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Der Markt für Mini-PCs wächst rasant, denn die Geräte werden immer attraktiver und leistungsfähiger. In der 300-Euro-Klasse positioniert sich der NiPoGi E3B als interessanter Neuling aus der Acemagic-Gruppe. Es ist ein starker Mini-PC mit modernem AMD-Prozessor, guter Konnektivität und großzügiger Ausstattung.
Aufmerksamen Lesern wird aufgefallen sein, dass wir lange keine Geräte aus dem Hause Acemagic im Test hatten. Das hatte einen berechtigten Grund, wie unser ausführlicher Artikel zu diesem Thema darstellt (hier zum Artikel bei uns).
Nach zwei Jahren ohne weitere bekannte Vorkommnisse geben wir Acemagic und seinen Tochterunternehmen wieder die Chance, sich hardwaretechnisch zu beweisen.
Dabei erweist sich der NiPoGi E3B als interessanter, als er im ersten Moment scheint. In unserem Gerät kommt als Prozessor ein ungewöhnlicher AMD Ryzen Embedded V2748 zum Einsatz. Der E3B verfügt zudem über 16GB DDR4 RAM, eine 512GB SSD und viele weitere Extras.
Wir haben uns angeschaut, wie er im Alltag abschneidet, welche Besonderheiten er mitbringt und ob er sich im Vergleich zu anderen Mini-PCs behaupten kann. Sehen wir, ob es ein gelungenes Comeback in unserer Testfamilie geworden ist oder ob es erneut Grund für Kritik gibt.
Design & Verarbeitung
Der NiPoGi E3B folgt dem typischen Mini-PC-Format: praktisch, quadratisch, gut. Mit Abmessungen von 128 x 128 x 41 Millimeter ist er angenehm klein und lässt sich dank der mitgelieferten VESA-Halterung sogar hinter einem Monitor verstecken. So könnt ihr euch einfach einen All-in-one-PC in einem DIY-Projekt zusammenbasteln. Achtet dabei jedoch darauf, dass der Monitor die passende Aufnahme bietet. Höhenverstellbare Monitore haben diese in der Regel nicht.
Das Design ist weniger ästhetisch als pragmatisch. Trotzdem sprechen wir hier nicht von mangelnder Qualität. Das schwarze Kunststoffgehäuse ist gut verarbeitet und sehr stabil. Das silberne Acemagic-Logo auf der Oberseite verleiht dem Design einen Gaming-Touch und setzt einen Akzent bei dem ansonsten unauffälligen Gehäuse. Weitere Alleinstellungsmerkmale fehlen.
Die Verwendung sehr ähnlicher Gehäuse beim gleichen Hersteller erschwert die äußerliche Differenzierung zu anderen Modellen. So sehen die Modelle E3, P1, E1 und weitere Varianten sehr ähnlich aus und wirken nur im direkten Vergleich geringfügig unterschiedlich. Hier seht ihr, dass wenig Wert auf das Design gelegt wurde und primär die inneren Werte im Fokus stehen.
Auch wenn das Material Kunststoff viele abschreckt, bietet es positive Aspekte, die bei einem Mini-PC zum Tragen kommen. Kunststoff besitzt, vom Preis abgesehen, antistatische Eigenschaften und ist sehr leicht. Einzig die Wärmeleitfähigkeit fällt gering aus. NiPoGi sorgt hier jedoch für ausreichend Kühlung, indem rund um das Gehäuse zahlreiche Lüftungslöcher in verschiedenen Größen integriert wurden. Die Vorderseite bleibt glatt und geschlossen.
Betrachtet ihr die Vorderseite, stellt ihr fest, dass diese für eine kleine Front einige Anschlüsse bietet.
Lieferumfang des NiPoGi E3B
Der Lieferumfang fällt übersichtlich und gut aus. Zum NiPoGi E3B erhaltet ihr ein 65W Netzteil, das 19V/3,42A liefert, eine VESA-Halterung aus schwarzem Edelstahl, die passenden Schrauben und ein 0,5m langes HDMI-Kabel. Mehr wird nicht benötigt.
Anschlüsse & Konnektivität
Nun kommen wir zu den inneren Werten des NiPoGi E3B. Bei der Konnektivität und den Anschlüssen macht der Hersteller keine halben Sachen, sondern schöpft aus dem Vollen.
