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Mit dem neuen Zendure Solarflow 800 Plus steigt Zendure erstmalig in das Segment der Budget-Speichersysteme ein. Dennoch können sich die Leistungswerte auf dem Papier durchaus sehen lassen. Mit einer Kapazität von 1.920Wh, einer Eingangsleistung von 2 x 750W und der Nutzung von künstlicher Intelligenz positioniert sich das System trotz des Kampfpreises von 399€ im gehobenen Leistungssegment.
Bereits in der Vergangenheit hat Zendure mit dem Solarflow 800 Pro (zum Test) oder dem Zendure Hyper 2000 (zum Test) bewiesen, dass man sowohl technisch als auch qualitativ Standards setzen kann. Ob das Zendure Solarflow 800 Plus dieser Tradition folgen kann, klären wir in unserem ausführlichen Test.
Lieferumfang
Das Zendure Solarflow 800 Plus kommt sicher verpackt in einem unscheinbaren Karton zu euch. Angesichts der Kartongröße ist kaum zu glauben, dass es sich hierbei um ein Speichersystem mit fast 2kWh handelt. Der Lieferumfang umfasst folgendes Zubehör:
- Zendure Solarflow 800 Plus
- Anschlusskabel (3m)
- Sicherheitshinweise
- Trennhilfe MC4
- Winkel für die Wandfixierung
Mit einer Länge von 3 Metern ist das Anschlusskabel erfreulich lang und ermöglicht somit eine flexible Positionierung des Speichersystems. Eine Bedienungsanleitung in gedruckter Form liegt dem Paket nicht bei. Diese könnt ihr mittels des beiliegenden QR-Codes herunterladen.
Technische Daten des Zendure Solarflow 800 Plus
Bei dem Zendure Solarflow 800 Plus handelt es sich um ein All-in-one-Speichersystem, das vorrangig für den Betrieb mit Balkonkraftwerken entwickelt wurde. Die eigentliche Steuereinheit ist fest mit dem 1.920Wh-Akku verbunden und bildet mit diesem eine Einheit. Trotz der identischen Akkugröße zum großen Bruder 800 Pro kommt hier mit dem AB2000L ein neuer Akkutyp zum Einsatz. Dieser bietet neben kompakteren Abmessungen ein neues Brandunterdrückungssystem, das auf ein Gel setzt, das sich bei hohen Temperaturen ausdehnt und den Sauerstoff verdrängt. Somit soll ein Brand der Akkuzellen verhindert werden. Die maximale Ladeleistung des AB2000L liegt bei 1.200W und damit auf dem Niveau der bekannten AB1000/2000 Akkus. Die Kapazität lässt sich zudem modular mit bis zu fünf Zusatzakkus von 1,92kWh bis 11,52kWh erweitern. Auch hier können alle bereits erhältlichen Akkutypen (AB1000(S)/2000(S/X)) verwendet werden. Ausgestattet mit zwei MPP-Trackern, die jeweils bis zu 750W leisten können, ist das Solarflow 800 Plus zwar leistungsschwächer als die Vorgängermodelle, bietet aber dennoch genug Potenzial für den Einstieg in die Welt der Speichertechnik. Die Einspeiseleistung orientiert sich mit 800W an den gesetzlichen Vorgaben für den Betrieb von Balkonkraftwerken. Zendure verbaut einen bidirektionalen Wechselrichter mit einer Leistung von 1.000W. Somit kann das System bei Bedarf über die heimische Steckdose oder mittels PV-Überschuss geladen werden. Weiterhin wird eine sinnvolle Nutzung dynamischer Stromtarife ermöglicht.
Design und Verarbeitung
Klein, kompakt und handlich präsentiert sich das Solarflow 800 Plus. Mit Abmessungen von 393 x 236 x 242 Millimeter und einem Gewicht von 21,1 Kilogramm hat das Solarflow 800 Plus gegenüber der Pro-Variante ordentlich abgespeckt. Das System ist trotz gleicher Kapazität insgesamt 37% kleiner und 4,8 Kilogramm leichter geworden. Optisch orientiert sich das System an der bisherigen Produktpalette. Das Gehäuse besteht vollständig aus Aluminium, ist hochwertig verarbeitet und bietet auf der Oberseite einen großflächigen Kühlkörper. Das abgerundete Design gefällt uns optisch immer noch hervorragend, auch wenn es nicht unbedingt wohnzimmertauglich ist.
In der Front verbaut Zendure ein kleines Display, das euch Informationen zum Betriebszustand, der Akkukapazität (4-Balken-Anzeige) und dem WLAN-Empfang bietet. Der mehrfach belegte Taster (an/aus/WiFi-Reset) auf der rechten Seite ist das einzige manuelle Steuerelement des Speichersystems.
Auf der rechten Seite befinden sich die Buchse für das Netzanschlusskabel und die WLAN-Antenne. Weiterhin kann neben dem Netzanschluss ein Potenzialausgleichskabel angeschlossen werden. Auf der linken Seite sind die MC4 PV-Eingänge verortet. Diese sind nicht wie bei früheren Systemen per Kabel aus dem Gehäuse herausgeführt, sondern starr eingelassen. Auf eine Off-Grid-Steckdose für den Inselbetrieb verzichtet Zendure bei dem 800 Plus vollständig. Das System wurde ausschließlich für den Einspeisebetrieb konzipiert.
