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Xiaomi 17T Pro Test

Getestet von Joscha am Bewertung: 93%
Vorteile
  • großer 7.000mAh-Akku
  • exzellente Akkulaufzeit (2 Tage)
  • starke 5-fach-Telekamera mit OIS
  • sehr gute Hauptkamera
  • helles, scharfes OLED-Display
  • Glasrückseite statt Kunststoff
  • schnelles 100W-Laden
  • kabelloses Laden mit 50W
  • 5 Jahre Android-Updates
Nachteile
  • Bloatware + Werbung (beides deaktivierbar!)
  • schwache Ultraweitwinkelkamera
  • mittelmäßige Selfie-Kamera
  • mittelmäßiger Lautsprecher
  • nur USB 2.0
  • hohe UVP zum Marktstart
Springe zu:
CPU MediaTek Dimensity 9500 - 1 x 4,2 GHz + 3 x 3,5 GHz + 4 x 2,7 GHz
RAM 12GB RAM
Speicher 1 TB, 256GB, 512GB
GPU Mali G1-Ultra
Display 2772 x 1280, 6,8 Zoll 144Hz (AMOLED)
Betriebssystem HyperOS - Android 16
Akkukapazität 7000mAh
Ladegeschwindigkeit 100 Watt, 50 Watt (kabellos)
Speicher erweiterbar Nein
Hauptkamera 50MP + 50MP (dual) + 13MP (triple)
Frontkamera 32MP
USB-Anschluss USB-C 2.0 (480MBit/s)
Kopfhöreranschluss Nein
Entsperrung Fingerabdruck, Face-ID
4G 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 13, 17, 18, 19, 20, 25, 26, 28, 32, 34, 66, 38, 39, 40, 41
5G 1, 2, 3, 5, 7, 8, 12, 20, 25, 28, 38, 40, 41, 66, 75, 77, 78
NFC Ja
SIM Dual - nano, eSIM
Gewicht 219g
Maße 162 x 77,5 x 8,3mm
Antutu (v11) 3348357
Benachrichtigungs-LED Nein
Updatezeitraum 5 Jahre (Android) + 6 Jahre (Sicherheit)
Hersteller
Getestet am 23.06.2026

Mit dem Xiaomi 17T Pro schickt Xiaomi ein neues Smartphone der Oberklasse ins Rennen, und das keine acht Monate nach dem Vorgänger. Die T-Serie ist seit Jahren Xiaomis Versuch, möglichst viel Flaggschiff-Gefühl zu einem niedrigeren Preis zu liefern, und genau dieses Ziel verfolgt auch das 17T Pro. Im Mittelpunkt stehen diesmal ein deutlich größerer Akku, eine 5-fach-Telekamera und ein helles OLED-Display. Wir haben die schicke blaue Version im Praxistest.

Xiaomi 17T Pro Frontansicht

Xiaomi ruft zum Start happige Summen ab 900€ auf. Diese Zahlen könnt ihr getrost ignorieren: Wie schon beim Xiaomi 15T Pro (zum Test) fällt der Straßenpreis innerhalb weniger Wochen massiv, und in Kombination mit einem Vertrag landet das Gerät schnell bei rund 600€. Auf dieser Basis bewerten wir das 17T Pro, denn vorher solltet ihr das Gerät schlichtweg nicht kaufen.

