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Anker Solix Solarbank Max AC Stromspeicher im Test

Getestet von Lennart Moog am
Vorteile
  • nahezu perfekte Nulleinspeisung
  • nutzbare Kapazität nahezu identisch mit Angabe
  • präzise Überwachung mit Smart Meter Gen 2
  • lokale Modbus-Schnittstelle
  • modular bis 42kWh erweiterbar
  • kompatibel mit jeder bestehenden PV-Anlage
Nachteile
  • durchschnittlicher Wirkungsgrad
  • sehr schwer (73kg)
  • kein LAN-Port
  • volle Leistung erfordert Elektroinstallation
  • benötigt Erweiterungsakku für max. Leistung
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Anker hat die Solarbank Max AC im April vorgestellt und wie der Name verrät, unterscheidet sie sich von den restlichen bekannten DC-Speichern des Herstellers. Dieser Speicher richtet sich insbesondere an Besitzer von PV-Anlagen auf dem Dach, die bisher keinen Speicher im Einsatz haben. Balkonkraftwerk-Nutzer spricht sie dagegen nicht an. Das Kernversprechen eines solchen Speichers ist, dass er mit Wechselrichtern jeder Art und jedes Herstellers kompatibel ist und sich als Plug-and-Play-Lösung betreiben lässt. Im nachfolgenden Test klären wir, ob die Anker Solix Solarbank Max AC hält, was sie verspricht, und wie sie sich im Alltag schlägt.

Anker Solarbank Max AC Design 4

Gegenstand des zweiwöchigen Tests ist die Haupteinheit der Solarbank Max AC ohne Erweiterungsakku in Zusammenarbeit mit einem Anker Smart Meter Gen 2. Alle Kapazitäts- und Leistungsangaben beziehen sich daher auf die Basiskonfiguration mit 7kWh.

Einordnung AC-Speicher

Das AC im Namen der Solarbank Max AC sagt aus, dass der Speicher direkt und ausschließlich am Hausnetz angeschlossen ist. Anders als bei einem DC-Speicher eines Balkonkraftwerks, wie der Solarbank 4 Pro (zum Test), hängen die PV-Module nicht direkt am Speicher, sondern verbleiben am einspeisenden Wechselrichter der vorhandenen PV-Installation. Das Smart Meter sitzt im Sicherungskasten und steuert den Speicher, indem es den Stromüberschuss im Haushaltsnetz erfasst. Mit der Solarbank 2 AC (zum Test) hatte Anker schon einmal ein ähnliches Konzept im Angebot. Kapazität und Leistung blieben dort aber deutlich hinter dem heutigen Testkandidaten zurück und das System bewegte sich eher im Balkonkraftwerk-Spektrum.

Anker Solix SolarbankMaxAC PlugPlay

Die offensichtliche Einfachheit eines solchen AC-Speichers hat natürlich auch einen Nachteil: höhere Wandlungsverluste. Während DC-Speicher (direkt mit den Solarmodulen gekoppelt) für die Speicherung lediglich die Gleichspannung auf die Akkuspannung anpassen müssen (DC-DC-Wandlung), sieht das bei der Solarbank komplizierter aus. Der externe Wechselrichter wandelt den PV-Strom von DC (Gleichspannung) in AC (Wechselspannung). Die Solarbank muss dies für die Speicherung wieder in Gleichspannung umwandeln. Bei der Entladung wandelt sie diesen DC-Strom für die Netzeinspeisung erneut in AC (DC → AC (Wechselrichter), AC → DC (Ladung), DC → AC (Entladung)). Wie alle Speichersysteme für vollwertige PV-Anlagen muss die Solarbank Max AC zwingend beim Netzbetreiber und der Bundesnetzagentur angemeldet werden.

Lieferumfang der Solarbank Max AC

Die Anker Solarbank Max AC kommt in einem großen Karton. Aufgrund des hohen Gewichts von 73 Kilogramm und der Abmessungen des Kartons muss sie mittels Spedition versendet werden. Der Aufbau ist somit kein Ein-Personen-Job. Hier solltet ihr weitere helfende Hände einplanen.

Anker Solarbank Max AC Verpackung 2

In der Transportbox liegen die gut gesicherte Solarbank, Stahlwinkel für die Wandmontage und ein drei Meter langes AC-Kabel mit Schuko-Stecker. Dazu kommt eine Installationsanleitung. Wandmontage bedeutet hierbei aber nicht, dass die Solarbank in der Luft hängt. Die Winkel sorgen schließlich „lediglich” dafür, dass sie weit genug von der Wand wegsteht und kein Hitzestau entsteht. Zudem dienen die Winkel bei mehreren Akku-Erweiterungen als Stabilisator des Speicherturms.

