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Lofree Hyzen Tastatur im Test – das Beste aus zwei Welten?

Getestet von Korbinian am
Vorteile
  • einzigartiges Design
  • hochwertige Verarbeitung
  • exzellentes taktiles Feedback
  • umfassende Individualisierung per App
  • große Auswahl an Keycaps (Cherry Switches)
Nachteile
  • groß und schwer
  • Neigung nicht einstellbar
  • Tasten bei aktiver Beleuchtung schwer ablesbar
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Nachdem wir euch die Lofree Hyzen im April angekündigt haben, hatten wir zwischenzeitlich Gelegenheit, die Tastatur einem ausführlichen Praxistest zu unterziehen. In den letzten Wochen musste sich das Keyboard bei der Arbeit im Homeoffice und der ein oder anderen Gaming-Session beweisen. Als Referenz standen dabei die Logitech MX Keys Mechanical Mini und die MX-LP 2.1 von Cherry bereit. Ein besonderer Fokus lag dabei auf den Switches mit neuer Architektur, die seitens Lofree im Vorfeld in höchsten Tönen angepriesen wurden. Im folgenden Testbericht klären wir, ob das Hyzen den Erwartungen gerecht wird und an welche Zielgruppen der Hersteller über die derzeit laufende Crowdfunding-Kampagne adressiert.

Lofree Hyzen Design 1

Anmerkung: Crowdfunding und Vorserienmodell

Wie bereits in der Vergangenheit erfolgt auch die Finanzierung der Lofree Hyzen über Crowdfunding. Die Kampagne wurde im Mai erfolgreich beendet, allerdings könnt ihr diese weiterhin unterstützen und so ein Exemplar des Lofree Hyzen erhalten. Eine Auslieferung erfolgt voraussichtlich im August 2026. Über den folgenden Button gelangt ihr zum Projekt auf Kickstarter:

Zur Kickstarter-Kampagne

Bei unserem Testgerät handelt es sich um ein Vorserienmodell, dessen Hard- und Software noch nicht zur Gänze dem fertigen Produkt entspricht. Laut Lofree befindet sich der Hersteller bis zum Release in einem konsequenten Feedbackprozess mit der Community. Aus diesem haben sich bis dato bereits die folgenden Änderungen am Design des Keyboards ergeben:

  • Hyzen-Schriftzug auf der Leertaste wird entfernt
  • Lofree-Schriftzug rechts oben im Metallrahmen wird entfernt
  • Tastenbeschriftungen für macOS werden auf den Keycaps ergänzt
  • Lofree-Schriftzug an der Oberseite des 2,4GHz-Receivers wird entfernt

Zudem berichten andere Tester von Qualitätsproblemen ihrer Keyboards, die sich unter anderem in unsauber verklebten Bauteilen, klackernden Switches und Bugs in der bereitgestellten Software äußern. Wir konnten im Testzeitraum keines der dargestellten Probleme feststellen. Unser Testgerät musste lediglich nach einem exzessiven Test der Switch-Parameter neu kalibriert werden, was anstandslos funktionierte.

Design und Verarbeitung

Optik ist Ansichtssache, die Lofree Hyzen lässt sich jedoch zweifellos als „expressiv“ bezeichnen. Für eine Tastatur im 65%-Format fallen die Abmessungen von 332 x 134 x 42 Millimeter und das Gewicht von 1860 Gramm vergleichsweise üppig aus und das Hyzen prangt wie ein Monolith im Mittelpunkt eines jeden Gaming-Setups. Das Tastenfeld besteht aus 67 semi-transparenten Keycaps mit weißer Beschriftung, die leider in der Dunkelheit bei aktivierter Beleuchtung schwer abzulesen ist. Der Grauton der Tasten harmoniert mit dem Aluminiumrahmen. Dieser ist 13 Millimeter breit und zieht sich um das gesamte Keyboard, was zweifellos die Ursache für Größe und Gewicht des Hyzen ist.

Im oberen Rahmen sind seitlich die Drehregler zum Ein- und Ausschalten des Keyboards und der Regelung der Gerätelautstärke integriert, darunter befindet sich der USB-C-Port zum Laden und der Verbindung über Kabel. In der linken oberen Ecke neben dem Escape-Key sitzt ein Schalter, über den sich die Zahlenreihe der Lofree Hyzen auf die Funktionstasten umstellen lässt. Alternativ erledigt dies der althergebrachte FN-Key. Am unteren Rand ist eine LED-Leiste eingefügt, die sich farblich anpassen lässt. Die Neigung der Tastatur von 12 Grad ist fix, variable Standfüße zur Anpassung der Höhe wurden von Lofree nicht verbaut. In Verbindung mit dem hohen Metallrahmen leidet insbesondere für Nutzer mit kleinen Händen die Ergonomie, sofern keine separate Handballenauflage verwendet wird.

