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Sowohl hier bei Smartzone als auch in meinem zweiten Job verbringe ich viel Zeit am PC. Bildbearbeitung, Office-Arbeiten und Videocalls stehen täglich auf dem Plan. Mit einem Umzug in ein neues Büro kam das Testgerät des Titan Army C49C1S also gerade recht und durfte meinen acht Jahre alten NEC 24 Zoll Monitor ersetzen.
Mit stolzen 49 Zoll im Wide-Screen-Format, DQHD-Auflösung und einem 1800R Curved Display ist das natürlich ein gewaltiger Schritt nach oben. Doch wie wir alle wissen, kommt es nicht nur auf die Größe an. In den vergangenen Wochen habe ich den XXL-Monitor also für euch getestet. Hier erfahrt ihr alles über die Technik und den Praxiseinsatz des Gerätes.
Design, Verarbeitung & Lieferumfang des Titan Army C49C1S
Geliefert wird der Titan Army nahezu am Stück und gut gepolstert in Styropor. Das fahrt ihr am besten im Ganzen auf den Wertstoffhof, zerkleinern für den Gelben Sack endet nämlich in einem Großputz …
Viel hat so ein Monitor ja nicht zu montieren, und so ist es auch hier. Ihr montiert lediglich den 3-Bein-Fuß am Ständer. Dies geschieht mittels drei Schrauben. Den fertigen Fuß klipst ihr anschließend einfach in die VESA-Halterung ein. Schon steht der Monitor sicher und fast wackelfrei auf seinen drei kleinen Füßen. Etwas Schwingung ist aufgrund des großen Hebels unvermeidbar. Die kleinen Füße können auch ein Nachteil sein, denn mit seinen 16,6kg (12,2kg ohne Fuß) ist es nicht auszuschließen, dass er in weichere Schreibtische mit der Zeit kleine Dellen drückt.
Während die Füße selbst aus Metall sind, ist das Gestell hauptsächlich aus Kunststoff. Es hat drei rote, hochglänzende Akzente, und zwar unten am Fuß, oben auf dem Ständer und kreisrund um die VESA-Halterung.
Alternativ liegen dem C49C1S auch vier Schrauben bei, mit denen ihr ihn für die Montage an einer beliebigen Wandhalterung vorbereiten könnt.

Anschlüsse und Funktionen
Mit Anschlüssen ist der Titan Army C49C1S reichlich ausgestattet. Die Bildübertragung funktioniert über einen HDMI-2.1-Anschluss, zwei DisplayPort-1.4-Anschlüsse oder einen USB-C-Stecker.

Bis auf die USB-A- und USB-B-Anschlüsse sind alle mittig auf der Rückseite angebracht und gemeinsam mit dem Knopf für die VESA-Halterung hinter einer schwarzen Blende versteckt. Ebenfalls hinten im Monitor verbaut finden wir zwei 5W-Lautsprecher. Die USB-Anschlüsse sind gut zugänglich rechts auf der Unterseite des Monitors verbaut. Unten finden wir ebenfalls die Bedien-Tasten.
Zusammen mit dem mitgelieferten Fuß lässt sich der Monitor fast in alle Richtungen verstellen. Konkret beträgt der Neigungswinkel -5° bis +15°, schwenkbar ist der Monitor um 15° nach links und rechts und die Höhe lässt sich in einem Bereich von 95mm stufenlos einstellen.
Einer der Haupt-Sellingpoints des curved Monitors von Titan Army ist neben der Weite wohl die Bildwiederholfrequenz. Mit stolzen 240Hz lässt sich der Monitor betreiben. Die Auflösung beträgt dabei 5120 x 1440 Pixel (DQHD) im Format 32:9 und die Reaktionszeit beträgt 1ms. Zu beachten ist jedoch, dass ihr eine moderne Grafikkarte benötigt, um den Monitor voll auszukosten. Mein (zwei Jahre altes) Lenovo Yoga Pro 7 hat nicht die nötige Leistung und schafft „nur” 120Hz bei voller Auflösung.
Bildqualität & Nutzungserlebnis
Die Bildqualität beim ersten Einschalten war tatsächlich absolut ernüchternd. Blasse Farben, ein schlechter Schwarzwert und leicht unscharfe Texte machen nicht gerade Freude beim Verwenden des Monitors. Natürlich bietet das Fast-VA-Display nicht die Bildqualität eines OLED-Panels, dennoch war die Qualität zunächst schlicht unterdurchschnittlich. Das überrascht, denn Titan Army liefert direkt ein Prüfzertifikat mit, nach dem der Monitor im sRGB-Farbraum kalibriert wurde.