Vorderseite
- 1x Power-Button (Ein-/Ausschalter)
- 1x 3,5 mm Audio-Klinke (Kopfhörer/Mikrofon)
- 2x USB 10 Gbit/s (Typ-A)
- 1x USB 10 Gbit/s (Typ-C, unterstützt Bildausgabe mit 4K bei 60Hz)
Rückseite
- 4x USB 5 Gbit/s (Typ-A)
- 1x RJ45 Ethernet-Port (LAN)
- 1x DisplayPort 1.4 (unterstützt 4K bei 60Hz)
- 1x HDMI 2.0 (unterstützt 4K bei 60Hz)
- 1x Stromanschluss (DC-In, 19V/3.42A
Auf der Vorderseite erwarten euch die beiden USB-A-Ports mit 10Gbit/s. Der danebenliegende USB-C-Anschluss ist mit derselben Version ausgestattet und liefert neben den 10Gbit/s eine volle Ausstattung mit Display-Ausgang für bis zu 4K/60Hz.
Auf der Rückseite wurde ebenfalls nicht gespart. Die vier USB-A-Anschlüsse bieten 5Gbit/s, was im Alltag immer noch schnell ausfällt. Der danebenliegende Ethernet-Anschluss bietet eine Geschwindigkeit von 1Gbit/s. Die beiden Display-Anschlüsse unterstützen ebenfalls 4K/60Hz wie der USB-C-Anschluss auf der Vorderseite. Dabei ist der DisplayPort in Version 1.4 und der HDMI-Anschluss in Version 2.0 integriert. Somit lassen sich bis zu drei Displays gleichzeitig betreiben, was den NiPoGi zu einer echten Workstation macht.
Für kabellose Verbindungen steht eine solide Bluetooth 5.2-Verbindung zur Verfügung. Im Netzwerk funkt der E3B mit WiFi 6E. Das MT7902-Modul von MediaTek wird dabei vollständig von Windows unterstützt, allerdings nur teilweise unter Linux, was zu Instabilitäten im 5- und 6-GHz-Netz führen kann (hier zum Bericht bei Github).
Hardware & Leistung
CPU(s)
Wir erreichen das Herzstück unseres Testberichts. Wie versprochen steckt im NiPoGi mehr unter der Haube, als ihr erwartet. Die NiPoGi-Modelle gibt es in unterschiedlichsten Konfigurationen, die sich vorrangig durch den verbauten Prozessor unterscheiden.
Je nach Modell ist im NiPoGi E3B meistens ein Ryzen-Prozessor der 7000er-Serie verbaut. Die verfügbaren Versionen sind vielseitig und wechseln je nach Verfügbarkeit und Einkaufsplattform. Verwendet wurden oder werden die Ryzen-Prozessoren 7 7735HS, 7730U, 7430U, 5700U, 5825U, der Ryzen 5 7430U oder der exotische Ryzen Embedded V2748, wie in unserem Testgerät. Da ihr bei dieser Vielzahl schnell den Überblick verliert, gibt es hier ein kleines Ranking zur Übersicht:
- AMD Ryzen 7 7735HS (H-Serie) mit deutlich höherer TDP und Performance
- AMD Ryzen 7 7730U – bestes U-Modell, 10.856 Punkte im Cinebench 23 Benchmark
- AMD Ryzen 7 5825U – fast gleichauf mit 10.751 Punkte unter CB23
- AMD Ryzen 7 5700U: 12–15% schwächer, Zen 2
- AMD Ryzen Embedded V2748: Gute Leistung, aber unter Zen-3-U-CPUs
- AMD Ryzen 5 7430U: 6 Kerne → deutlich geringere Gesamtleistung
Embedded-Prozessoren finden sich kaum in normalen PCs, da sie für Industriegeräte ausgelegt sind. Die besonderen Stärken des V2748 im Vergleich zu Konsumermodellen liegen in der Langzeitverfügbarkeit sowie in der Tatsache, dass er durch die deutlich höhere TDP konstanter und stabiler bei langer Dauerlast läuft.

Die integrierte Radeon Vega 7 Grafik liefert solide Ergebnisse, kann bei modernen Spielen jedoch kaum punkten. Der klare Fokus liegt auf Workflows mit multiplen Displays anstatt auf hohen FPS-Werten. Die Leistung wird hierbei durch den einzelnen RAM-Riegel zusätzlich eingeschränkt.
