu kämpfen hatte, habe ich mich stattdessen für ein gutes, altes Gaming-Smartphone mit deutlich mehr Power, aber auch mehr Abwärme entschieden. Zum Einsatz kommt das Xiaomi Black Shark 5 Pro (zum Test). Dieses setzt auf einen Snapdragon 8 Gen 1. Durch das schlankere Format des Black Shark entsteht hier ein deutlich größeres Wärmeempfinden. Der Hotspot liegt zwar links neben dem Kameramodul, dort lässt sich der Kühler aber nicht fixieren, wodurch wir wieder direkt unterhalb der Kamera landen.
- Erst Kondenswasser
- dann Frost
- bei -10°C
Wir starten mit dem Nubia Z60 Ultra. Das Bild aus unserem letzten Test wiederholt sich hier, vor allem beim 20-minütigen Belastungstest. Ohne Kühlung hält das Nubia seine maximale Leistung nur für kurze Zeit. Mit Kühlung verläuft der Graph deutlich gleichmäßiger. Ein wenig Drosselung findet zwar noch statt, ihr könnt jedoch deutlich erkennen, dass auch das kleinere Lüftermodell ordentlich Performance herauskitzeln kann.
Bei den Grafik-Benchmarks sieht es etwas anders aus. Der „3DMark Wild Life Extreme“-Stresstest fordert das Nubia Z60 Ultra immer noch, doch die Wärme- oder Lastentwicklung scheint nicht groß genug zu sein, um das Gerät ordentlich aufzuheizen. Dementsprechend hat auch die zusätzliche Kühlleistung nur geringe Auswirkungen auf den Punktestand und die Graphen.
- Ohne Kühler
- Mit Kühler 8 Air
- Ohne Kühler
- Mit Cooler 8 Air
- Kühler neben Kamera
Obwohl weniger Platz zur Wärmeabfuhr zur Verfügung steht, zeigt sich beim Black Shark 5 Pro ein ähnliches Verhalten. In den Lasttests über 20 Minuten arbeitet die CPU deutlich stabiler und taktet vor allem höher. Die Graphen verlaufen hier konstanter. Die Werte, vor allem die niedrigsten Durchlaufwerte, fallen deutlich höher aus und liegen näher an den besten Durchläufen. Im oben genannten „Wild Life Extreme“-Stresstest trennen den besten und schlechtesten Durchlauf nur 80 Punkte, die Stabilität steigt auf über 95%. Ohne Lüfter sind es 10% weniger und ganze 338 Punkte Abfall, obwohl der beste Durchlauf nahezu identisch ausfällt.
- Ohne Kühler
- Mit Cooler 8 Air
- Ohne Kühler
- Mit Cooler 8 Air
Dagegen ist „Steel Nomad Light“ heftig für das Black Shark. Entweder können die Renderpipelines gar nicht schnell genug gefüttert werden, oder der Benchmark ist hervorragend optimiert. Jedenfalls macht die Kühlung keinen nennenswerten Unterschied, und auch die Auslastung liegt in einem hohen Bereich, egal ob mit oder ohne Lüfter.
Bei den Grafikbenchmarks gibt es zwar in Punkten größere Sprünge als beim Nubia, aber insgesamt reicht die Last beziehungsweise die Wärmeentwicklung durch diese Tests nicht aus, um einen signifikanten Unterschied aufzuzeigen.
Testergebnis
Ihr könnt es euch vielleicht schon denken: Im Kern ist die Aussage identisch zum RedMagic Cooler 6 Pro. Der Kühler hat definitiv Einfluss auf die Leistung des Smartphones, lässt die CPU und den Speicher länger und höher takten und reduziert gleichzeitig die Wärme am gesamten Gerät signifikant.
Mit der Halterung, egal ob Magnet oder Klammer, ist der Lüfter schnell montiert. Lediglich die zusätzliche Stromzufuhr ist etwas ungewohnt. Zwar könnt ihr nach wie vor das Smartphone selbst als Stromquelle nutzen, könnt dann aber nicht die volle Leistung des Kühlers abrufen.
Kritik an Gewicht und Lautstärke bleibt bestehen, aber RedMagic hat sich hier im Vergleich zum Cooler 6 Pro deutlich verbessert. Besonders die Lautstärke und ihre Frequenz empfinde ich persönlich als deutlich angenehmer.
In puncto Performance und Preis-Leistungs-Verhältnis können wir den Kühler bedenkenlos empfehlen. Einzig die Bereitschaft, sich ein solches Gerät für das Smartphone-Gaming zuzulegen, dürfte in unseren Breitengraden eher gering ausfallen. In Asien wird jedoch deutlich mehr am Smartphone gespielt und bei tropischen Temperaturen oft auf solche Kühllösungen zurückgegriffen.
Wollt ihr das Gerät ausprobieren oder habt ihr einen anderen potenziellen Einsatzzweck, müsst ihr akzeptable 39€ bezahlen. Soll der RedMagic Cooler 8 Air gleich mit der Klammer zu euch kommen, sind es 44€. Falls euch das Thema anspricht, haben wir in den kommenden Tagen zusätzlich noch einen kurzen Testbericht zum RedMagic Cooler 8 Pro.
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