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Qidi Max4 Combo 3D-Drucker im Test

Getestet von Holger Becker am
Vorteile
  • großer Bauraum mit 390 x 390 x 340 mm
  • hohe Temperaturen möglich
  • robuste Core-XY-Konstruktion, stabile Mechanik
  • zuverlässiger Dauerbetrieb
  • Objekt-für-Objekt-Druck
  • Polar Cooler kann Warping reduzieren
  • offenes System mit Orca-Slicer-Basis und Klipper
Nachteile
  • sehr hohes Gewicht
  • großer Platzbedarf
  • Qidi Box V2 langsamer Farbwechsel
  • hohe Geräuschkulisse
  • Kamera ungünstig positioniert
  • KI-Funktionen noch nicht zuverlässig
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Nach den Tests des Qidi 4 Plus, des Qidi Q2 und der Qidi Box setze ich nun den Qidi Max4 in Kombination mit der Qidi Box V2 und dem Qidi Cooler ein. Die bisherigen Modelle konnten in mehreren Bereichen überzeugen, entsprechend hoch waren die Erwartungen. Auch der Qidi Max4 hinterlässt insgesamt einen positiven Eindruck. Seine Leistungsfähigkeit ist auf einem hohen Niveau, gleichzeitig zeigen sich jedoch auch klare Schwachstellen. Das Gerät eignet sich nicht für jedes Einsatzszenario, weshalb eine genaue Einordnung notwendig ist. Die Details dazu folgen im Testbericht.

Qidi Max4 Combo

Der Qidi Max4 Combo ist kein gewöhnlicher 3D-Drucker für den Schreibtisch, sondern ein geschlossenes Core-XY-System für große Druckvolumina, hohe Temperaturen und funktionale Bauteile. Qidi richtet sich damit klar an Anwender, die nicht in erster Linie kleine Dekomodelle oder farbintensive Figuren drucken wollen, sondern technische Teile, Gehäuse, Werkstattlösungen und großformatige Objekte. Genau in diesem Umfeld muss sich das Gerät behaupten. Qidi bietet den Max4 sowohl als Einzelgerät als auch in Kombination mit der Qidi Box und dem Cooler an. Wir erhielten das Komplettpaket.

Diese Kombination macht den Max4 so richtig interessant. Einerseits steigt der Nutzwert deutlich, da Trocknungsfunktion, Materialkomfort und Zusatzkühlung in das Gesamtpaket einfließen. Andererseits wächst damit auch die Komplexität. Der Max4 Combo richtet sich daher an Anwender, die sofort loslegen möchten, aber auch an Nutzer, die ein spezialisiertes Werkzeug für klare Einsatzzwecke suchen.

Verpackung, Versand und Gewicht

Schon bei der Anlieferung wird deutlich, in welcher Liga dieses Gerät spielt. Der Max4 Combo kommt nicht als handliches Paket, sondern als schweres Großsystem mit entsprechend massiver Verpackung. Je nach Ausstattung liegt das Gewicht des eigentlichen Druckers bei rund 46,5kg, das komplette Combo-Paket wiegt etwa 75kg. Das liegt in jedem Fall weit über dem Gewicht normaler Desktop-Drucker. In unserem Fall lieferte eine Spedition das Paket frei Bordsteinkante.

Qidi Max 4 Lieferung

Damit ist auch klar, dass der Transport kein Nebenthema ist. Bereits vom Ablageort des Pakets bis zum späteren Aufstellort solltet ihr eine zweite Person einplanen. Dies ist keine übervorsichtige Empfehlung aus der Anleitung, sondern im Alltag tatsächlich sinnvoll. Der Drucker ist groß, sperrig und nicht dafür gemacht, um ihn allein durch schmale Türen, Treppenhäuser oder über mehrere Räume zu tragen. Positiv fallen die Griffmulden am Gehäuse auf, die das Handling erleichtern, die reine Masse aber nicht kaschieren. Auch nach dem Auspacken ist das Thema Aufstellung noch nicht beendet. Der Max4 benötigt einen wirklich stabilen Unterbau. Leichte Möbel, einfache Schreibtische oder typische IKEA-Lösungen sind für ein solches System keine gute Idee. Er verlangt nach einer soliden Werkbank, einem stabilen Stahlgestell oder mindestens einer kräftigen Multiplexplatte mit belastbarer Unterkonstruktion. Spätestens wenn ihr die obere Glasabdeckung nach hinten schiebt, wächst der tatsächliche Platzbedarf zudem weiter an. Im Betrieb ist der Fußabdruck also größer als bei den reinen Geräteabmessungen zunächst angenommen.

