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Dashcam

Smartzone testet für euch die aktuellen Dashcams für den Einsatz im Auto. Der Markt hat sich in den letzten Jahren spürbar gewandelt, weg von der reinen Frontkamera hin zu Mehrkanal-Systemen, die neben der Straße vor euch auch das Heck, den Innenraum und teils sogar die Seitenbereiche abdecken. Modelle von 70Mai, Viofo, Botslab, Nextbase, Garmin, Vantrue, Thinkware oder DDPai setzen dabei auf große Sony-Sensoren, STARVIS 2 für Nachtaufnahmen, 4K-Auflösung und regelmäßig auf Sprachsteuerung sowie App-Anbindung per WLAN.

Die Preisspanne reicht von rund 60€ für einfache Einstiegsmodelle bis über 500€ für 3- und 4-Kanal-Systeme mit Parkmodus und Hardwirekit. Umso wichtiger ist eine ehrliche Testeinordnung, denn zwischen Herstellerangaben zur Bildqualität und der tatsächlichen Praxisleistung liegen oft Welten.

Zur Dashcam-Bestenliste

In unserer Bestenliste wählen wir anhand verschiedener Testkriterien die passende Dashcam für eure Bedürfnisse aus. Dabei berücksichtigen wir nicht nur die reine Bildqualität, sondern kategorisieren zusätzlich nach Kanalanzahl, Einsatzzweck und Preisklasse. Für den sicheren Einsatz testen wir auch relevantes Zubehör wie microSD-Karten und Hardwirekits.

Rechtliches: Dashcams in Deutschland

Der Einsatz von Dashcams ist in Deutschland grundsätzlich erlaubt, unterliegt aber Einschränkungen durch die DSGVO und Persönlichkeitsrechte. Vereinfacht gesagt: Nicht das Gerät ist illegal, sondern die dauerhafte und anlasslose Aufzeichnung von Menschen im öffentlichen Raum kann es sein. Wer sich an Loop-Aufnahme mit kurzen Intervallen und anlassbezogene Speicherung durch den G-Sensor hält, hat rechtlich nichts zu befürchten.

Das BGH-Urteil aus dem Jahr 2018 (Az. VI ZR 233/17) hat klargestellt, dass Dashcam-Aufnahmen im Streitfall vor Gericht als Beweismittel verwertbar sein können, auch wenn ihre Erhebung datenschutzrechtlich nicht durchgängig sauber ist. In der Kernabwägung steht das berechtigte Interesse an der Beweissicherung gegen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung.

Kritischer ist der Parkmodus, wie ihr ihn unter anderem vom Tesla „Sentry Mode” („Wächter”) kennt. Hier zeichnet die Kamera ohne konkreten Anlass auf, sobald sie eine Bewegung oder Erschütterung erkennt. Solange nur kurze Sequenzen nach einem G-Sensor-Trigger gespeichert werden, ist das vertretbar. Permanente Aufzeichnung im Parkmodus ist datenschutzrechtlich problematisch. Die vollständige Einordnung findet ihr in unserem ausführlichen Artikel zur Dashcam-Rechtslage in Deutschland.

Technologie der Dashcams im Überblick

Moderne Dashcams unterscheiden sich in vier zentralen Bereichen: dem Sensor und der Auflösung, der Anzahl der Kanäle, der Stromversorgung mit Parkmodus und den Extras wie Sprachsteuerung, GPS oder CPL-Filter.

Sensor und Auflösung

Der Bildsensor ist das Herz jeder Dashcam. Aktuelle Premium-Modelle setzen auf Sony-Sensoren aus der IMX-Reihe, vor allem den IMX678 in der Frontkamera. Wichtig ist dabei nicht allein die Auflösung von 4K, sondern die Sensorgröße und die Blende. Ein 1/1,8-Zoll-Sensor mit f/1,8-Blende liefert bei Nacht deutlich mehr Details als ein kleinerer Sensor mit gleicher Auflösung. Die Kennzeichnung STARVIS 2 steht dabei für die aktuelle Sony-Generation mit besonders guter Lichtempfindlichkeit. 4K wird meist mit 30 Bildern pro Sekunde kombiniert, einige aktuelle Modelle bieten aber auch 60 Bilder pro Sekunde und erfassen damit schnell vorbeiziehende Kennzeichen und Verkehrssituationen klarer.