Anker Solarbank Max AC Verpackung 1

Separat erhältlich ist unter anderem das Smart Meter Gen 2, das Michael im Test zur Solarbank 4 Pro bereits ausführlich beschrieben hat. Der größte Vorteil dieses Smart Meters ist, dass es über Dual-Circuit-Monitoring auch einen zweiten Stromkreis wie den der PV-Anlage erfassen kann. Schade, dass Anker dieses Smart Meter hier nicht standardmäßig mitliefert. Immerhin bietet es praktisch unverzichtbare Funktionen für diesen AC-Speicher.

Technische Daten

Das Basismodul der Solarbank Max AC speichert laut Herstellerangaben bis zu 7kWh in seinen LFP-Zellen. Diese Kapazität könnt ihr mit bis zu fünf Erweiterungs-Akkus, die jeweils ebenfalls 7kWh fassen, auf bis zu 42kWh ausbauen. Das ist eine ganz andere Liga als normale Balkonkraftwerke. Ein durchschnittlicher deutscher Einfamilienhaushalt verbraucht von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang bei einer Grundlast von 150-500 Watt etwa 1,2kWh bis 4kWh. Somit reicht das Basismodul für dieses Szenario aus. Wer mehr braucht, muss zwingend zur Erweiterung mittels BP7000 greifen. Die Akkupacks der Solarbank 2/3/4 von Anker sind aufgrund ihrer kleinen Bauform nicht kompatibel.

Anker Solix

Der bidirektionale Wechselrichter bietet 3.500W und eine Maximalleistung von 3,68kVA. Das Basismodul erreichte im Test die angegebenen 3.500W. Diese Ausgangsleistung empfehlen wir allerdings nur, wenn die Solarbank Max AC mindestens über eine Wieland-Steckdose an einem eigenen Stromkreis hängt. Alternativ nehmt ihr sie per Festanschluss im Verteilerkasten in Betrieb. Beide Varianten erfordern eine Installation durch eine Elektrofachkraft. Für den Betrieb als Plug-and-Play-Gerät an einer haushaltsüblichen Schuko-Steckdose liegt die maximale Ausgangsleistung bei 800W. Ihr könnt die Leistung in der App zwar auch mit Schuko-Stecker auf bis zu 3.500W anheben, davon raten wir aber ab. Wer die volle Leistung ausschöpfen möchte, muss auf eine Elektriker-Installation zurückgreifen.

Laden & Entladen

Die Anker Solarbank Max AC lädt mit maximal 3.500W. Im Testzeitraum speiste die PV-Anlage aber besonders mittags mit bis zu 8.000W ein. Um die Leistung sinnvoll abgreifen zu können, wäre eine noch höhere Ladeleistung besonders im Sommer wertvoll. Bei der Einspeiseleistung stehen ebenfalls 3.500W bereit. Über die integrierte Off-Grid-Steckdose liefert sie für rund zehn Sekunden sogar bis zu 5.250W. Kommt mindestens ein Akkupack hinzu, steigt diese Peak-Ausgangsleistung auf 7.500W. Bei Stromausfall deckt sie damit gleichzeitige Anlaufströme verschiedener Geräte ab. Eine einsekündige Spitzenleistung soll bei 7kW (Basis) und 10kW (mit Erweiterung) ermöglicht werden.

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Anders als herkömmliche DC-Balkonspeicher bietet die Solarbank Max AC keine MPPT-Eingänge für den direkten PV-Modulanschluss. Die bestehende PV-Anlage speist wie gewohnt über ihren eigenen Wechselrichter ins Hausnetz ein. Erst dort erfasst das Smart Meter den Überschuss und steuert darauf basierend den Speicher. Ist ein Einspeiseüberschuss vorhanden und die Solarbank Max nicht voll geladen, lädt sie mit dem überschüssigen Strom. Bemerkt das Smart Meter, dass mehr Strom abgenommen wird als die PV-Anlage aktuell liefert, veranlasst es die Solarbank zum Entladen, um den Bedarf zu decken. Dadurch ist das Speichersystem mit sämtlichen Herstellern und Modellen von PV-Anlagen kompatibel. Die integrierte AC-Steckdose direkt an der Solarbank Max AC versorgt den Haushalt bei Stromausfall im Off-Grid-Betrieb innerhalb von zehn Millisekunden mit Strom. Das soll insbesondere verhindern, dass Router oder NAS-Systeme bei Stromausfall offline gehen.