Lieferumfang und Combo-Konzept

Ein Blick auf den Lieferumfang zeigt, dass Qidi den Max4 praxisnah ausstattet und direkt für den Werkstatteinsatz vorbereitet. Neben klassischen Komponenten wie Netzkabel, Ethernet-Kabel und USB-Stick befinden sich auch mehrere Montage- und Wartungshilfen im Paket. Dazu zählen ein Satz Inbusschlüssel, ein Schraubendreher, ein 7mm-Schlüssel und ein Schaber zur Reinigung der Druckplatte. Ein Ersatzteil-Kit für typische Verschleißteile und Schmieröl für die Mechanik ergänzen das Paket. Ihr könnt den Drucker ohne zusätzliche Käufe direkt in Betrieb nehmen und auch einfache Wartungsarbeiten sind mit dem beiliegenden Werkzeug problemlos möglich.

Qidi Max 4 Combo Zubehör

Zum Combo-Paket gehören weiterhin neben dem Drucker die Qidi Box V2 und der Polar Cooler. Die Qidi Box V2 übernimmt die Rolle einer Multi-Material-Einheit, die Filamente automatisch zuführt, Materialwechsel organisiert und zusätzlich eine Trocknungsfunktion bietet.

Qidi Box V2

Der Polar Cooler ergänzt das System um eine aktive Kühlung im Bereich des Extruders. Damit geht Qidi einen etwas anderen Weg als viele Wettbewerber, die vor allem bei PLA und Multicolor auf eine möglichst hohe Wechselgeschwindigkeit setzen. Beim Max4 steht die Prozessstabilität stärker im Vordergrund, gerade bei schwierigen Temperaturbereichen und langen Druckjobs.

Qidi Cooler

Die Einrichtung des Basissystems gelingt grundsätzlich gut. Beim ersten Einschalten führt ein Assistent durch die Einrichtung. Das System unterstützt WLAN mit 2,4 und 5GHz. Ihr müsst zunächst Schutzmaterialien entfernen und Transportsicherungen lösen. Anschließend folgen Selbsttests, Heiztests, Kalibrierung und Mesh-Leveling. Das Gesamtbild ist durchdacht. Im Alltag wirkt der Drucker nicht improvisiert, sondern wie ein ausgereiftes Werkzeug mit klarer Ausrichtung.

Konstruktion und technische Ausstattung

Technisch bietet der Max4 ein sehr starkes Fundament. Der Bauraum von 390 x 390 x 340 Millimeter gehört in dieser Klasse zu den besonders großzügigen Angeboten. Hinzu kommen eine maximale Düsentemperatur von 370°C, ein Druckbett mit bis zu 120°C und eine aktive Kammerheizung bis 65°C. Genau diese Kombination macht den Drucker für technische Materialien interessant, die eine warme und stabile Prozessumgebung benötigen.

Qidi Max 4 Bauraum

Bauraumheizung des Qidi Max4

Das Motion-System basiert auf Core-XY-Kinematik. Qidi setzt auf eine Linearschiene auf der X-Achse, Linearwellen auf Y und Z, 1,5 GT-Riemen mit feinerer Verzahnung sowie eine präzise Z-Führung. In der Praxis ist diese Konstruktion nicht auf Showwerte, sondern auf saubere Oberflächen, kontrollierte Bewegungen und einen verlässlichen Dauerbetrieb ausgelegt. Dies entspricht auch der Positionierung der Qidi-Reihe, die traditionell eher als Arbeitstier denn als Marketingmaschine auftritt. Der Druckkopf erreicht laut Hersteller bis zu 800mm/s bei einer maximalen Beschleunigung von 30.000mm/s².