Kanal-Konzepte

1-Kanal-Dashcams decken nur die Front ab und eignen sich für die Basisabsicherung. 2-Kanal-Modelle mit zusätzlicher Heckkamera sind der aktuelle Standard und für die meisten Fahrer die richtige Wahl. 3-Kanal-Systeme ergänzen eine Innenraumkamera, sinnvoll für Uber-, Taxi- oder Familienfahrzeuge. 4-Kanal-Systeme mit zusätzlichen Seitenkameras bieten Rundumüberwachung und entfalten ihre Stärke vor allem im Parkmodus. Wichtig zu wissen: Die Qualität der Zusatzkameras variiert stark. Einige Hersteller verbauen in der Rückkamera den gleichen Top-Sensor wie in der Front, andere sparen hier deutlich.

Stromversorgung und Parkmodus

Für den Fahrbetrieb reicht der Anschluss an den Zigarettenanzünder. Wer den Parkmodus nutzen möchte, benötigt ein Hardwirekit, das ihr direkt an den Sicherungskasten oder die Batterie anschließt. Dabei liefert es Dauerplus, Zündungsplus und Masse. Ein integrierter Spannungswächter schaltet die Kamera bei kritischer Batteriespannung ab, typisch bei 11,8 Volt. Als Energiespeicher setzen aktuelle Modelle zunehmend auf einen Superkondensator statt auf einen Akku. Er ist deutlich temperaturbeständiger und für Betriebstemperaturen von -20°C bis +65 oder +70°C ausgelegt.

Extras

Sprachsteuerung ist bei vielen Modellen mittlerweile Standard, allerdings meist nur mit englischen Kommandos. GPS-Integration mit Geschwindigkeitserfassung liefert Zusatzdaten für die Beweissicherung. Ein CPL-Filter reduziert Reflexionen der Windschutzscheibe im Bild und ist bei einigen Herstellern serienmäßig dabei, bei anderen kostet er Aufpreis. Fahrassistenten wie Spurhalte- oder Auffahrwarner sind bei den meisten Modellen an Bord, in modernen Fahrzeugen aber überflüssig und in älteren durch Fehlerkennungen oft nervig.

Unsere Testkriterien: So testen wir Dashcams

Dashcam-Tests laufen in vielen Portalen nach dem gleichen Schema: Kamera auspacken, Datenblatt vorlesen, Beispielvideo bei Sonnenschein, Fazit. Das reicht uns nicht. Bei uns bleibt jede Dashcam mindestens zwei Wochen im Fahrzeug, bei Tag, Nacht, Regen, Gegenlicht, im Parkmodus und mit realer App-Nutzung. Wir prüfen die Kennzeichenerkennung nicht auf einem Testbild, sondern im realen Verkehr bei unterschiedlichen Abständen und Geschwindigkeiten.

Lieferumfang und Aufbau (Gewichtung 5%)

Der Lieferumfang sollte vollständig sein und alle für den Erstbetrieb notwendigen Teile enthalten: Halterung, Kabel in ausreichender Länge, Montagehebel für die Verkleidung und idealerweise eine geeignete microSD-Karte sowie einen CPL-Filter. Ein zusätzlicher Hinweisaufkleber ist ein Plus. Wir bewerten hier auch den Aufwand für die Verlegung des Kabels zur Heckkamera, das oft 6 Meter lang sein muss.

Design und Verarbeitung (Gewichtung 5%)

Wichtigste Kriterien sind die Verarbeitungsqualität und die Alltagstauglichkeit im Fahrzeug. Displaygröße, Bedienelemente, Position der Anschlüsse und die Betriebstemperatur (typisch -20°C bis +65 oder +70°C) fließen ein. Ein sehr großes Gehäuse kann den Fahrerblick beeinträchtigen, ein zu kleines Display bei direktem Sonnenlicht unlesbar werden.

Bildqualität Frontkamera (Gewichtung 30%)

Das zentrale Kriterium. Wir prüfen Detailtiefe, Kennzeichenerkennung bei 30, 50 und 70km/h Relativgeschwindigkeit, den Dynamikumfang bei Gegenlicht, die Nachtbildqualität mit STARVIS 2, die HDR-Wirkung und die Stabilisierung. Eine Kamera, deren Bild bei Sonnenschein brilliert, bei Nacht aber im Rauschen versinkt, ist keine gute Dashcam.