- viel zu viel
- verklumpt
- und unnötig
Werft ihr einen Blick in das Innere, erkennt ihr unschöne Details. Die Wärmeleitpaste fällt mangelhaft aus. Sie ist so trocken, dass sie selbst bei einem brandneuen Gerät klumpig und fest wirkt. Die aufgetragene Menge ist ebenfalls nicht optimal. Dadurch ist eine schlechte Wärmeleitung nach kurzer Nutzung vorprogrammiert. Das Wärmeleitpad unter dem RAM zerfällt bereits und bietet an dieser Stelle kaum Mehrwert.
RAM & SSD
Der NiPoGi E3B ist mit großzügigen 16GB DDR4 RAM mit schnellen 3200MT/s ausgestattet. NiPoGi verbaut hier nur einen einzigen No-Name-Riegel, wodurch die Leistungsfähigkeit des schnellen Ryzen V2748 eingeschränkt wird. Cleverer wären zwei 8GB-Riegel, da AMD-Prozessoren im Dual-Channel-Modus stark davon profitieren. Dank des zweiten freien Slots ist ein Upgrade problemlos möglich. Ihr könnt jedoch auch ohne Upgrade erst einmal arbeiten. Das Aufrüsten ist zu empfehlen, auch wenn die RAM-Preise aktuell hoch sind. Gebraucht bekommt ihr 2x 8GB-Riegel für unter 50€. Maximal sind 64GB (2x32GB) möglich.
Interessanter wird es bei der SSD-Schnittstelle. Die verbaute 512GB M.2-SSD ist lediglich eine SATA-Festplatte. Immerhin stammt sie von der Marke Netac, die gute Produkte liefert. Der E3B verfügt über zwei M.2-Schnittstellen, von denen eine – in der unsere Festplatte sitzt – nur eine SATA-Schnittstelle bietet. Der andere, freie Slot ist eine schnelle PCIe-3.0-Schnittstelle. Auf beiden Slots lassen sich maximal 2TB große Speicherriegel verbauen.
Praxisleistung
In der Office-Umgebung laufen die Programme flüssig und schnell. Multitasking gelingt problemlos und die Wiedergabe von 4K-Videos bereitet keine Schwierigkeiten. Deutliche Schwächen zeigen sich hingegen bei Gaming und Multicore-Anwendungen. Hier lassen sich Performancesteigerungen von bis zu 10% erreichen, wenn der RAM im Dual-Channel-Modus betrieben wird.
System und Einrichtung
Der NiPoGi E3B wird mit einem vorinstallierten und aktivierten Windows 11 Pro geliefert. Die Installation verläuft problemlos, dauert aber etwas länger, falls Updates anstehen. Der Hinweis auf dem Ethernet-Anschluss hilft dabei nicht, da ihr euch standardmäßig sonst per WLAN verbinden müsst.
Das BIOS ist etwas älter, fällt aber umfangreich aus und lässt eine Vielzahl an Einstellungen zu. Alle Treiber sind vorinstalliert, lassen sich aber auch direkt von der Herstellerseite laden. Diese sind bei einer Neuinstallation zwingend notwendig, da sich in der Ersteinrichtung sonst keine WLAN-Verbindung herstellen lässt. Die Treiber findet ihr direkt hier über diesen Link beim Hersteller.
Benchmarks
Zu den Benchmarks lässt sich wenig hinzufügen, da die Ergebnisse für sich sprechen. Schwach fällt die Gaming-Leistung aus, da sich selbst anspruchslose Spiele wie League of Legends auf höchster Einstellung nicht mit 60FPS spielen lassen. Anspruchsvolle Spiele sind nicht spielbar. Bei Lost Ark geht bereits im Händlerviertel der Spaß verloren. Dungeons gleichen einer PowerPoint-Präsentation.
Die Testergebnisse beziehen sich auf den Originalzustand ohne Upgrade auf Dual-Channel und NVMe.