Ein 5 Zoll Touchscreen, eine integrierte Kamera, WLAN, LAN und lokale Druckmöglichkeiten ohne Cloud-Zwang ergänzen die Hardware. Hinzu kommt ein Filtersystem für Partikel und Gerüche. Damit ist der Drucker technisch vollständig ausgestattet und bringt alles mit, was ihr in dieser Preisklasse erwarten dürft.

Qidi Max 4 Touchscreen

Aufbau, Platzbedarf und erste Eindrücke

Nach dem Aufstellen vermittelt der Max4 sofort den Eindruck eines Werkstattgeräts. Das Design ist funktional, massiv und ohne Spielereien. Glasflächen, große Scharniere und stabile Rahmenstrukturen unterstreichen diesen Eindruck. Gleichzeitig seht ihr an einigen Stellen, dass Qidi den Preis im Blick behalten musste. Nicht jedes Detail wirkt luxuriös, doch die entscheidenden Bereiche, wie der Rahmen, die Führungen und die thermische Auslegung, machen einen überzeugenden Eindruck.

Qidi Max 4 Touchscreen

Unterschätzt den Platzbedarf nicht. Bereits im Grundzustand ist das Gerät tief und breit. Berücksichtigt ihr zudem Deckel, Box, Leitungen und Schlauchführung, wächst der effektive Stellbedarf weiter. Wenn ihr das Gerät auf einer vorhandenen Arbeitsplatte unterbringen möchtet, solltet ihr vor dem Kauf genau messen. Während dies im Werkstattumfeld problemlos möglich ist, wird es im Wohn- oder Bürobereich schnell eng und ist ohnehin nicht empfehlenswert.

Qidi Max 4 Combo

Aufheizverhalten und Thermik

Ein Großdrucker mit technischer Ausrichtung muss nicht nur hohe Temperaturen erreichen, sondern diese auch zügig und stabil bereitstellen. Genau hier liefert der Max4 eine überzeugende Vorstellung ab. In einem Praxistest heizte das Bett in knapp sieben Minuten auf 100°C auf, die Kammer erreichte nach rund zwölf Minuten 55°C. Dies bestätigt, dass Qidi die thermische Seite des Druckers ernst genommen hat.

Qidi Max 4 Bauraum

Gerade bei ABS, ASA, PC-ABS oder PPS-CF ist diese stabile Wärmeumgebung von Vorteil. Großflächige Drucke gelingen deutlich kontrollierter, die Gefahr von Warping sinkt und auch funktionale Hochtemperaturteile profitieren sichtbar davon. Die gleichmäßige Temperaturverteilung des Betts fällt im Praxisbetrieb ebenfalls positiv auf. Zwar sind kleine Abweichungen an den Randbereichen vorhanden, diese bleiben aber insgesamt im Rahmen dessen, was für diese Druckfläche einen guten Wert darstellt.

Qidi Max4

Fehlerbehebung

Sollte es dennoch zu einem Fehler kommen, beispielsweise durch eine falsche Filamentauswahl im Slicer, lässt sich die Störung in der Regel schnell beheben. Wichtig ist, dass ihr Fehldrucke am Hotend ausschließlich im aufgeheizten Zustand entfernt.

Druckbett und Haftung

Die Druckplatte verdient eine eigene Betrachtung, da sie sich im Alltag deutlich bemerkbar macht. Die Haftung ist sehr stark, insbesondere bei PLA. Das ist zunächst positiv, da große Teile zuverlässig auf der Platte bleiben. Gleichzeitig kann diese starke Haftung aber auch zum Problem werden, wenn sich dünne Reste nur schwer entfernen lassen oder Bauteile sehr fest sitzen.