Bildqualität Zusatzkameras (Gewichtung 15%)

Heck, Innenraum und Seiten bewerten wir jeweils separat. Bei der Heckkamera prüfen wir die Kennzeichenerkennung des Hinterfahrers, bei der Innenraumkamera die Qualität mit und ohne Infrarot-LEDs im Dunkeln, bei den Seitenkameras die Abdeckung des Bereichs Außenspiegel und Türeinstieg. Große Qualitätsunterschiede zwischen Front- und Rückkamera bewerten wir kritisch.

Montage und Installation (Gewichtung 5%)

Wir dokumentieren die Kabelverlegung im Testfahrzeug, die Verlegemöglichkeiten über A-Säule, Dachhimmel oder Fußraum und den Anschluss des Hardwirekits. Bei modernen Fahrzeugen mit Batteriemanagement wird der Anschluss an Dauerplus zunehmend anspruchsvoll. Wir sagen euch klar, ob die Installation für Laien machbar ist oder ob ihr besser in die Fachwerkstatt geht.

Parkmodus und Batterieschutz (Gewichtung 15%)

Wir prüfen, ob der Parkmodus überhaupt ohne Hardwirekit funktioniert, welche Abschaltspannung hinterlegt ist und wie zuverlässig der G-Sensor und die Bewegungserkennung arbeiten. Im Praxistest lösen wir Ereignisse gezielt aus und prüfen, ob die Sequenzen sauber gespeichert werden. Auch die reale Batteriebelastung im Standbetrieb ordnen wir ein.

App und Bedienung (Gewichtung 10%)

Wir prüfen den WLAN-Standard (2,4GHz, 5GHz oder Wi-Fi 6), die reale Übertragungsgeschwindigkeit in MB/s, die Kabelübertragung als Alternative, die Menüstruktur und die deutsche Sprachverfügbarkeit. Eine Dashcam-App sollte Live-View, Download der Aufnahmen, alle Einstellungen und Firmware-Updates ermöglichen.

Sprachsteuerung und Extras (Gewichtung 5%)

Die Sprachsteuerung prüfen wir auf Zuverlässigkeit bei realer Fahrgeräuschkulisse, das GPS auf die Genauigkeit der Geschwindigkeitserfassung. ADAS-Assistenten bewerten wir pragmatisch: In modernen Fahrzeugen sind sie meist überflüssig, in älteren nur begrenzt hilfreich.

Firmware und Support (Gewichtung 5%)

Wie oft kommen im Testzeitraum Updates? Läuft der Update-Prozess sauber über die App oder umständlich über SD-Karte? Ein Hersteller, der seine Kameras aktiv pflegt, verdient hier Pluspunkte.

Preis-Leistungs-Verhältnis (Gewichtung 5%)

Direkter Vergleich zur Konkurrenz in gleicher Klasse und Kanalanzahl.

Sonstiges

Selbstverständlich betrachten wir in unseren Tests weitere Aspekte wie das Startverhalten nach dem Zündungswechsel, die Zuverlässigkeit bei kritischen Temperaturen (Sommer-Hitze, Winter-Frost), die Loop-Aufnahme-Optionen (1, 3 oder 5 Minuten) und die maximale unterstützte SD-Karten-Größe (typisch 256 oder 512GB). Diese fließen in die jeweilige Kategorie ein.

Besondere Funktionen einer Dashcam

Funktionen, die ein Modell deutlich von der Konkurrenz abheben, betrachten wir gesondert. Beispiele sind die identische Sensor-Ausstattung von Front- und Heckkamera bei der Viofo A229 Ultra (zum Test), der 4-Kanal-Aufbau ohne zusätzlichen Kabelaufwand bei der Botslab G980H 4-Kanal (zum Test) oder die 4K-Aufnahme mit 60 Bildern pro Sekunde beim aktuellen Top-Modell von 70Mai.

Sicherheit

Sollte es im Test zu sicherheitsrelevanten Mängeln kommen, etwa bei der Hardwirekit-Absicherung oder der Batterie-Abschaltung im Parkmodus, führt dies zur sofortigen Abwertung. Die Sicherheit eures Fahrzeugs und der Fahrzeugelektrik hat oberste Priorität.

