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Wybot B1 Poolroboter im Test

Getestet von Jens M. am
Vorteile
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • geringes Gewicht von nur 6,5kg
  • mehrere Silikonbürsten zur mechanischen Reinigung
  • gute Reinigungsleistung
  • zweigeteilter Schmutzfangkorb
Nachteile
  • keine manuelle Moduswahl am Gerät möglich
  • App-Pflicht
  • teilweise Navigation/Bewegung etwas hölzern
  • Ladeportabdeckung quasi nutzlos
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Nachdem wir bereits verschiedene Modelle von Aiper, Dreame oder Beatbot im Praxistest unter die Lupe genommen haben, schickt der Hersteller Wybot mit dem Wybot B1 einen spannenden Herausforderer ins Rennen. Hier erhaltet ihr eine vollständige Reinigung von Boden und Wänden zu einem Bruchteil des Preises der namhaften Oberklasse-Konkurrenz. Ob der budgetfreundliche Allrounder im Alltag überzeugen kann oder ob Wybot an den falschen Ecken gespart hat, klärt unser ausführlicher Testbericht.

Wer stolzer Besitzer eines eigenen Pools im Garten ist, kennt das alljährliche Spiel: Neben viel Spaß im Wasser steht vor allem die Arbeit bei der Pflege des Pools auf dem Programm. Einfache Poolkescher und klassische Bodensauger fressen dabei kostbare Freizeit. Glücklicherweise hat sich auf dem Markt der kabellosen Poolroboter in den letzten Jahren viel getan.

Design, Verarbeitung & Lieferumfang

Beim ersten Auspacken fällt sofort ein entscheidender Pluspunkt ins Auge: Der Wybot B1 ist leicht. Während etablierte Schwergewichte mit teilweise über 10kg ordentlich Kraft beim Ausheben erfordern, bringt der B1 gerade einmal rund 6,5 Kilogramm auf die Waage. Das macht das Handling im Alltag spürbar leichter.

Wybot B1 17

Optisch setzt Wybot auf ein funktionales, modern gestaltetes Gehäuse aus Hartplastik in einer bereits von Aiper gewohnten Schwarz-Grün-Kombination. Er ist aber auch in einer grauen Version erhältlich. Schaut ihr jedoch genauer hin und fasst das Gerät an, wird der Preisunterschied zu den Top-Modellen von Aiper, Beatbot oder Dreame deutlich. Die Verarbeitungsqualität geht für die aufgerufene Preisklasse in Ordnung, wirkt aber stellenweise etwas einfacher strukturiert und nicht ganz so massiv oder wie „aus einem Guss“ gefertigt wie die High-End-Konkurrenz. Spaltmaße und Materialhaptik sind funktional, erreichen aber kein Premium-Niveau.

Ähnlich wie auch der Aiper Seagull Pro (zum Test) verfügt der Wybot B1 über vier Antriebsräder anstatt der sonst üblichen Raupenketten. Die Räder messen 13cm im Durchmesser und haben ein gummiertes Profil, mit dem der Poolroboter jederzeit guten Grip hat. In der Front finden wir einen großen Tragegriff sowie die Bedieneinheit mit LED-Anzeige, Ladeport und Power-Button. Auch an der Abdeckklappe des Ladeports seht ihr den Qualitätsunterschied zu den deutlich teureren Premium-Modellen anderer Hersteller. Die Klappe an sich wirkt recht zerbrechlich und einen Dichtungsring, der den Ladeport gut abdichtet, sucht ihr hier vergebens.

Kein Wunder, dass der Ladeport nach jedem Reinigungseinsatz im Test immer wieder voll Wasser stand und ihr ihn trocknen musstet, bevor ein Laden möglich war.

Unter der oberen Klappe verbirgt sich der zweigeteilte Schmutzfangkorb. Dieser verfügt über ein Volumen von 2 Litern und filtert Partikel ab einer Größe von 180 Mikrometern. Durch die Zweiteilung lässt sich der Korb nach dem Reinigungsprozess extrem leicht entnehmen, aufklappen und restlos mit dem Gartenschlauch ausspritzen. An der Unterseite des Roboters findet ihr eine zweigeteilte Frontwalze, zwei rotierende Seitenbürsten und zudem zwei weitere, rotierende Silikonbürsten im mittleren Gehäusebereich. Dieses üppige Bürstensetup ist in diesem Preisbereich selten und sorgt dafür, dass hartnäckiger Schmutz und leichte Algenfilme mechanisch von den Poolwänden und dem Boden geschrubbt werden, bevor das dreifache Motorsystem den Unrat einsaugt.