Im Test zeigte sich, dass es sinnvoll sein kann, das Druckbett vor der Entnahme erneut zu erwärmen, um Reste leichter abzulösen. Auch eine Trennschicht oder geeignete Haftmittel können das Handling verbessern. Bei einem Drucker mit so großer Fläche ist Sauberkeit außerdem noch wichtiger als bei kleineren Geräten. Filamentreste, Fäden oder leichte Verschmutzungen können auf der großen Druckfläche schneller stören, deshalb solltet ihr die Fläche vor jedem neuen Druck kontrollieren.

Druckqualität im Alltag

Die eigentliche Stärke des Max4 zeigt sich im laufenden Betrieb. Der Drucker liefert eine sehr gute Druckqualität und bleibt dabei erfreulich vielseitig. Auffällig ist, dass nicht nur große Volumenmodelle gelingen, sondern auch funktionale Teile, Passungsmodelle und komplexere Geometrien mit sauberer Oberfläche entstehen. Die feineren Riemen machen sich positiv bemerkbar, da sichtbare Artefakte gering bleiben. Das Druckbild wirkt insgesamt kontrolliert und reif. Dies stellten wir sowohl mit einer 0,2mm- als auch mit einer 0,4mm-Düse fest.

Auch bei typischen Werkstattmaterialien überzeugt der Max4: PETG, PLA-CF, ABS-basierte Materialien und verschiedene technische Filamente gelangen sauber aus der Düse.

Osterdruck mit dem Qidi Max4

Osterdruck mit dem Qidi Max4

Im Alltag entsteht dadurch genau das Ergebnis, das ihr euch von einem Max4 erhofft. Ihr könnt große Druckjobs mit einem hohen Maß an Vertrauen starten. Dieses Vertrauen ist bei langen Laufzeiten oft wichtiger als ein paar Minuten mehr oder weniger Druckzeit. Der Max4 wirkt in dieser Hinsicht wie ein verlässliches Arbeitsgerät.

Große Bauteile und Objekt-für-Objekt-Druck

Der Bauraum ist nicht nur auf dem Papier groß, sondern auch praktisch nutzbar. Wenn ihr größere technische Teile, Helme, Gehäuse oder Serien kleinerer Komponenten drucken möchtet, profitiert ihr direkt davon. Interessant ist auch der Objekt-für-Objekt-Modus auf der großen Fläche. Dabei fertigt der Drucker einzelne Teile nacheinander statt schichtweise. Das reduziert das Risiko, dass ein Fehler einen kompletten Auftrag zerstört, und spart im Serienbetrieb Zeit. Allerdings müsst ihr den erhöhten Platzbedarf bedenken, den der Slicer bereits berücksichtigt.

Objekt_für_Objekt_Modus

Objekt_für_Objekt_Modus

Gerade im Werkstattumfeld ist das ein echter Mehrwert. Anstatt mehrere kleine Druckaufträge separat vorzubereiten, könnt ihr mehrere Teile auf einer Platte unterbringen und kontrolliert abarbeiten. Dadurch wird der Max4 zu einer Art Fertigungsplattform im Kleinen und nicht nur zu einem Hobbydrucker mit großem Bett.

Polar Cooler

Trotz seiner Vielseitigkeit ist der Max4 thermisch klar auf geschlossene, warme Umgebungen ausgelegt. Das ist für ABS und andere technische Filamente ideal, bei PLA dagegen nur bedingt. Für PLA solltet ihr den Bauraum öffnen, also mindestens den Deckel und je nach Situation auch die Fronttür. Genau an dieser Stelle kommt der Polar Cooler ins Spiel.

Der Polar Cooler ist eine externe Kühleinheit, die gekühlte Luft gezielt in den Extruderbereich leitet. Vor allem in warmen Umgebungen oder bei großflächigen PLA- und PETG-Drucken kann der Polar Cooler dabei helfen, Verstopfungen zu vermeiden und das Druckverhalten zu stabilisieren. Dennoch bringt dieses System auch Nachteile mit sich. So benötigt der Polar Cooler eine eigene Stromversorgung, erzeugt zusätzliche Geräusche, arbeitet mit Schlauchführung und Wasserabscheider und verlangt etwas Aufmerksamkeit beim Aufstellen.