Welche Dashcam ist die richtige für mich?

Die wichtigste Frage vor dem Kauf ist die nach eurem Einsatzzweck: Reicht euch die reine Fahrtdokumentation, wollt ihr euer Fahrzeug auch im Parkmodus überwachen, seid ihr als Uber- oder Taxifahrer unterwegs, oder braucht ihr eine Rundumüberwachung für ein Wertfahrzeug? In unserer Dashcam-Bestenliste findet ihr unsere konkreten Modellempfehlungen, aufgeteilt nach Kanalanzahl, Einsatzzweck und Preisklasse. Vom kompakten 1-Kanal-Einstiegsmodell bis zum 4-Kanal-System mit Rundumüberwachung ist alles dabei.

Häufige Fragen rund um Dashcams: FAQ

Hier klären wir die wichtigsten Fragen zum Thema Dashcam. Sollten euch noch weitere Fragen unter den Nägeln brennen, könnt ihr uns gerne kontaktieren.

Ja, mit Einschränkungen. Der Einsatz ist grundsätzlich zulässig, solange die Aufnahmen anlassbezogen gespeichert werden. Das BGH-Urteil aus 2018 (Az. VI ZR 233/17) hat klargestellt, dass Dashcam-Aufnahmen im Streitfall vor Gericht verwertbar sein können. Die vollständige Einordnung findet ihr in unserem Artikel zur Dashcam-Rechtslage in Deutschland.
Ja. Anlassbezogene Sequenzen, die durch einen G-Sensor-Trigger oder manuell gesichert wurden, dürft ihr an Polizei, Versicherung oder Anwalt weitergeben und vor Gericht einbringen. Die öffentliche Verbreitung, etwa auf YouTube, ist dagegen nur mit Verpixelung von Kennzeichen und Personen zulässig.
2-Kanal-Systeme filmen Front und Heck, das ist der aktuelle Standard für die meisten Fahrer. 3-Kanal-Systeme ergänzen eine Innenraumkamera und eignen sich für Uber, Taxi oder Familienfahrzeuge. 4-Kanal-Systeme decken zusätzlich die Seiten ab und entfalten ihre Stärke im Parkmodus mit Rundumüberwachung.
STARVIS 2 ist die aktuelle Sony-Sensor-Generation mit besonders hoher Lichtempfindlichkeit. Für Nachtaufnahmen und Fahrten in der Dämmerung macht sie einen spürbaren Unterschied. Wer viel im Dunkeln fährt, sollte auf STARVIS 2 in der Frontkamera achten.
Ein CPL-Filter (Polarisationsfilter) reduziert Reflexionen der Windschutzscheibe im Bild und verbessert die Farbtreue. Er ist keine Pflicht, macht das Bild aber sichtbar sauberer. Einige Hersteller liefern ihn serienmäßig mit, bei anderen kostet er Aufpreis.
Der Parkmodus dokumentiert Rempler, Vandalismus oder verdächtige Annäherungen, während euer Fahrzeug abgestellt ist. Voraussetzung ist ein Hardwirekit, das die Kamera dauerhaft mit Strom versorgt und dabei die Batterie vor Tiefentladung schützt. Ohne Hardwirekit endet der Parkmodus nach kurzer Zeit, weil die Kamera keinen Strom mehr bekommt.
Nein, für den reinen Fahrbetrieb reicht der Anschluss am Zigarettenanzünder. Wer den Parkmodus mit Rundumüberwachung nutzen will, kommt am Hardwirekit aber nicht vorbei. Achtung: In modernen Fahrzeugen ist der Anschluss zunehmend anspruchsvoll, weil Bus-Kabel und Batteriemanagement die Elektrik komplexer machen. Im Zweifel Fachwerkstatt.
Für Dashcams eignen sich Karten der Klasse U3 oder V30 (UHS-1) mit mindestens 128GB, idealerweise mit A2-Kennzeichnung. Kleinere oder langsamere Karten führen zu Aussetzern in der Aufnahme. Wichtig ist auch die Temperaturbeständigkeit, gerade im Winter.

Alle Tests findet ihr oben in der Übersicht, für eine konkrete Empfehlung schaut in die Dashcam-Bestenliste!

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