Xiaomi 17T Pro Test 1
Xiaomi 17T Pro
Poco F8 Ultra Beitragsbild
Poco F8 Ultra
Xiaomi 17T Test Beitragsbild
Xiaomi 17T
Größe 162 x 77,5 x 8,3mm 163,3 x 77,8 x 8,3mm 157,6 x 75,2 x 8,17mm
Gewicht 219g 220g 200g
CPU MediaTek Dimensity 9500 - 1 x 4,2 GHz + 3 x 3,5 GHz + 4 x 2,7 GHz Snapdragon 8 Elite Gen 5 - 2 x 4,6GHz + 6 x 3,6 GHz MediaTek Dimensity 8500 - 1 x 3,4GHz + 3 x 3,2GHz + 4x 2,2GHz
RAM 12 GB RAM 12 GB RAM, 16 GB RAM 12 GB RAM
Speicher erweiterbar Nein Nein Nein
Display 2772 x 1280, 6,8 Zoll 144Hz (AMOLED) 2608 x 1200, 6,9 Zoll 120Hz (AMOLED) 2756 x 1268, 6,6 Zoll 120Hz (AMOLED)
Betriebssystem Android 16, HyperOS Android 16, HyperOS Android 16, HyperOS
Akku 7000 mAh (100 Watt)
kabelloses Laden
6500 mAh (100 Watt)
kabelloses Laden
6500 mAh (67 Watt)
Kameras 50 MP + 50MP (dual) + 13MP (triple) 50 MP + 50MP (dual) + 50MP (triple) 50 MP + 50MP (dual) + 12MP (triple)
Frontkamera 32 MP 32 MP 32 MP
Anschlüsse USB-C 2.0 (480MBit/s), Dual-SIM USB-C 3.0 (5GBit/s), Dual-SIM USB-C 2.0 (480MBit/s), Dual-SIM
Entsperrung Fingerabdruck, Face-ID Fingerabdruck, Face-ID Fingerabdruck, Face-ID
Empfang 5G: n1, n2, n3, n5, n7, n8, n12, n20, n25, n28, n38, n40, n41, n66, n75, n77, n78
4G: 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 13, 17, 18, 19, 20, 25, 26, 28, 32, 34, 66, 38, 39, 40, 41
5G: n1, n3, n5, n7, n8, n20, n28, n38, n40, n41, n66, n77, n78
4G: 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 18, 19, 20, 26, 28, 66, 38, 40, 41
5G: n1, n2, n3, n5, n7, n8, n12, n20, n28, n38, n40, n41, n66, n75, n77, n78
4G: 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 13, 17, 18, 19, 20, 26, 28, 32, 34, 66, 38, 39, 40, 41
Zum Testbericht Zum Testbericht

Die große Frage: Reicht das, um sich im Jahr 2026 gegen das eigene Konzern-Schwestermodell zu behaupten? Denn der heißeste Konkurrent kommt aus dem eigenen Haus, das Poco F8 Ultra (zum Test). Oder könnt ihr euch den Aufpreis sparen und zum Xiaomi 17T (zum Test) greifen?

Design und Verarbeitung

Xiaomi 17T Pro Rueckseite Kamera

Mit 162 x 77,5 x 8,3 Millimeter, 219 Gramm liegt das Xiaomi 17T Pro satt, aber nicht unangenehm in der Hand. Die neun Gramm Mehrgewicht gegenüber dem Vorgänger gehen komplett auf das Konto des größeren Akkus, die Bauhöhe bleibt fast identisch. Natürlich handelt es sich um ein großes Smartphone.

Das Xiaomi 17T Pro vollzieht beim Material einen kleinen, aber wichtigen Kurswechsel. Der entscheidende Unterschied steckt auf der Rückseite: Statt des „glasfaserverstärkten Kunststoffs”, den Xiaomi beim 15T Pro als Premium-Material verkaufen wollte, sitzt hier wieder echtes Gorilla Glass 7i. Auch die Front ist mit Gorilla Glass 7i geschützt, der Rahmen besteht aus Aluminium. Das fühlt sich in der Hand spürbar wertiger an als beim Vorgänger, ohne Hülle ist die blaue Version allerdings ziemlich rutschig. Praktischerweise liegt eine passende Silikonhülle bei. Das Kameramodul steht wie schon beim Vorgänger rund 3,5mm hervor.

Das 17T Pro ist nach IP68 zertifiziert und damit gegen Staub und Untertauchen geschützt. Der Fingerabdrucksensor im Display entsperrt schnell und absolut zuverlässig. Alternativ steht zur Entsperrung auch Face-Unlock über die Frontkamera bereit. Mit an Bord ist außerdem ein IR-Sender, mit dem ihr Fernseher oder Stereo-Anlage steuern könnt.

Einen Wermutstropfen gibt es aber, und der ist altbekannt: Wie schon beim Vorgänger setzt Xiaomi auf einen USB-C-Anschluss mit lahmem USB-2.0-Standard. Das bedeutet langsame Datenübertragung und keinen Bildausgang an einen Monitor, beides bei einem Gerät dieser Klasse nicht mehr zeitgemäß. Das Poco F8 Ultra zeigt hier, wie es besser geht.