Abhilfe schaffte aber ein Blick in die Einstellungen des OSD: Diese bieten nämlich eine Vielzahl an Optionen (dazu später mehr). Das Wichtigste ist wohl, den Monitor von „Standard” auf den sRGB- oder DCI-P3-Farbraum umzustellen. Anschließend lassen sich über ein dort verstecktes Untermenü noch die Schärfe, der Kontrast und viele andere Werte anpassen. So entstand am Ende doch noch ein gelungenes Bild und das ganz ohne zusätzliche Geräte zur Kalibrierung. Positiv zu erwähnen ist auch die Ausleuchtung des Monitors. Diese ist schön gleichmäßig, bis in die Ränder hin und nur mit wirklich minimalen Lichthöfen in den Ecken.
Wer die passende Grafikkarte hat, kann den Titan Army C49C1S auch mit FreeSync & G-Sync betreiben, und zwar in einem Frequenzbereich von 48–240Hz. Wichtig ist hierbei, dass ihr einen direkten Anschluss an eurer Grafikkarte freihabt.
Was das Display besonders macht, ist natürlich die Krümmung. 1800R (also eine Krümmung mit einem Radius von 1,8m) sind aktuell gängig und sorgen für einen angenehmen Blickwinkel bis ganz zum Rand des Monitors. Gerade bei Spielen ist das natürlich ein riesiger Vorteil, weil sich besonders viel Fläche überblicken lässt. Auch Office-Arbeiten sind super angenehm. Mit zwei Vollbild-Fenstern nebeneinander lässt sich einfach produktiv arbeiten.
Der Hersteller gibt einen Kontrastwert von 3.000:1 an. In der Praxis ist der Wert durchaus akzeptabel, aber noch weit weg von der Herstellerangabe. Wir messen 1.330:1 bei maximaler Helligkeit. Als Curved-Display ist der Monitor ja sowieso nicht dafür gedacht, von der Seite betrachtet zu werden. Dafür ist die Blickwinkelstabilität aber absolut in Ordnung.
Zwei 5-Watt-Lautsprecher im Monitor genügen für einen rudimentären Klang und das ein oder andere YouTube-Video. Wer aber ein wirkliches Klangerlebnis haben möchte, das dem Monitor-Setup auch gerecht wird, sollte lieber zusätzliche Lautsprecher anschaffen.
Farbraumabdeckung
Bei der Messung mit unserem Colorspider zeigt sich hier ein sehr interessantes Bild: Nach der Kalibrierung im Standard-Modus der Monitoreinstellungen wirken schon die Testbilder während der Messung spürbar kräftiger. Auch das Ergebnis der Messungen liegt sehr nahe an den Herstellerangaben: sRGB wird mit 100% abgedeckt (Hersteller: 99%), AdobeRGB kommt auf 83% (Hersteller: 90%) und DCI-P3 kommt auf 88% (Hersteller: 91%). Gleichzeitig wirkt der Monitor in der Praxis aber noch blass.

So oder so: Fakt ist, dass der Hersteller bei der Abdeckung hält, was er verspricht. Auch die übrigen Werte sind in Ordnung, aber nicht perfekt: Der Gamma-Wert liegt bei gemessenen 2,0. Wer den Monitor also regelmäßig nutzt, tut gut daran, ihn einmal über das OSD nach der persönlichen Präferenz einzustellen. So lässt sich noch viel mehr aus dem Gerät herausholen.
Helligkeit und HDR
Laut Hersteller ist der C49C1S HDR-fähig und die Option lässt sich über die Windows-Einstellungen aktivieren. In der Praxis wirken HDR-Inhalte aber sehr flach und definitiv nicht dynamischer als in den Standardeinstellungen. Entsprechend solltet ihr diese Option eher meiden. In dieser Preisklasse wundert das aber kaum, denn wirklich gutes HDR bekommt ihr nur bei wesentlich teureren Geräten.
Gemessen haben wir eine maximale Helligkeit von 344 Lux. Das genügt für normale Innenräume problemlos, und auch in meinem vergleichsweise hellen Büro hatte ich nie Probleme.
Bildqualität des Titan Army C49C1S im Alltag
Nach den anfänglichen Schwierigkeiten ist die Bildqualität des Mega-Monitors doch gut. Schon mit den getesteten 120Hz macht der Monitor Spaß, mit 240Hz dürfte das noch einmal ein anderes Level sein, das insbesondere bei schnellen Shootern für ein super flüssiges Bild sorgen wird.
Auch zum Arbeiten ist der Bildschirm überzeugend. Farben werden nach der Kalibrierung sauber angezeigt, sodass ihr gelegentlich problemlos Bilder und Videos bearbeiten könnt. Aufgrund der immensen Größe fällt die Biegung des Panels beim direkten Betrachten gar nicht so sehr auf wie bei kleineren Curved-Screens. So braucht es auch kaum eine Eingewöhnungsphase.
Reaktionsverhalten in Bewegung
Wie oben beschrieben, schafft mein Lenovo Yoga Pro 7 bei voller Auflösung nur 120Hz, die vollen 240Hz konnte ich also nicht ausreizen. Für eine ehrliche Einschätzung reicht das trotzdem, denn Schlieren zeigt ein VA-Panel gerade bei niedrigeren Bildraten besonders deutlich.