Design & Verarbeitung

Die Solarbank Max AC ist unverkennbar eine Speicherlösung von Anker. Auch dieses Gerät kommt in einem schwarz-grauen Aluminiumgehäuse, dessen Front ein horizontal angeordnetes Display ziert. Links und rechts sitzen zwei integrierte Tragegriffe, an der Rückseite finden sich die klassischen Kühlrippen und die notwendigen Anschlüsse inklusive der AC-Steckdose. Die Verarbeitung ist insgesamt auf einem gewohnt hohen Niveau. Scharfe Kanten gibt es keine und auch überdimensionale Spaltmaße sucht ihr vergeblich.

Die Abmessungen bewegen sich allerdings in einer etwas anderen Dimension und heben sich von den restlichen Speicherlösungen des Herstellers ab. Mit 670 x 356 x 325 Millimeter (B x H x T) ist die Solarbank Max AC gut ein Drittel breiter als die Solarbank 4 Pro. Der große Kasten bringt zudem stolze 73kg auf die Waage. Jeder Erweiterungsakku schlägt noch einmal mit 63kg zu Buche. Der Aufbau erfordert also mehr als eine Person. Aufgrund des Gewichts, das das System im Vollausbau erreichen kann (388kg bei 1x Basismodul + 5x BP7000), solltet ihr den Aufstellort vorher sorgfältig auswählen. Dank IP66-Zertifizierung und C5-Korrosionsschutzklasse ist das System auch für den Außeneinsatz gerüstet. Es besitzt eine aktive Heizung für den Wintereinsatz und erlaubt den Betrieb bei Temperaturen zwischen -20°C und +55°C. Dennoch empfiehlt sich ein sonnengeschützter Standort, denn andernfalls könnte sich die Solarbank zu schnell aufheizen. Die LFP-Zellen sind auf 10.000 Ladezyklen ausgelegt, was laut Anker rund 15 Jahren entspricht. Bei einem Zyklus pro Tag landet man jedoch bei 27 Jahren. Der Hersteller gewährt 10 Jahre Garantie auf den Speicher.

Installation und Inbetriebnahme

Im Grunde kann die Installation der Anker Solarbank Max AC dank Plug-and-Play „kinderleicht” sein: Schuko-Stecker in die Steckdose, Smart Meter einbauen und los geht’s. Dann müsst ihr aber mit den bereits erwähnten Einschränkungen bei der Leistung leben. Für die volle Leistung führt der Weg über eine Wieland-Steckdose oder eine Festinstallation direkt am Stromkreis durch einen Elektriker.

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In unserem Fall haben wir die Solarbank Max AC direkt per Festanschluss am Verteilerkasten angeschlossen, womit die volle Leistung zur Verfügung steht. Grundsätzlich eignet sich die Solarbank für sämtliche Aufstellorte. Neben einem schattigen Platz solltet ihr aber auch auf stabilen WLAN-Empfang am Aufstellort achten. Einen LAN-Port bietet sie leider nicht. Bei uns steht sie direkt im Keller in der Nähe des Verteilerkastens, ein WLAN-Repeater stellt die Kommunikation jederzeit sicher. Beachten solltet ihr zudem, dass sie sich lediglich mit 2,4GHz-Netzen verträgt.

Je nach Anschlussart variiert die Installationszeit. Bei einer Elektriker-Installation solltet ihr diesen rechtzeitig anfragen, denn seine Verfügbarkeit kann sonst schnell zum größten Blocker im gesamten Installationsprozess werden.

Steuerung mit der Anker App

Auch die Solarbank Max AC steuert ihr über die Anker App. Im Vergleich zur Solarbank 4 Pro hat sich an der Funktionsweise der App nur wenig geändert, weshalb wir hier nur einen kurzen Blick auf die wichtigsten Punkte werfen.

Nachdem ihr euch in der App registriert habt, erkennt sie sämtliche Anker-Geräte in der Umgebung mittels Bluetooth-Scan. Das funktionierte im Test einwandfrei, sowohl Solarbank Max AC als auch Smart Meter Gen 2 tauchten innerhalb weniger Augenblicke in der App auf. Anschließend verknüpft ihr beide Geräte zu einem zusammenhängenden System und stellt eine Verbindung zum WLAN her.