Hinsichtlich der Displayränder gibt es wenig Anlass zur Kritik. Diese messen auf allen Seiten 2,5mm, wodurch das Smartphone symmetrisch wirkt. Auch die Verarbeitungsqualität ist spitze, alles fühlt sich solide an und es gibt keine störenden Spaltmaße.

Insgesamt ist das Xiaomi 17T Pro hochwertig verarbeitet, und die Rückkehr zur Glasrückseite ist genau das Upgrade, das wir uns nach dem Vorgänger gewünscht haben.

Lieferumfang des Xiaomi 17T Pro

Xiaomi 17T Pro Lieferumfang

In der Box findet ihr neben dem Smartphone selbst:

  • USB-A-zu-USB-C-Kabel
  • farblich passende Silikon-Schutzhülle
  • SIM-Nadel
  • Anleitung
  • Displayschutzfolie (bereits appliziert)

Ein Netzteil liegt der europäischen Version nicht bei, das müsst ihr separat besorgen. Wie wir später noch beim Abschnitt zum Akku sehen werden, ist der Ladevorgang mit einem handelsüblichen PowerDelivery-Netzteil aber etwas langsamer als mit den herstellereigenen HyperCharge-Netzteilen.

Display des Xiaomi 17T Pro

Xiaomi 17T Pro Front in Hand 2

Auf der Vorderseite prangt ein 6,83 Zoll großes AMOLED-Display mit einer Auflösung von 2772 x 1280 Pixel. Es ist im Kern dasselbe sehr gute Panel, das schon im Xiaomi 15T Pro (zum Test) für eine scharfe und flüssige Darstellung gesorgt hat. In unserem Test erreicht das Display eine Spitzenhelligkeit von 2.270 Lux. Das reicht im Alltag locker für eine gute Ablesbarkeit auch im direkten Sonnenlicht.

Display Helligkeit (in Lux) Einheit: Lux
smartzone logo
3.300 Lux
2.450 Lux
2.270 Lux
2.260 Lux
2.100 Lux
2.000 Lux
1.930 Lux
1.880 Lux
1.780 Lux
1.700 Lux
0
400
800
1.200
1.600
2.000
2.400
2.800
3.200
3.600
4.000

Das Display unterstützt volle HDR-Wiedergabe und ist mit Widevine L1 zertifiziert, hochauflösendes Streaming ist also kein Problem. Dazu kommen eine Farbtiefe von 12-bit, ein augenschonendes PWM-Dimming mit 3.840Hz und ein anpassbares Always-On-Display. Dieses könnt ihr auch dauerhaft eingeschaltet lassen. Über die Farbprofile könnt ihr zwischen einer kalibrierten, natürlichen Darstellung („Originalfarbe PRO”) und einem kräftigeren Modus („Lebendig”) wählen, auf Wunsch passt das Display die Farben automatisch an das Umgebungslicht an.

Nominell schafft das Panel 144Hz. Im Alltag kommen diese aber praktisch nie zum Einsatz. Das ist aber keine echte Einschränkung, denn die flüssigen 120Hz liefert das 17T Pro jederzeit zuverlässig.

Insgesamt ist das Display ein überzeugendes Feature des 17T Pro: hell, scharf und farbstark, mit den 144Hz als reinem Marketing-Argument ohne praktischen Mehrwert. Wirklich absetzen von der Konkurrenz kann Xiaomi sich hier nicht, es gibt aber auch keinen Anlass zur Kritik.

Leistung

Im Xiaomi 17T Pro arbeitet mit dem MediaTek Dimensity 9500 der aktuell stärkste Prozessor von MediaTek, der im 3-Nanometer-Verfahren hergestellt wird. Als Speicher kommen 12GB LPDDR5X-RAM und schneller UFS-4.1-Speicher zum Einsatz, wählbar in den Konfigurationen mit 256GB, 512GB und 1TB. Eine 16GB-RAM-Version gibt es nicht. Die Chipkrise lässt grüßen.

