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Beelink ist hierzulande vor allem für Mini-PCs bekannt, hat sein Portfolio in den letzten Jahren aber konsequent in Richtung Hybrid-Geräte erweitert. Mit dem Beelink ME Pro (zum Test) liegt ein modularer Mini-PC-NAS-Hybrid mit Platz für zwei 3,5-Zoll-HDDs und drei M.2-SSDs vor, mit der Beelink Mate mini (zum Test) eine Thunderbolt-5-Dockingstation mit M.2-Slot, die als Speichererweiterung gedacht ist und besonders gut zum Mac mini passt. Der Beelink EX Mate Pro setzt diesen Ansatz, etablierte Geräteklassen miteinander zu vermischen, jetzt im Bereich USB-Docks fort: eine USB4-v2-Dockingstation mit vier internen M.2-Steckplätzen, integriertem 140-Watt-Netzteil, Lautsprecher und Mikrofon, verpackt in einem Würfel, der von außen wie ein Mini-PC aussieht.
Getestet habe ich das Gerät am MacBook Pro 2025 (M4 Pro, Thunderbolt 5). Spannend ist, ob der ungewöhnliche Mix in der Praxis taugt und für wen sich der EX Mate Pro überhaupt lohnt.
Design und erster Eindruck
Der EX Mate Pro ist ein etwa 10 Zentimeter großer Würfel (99 x 99 x 98,3 mm) mit weißem Kunststoffgehäuse, dezent und unauffällig genug, um neben einem MacBook auf dem Schreibtisch nicht aufzufallen. Auf der Vorderseite finden sich der Power-Knopf und zwei USB-Anschlüsse: einmal USB4 v2 (80Gbit/s) und einmal USB-A (10Gbit/s). Auf der Rückseite sitzen der Stromanschluss, ein HDMI 2.0, ein USB 2.0 (480Mbit/s), 2,5-Gigabit-LAN und der USB4-v2-Uplink (80Gbit/s) zum Notebook. Die Oberseite trägt einen sichtbaren Lautsprecher und Tasten für Lautstärke, einen Umschalter zwischen PC- und Bluetooth-Modus sowie einen Mute-Button.
Beelink legt eine weiche Transporttasche, drei Kabel (AC-Kabel, 80Gbit/s USB-C-zu-C-Kabel und HDMI-Kabel) und ein paar M.2-Schrauben bei. Was überrascht: Es gibt kein externes Steckdosen-Netzteil. Das 140-Watt-Netzteil ist komplett im Gehäuse verbaut. Bei einem 10cm großen Würfel, der nebenbei 96 Watt an das angeschlossene Notebook weiterreicht, ist das ungewöhnlich aufgeräumt.
Damit das Innenleben unter Last nicht in die Knie geht, hat Beelink eine aktive Kühlung mit kleinem Lüfter verbaut, die im Alltag angenehm zurückhaltend bleibt und auch beim Lesen oder Schreiben auf den internen SSDs nicht störend in den Vordergrund tritt. Die Lautstärke eines leisen Notebooks erreicht der Lüfter aber durchaus und ist daher lauter als ein passiv gekühltes Dock.
Vier M.2-Slots im Gehäuse
Der Hauptgrund, warum ihr euch den EX Mate Pro anseht, sind die vier M.2-Slots im Inneren. Das Konzept kennt ihr bei Beelink schon von der Mate mini (zum Test), nur erweitert: Statt einem Slot stehen hier gleich vier zur Verfügung, was mit aktuellen NVMe-SSDs bis zu 32TB zusätzlichen Schreibtisch-Speicher bedeutet. Genau das ist für MacBook-Pro-Nutzer interessant, da Apple beim internen Speicher bekanntlich konsequent abkassiert und ein nachträgliches Aufrüsten nicht möglich ist.
Den Zugang zu den Slots hätte ich mir einfacher gewünscht. Das Gehäuse muss aufgeschraubt werden und die SSDs werden mit winzigen Schräubchen fixiert, die schnell unauffindbar sind. Einmal verbaut ist das egal, aber wer regelmäßig Laufwerke tauscht, wird sich über die fummelige Mechanik nicht freuen. Eine werkzeuglose Lösung wie bei vielen NAS-Systemen wäre hier praktischer.
Wichtig auch: Die M.2-Slots laufen alle nur mit PCIe Gen 4 single lane, also einem Viertel der Gen-4-Bandbreite. In der Praxis bedeutet dies eine Geschwindigkeit von rund 1.800MB/s als Maximalwerte. Wer hier teure High-End-SSDs verbaut, verschenkt Geld. Einfache Gen-3-Modelle reichen vollkommen aus.
USB4 v2: Achtung!
Der USB-4-Standard ist kein einheitlicher Standard! USB4 v2 erlaubt theoretisch 80Gbit/s in beide Richtungen, aber das volle Tempo ist optional. Für eine USB4-Zertifizierung reichen schon 20Gbit/s. Ein Notebook mit der Aufschrift „USB4″ kann also je nach Hersteller volle 80, halbe 40 oder nur 20Gbit/s liefern. Wer den EX Mate Pro für die volle Bandbreite kauft und dann feststellt, dass der eigene Rechner nur 20Gbit/s bereitstellt, lässt zwei Drittel des Geräts ungenutzt. Daher solltet ihr unbedingt vor dem Kauf abklären, ob euer Notebook oder PC die volle Bandbreite überhaupt unterstützt.