Nach der Überprüfung und einer eventuellen Installation von Updates führt das System einen Selbsttest durch und stellt so die fehlerfreie Installation sicher. Erkennt es keine Fehler, kann der eigentliche Betrieb sofort beginnen. Andernfalls bietet die App Hilfestellung in Form genauer Fehlermeldungen mit Verbesserungsvorschlägen. Zudem lassen sich etwa die Messklemmen manuell in ihrer Messrichtung drehen, ohne dass ihr erneut in den Sicherungskasten eingreifen müsst.

Betriebsmodi

Zur täglichen Steuerung stehen insgesamt fünf Betriebsmodi zur Verfügung:

    • Anker App 11Smart Modus: Passt sich automatisch dem Eigenverbrauch sowie einem eventuell vorhandenen dynamischen Stromtarif an und lernt mittels KI typische Verbrauchsmuster.
    • Eigenverbrauch: Die Ausgangsleistung passt sich dynamisch dem aktuellen Hausverbrauch an.
    • Benutzerdefinierter Modus: Ermöglicht das manuelle Anlegen von Zeitplänen zur Auf- und Entladung.
    • Zeit-Nutzung: Lädt und entlädt gemäß Preisspitzen und Niedrigpreisen bei dynamischen Stromtarifen. Die Zeiten müsst ihr hier manuell eintragen.
    • Dynamischer Tarif: Gleiche Funktionsweise wie „Zeit-Nutzung”. Hier ermittelt das System alle Parameter zum Stromtarif automatisch und tagesaktuell.

 

Darüber hinaus könnt ihr die untere Entladegrenze und die obere Ladegrenze einstellen. Standardmäßig sind hier 5% als untere Grenze hinterlegt, sodass immer ein kleiner Puffer im Speicher verbleibt. Wer nicht möchte, dass die Solarbank Max AC theoretisch mit der vollen Leistung von 3.500W entlädt, kann diesen Wert manuell begrenzen. Die gleiche Logik gilt für den Ladevorgang: Auch die maximal möglichen 3.500W Ladeleistung lassen sich manuell deckeln. Die Backup-Steckdose lässt sich über einfaches Ein/Aus hinaus auch smart entsprechend der angeschlossenen Last oder mittels Zeitplan steuern.

Drittanbietersteuerung via Modbus

Aufatmen für alle Nutzer von Home Assistant und ähnlichen Systemen. Bisher musstet ihr Anker-Geräte über inoffizielle Drittanbieter-Integrationen anbinden. Jetzt bietet der Hersteller die offizielle Möglichkeit über das Modbus-Protokoll.

 

Anker App 1Einmal in der App aktiviert, integriert ihr die Solarbank Max AC über die IP-Adresse und den Port innerhalb weniger Minuten in euer Home-Assistant-Setup. Dann liefert das System sämtliche Daten im Abstand von knapp fünf Sekunden, wodurch umfangreiche Auswertungen und Dashboards möglich sind.

 

Der eigentliche Vorteil einer solchen Integration ist aber, dass ihr dadurch komplett unabhängig von der Anker-App und deren Cloudzwang seid. Die Daten gelangen dank Modbus TCP direkt lokal über euer Heimnetz zum Home Assistant. Ihr benötigt die App und die damit automatisch verbundene Anker-Cloud dann nur noch für die erstmalige Einrichtung und die einmalige Aktivierung der Drittanbieter-Steuerung. Das eröffnet eine schier unendliche Menge an Möglichkeiten, die Solarbank Max AC zu steuern und somit das absolute Maximum herauszukitzeln.

Schreibt uns gerne in die Kommentare, wenn euch das Thema Home Assistant in dem Zusammenhang näher interessiert.

Lade- und Entladeleistung der Solarbank Max AC

Um die maximale Leistung beim Laden und Entladen zu ermitteln, haben wir auf das Modbus-TCP-Protokoll zugegriffen und die Daten verschiedener Testladungen sowie der alltäglichen Nutzung über zwei Wochen mit Home Assistant erfasst und ausgelesen. Zwischen zwei Messpunkten liegen dabei jeweils 5,3 Sekunden. Als Gegenprobe der Daten, die das Smart Meter Gen 2 an Home Assistant sendet, diente der netzseitige Hausstromzähler. Wir nutzten stets die Werkskonfiguration mit 100% Ladeobergrenze und 5% Entladegrenze. Im Testzeitraum lag der Gesamtdurchsatz bei 46,6kWh geladener und 44,7kWh entladener Energie.