Antutu (v11)
smartzone logo
Snapdragon 8 Elite Gen 5 3.945.888
Snapdragon 8 Elite Gen 5 3.899.241
Snapdragon 8 Elite Gen 5 3.864.000
Snapdragon 8 Elite Gen 5 3.705.844
MediaTek Dimensity 9500 3.348.357
Exynos 2600 3.277.905
Snapdragon 8 Elite 3.121.214
Snapdragon 8 Gen 5 3.010.029
MediaTek Dimensity 9400+ 2.705.609
MediaTek Dimensity 8500 2.199.100
0
400.000
800.000
1.200.000
1.600.000
2.000.000
2.400.000
2.800.000
3.200.000
3.600.000
4.000.000
Antutu (v10)
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Snapdragon 8 Elite Gen 5 3.047.220
MediaTek Dimensity 9500 2.901.175
Snapdragon 8 Elite 2.736.380
Snapdragon 8 Elite 2.697.485
Snapdragon 8 Elite Gen 5 2.668.000
Snapdragon 8 Elite Gen 5 2.664.549
Snapdragon 8 Elite Gen 5 2.657.881
MediaTek Dimensity 9400+ 2.493.733
Exynos 2600 2.439.101
Snapdragon 8 Gen 5 2.314.011
MediaTek Dimensity 8500 1.684.900
Google Tensor G5 1.486.416
0
400.000
800.000
1.200.000
1.600.000
2.000.000
2.400.000
2.800.000
3.200.000
3.600.000
4.000.000
Geekbench Single (v6)
0
400
800
1.200
1.600
2.000
2.400
2.800
3.200
3.600
4.000
Geekbench Multi (v6)
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
14.000
16.000
18.000
20.000
3D Mark (Wildlife Extreme)
0
800
1.600
2.400
3.200
4.000
4.800
5.600
6.400
7.200
8.000

Bei den Benchmarks landet das 17T Pro erwartungsgemäß weit oben im Feld und lässt sowohl den Vorgänger als auch die meisten Konkurrenten hinter sich. Das absolute Maximum bleibt aber den Geräten mit Snapdragon 8 Elite Gen 5 vorbehalten, zu denen auch das deutlich auf Leistung getrimmte Poco F8 Ultra (zum Test) gehört. Diese bieten vor allem mehr Grafikleistung. Im Alltag merkt ihr von diesem Unterschied nichts, das 17T Pro ist in jeder Lebenslage blitzschnell.

Beim Thermal Throttling liefert das 17T Pro hervorragende Werte: Im GPU-Stresstest bleibt die Leistung über zwanzig Durchläufe nahezu konstant, das Gerät verliert hier praktisch nichts. Die CPU drosselt unter Dauerlast nur um rund 27%. Das sind für einen Flaggschiff-Prozessor starke Ergebnisse, mit denen der Dimensity 9500 die Snapdragon-8-Elite-Gen-5-Konkurrenz beim Throttling sogar hinter sich lässt. Die Oberfläche erwärmt sich dabei spürbar, bleibt aber im angenehmen Bereich.

Beim Gaming profitiert das 17T Pro von der stabilen GPU-Leistung. Titel wie Genshin Impact oder Call of Duty Mobile laufen flüssig in hohen Einstellungen, und dank des kaum vorhandenen GPU-Throttlings bricht die Bildrate auch in längeren Sessions nicht ein.

System

Das Xiaomi 17T Pro startet mit Android 16 und der hauseigenen Oberfläche HyperOS 3. Optisch hat Xiaomi die Oberfläche aufgeräumt, funktional bleibt sie nah an HyperOS 2. Das auffälligste neue Feature ist „Super Island”, Xiaomis Variante von Apples Dynamic Island, das Benachrichtigungen und laufende Aktivitäten rund um die Frontkamera anzeigt. Praktisch ist außerdem die enge Anbindung an das Apple-Ökosystem, ihr könnt Dateien direkt mit iPhone, iPad und Mac austauschen.

Xiaomi verspricht fünf große Android-Updates plus sechs Jahre Sicherheits-Patches. Google-Dienste wie Gemini und Circle to Search sind direkt integriert. Wie bei HyperOS üblich blendet das System an einigen Stellen Werbung ein. Abschalten lässt sie sich zum Glück, wie ihr das macht, zeigen wir euch in unserer Anleitung. In dieser Preisklasse ist die Werbung ab Werk aber trotzdem ärgerlich und kein schöner Zug von Xiaomi.