Beim MacBook Pro 2025 mit Thunderbolt 5 (80Gbit/s) ist das kein Thema. TB5 ist abwärtskompatibel zu USB4 v2 und liefert die volle Bandbreite. Das Dock arbeitet dort einwandfrei. Genau hier stellt sich aber gleichzeitig die Frage, ob für TB5-Nutzer nicht ein reines Thunderbolt-5-Dock wie das Ugreen Revodok Max 2131 (zum Test) oder das anschlussstärkere Ugreen Maxidok 17-in-1 (zum Test) sinnvoller wäre. Beide bieten mehr Anschlüsse, das Maxidok hat zudem einen eigenen M.2-Slot mit höherer Geschwindigkeit integriert. Aber eben nur einen einzigen SSD-Slot.
Lautsprecher, Mikrofon und Bluetooth
Der eingebaute Lautsprecher reicht für Systemgeräusche oder ein nebenher laufendes YouTube-Video, ersetzt aber keine externen Boxen. Wer im Homeoffice bisher gar keinen Sound hatte, bekommt mit dem Bluetooth-Modus zumindest ein Gerät, das vom Smartphone Musik abspielen oder als Freisprecheinrichtung dienen kann. Das Niveau liegt etwa auf dem eines durchschnittlichen Laptop-Speakers. Für Calls hat Beelink ein 4-fach-Mikrofon-Array mit Noice-Cancelling verbaut. Für Teams- oder Zoom-Meetings am Schreibtisch reicht es ohne Probleme; ein dediziertes Headset oder Tischmikrofon ersetzt das Array allerdings nicht. Bluetooth läuft hier bereits in Version 6.0.
Performance im Alltag
Spürbar besser als bei den internen M.2-Slots arbeitet der EX Mate Pro am externen USB4-v2-Port (80Gbit/s) auf der Front. Mit einer schnellen externen WD_BLACK SN850X NVMe-SSD habe ich 3.816MB/s lesend und 3.528MB/s schreibend gemessen, was nah am direkten Anschluss am MacBook liegt.
Unterm Strich: Die externe USB4-Performance ist gut, die interne M.2-Performance ist durch die Single-Lane-Anbindung gedeckelt. Das Dock verteilt die Bandbreite vernünftig, sodass ihr parallel zwei Monitore (HDMI 2.0 und USB4 v2) plus einen schnellen externen Speicher betreiben könnt, ohne in Engpässe zu geraten.
Anschlüsse: ein Kompromiss
Bei der reinen Anzahl an Anschlüssen ist das Dock kein Klassenprimus. Im direkten Vergleich zum Ugreen Maxidok 17-in-1 (zum Test) fehlen sofort ein SD-Kartenleser, mehr USB-A-Ports, ein Audio-Klinkenanschluss und ein zweiter dedizierter Display-Ausgang. Beelink hat sich auf wenige, dafür schnelle Ports konzentriert und die internen M.2-Slots als Hauptargument positioniert. Das ist konsequent, sollte euch aber vor dem Kauf klar sein.
Testergebnis
Der Beelink EX Mate Pro ist eine ungewöhnliche Antwort auf eine zunehmend unübersichtliche Dock-Landschaft. Statt mehr Anschlüsse an einen schmaleren Standard zu hängen, kombiniert Beelink ein USB4-v2-Dock mit einem Gehäuse für vier SSDs in einem Mini-PC-Würfel und integriert zudem ein 140-Watt-Netzteil in das Gehäuse, das 96 Watt an den angeschlossenen Rechner abgibt. Für rund 170 € mit Versand direkt aus Europa ist das ein fairer Preis für das Konzept, sofern der Rechner USB4 v2 (80Gbit/s) wirklich beherrscht.
Sinn ergibt das Dock vor allem dort, wo drei Dinge zusammenkommen: ein Notebook mit echter USB4-v2- oder TB5-Bandbreite (also etwa ein MacBook Pro 2025), ein konkreter Bedarf an deutlich mehr Speicher, und der Wunsch, das Setup ohne externes Netzteil aufgeräumt zu halten. Genau in dieser Konstellation spielt der EX Mate Pro seine Stärken aus.
Wer dagegen ein klassisches Thunderbolt-5-Dock mit hoher Anschlussvielfalt und integriertem M.2-Slot sucht, ist mit dem Ugreen Maxidok 17-in-1 (zum Test) deutlich besser bedient, das in nahezu allen Belangen mehr bietet, dafür aber preislich höher liegt. Wer ein puristischeres TB5-Dock möchte, sollte sich das Ugreen Revodok Max 2131 (zum Test) ansehen. Wer primär eine kompakte Speichererweiterung für einen Mac mini sucht, fährt mit der Beelink Mate mini (zum Test) am besten. Sie wurde genau für diesen Zweck entwickelt. Wer ohnehin an Beelinks Hybrid-Welt interessiert ist und Speicher gleich als kleines NAS aufbauen will, schaut sich am besten den Beelink ME Pro (zum Test) an.
Schwächen des EX Mate Pro liegen in der eingeschränkten Anschlussvielfalt, der Single-Lane-Anbindung der M.2-Slots und der fummeligen Einbau-Mechanik. Wer mit diesen Kompromissen leben kann und einen passenden Rechner hat, bekommt eine All-in-One-Lösung, die so auf dem Markt aktuell sonst nirgends zu finden ist.
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