Bei einer vollständigen Entladung (100% auf 5%) unter Volllast entlud die Solarbank im Mittel mit 3.501W, was genau der Herstellerangabe (3.500W) entspricht. In der Spitze lieferte die Solarbank Max AC in diesem rund zweistündigen Entladevorgang rund 3.590W. Bei einer Ladung mit maximaler Leistung, die ebenfalls zwei Stunden dauerte, lag der Wert im Mittel bei 3.485W und damit minimal unter der Herstellerangabe (3.500W). In der Spitze waren hier 3.520W möglich. Die Nutzung beider Ausgänge ist parallel möglich, sodass etwa Waschmaschine oder Trockner dauerhaft am Backup-Anschluss angeschlossen werden können und dennoch gleichzeitig die Hauslast bedient werden kann. Die maximale Gesamtausgangsleistung liegt dann bei 5.000W.

Kapazität, Wirkungsgrad und Temperaturverhalten

Auch bei der Ermittlung der maximalen Kapazität ist zu beachten, dass standardmäßig 5% Stromreserve in der Solarbank Max AC verblieben sind. Die Ladestandsanzeige nimmt bei einer Entladung linear ab, auch am Ende gibt es keine Sprünge. Im Durchschnitt entnahmen wir rund 6.150Wh Energie. Ausgehend von der Herstellerangabe von 7.000Wh liegt die nutzbare Kapazität bei 88%. Unter Berücksichtigung der Sicherheitsreserve sind 92% der Designkapazität nutzbar. Für eine vollständige Ladung benötigt der Speicher 7.730Wh aus dem heimischen Stromnetz. Somit stehen 6.130Wh nutzbare Energie einem Energiebedarf von 7.730Wh gegenüber. Die kombinierten Lade- und Entladeverluste belaufen sich auf 20% (80% Gesamteffizienz). Dieser Wert ist für einen AC-Speicher nur durchschnittlich. DC-gekoppelte Konkurrenzsysteme erreichen Werte von bis zu 87%, die ebenfalls DC-gekoppelte Solarbank 4 Pro liegt bei 81%.

Energiebilanz

In der Natur der Sache liegt, dass bei der Wandlung von AC zu DC und umgekehrt Energie verloren geht. Spannend ist dabei nicht nur, wie hoch die Verluste sind, sondern auch, wo sie entstehen. Die verlustreichste Stufe ist die Ladewandlung: Hier kommen wir basierend auf den über Modbus TCP aus Home Assistant entnommenen Daten auf einen Wirkungsgrad von 90,7 bis 91,9 Prozent. Am saubersten arbeitet die Batterie selbst mit 95,9 Prozent Wirkungsgrad. Bei der Entladewandlung erreichen wir 92,9 bis 95,2 Prozent. Daraus ergibt sich ein Round-Trip-Wirkungsgrad von 78-83%. Im Alltagsbetrieb landet ihr dabei meist am oberen Ende dieser Spanne. Die 78 Prozent ergaben sich im Test lediglich im Lade- und Entladezyklus unter Volllast.

 

Verlustkette

Wer die Solarbank im Alltag nicht dauerhaft unter Volllast betreibt und den Speicher im mittleren Bereich hält, fährt effizienter als jemand, der ihn regelmäßig komplett leert.

Temperaturverhalten

Die Umgebungstemperatur am Aufstellort der Solarbank Max AC betrug knapp 16 Grad Celsius. Bei dieser Temperatur haben wir den Speicher unter Volllast sowohl vollständig aufgeladen als auch vollständig entladen. Nach knapp zwei Stunden (Laden/Entladen) zeigte die Anker App eine maximale Temperatur von 46 Grad Celsius an, gemessen vom internen Temperatursensor. Mittels Wärmebildkamera stellten wir deutlich höhere Werte fest. Während die Gehäusefront und -oberseite mit 31°C bis 36°C noch etwa handwarm blieben, erreichte der Kühlkörper an der Rückseite mit 65°C an der wärmsten Stelle deutlich höhere Werte.