Insgesamt liefert HyperOS 3 eine runde, vollständige Software-Ausstattung mit einer guten Update-Garantie. Für Apple-Nutzer ist die neue Interkonnektivität ein echter Pluspunkt. Nach der Einrichtung solltet ihr euch aber eine halbe Stunde Zeit nehmen, um die Werbung aus dem System zu entfernen. In dieser Preisklasse ist das schon dreist.

Kamera des Xiaomi 17T Pro

Xiaomi 17T Pro Kameramodul Detail 1

Die Kamera ist der Schwerpunkt des 17T Pro und setzt erneut auf die Zusammenarbeit mit Leica. Auf dem Papier ist das Setup nahezu identisch mit dem des Poco F8 Ultra, der Hauptsensor ist sogar derselbe. Die spannende Frage ist also, was Xiaomis Leica-Abstimmung daraus macht.

Kamera-Setup:

  • Hauptkamera: 50 Megapixel (OmniVision Light Fusion 950), f/1.67, 1/1.3 Zoll, 23mm, Autofokus, OIS
  • Telekamera: 50 Megapixel (Samsung JN5), f/3.0, 1/2.76 Zoll, 115mm, Autofokus, OIS, 5-fach-Zoom
  • Ultraweitwinkel-Kamera: 12 Megapixel (OmniVision OV13B), f/2.2, 1/3.0 Zoll, 15mm
  • Selfie-Kamera: 32 Megapixel (Samsung KDS), f/2.2, 21mm

Hauptkamera und Telekamera sind das Prunkstück und spielen klar auf Flaggschiff-Niveau. Die Ultraweitwinkel-Kamera fällt dagegen deutlich ab: Mit nur 12 Megapixeln und ohne Autofokus ist sie der schwächste Teil des Setups, gerade das Poco F8 Ultra ist hier mit seinem 50-Megapixel-Sensor besser aufgestellt.

Hauptkamera Tageslicht

Bei Tageslicht liefert die Hauptkamera eine hervorragende Bildqualität. Die Schärfe und die Menge an Details sind erstklassig, der Dynamikumfang ist hoch und die Belichtung sitzt zuverlässig. Die Leica-Abstimmung sorgt für kräftige, ansprechende Farben, die einen Tick stärker gesättigt sind als bei der Konkurrenz. Wirklich realitätsnah sind die Aufnahmen daher nicht, aber sehr ansehnlich. Der Weißabgleich und der Fokus arbeiten verlässlich.

Hauptkamera Nachtaufnahmen

Auch bei wenig Licht bleibt die Hauptkamera stark. Selbst in sehr dunklen Szenen holt sie erstaunlich viele Details aus dem Bild und hält das Rauschen niedrig. In den Schatten zeigt sich gelegentlich ein leichter Aquarell-Effekt, insgesamt sind die Nachtaufnahmen aber auf einem sehr hohen Niveau.

Ultraweitwinkel

Am Tag macht die Ultraweitwinkel-Kamera eine ordentliche Figur, die Farben passen gut zur Hauptkamera und der Dynamikumfang ist anständig. Durch den fehlenden Autofokus und den kleinen Sensor fällt die Schärfe in den Ecken aber ab. Bei Nacht stößt die Linse dann klar an ihre Grenzen, hier gehen Details und Bildqualität spürbar zurück. Wirklich schöne Nachtaufnahmen sind mit diesem Sensor nicht möglich.

Zoom-Aufnahmen

Die 5-fach-Telekamera mit 115mm ist das heimliche Highlight. Bei ihrer nativen Brennweite liefert sie meistens scharfe Aufnahmen fast auf Flaggschiff-Niveau, mit kräftigen Farben, die sauber zur Hauptkamera passen. Per digitalem Zoom kommt ihr bis auf 10-fach, wobei die Qualität erwartungsgemäß abnimmt, für Schnappschüsse aber noch brauchbar bleibt. Auch bei Nacht macht die Telekamera eine überraschend gute Figur. Es fällt allerdings auf, dass die Aufnahmen teilweise unscharfe Bereiche aufweisen und bei Nachtaufnahmen stellenweise verschwimmen. Das können echte High-End-Smartphones besser. Für diesen Preisbereich ist das aber kein Anlass zur Kritik.