Qidi Polar Cooler

Ihr müsst das Kondenswasser kontrolliert auffangen und die Leitungsführung darf die Filamentwege nicht ungünstig beeinflussen. Der Polar Cooler ist deshalb kein zwingend notwendiges Zubehör. In bestimmten Anwendungen kann er jedoch einen echten Mehrwert bieten. Da es nur zu geringem Kondenswasser-Ausstoß kommt, reicht in meinem Fall eine Schale, um das Wasser wieder verdunsten zu lassen.

Qidi Box V2 im Praxiseinsatz

Die Qidi Box V2 erweitert den Max4 um Multi-Material- und Multi-Color-Funktionen. Hinzu kommt eine Trocknungsfunktion, die den praktischen Nutzen im Alltag erhöht. Positiv fällt auf, dass das System Filament zuverlässig einzieht, automatische Wechsel sauber umsetzt und im Test stabil arbeitet. Auch farbige Akzente, Support-Schnittstellen mit verschiedenen Materialien und kleinere Multicolor-Projekte gelingen ordentlich.

Schwächen der Qidi Box: Lautstärke, Wartung und Multicolor-Tempo

Die entscheidende Schwäche der Qidi Box V2 liegt bei der Geschwindigkeit beim Mehrfarbdruck. Farbwechsel dauern deutlich länger als bei vielen Konkurrenzsystemen. In meinem Test lagen die Wechselzeiten bei deutlich über drei Minuten. Dieser Unterschied mag klein erscheinen, summiert sich bei komplexen Modellen jedoch sehr schnell auf viele Stunden.

Somit ist der Max4 Combo für klassische Multicolor-PLA-Projekte zwar funktional, aber nicht besonders effizient. Wenn ihr vor allem bunte Figuren, aufwändige Mehrfarbmodelle oder Drucke mit mehreren hundert Farbwechseln fertigen möchtet, findet ihr am Markt schnellere Alternativen. Die Qidi Box eignet sich eher für gezielte Farbakzente, Materialkomfort, Trocknung und Support-Anwendungen als für maximale Multicolor-Produktivität.

Hinzu kommen konstruktive Nachteile. So kritisierte ich bereits in meinem vorangegangenen Test die hohe Geräuschkulisse der Box. Dazu kommt die ausbaufähige Wartungsfreundlichkeit. Vor allem bei Filamentbruch in den PTFE-Strecken ist der Zugang suboptimal. Das kann gerade bei spröden Hochleistungsmaterialien lästig werden. Auch TPU gehört nicht zu den Stärken des Box-Systems. Ihr solltet flexible Filamente direkt über einen Einzelspulenhalter zuführen, da die langen Filamentwege in der Box hierfür ungünstig sind.

Software, Orca-Basis und offene Klipper-Struktur

Bei Software und Bedienung hinterlässt der Max4 einen guten Gesamteindruck. Qidi Studio basiert auf dem Orca-Slicer und funktioniert solide. Das ist ein Vorteil, weil die Oberfläche und der Workflow vielen Anwendern vertraut sind. Gleichzeitig lässt sich der Drucker über Klipper-Strukturen und eine Weboberfläche ansprechen. Das sorgt für zusätzliche Kontrolle und macht das System für fortgeschrittene Nutzer deutlich interessanter als geschlossene Insellösungen.

Positiv sind auch die Konnektivitätsoptionen. WLAN mit 2,4 und 5GHz, LAN und lokaler Betrieb ohne Cloud-Zwang gehören zu den praktischen Pluspunkten. Im Test ließen sich größere Druckdateien sauber übertragen. Das passt zur Werkstattorientierung des Druckers, da lokale Netzwerke und offene Weboberflächen dort oft sinnvoller sind als App-Zwang und Cloud-Bindung.