Bereits unser Testgerät ist hochwertig verarbeitet. Aluminium- und Plastikteile fügen sich präzise und fugenlos ineinander und das Keyboard erweckt den Eindruck, als könnte es einen Fall aus der Höhe einer Tischfläche problemlos wegstecken. Das gilt jedoch nicht für den Boden oder einen Fuß, der sich unglücklicherweise in der Bahn des Hyzen auf dem Weg nach unten befinden sollte. Das Gehäuse ist verwindungssteif und gibt beim Tippen nicht nach. Das hohe Gewicht in Verbindung mit den gummierten Flächen an der Unterseite verhindert zuverlässig ein Verrutschen des Keyboards und die Haptik ist selbst für den hohen Preis auf höchstem Niveau.

Lieferumfang der Lofree Hyzen

Lofree Hyzen Lieferumfang

Beim mitgelieferten Zubehör zeigt sich Lofree großzügig. Für die Verbindung zwischen PC und Keyboard befindet sich ein 1 Meter langes USB-A auf USB-C-Kabel im Lieferumfang. Alternativ verbindet dieses den PC mit dem beiliegenden 2,4GHz-Receiver, der aus Aluminium besteht und optisch an das Design des Keyboards angelehnt ist. Weitere Dreingaben belaufen sich auf alternative Keycaps für Backspace-, Return- und Pfeiltasten, einen Keycap Puller sowie die üblichen Garantie- und Sicherheitsbestimmungen. Zum sicheren Transport des Keyboards liegt ein elliptisches Case aus Filz mit im Karton bei. Dieses wird mittels Reißverschluss geöffnet und verschlossen, der so filigran und schwergängig ist, dass ihr dessen Haltbarkeit ernsthaft in Frage stellen müsst.

Software und Updates

Die individuelle Anpassung des Hyzen findet über das Lofree Hub statt, eine Web-App, die sich unkompliziert im Browser aufrufen lässt. Voraussetzung für die Erkennung des Keyboards ist eine kabelgebundene Verbindung mit dem PC. Einmal verbunden, lassen sich über das Lofree Hub Konfigurationen bis ins kleinste Detail vornehmen. Neben dem banalen Testen der Tastenfunktion findet hier die Umstellung zwischen mechanischem und magnetischem Feedback auf Eingaben statt. Physisch ändert sich dabei natürlich nichts, die Reaktionszeit variiert zwischen den Modi jedoch spürbar. Im magnetischen Modus kann millimetergenau festgelegt werden, wie viel Travel einen Tastendruck auslöst und wie schnell das Keyboard auf Eingaben reagiert. Jede Taste lässt sich entweder mit einer anderen Eingabe, Kombination oder einem aufgenommenen Makro belegen. Aber auch die Optik der Hyzen lässt sich im Lofree Hub anpassen. Das bezieht sich nicht nur auf Farbe und Helligkeit der Tasten, sondern auch auf die LED-Leisten des Keyboards und des 2,4GHz-Senders.

Versteckt in den Tastenkombinationen mit dem FN-Key findet sich die Möglichkeit zur Verbindung von bis zu drei verschiedenen Geräten über Bluetooth alternativ zum 2,4GHz-Dongle. Das Pairing und der Wechsel zwischen diesen erfolgt standardmäßig über den Shortcut FN+Q,W,E,R. Während unseres Tests wurden uns von Lofree drei Updates über Google Drive zur Verfügung gestellt, um kleinere Bugs auszumerzen. Leider wurden hier lediglich .exe-Files bereitgestellt und Tester mit Linux- oder macOS-Systemen gehen bisher leer aus. Zukünftig soll das Keyboard dann über das Lofree Hub aktualisiert werden und Nutzer der entsprechenden Geräte kommen hoffentlich ebenfalls auf ihre Kosten.

Switches und Tippgefühl

In Kooperation mit Kailh wurde speziell für die Hyzen der „Nexus Switch“ entwickelt und Lofree bewirbt diesen in den höchsten Tönen hinsichtlich Tippgefühl und Anpassbarkeit. Die zugrunde liegende Architektur soll das klare taktile Feedback von mechanischen Switches mit der extrem kurzen Reaktionszeit magnetischer Systeme kombinieren und so die Vorteile beider Systeme vereinen. Die Auslösung erfolgt laut Lofree bereits bei einem Tastenhub von 0,01 Millimetern und in einem Zeitraum von 0,125 Millisekunden, auch kabellos. Möglich macht dies laut Lofree die TMR-Sensortechnik (Tunneling Magnetoresistance) im Switch sowie der verbaute Nordic 54 Chip, der Eingaben mit einer Pollingrate von 8.000Hz an den 2,4GHz-Receiver übermittelt. Abseits von Marketingzwecken hat dieser Wert allerdings keinen praktischen Nutzen, da selbst die Aktualisierungsrate der besten Gaming-Monitore nicht annähernd so hoch ist.