Porträt-Aufnahmen

Für Porträts haben wir zunächst die 2-fach-Stufe der Hauptkamera genutzt. Die Ergebnisse überzeugen mit lebendigen, natürlichen Hauttönen und einer guten Detailwiedergabe im Gesicht. Die Motivabtrennung gelingt sauber, das Hintergrund-Bokeh fällt eher dezent aus. Das ergibt einen klassischen, zurückhaltenden Porträt-Look statt eines überzogenen Freistellungseffekts.

Zudem lässt sich auch die 5-fach-Zoomkamera sehr gut für Porträt-Aufnahmen nutzen. Hier bedarf es jedoch einiger Aufnahmen, um einen guten Shot zu bekommen, da sich teilweise etwas Unschärfe einschleicht. Mit etwas Geduld bekommt ihr aber richtig schöne Porträts mit 115mm Brennweite, wie sie in diesem Preisbereich nur wenige Konkurrenten liefern können.

Selfies

Die 32-Megapixel-Selfie-Kamera liefert gute Farben und einen ordentlichen Dynamikumfang. Trotz der hohen Auflösung bleibt die Schärfe aber hinter den Erwartungen zurück, hier fehlt es etwas an Detailschärfe. Durch den fehlenden Autofokus müsst ihr außerdem den richtigen Abstand selbst finden. Zudem sind die Aufnahmen stellenweise etwas zu warm.

Videos

Die Hauptkamera nimmt Videos in bis zu 8K mit 30 Bildern pro Sekunde und in 4K mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde auf. In der Praxis solltet ihr zu 4K/60FPS oder 4K/30FPS greifen, da dann die Stabilisierung am besten arbeitet. Bei den Aufnahmen in 4K/30FPS ist dabei sogar ein fließender Linsenwechsel zwischen allen Kameras inklusive Selfie-Kamera möglich. Die 4K-Aufnahmen sind scharf, detailreich und kontraststark, ohne zu übertreiben. Die Stabilisierung arbeitet zuverlässig und sorgt für ruhige Aufnahmen aus der Hand. Allerdings sind echte Flaggschiff-Smartphones noch ein Stück ruhiger als das Xiaomi 17T Pro. Der Fokus-Bug ist Gott sei Dank nicht vorhanden und die Klangqualität ist im Mittelfeld anzuordnen.

Zwischenfazit Kamera

Das Xiaomi 17T Pro fährt ein starkes Kamera-Setup auf, dessen Glanzpunkte die hervorragende Hauptkamera und die starke 5-fach-Telekamera sind. Die schwache Ultraweitwinkel-Kamera ist der einzige echte Wermutstropfen. Für Videos ist das Gerät gut geeignet.

Konnektivität und Kommunikation

Xiaomi 17T Pro SIM Slot 1 e1781094718232

Das Xiaomi 17T Pro ist ein Dual-SIM-Smartphone und nimmt zwei SIM-Karten oder auch wahlweise eine oder zwei eSIM auf. Als globale Version deckt es alle in Deutschland relevanten LTE- und 5G-Bänder ab, VoLTE und WiFi-Calling funktionieren ohne Einschränkung. In unserem Speedtest im 5G-Netz war der Empfang durchgehend stark.

Bei der drahtlosen Verbindung ist das 17T Pro auf der Höhe der Zeit, mit WiFi 7 und Bluetooth 6.0. Dazu kommen NFC für mobiles Bezahlen und der bereits erwähnte IR-Sender. Die Standortbestimmung klappte im Praxistest problemlos, Dual-GPS gibt es für GPS, Galileo und BeiDou.

An Sensoren bietet das Xiaomi 17T Pro die Standard-Ausstattung aus Helligkeit, Näherung, Beschleunigung, Gyroskop und E-Kompass. Ein Barometer oder UWB sind hingegen nicht vorhanden, was in dieser Preisklasse aber verschmerzbar ist.