Lieferumfang ist übersichtlich, enthält aber alles Relevante für den sofortigen Start:

  • Wybot B1 Poolroboter
  • Ladekabel inklusive Netzteil
  • Bergungshaken (für handelsübliche Teleskopstangen)
  • zusätzliche Schaumstoff-Blöcke zur Auftriebsregulierung
  • mehrsprachige Bedienungsanleitung

Inbetriebnahme & App-Steuerung

Die erste Einrichtung des Wybot B1 gestaltet sich unkompliziert. Nach dem vollständigen Laden des Akkus koppelt ihr den Roboter über Bluetooth mit dem Smartphone. Dafür benötigt ihr die kostenlose Wybot App. Hier stoßen wir direkt auf eine wichtige Besonderheit des Wybot B1, die uns auch bereits beim Test des Wybot C2 aufgefallen ist: Der Roboter bzw. seine verschiedenen Reinigungsmodi lassen sich vollständig nur mit der herstellereigenen App nutzen. Zwar gibt es wie beschrieben eine physische Taste am Gerät, wer jedoch gezielt zwischen den verschiedenen Reinigungsmodi wechseln möchte, ist zwingend auf das Smartphone angewiesen. Glücklicherweise wird zumindest der zuletzt in der App eingestellte Reinigungsmodus gespeichert und beim nächsten Einschalten automatisch erneut gestartet.

Für die tägliche Reinigung ist das trotzdem schade. Ihr ertappt euch im Alltag häufiger dabei, dass ihr den Roboter einfach schnell in den Pool werfen möchtet, ohne vorher euer Smartphone zu suchen, die App zu starten und einen neuen Modus auszuwählen. Hier hätten wir uns ein direktes Bedienfeld am Roboter gewünscht, wie es bei der Konkurrenz von Aiper, Dreame und Co. vorhanden ist.

Die App selbst ist übersichtlich aufgebaut und schnell eingerichtet. Dazu verbindet ihr den eingeschalteten Poolroboter mit der App und definiert dann den eigenen Pool über die Form und das Material. Ihr könnt sogar mehrere Pools individuell konfigurieren und abspeichern, sofern ihr den Wybot B1 vielleicht gemeinsam mit Nachbarn nutzen möchtet. Die App bietet insgesamt fünf verschiedene Reinigungsmodi. Hier lässt sich zwischen „nur Boden“, „nur Wand“, „erst Wand und dann Boden“, einer „erweiterten Komplettreinigung“ (Wand und Boden werden kombiniert gereinigt) oder „Öko-Boden“ wählen. Mit „Öko-Boden“ ist ein energieeffizienter Eco-Modus gemeint, bei dem Akkukapazität gespart werden kann. Dies empfiehlt sich vor allem bei leichten (täglichen) Verschmutzungen. In den sogenannten „Experteneinstellungen“ lassen sich zudem verschiedene Fahrmuster konfigurieren.

Navigation & Reinigungsleistung im Praxistest

Für die erste Reinigungsfahrt sollte der Akku natürlich einmal vollständig geladen werden. Dann schaltet ihr den B1 mit einem etwas längeren Druck auf den Power-Button ein, was mit einem Piepton quittiert wird. Die LEDs leuchten erst grün und dann blau auf.

Wie bereits erwähnt, könnt ihr den Reinigungsmodus nun nicht direkt am Roboter auswählen und braucht dafür zwingend die App. Nachdem ihr den Modus in der App ausgewählt habt, setzt ihr den Wybot B1 ins Wasser. Er sinkt recht zügig zu Boden und nimmt nach etwa 20 Sekunden die Arbeit auf.

Der Wybot B1 reinigt den Poolboden sowie die Wände solide und zuverlässig. Feiner Sand, Laub, Insekten und grober Schmutz werden trotz einer übersichtlichen Saugleistung von ca. 8.000 Litern pro Stunde effektiv aufgesaugt. Das mechanische Zusammenspiel der vielen Silikonbürsten funktioniert gut und erfasst auch Ablagerungen an Kanten und in Ecken. Das Erklimmen der Wände klappt erstaunlich gut.