Die interne Temperatur lag aber deutlich darunter, weshalb das System die Leistung zu keinem Zeitpunkt drosselte. Theoretisch tut die Solarbank Max AC das, sobald der interne Sensor 55°C misst. Diesen Wert erreichten wir im Test bei Weitem nicht, sodass wir das nicht abschließend prüfen konnten. Dazu hat die vergleichsweise geringe Umgebungstemperatur positiv beigetragen. Wer die Solarbank Max AC im Sommer draußen betreibt, dürfte die kritische Temperatur eher erreichen. Im normalen Betrieb müsst ihr euch aber keine Sorgen machen, denn den Speicher unter extremen Wetterbedingungen im Dauerlastbetrieb zu nutzen, kommt vermutlich eher selten vor.

Die Solarbank Max AC reguliert die Temperatur mittels interner Lüfter natürlich schon lange, bevor die 55°C erreicht sind. Dieser Lüfter ist hörbar und könnte als störend empfunden werden, wenn die Box dauerhaft im Wohnbereich steht. Übertrieben laut ist er aber nicht, er lässt sich mit dem Summen eines älteren Kühlschranks vergleichen.

Anker Solarbank Max AC im Realbetrieb

Im durchschnittlichen Betrieb, in dem die Solarbank Max AC tagsüber Solarüberschuss aufnimmt und nachts die Grundlast des Hauses sowie Lastspitzen bedient, ergeben sich folgende Befunde: Im Mittel kompensiert die Solarbank Max AC euren Hausverbrauch in 95,2 Prozent der Betriebszeit vollständig. In insgesamt 54 Stunden Akkubetrieb bezog sie gerade einmal 419Wh aus dem Netz. Im Zeitraum von rund 20 Stunden zeigte der geeichte Hausstromzähler einen Netzbezug von 0,3kWh an, während das Anker Smart Meter Gen 2 im gleichen Zeitraum 0,254kWh ausweist. Die Abweichung liegt somit bei rund 0,046kWh. Das sind insgesamt sehr gute Werte, mit denen sich die Solarbank Max AC nicht zu verstecken braucht.

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Das Reaktionsverhalten der Solarbank Max AC passt ins Bild: Der Speicher folgt der Hauslast so präzise, dass kaum Energie aus dem Netz nötig ist. Auffällig ist dabei, dass die Solarbank bei geringeren Lastsprüngen tendenziell eher Strom aus dem Netz zieht als bei schnellen und hohen Lastsprüngen. Der Eigenverbrauch der Anker Solarbank Max AC liegt bei 7W.

Testergebnis

Getestet von
Lennart Moog

Die Anker Solarbank Max AC richtet sich primär an Nutzer einer bestehenden PV-Anlage, die noch keinen Speicher nutzen. Der Vorteil ist, dass sie per AC an das Hausnetz angeschlossen wird und somit kein direkter Eingriff in die bestehende PV-Anlage notwendig ist. Das bedeutet auch, dass der Speicher mit jeglichen Wechselrichtern kompatibel ist.

Im Test konnten unter anderem die Nulleinspeisung mit 95,2 Prozent der Zeit exakt 0W aus dem Netz und das präzise Smart Meter überzeugen. Die offene Modbus-Schnittstelle ist insbesondere für Nutzer von Home Assistant oder anderen Smart-Home-Lösungen sehr interessant. Auch bei der nutzbaren Kapazität gibt es nichts zu bemängeln, sie weicht nicht maßgeblich von der Herstellerangabe ab. Wer die volle Leistung abrufen möchte, ist auf einen Festanschluss oder die Nutzung einer Wieland-Steckdose angewiesen. Diese Tatsache relativiert den Werbespruch der „Plug-and-Play”-Lösung etwas, denn an haushaltsüblichen Schuko-Steckdosen liefert das System nur 800W Leistung.

Die Anker Solarbank Max AC überzeugt technisch auf ganzer Linie und auch die sonstigen Parameter (Design, Verarbeitung, Wetterfestigkeit) machen das Gerät zu einem tollen Gesamtpaket.

Preislich liegt die Basiseinheit je nach Anbieter mit 1.600-1.800€ nahezu dauerhaft deutlich unter der UVP. Für das Gesamtpaket, das ihr hier erhaltet, ist dieser Preis unschlagbar. Die BP7000-Erweiterungsakkus sind mit Preisen ab 1.500€ hingegen nicht viel günstiger als die Basiseinheit selbst. Mit knapp 214€/kWh ist aber auch dieser Preis gerechtfertigt.

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