Bei den Lautsprechern setzt das 17T Pro auf ein Stereo-Setup mit Dolby-Atmos-Unterstützung und einem Grafik-Equalizer. Die Lautstärke ist sehr gut, beim Klang ist aber noch etwas Luft nach oben: Viel Bass dürft ihr nicht erwarten, und bei hoher Lautstärke könnten die Höhen einen Tick sauberer sein. Im direkten Vergleich klingt das Poco F8 Ultra (zum Test) mit seinem 2.1-Setup samt Subwoofer deutlich voller.

Akkulaufzeit des Xiaomi 17T Pro

Xiaomi verbaut im 17T Pro einen großen Akku mit 7.000mAh. Das ist ein dickes Plus von 1.500mAh gegenüber dem Xiaomi 15T Pro, das noch mit 5.500mAh auskommen musste, und das bei kaum gestiegener Bauhöhe. Für Samsung und Google wird der Abstand zur chinesischen Konkurrenz mittlerweile echt peinlich, was sich auch im PCMark-Akkutest zeigt.

Akkulaufzeit Einheit: Stunden
smartzone logo
6.330 mAh 22,1 Std
6.500 mAh 22 Std
6.500 mAh 21,3 Std
7.000 mAh 20,9 Std
6.210 mAh 18,2 Std
5.500 mAh 16,5 Std
4.300 mAh 16,3 Std
6.500 mAh 16 Std
5.200 mAh 15,5 Std
5.200 mAh 15,2 Std
0
5
10
15
20
25
30

Im PCMark Battery Test erreichen wir mit 60Hz starke 26 Stunden 45 Minuten und mit 120Hz immer noch fast 21 Stunden, beides gehört zum Besten, was wir bisher in dieser Klasse gemessen haben. Die Akkulaufzeit liegt auf einem Niveau mit dem Poco F8 Ultra. Im Alltag bedeutet das problemlos zwei Tage Laufzeit, selbst bei intensiver Nutzung kommt ihr locker über den Tag. Für Dauernutzer ist das ein echter Pluspunkt.

Ladegeschwindigkeit Einheit: Minuten
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90 Watt 40 min
100 Watt 40 min
120 Watt 40 min
120 Watt 40 min
100 Watt 40 min
60 Watt 43 min
100 Watt 46 min
100 Watt 55 min
90 Watt 55 min
67 Watt 60 min
25 Watt 77 min
45 Watt 80 min
0
10
20
30
40
50
60
70
80

Geladen wird mit 100W. Mit einem passenden Netzteil ist das 17T Pro in 46 Minuten von 1 auf 100 Prozent voll, nach 15 Minuten stehen bereits 38 Prozent und nach 30 Minuten 68 Prozent auf der Uhr. An einem normalen PowerDelivery-PPS-Netzteil lädt das 17T Pro zwar auch, mit 62 Minuten aber bei den letzten Prozenten spürbar langsamer. Die PD-Umsetzung hat Xiaomi in der Vergangenheit schon sauberer hinbekommen.

Dazu kommt kabelloses Laden mit bis zu 50W sowie Reverse-Wired-Charging mit 22,5W, mit dem ihr per Kabel andere Geräte wie Kopfhörer aufladen könnt.

Testergebnis

Getestet von
Joscha

Das Xiaomi 17T Pro ist ein Smartphone mit klarem Profil: Die außergewöhnlichsten Funktionen sind der riesige 7.000mAh-Akku mit hervorragender Laufzeit und die starke 5-fach-Telekamera. Natürlich gibt es auch alles andere, was ihr von einem Top-Smartphone erwartet: ein helles und scharfes Display, eine erstklassige Hauptkamera, jede Menge Leistung und schnelles kabelgebundenes wie kabelloses Laden. Die Rückkehr zur Glasrückseite macht das Gerät außerdem wertiger als den Vorgänger. Große Kritikpunkte offenbaren sich im Test nicht.

Auf der Negativseite steht die schwache Ultraweitwinkel-Kamera ohne Autofokus, die etwas detailarme Selfie-Kamera, die nur mittelmäßigen Lautsprecher und der wieder einmal lahme USB-2.0-Anschluss. Das sind keine K.-o.-Kriterien, aber bei einem Gerät dieser Klasse eindeutig Kritikpunkte.