Kritik muss sich das Gerät allerdings bei der Wegfindung im Testpool (Achteck-Holzpool mit Folie) gefallen lassen. Die Navigation bzw. die gesamte Bewegung im Pool wirkt im Vergleich zu teureren Modellen ein wenig „hölzern“ und nicht so planvoll. Während die intelligenten Algorithmen z.B. der Aiper-Modelle den Pool in akkuraten Bahnen rasterförmig abfahren und jede Ecke gezielt scannen, wirkt die Pfadfindung im Achteck-Pool beim Wybot B1 stellenweise etwas unstrukturiert. Er fährt zwar planvolle Linien ab (denn dafür wählt ihr ein Fahrtmuster in der App aus), neigt aber bei den vielen Seiten eines Achteckpools leicht dazu, die Orientierung kurz zu verlieren oder Bereiche doppelt abzufahren, während andere Ecken erst später Beachtung finden. Am Ende des Reinigungszyklus ist der Pool dennoch sehr sauber, der Weg dorthin wirkt jedoch deutlich weniger elegant und zeitoptimiert.

Am Ende jeder Reinigungsfahrt parkt der Wybot B1 wie gewohnt am Beckenrand und kann dann entnommen werden. Durch seine geringe Größe und das überschaubare Gewicht ist das sehr einfach. Danach können wir weiterhin nur empfehlen, den Roboter von außen und innen mit dem Gartenschlauch kurz abzusprühen. Die Entnahme des Schmutzfangkorbs ist, wie bereits erwähnt, ebenso kinderleicht. Den Korb zerlegt ihr in zwei Teile, die ihr dann prima mit dem Gartenschlauch säubern könnt. Die Reinigung des Wybot B1 dauert also keine fünf Minuten, was ausdrücklich positiv zu bewerten ist.

Akkulaufzeit & Ladevorgang

Ein wichtiges Kriterium bei kabellosen Poolrobotern ist natürlich die Ausdauer. Der Hersteller gibt eine maximale Laufzeit von bis zu 120 Minuten an. In unseren Testreihen konnten wir diese Werksangabe auf den Prüfstand stellen. Das Ergebnis ist positiv: Der Wybot B1 erreicht die maximal angegebene Laufzeit des Herstellers tatsächlich im reinen Bodenmodus. Knappe zwei Stunden am Stück zieht der Roboter seine Bahnen, was für private Pools bis zu einer Fläche von 100 Quadratmetern mehr als ausreichend ist.

Wird das Wandklettern hinzugeschaltet, reduziert sich die Laufzeit naturgemäß durch den erhöhten Kraftaufwand beim vertikalen Fahren auf etwa 80 bis 90 Minuten. Sobald der Akku zur Neige geht, steuert der B1 dank seiner „Self-Parking“-Funktion selbstständig den Beckenrand an.

Wybot B1 06

Der Ladeport ist nach jedem Einsatz voll mit Wasser

Ein vollständiger Ladevorgang nimmt knapp 3 Stunden in Anspruch. Wichtig ist hierbei, den Ladeanschluss vor dem Anstecken gründlich trocknen zu lassen bzw. mit einem Tuch oder Druckluft vom Wasser zu befreien.

Testergebnis

Getestet von
Jens M.

Der Wybot B1 erweist sich im Test durchaus als Preis-Leistungs-Tipp für alle Poolbesitzer, die den Komfort eines kabellosen Roboters suchen, ohne dafür ein Vermögen ausgeben zu müssen. Selbst wenn er unterm Strich ein einfacher Poolroboter ist, meistert er die Kernaufgaben, das Reinigen von Boden und Wänden, solide. Unsere Testergebnisse bestätigen die gute Akkuausdauer im Bodenmodus und zudem punktet der B1 durch das clevere Design des zweigeteilten Filterkorbs sowie das leichte Gewicht.

Abstriche müsst ihr logischerweise bei der Navigation machen, die nicht an die Präzision teurerer Konkurrenzmodelle von Aiper, Dreame und Beatbot heranreicht. Auch der App-Zwang im täglichen Betrieb nervt etwas. Wer jedoch damit leben kann, für jeden Reinigungsmoduswechsel kurz das Smartphone zu zücken, bekommt mit dem Wybot B1 einen zuverlässigen, ausdauernden und budgetfreundlichen Poolhelfer an die Hand.

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