| SSD SATA Festplatte | |||||||||||||||
| Sequential Read | Random Read | Sequential Write | Random Write | ||||||||||||
| Speed (MB/s) | 542.96 | 542.81 | 496.47 | 232.16 | |||||||||||
| IOPS (Times/s) | 517 | 517 | 473 | 221 | |||||||||||
| Delay (ms) | 30.777 | 30.847 | 33.640 | 71.971 | |||||||||||
| USB-A Vorne | |||||||||||||||
| Sequential Read | Random Read | Sequential Write | Random Write | ||||||||||||
| Speed (MB/s) | 960.93 | 967.82 | 975.30 | 971.85 | |||||||||||
| IOPS (Times/s) | 916 | 922 | 930 | 926 | |||||||||||
| Delay (ms) | 17.436 | 17.314 | 17.135 | 17.201 | |||||||||||
| USB-A Hinten | |||||||||||||||
| Sequential Read | Random Read | Sequential Write | Random Write | ||||||||||||
| Speed (MB/s) | 416.91 | 417.43 | 408.35 | 410.51 | |||||||||||
| IOPS (Times/s) | 397 | 398 | 389 | 391 | |||||||||||
| Delay (ms) | 40.133 | 40.082 | 40.897 | 40.622 | |||||||||||
| USB-C Vorne | |||||||||||||||
| Sequential Read | Random Read | Sequential Write | Random Write | ||||||||||||
| Speed (MB/s) | 966.49 | 967.88 | 968.74 | 973.41 | |||||||||||
| IOPS (Times/s) | 921 | 923 | 923 | 928 | |||||||||||
| Delay (ms) | 17.332 | 17.307 | 17.258 | 17.172 | |||||||||||
- PC Mark Workload
- 3D Mark Steel Nomad Light
- 3D Mark Fire Strike
- 3D Mark Steel Nomad Light Stress
- 3D Mark CPU
- Antutu 2.0 Beta
- Lost Ark & LOL FPS
- CB R23
- CB 2026
- CB 2024
- Wifi
Performance-Boost bei Dual-Channel und NVMe – weniger als erwartet
GB6 CPU Single +3% / Multi +10,7%
Antutu Gesamt +10% (CPU +4%, GPU +6%, MEM +53%, Windows +0%)
League of Legends +30% und erreicht fast 60FPS auf höchster Einstellung
Die Bestenliste im Vergleich
Lautstärke & Energieverbrauch
- große Kühlplatte
- großer Lüfter

Die Temperatur der CPU kann unter Benchmark-Bedingungen bis zu 95°C erreichen, was jedoch noch weit vom TJ Max bei 105°C entfernt liegt. Aufgrund der höheren TDP des V2748 liegt der Verbrauch im Vergleich zu anderen Prozessoren höher, da die CPU deutlich später die Leistung drosseln muss. Dennoch liegt der durchschnittliche Verbrauch bei wechselhafter Belastung mit 35W deutlich unter dem eines jeden Desktop-PCs.
Testergebnis
Der NiPoGi E3B ist ein preiswerter, leistungsfähiger und vielseitiger Mini-PC, der vor allem in produktiven Umgebungen überzeugt, sich aber weniger für Gaming eignet. Das Design und die Verarbeitung sind solide, wenn auch nicht außergewöhnlich. Die Anschlussvielfalt und die Arbeitsleistung fallen hervorragend aus. Der E3B ist mit sieben USB-Anschlüssen ausgestattet, von denen sich die vorderen alle als schnelle 3.2 Gen 2 Ports nutzen lassen. Die Anschlüsse auf der Rückseite unterstützen ebenfalls USB 3.2, allerdings in Gen 1. Dazu kommen ein DisplayPort- und ein HDMI-Anschluss, wodurch sich in Kombination mit dem USB-C-Anschluss auf der Vorderseite drei Bildschirme betreiben lassen. Der Prozessor ist ungewöhnlich, aber sehr leistungsfähig.
Der Ryzen Embedded V2748 ist ein industrieller Prozessor, der durch langen Support und einen sehr stabilen Lastbetrieb glänzt. Die 16GB DDR4 RAM und die 512GB SSD-Festplatte reichen für den Arbeitsbetrieb völlig aus, bieten aber Luft für Upgrades.
Als RAM ist nur ein einzelner Riegel verbaut, wodurch das System ausgebremst wird. Hier ist ein Upgrade mit einem Leistungsboost von ca. 25% möglich. Auch bei der SSD besteht Verbesserungspotenzial, da nur eine SATA-M.2-Festplatte verbaut ist. Ein Upgrade auf eine schnellere NVMe-Festplatte sorgt hier für einen flüssigeren Betrieb. Dennoch läuft das System auch ohne Upgrades äußerst stabil und flüssig. Der Preis für diese Leistung ist fair, besonders angesichts der aktuellen Kosten für Speicher und Prozessoren. NiPoGi macht mit diesem Gerät einen tollen Job und bietet viel Leistung für wenig Geld. In Zeiten, in denen Energie teurer wird, ist ein solcher Mini-PC eventuell genau der richtige, günstige Nachfolger für euren alten Tower. Alternativ findet Ihr weitere gute Modelle in unserer Mini-PC Bestenliste.
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