Negativ fallen die ungenauen Zeitschätzungen bei Multicolor-Drucken auf. Zudem fehlt eine intelligentere Ladeprozedur beim Wechsel von Hoch- zu Niedrigtemperatur-Filamenten. Auch die KI-Funktionen wie Spaghetti- oder Hinderniserkennung auf dem Druckbett arbeiten noch nicht zuverlässig.

Kamera und Überwachung

Die integrierte Kamera erfüllt ihre Grundfunktion. Sie unterstützt bis zu 1080p. Echtzeit-Monitoring und Zeitraffer sind möglich und die Aufnahmen lassen sich über die Weboberfläche nutzen. Die eigentliche Schwäche liegt jedoch nicht in der Funktion, sondern in der Position der Kamera. Durch die Platzierung im Innenraum ist immer ein Teil des Druckergestells im Bild. Das ist kein schwerwiegender Mangel, bei einem Gerät dieser Klasse jedoch eine unn eine unnötige Schwäche.

 

Kamera des Qidi Max 4 mit Hindernissen

Geräuschentwicklung im Betrieb

Ein so großer Drucker mit aktiver Kammer, Zusatzlüfter, Filterung und optionalem Polar Cooler bleibt naturgemäß geräuschmäßig nicht unauffällig. Bereits im Normalbetrieb liegt die Lautstärke über dem Durchschnitt kompakter Desktop-Geräte. Mit geöffneter Tür maßen wir etwa 63dB, mit geschlossener Tür etwa 58dB. Der Polar Cooler erhöht die Geräuschkulisse zusätzlich. Auch die Qidi Box fällt durch ein präsentes, klickendes Geräuschbild auf. Für eine Werkstatt ist das vertretbar. Für ein ruhiges Büro oder einen Wohnraum ist der Max4 Combo hingegen keine ideale Lösung. Schätzt dies vor dem Kauf realistisch ein.

Stärken im technischen Einsatz

Die größte Stärke des Qidi Max4 Combo liegt eindeutig im technischen Bereich. Mit Materialien wie ASA, ABS, PC-ABS, glasfaserverstärktem Kunststoff oder PPS-CF zeigt der Drucker sehr deutlich, wofür er gebaut wurde. Die Kombination aus großem Bauraum, hoher Düsentemperatur, aktiv beheizter Kammer und robuster Mechanik sorgt dafür, dass funktionale Teile, Werkstattkomponenten und belastbare technische Drucke zuverlässig gelingen.

Gerade bei Materialien wie PPS-CF oder ABS-basierten Filamenten profitiert der Drucker sichtbar von seiner thermischen Stabilität. Die Ergebnisse wirken nicht wie Kompromisslösungen an einem ungeeigneten Gerät, sondern wie das natürliche Einsatzgebiet der Maschine. Genau hier hebt sich der Max4 von vielen günstigeren Allroundern ab.

Testergebnis

Getestet von
Holger Becker

Der Qidi Max 4 Combo ist ein spezialisierter Großraumdrucker mit klarer Werkstattorientierung. Die Kombination aus robuster Hardware, großem Bauraum, aktiver Kammerheizung und hohen Temperaturen sorgt für eine sehr gute Druckqualität, besonders bei technischen Filamenten. Für große funktionale Teile und temperaturbeständige Anwendungen bietet das System eine zuverlässige und leistungsstarke Basis.

Die Combo-Erweiterungen bringen zusätzlichen Komfort, aber auch Einschränkungen. Der Polar Cooler kann sinnvoll sein, erhöht jedoch Aufwand und Lautstärke. Die Qidi Box V2 arbeitet zuverlässig und erweitert den Drucker um Multimaterial und Trocknung, bleibt bei häufigen Farbwechseln jedoch deutlich langsamer als viele Konkurrenzsysteme. Für Multicolor-PLA ist das System daher nur bedingt geeignet.

Insgesamt richtet sich der Qidi Max 4 Combo klar an Anwender mit technischem Fokus. Wer einen großen, stabilen und hochtemperaturfähigen 3D-Drucker sucht, erhält hier ein starkes und praxisnahes Arbeitssystem.

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