Titan Army gibt 1ms MPRT beziehungsweise 3ms GtG an. Diese Werte solltet ihr nicht verwechseln: GtG beschreibt, wie schnell ein Pixel tatsächlich von einem Grauton in den nächsten wechselt, MPRT dagegen nur, wie lange ein Bild für euer Auge stehen bleibt (erreicht über eine eingeblendete Dunkelphase). Die „1ms” auf dem Karton ist also nicht die Schaltzeit des Panels.
In der Praxis arbeitet der C49C1S bei hellen Inhalten angenehm sauber, Kanten bleiben auch bei schnellen Kameraschwenks stabil. Deutlich wird die Panel-Technik erst bei dunklen Bildinhalten: Bewegt sich in einer nächtlichen Szene ein dunkler Gegenstand vor dunklem Hintergrund, zieht er einen leichten Schatten hinterher. Dieses „Black Smearing” ist kein Defekt, sondern Physik, denn der Wechsel von Schwarz auf Dunkelgrau ist die langsamste Disziplin jedes VA-Panels.
Nachhelfen könnt ihr im OSD an zwei Stellen. Die Overdrive-Einstellung lässt die Pixel schneller schalten, hier aber nicht blind die höchste Stufe wählen: Zu viel Overdrive erzeugt helle Säume hinter bewegten Objekten und stört mehr als das ursprüngliche Nachziehen. Der MPRT-Modus sorgt für ein klareres Bewegtbild, macht das Bild aber deutlich dunkler und lässt sich in der Regel nicht mit Adaptive Sync kombinieren, was für die meisten der schlechtere Deal ist.
Für ein ruhiges Bild sorgt hier ohnehin weniger der Overdrive als Adaptive Sync von 48 bis 240Hz. Bleibt eure Grafikkarte in diesem Fenster, gibt es kein Tearing und kein Ruckeln, und das nimmt man im Spiel viel stärker wahr als ein paar Millisekunden Schaltzeit. Wer im E-Sport jede Millisekunde mitnehmen will, ist bei einem OLED besser aufgehoben, zahlt in dieser Größe aber locker das Doppelte. Für alles andere geht das Bewegtbild in dieser Preisklasse absolut in Ordnung.
Das OSD-Menü beim Titan Army bedient ihr über fünf Knöpfe, die unten mittig angebracht sind. Sie sind von vorn sichtbar beschriftet, sodass sie gut zu erreichen sind. Zu bemängeln wären vielleicht die Knöpfe selbst, die doch ein sehr unangenehmes Feedback beim Drücken geben und auch viel Kraft benötigen. Am Ende werden die Eingaben aber zuverlässig erkannt und die Tasten kommen ja in der Regel nur einmal zu Beginn zum Einsatz.

Das schwarz-grüne Menü ist dabei von links nach rechts aufgebaut, für jedes Untermenü schaut ihr also eine Spalte weiter rechts. Die Ausnahme ist hier die wirklich wichtige Einstellung. Wer nämlich den sRGB- oder DCI-P3-Farbraum anpassen will, muss zunächst über die Bildschirmeinstellungen den entsprechenden Farbraum aktivieren. Anschließend erscheint direkt beim Ein-Aus-Schalter ein Menü „Vorgabe”, über das sich wieder ein ganz neues Menü mit vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten für das entsprechende Farbprofil öffnen lässt. Dieses ist auch zwingend notwendig, um ein vernünftiges Bild zu bekommen.
Mit Energieeffizienzklasse F ist der Titan Army Monitor nicht gerade der stromsparendste Monitor. Die maximale Aufnahme liegt laut Hersteller bei 215 Watt, wobei „typisch” 80 Watt angegeben werden. Das entspricht auch weitgehend der Realität: Bei normalen Office-Arbeiten oder Videowiedergabe war ich üblicherweise sogar nur bei um die 65 Watt.
Testergebnis
Insgesamt ist der C49C1S von Titan Army ein vernünftiger Monitor. Wer sich die Mühe macht, ihn gut einzustellen, oder im besten Fall ein Gerät zur Kalibrierung hat, bekommt gute Farben und ein vernünftiges Bild aus dem Fast-VA-Panel. Dazu kommen die hohe Auflösung und vor allem die 240Hz-Bildfrequenz. Auch die gigantischen 49 Zoll sind sowohl zum Zocken als auch für Office-Anwendungen einfach grandios.
Natürlich gibt es ebenso Raum für Kritik: Die Verarbeitung ist stellenweise eher schlecht und ab Werk ist das Display einfach unterdurchschnittlich kalibriert.
In Relation zum Preis ist das aber absolut in Ordnung. Wer also nur 600€ Budget hat und trotzdem einen 49 Zoll Curved Monitor sucht, kommt am Titan Army C49C1S kaum vorbei.
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