Bleibt der Preis. Zur aufgerufenen UVP solltet ihr das 17T Pro schlicht nicht kaufen. Das ist die übliche Bauernfängerei zum Marktstart. Spannend wird das Gerät erst, wenn der Straßenpreis fällt und es in Vertragskombinationen bei rund 600€ landet. Dann ist das 17T Pro ein rundes Gesamtpaket, das vor allem mit seiner Ausdauer und dem Teleobjektiv punktet. Der härteste Gegner bleibt aber das eigene Haus: Das Poco F8 Ultra (zum Test) bietet mehr Leistung, eine bessere Ultraweitwinkel-Kamera und die stärkeren Lautsprecher. Hätten wir die Wahl, würden wir daher zum Poco raten.

Zu welchem Gerät ihr greifen solltet, hängt jedoch primär von der Angebotslage ab. Das Poco F8 Ultra gibt es oft zum günstigen Preis bei AliExpress mit EU-Versand. Das Xiaomi 17T Pro ist eher in Vertragskombinationen günstig verfügbar. Im besten Fall besorgt ihr euch das Handy mit einem Mobilfunkvertrag. Wenn ihr inklusive aller Kosten bei 600-700€ landet, habt ihr alles richtig gemacht!


Gesamtwertung
93%
Design und Verarbeitung
95 %
Display
90 %
Leistung und System
95 %
Kamera
85 %
Konnektivität
90 %
Akku
100 %

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andi
Gast
andi
12 Tage her

Wenn ich das so lese, dann würde ich eher das POCO F8 Ultra vorziehen. Da ich aber seit 4 Jahren Besitzer eines Oneplus 9 Pro und sehr zufrieden damit bin (der Akku macht nun aber innerhalb eines halben Tages schlapp), würde mich interessieren, ob ein Oneplus 13 eine Alternative zum F8 Ultra wäre.

jonas-andre
Autor
Team
jonas-andre(@jonas-andre)
12 Tage her
Antwort an  andi

Servus Andi, das OnePlus 13 ist das letzte echte Flagship von OnePlus würde hier eigentlich gut als Alternative passen, ist aber leider nicht mehr gut verfügbar in den letzten Wochen.

beste Grüße

Jonas

Huaweifan1970
Gast
Huaweifan1970
13 Tage her

Ich dachte immer nur Xiaomi übertreibt mit der UVP. Aber Oppo ist ja noch viel schlimmer! Das Oppo Reno 16 pro hat ne UVP von in der EU von 1099€

Max
Gast
Max
13 Tage her
Antwort an  Huaweifan1970

Leider übertreibt Oppo komplett mit den Preisen!
Z.B. ich würde gerne das Oppo Reno 15 pro kaufen. Aber das kostet immer noch mehr als 600 EUR…

Huaweifan1970
Gast
Huaweifan1970
12 Tage her
Antwort an  Max

Oppo steht sich mit seiner Preisgestaltung komplett selbst im Weg!

MicC
Gast
MicC
13 Tage her

Vielleicht noch erwähnenwert die fehlende LPTO Unterstützung !

Herby_B
Gast
Herby_B
14 Tage her

Ich würd’s mir nicht kaufen, wegen der schlechten Update-Politik von Xiaomi. Meine Frau hat ein 15T Pro, da kann man ewig auf Updates warten, einfach schlimm ! Mein Oneplus 12 und Oppo Find X8 Pro bekommen hingegen fast monatlich Updates, und nicht nur Sicherheitsupdates, mit fast jedem Update kommen Funktionsverbesserungen und neue Features hinzu – so muss das sein ! Aber Xiaomi – neeeee danke, die liefern ja fast nur Sicherheitspatches, und das im 3-Monats-Rhythmus – das ist viel zu wenig ! Da gebe ich mein Geld besseren Firmen.

isi-lee
Gast
isi-lee
14 Tage her

ja aber warum wirs im akku oneplus 15 nicht mehr gezeigt dies hat ja mehr als 24 std im gesamten wenn nicht sogar mehr aber wurde gar nicht mehr erwähnt
schade eigentlich

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