Bereits die vielfältige Auswahl an Switches auf dem Markt zeigt, dass die Vorlieben hinsichtlich Feedback und Tippgefühl stark variieren. Im Falle der Hyzen hat Lofree allerdings ganze Arbeit geleistet und das Tippen auf dem Keyboard sollte die breite Masse der Nutzer zufriedenstellen. Am Ende eines butterweichen linearen Tastenhubs ertönt ein sattes „Plopp“ am Anschlag. Damit ist das Feedback deutlicher als bei Cherrys MX-LP 2.1, bleibt dabei aber leiser als die braunen Switches der MX Keys Mechanical Mini. Die verwendeten Keycaps nutzen das Profil von Cherry und besitzen eine angenehme Oberfläche. In der Standardeinstellung ist die Tastatur ungemein reaktionsfreudig und Eingaben finden bereits bei geringem Druck auf die entsprechende Taste statt. Teilweise wurden Eingaben bereits beim Ablegen der Finger auf der Taste getätigt und in dieser Folge unsererseits die Empfindlichkeit angepasst. Ein beabsichtigter Druck wird ohne erkennbare Verzögerung umgesetzt, ein Vorteil zur Cherry MX-LP 2.1 lässt sich allerdings trotz der magnetischen Switches nicht feststellen.

Akkulaufzeit der Lofree Hyzen

Ein Vorteil der schieren Größe des Keyboards ist der Platz für einen massiven Akku mit 10.000mAh Kapazität. Über den Testzeitraum erreichten wir mit 50%-iger Tasten- und LED-Helligkeit und einem Stand-By der Tastaturbeleuchtung von 3 Minuten eine Nutzungszeit von rund 6 Wochen. Lofree Hyzen LadeLEDDas ist lediglich ein Drittel des Nutzungszeitraums, den die Pendants von Cherry und Logitech mit einer Akkuladung schaffen, allerdings sind deren LEDs um einiges dunkler als die des Hyzen. Im Extremfall ohne Stand-By und mit der Tastenhelligkeit auf Anschlag hingegen hielt Lofrees Keyboard zwei Wochen durch, ohne an das Kabel angesteckt werden zu müssen. Ein knapper Akkustand und dass das Keyboard geladen wird, wird über rotes und weißes Blinken eines LED-Streifens über dem DEL-Key angezeigt. Sobald der Akku des Keyboards aufgeladen ist, läuft die Stromversorgung rein über das Kabel, um den Energiespeicher zu schonen.

Testergebnis

Getestet von
Korbinian

Das Lofree Hyzen ist unterm Strich ein würdiger Nachfolger der Flow-Serie und muss sich vor der Konkurrenz im Bereich der Premium-Keyboards nicht verstecken. Lofree hat das Tastenfeedback hervorragend abgestimmt und das Schreibgefühl überzeugt auf ganzer Linie. Auch wenn das neue Switch-Design in der Praxis unseres Erachtens weniger revolutionär ist, als das Marketing von Lofree uns glauben lassen will, bleibt der Gesamteindruck äußerst positiv. Ein einzigartiges Design in Verbindung mit einer hohen Anpassbarkeit der Tastenparameter lässt keinen Zweifel am gehobenen Anspruch des Hyzen. Allerdings zeigte das Keyboard im Test auch Schwächen. So leidet die Ergonomie unter der starken Neigung des Keyboards. Zudem eignet sich das Hyzen aufgrund seiner Abmessungen und des hohen Gewichts nicht wirklich für den Transport zwischen häufig wechselnden Arbeitsplätzen. Selbst wenn die Tastatur einiges zu bieten hat, solltet ihr sorgfältig abwägen, ob ihr bereit seid, den Preis von 199$ (ca. 172€) für die kabelgebundene und 219$ (ca. 189€) für die kabellose Version zu zahlen. Lofree zielt hier eindeutig auf Nutzer mit hohen Ansprüchen ab. Diesen wird das Hyzen dann aber auch gerecht.

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Mick
Gast
Mick
1 Monat her

Oh je!
Bei der Lofree Tastatur habe ich im ersten Bild eine Spinne gesehen und erst in der Vergrößerung erkannt, dass das ein Drehregler ist.🙈

Mick

jonas-andre
Autor
Team
jonas-andre(@jonas-andre)
1 Monat her
Antwort an  Mick

Hey, wirkt irgendwie wirklich so 😅. Jetzt muss Lofree noch eine Arachnophobie Version rausbringen …

Beste Grüße

Jonas

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