Auf der Unterseite befindet sich der bekannte Anschlussport für die Zusatzakkus. Das Solarflow 800 Plus ist mit der gesamten bisherigen Akkuserie (AB1000/S/2000S/X) kompatibel. Wird ein Zusatzakku verwendet, entfernt ihr einfach die Schutzkappe und stapelt das Solarflow 800 Plus auf den Zusatzakku. Neu hinzugekommen ist ein Überdruckventil auf der Unterseite. Somit soll im unwahrscheinlichen Fehlerfall ein kontrolliertes Ausgasen der Akkuzellen ermöglicht werden.
Inbetriebnahme und Steuerung
Die komplette Installation gestaltet sich denkbar einfach. Das System wird in der Nähe eurer Solaranlage aufgestellt und mit den MC4-Steckern an die Solarmodule angeschlossen. Jetzt steckt ihr das Anschlusskabel in eine freie Schuko-Steckdose und könnt die Konfiguration mittels der Zendure-App starten.
Für vollwertige PV-Anlagen ist es ebenso möglich, den Speicher mittels PV-Überschuss aufzuladen. In Verbindung mit einem Smart-Meter erkennt das Solarflow 800 Plus selbstständig, sobald mehr Solarenergie zur Verfügung steht, als gerade im Haus gebraucht wird. Dieser Betrieb ist für große Dach-PV-Anlagen interessant, da in diesem Fall der Wechselrichter nicht an das Speichersystem angeschlossen werden muss. Das Solarflow kann in diesem Szenario überall dort, wo eine Schuko-Steckdose verfügbar ist (Keller oder Hauswirtschaftsraum) aufgestellt werden und wird dank Smart-Meter-Kommunikation intelligent geladen. Da bei dieser Anschlussart zwei Wechselrichter (Solarflow + externer Wechselrichter) an das Hausnetz angeschlossen sind, ist diese Betriebsart für Balkonkraftwerke nicht zulässig. Hier könnte die maximale Einspeiseleistung von 800W überschritten werden.
Steuerung mit der Zendure App
Für die Konfiguration des Solarflow 800 Plus kommt die hauseigene Zendure-App für Android oder iOS zum Einsatz. Für das Anlegen eines Nutzerkontos sind lediglich eine E-Mail-Adresse und die Vergabe eines Passwortes notwendig.
Das Hinzufügen des Zendure Solarflow 800 Plus gelingt dank der ausführlichen Anleitung in der App mühelos. Im Anschluss wird ein HEMS (Home Energie Management System) konfiguriert, das die zentralen Steueraufgaben übernimmt. Das HEMS regelt die Kommunikation zwischen euren Zendure-Geräten (z. B. mehrere Solarflow-Systeme, Smart-Plugs oder Smart-Meter) und koordiniert die Energieverteilung intelligent.
Die Startseite des HEMS bietet euch neben dem Ladezustand des Systems auch Informationen über die Energieverteilung im Haushalt. Dabei wird die Ein- und Ausgabeleistung des Solarflow 800 Plus erfasst, der momentane Hausverbrauch (bei Smart-Meter-Nutzung) aufgezeigt und die Leistung der angeschlossenen PV-Module ausgegeben. Die Leistung der PV-Module kann für jeden Eingang einzeln ausgewertet werden. Weiterhin bietet die App Statistiken und historische Daten der erzeugten Energiemenge, dem Hausverbrauch, der Akkuladung und dem Netzbezug. Neu hinzugekommen ist ein KI-gestützter Sprachassistent, der euch Informationen zum System bereitstellen und euch zu jeglichen Menüpunkten oder Einstellungen hilfreiche Tipps und Erklärungen bieten kann. In den Geräteeinstellungen könnt ihr zudem die Akkutemperatur auslesen, Firmware-Updates durchführen, die Netzwerkeinstellungen ändern oder einen Blick in die digitale Bedienungsanleitung werfen. Die untere und obere Entladegrenze lassen sich wie gehabt im Bereich von 5–50%/70–100% einstellen.
Die Software und die Betriebsmodi wurden mit dem HEMS für alle Speichersysteme (Solarflow 800 Pro/Plus oder Hyper 2000) vereinheitlicht. Bereits im Test des Solarflow 800 Pro haben wir diese für euch ausführlich erläutert. Hier nochmals ein kurzer Überblick:
Der ZENKI-Modus
Dieser Betriebsmodus kombiniert künstliche Intelligenz (ZenKI) mit einer intelligenten Energieerfassung und der Steuerung mittels Smart-Meter. Für eine vollumfängliche Nutzung benötigt das Solarflow 800 Plus eine Anlernphase von 7 Tagen, in der das System euren PV-Ertrag, Stromverbrauch und Preisverlauf der Strompreise (bei dynamischem Stromtarif) analysiert. Bereits während der Anlernphase steuert ZenKI in Abhängigkeit eures Verbrauchsverhaltens und der zu erwartenden Energieerträge (Wetterprognosen) die Einspeisung, um eine möglichst optimale Verteilung eurer Energie sicherzustellen. In Kombination mit dynamischen Stromtarifen werden die Akkus bei wenig PV-Ertrag in Niedrigpreisphasen automatisch geladen, um für die Hochpreisphasen genügend Reserven vorzuhalten. Somit wird die Amortisationszeit deutlich verringert. Dieser Modus setzt ein Smart-Meter (Shelly, Ecotracker oder Zendure Smart-Meter) voraus, um euren Hausverbrauch zu analysieren und die Einspeisung intelligent steuern zu können.
Der Automatikmodus
Der Automatikmodus ähnelt dem ZenKI-Modus, bietet allerdings keine Unterstützung durch künstliche Intelligenz. Das bedeutet, Ertragsprognosen und Lastspitzen werden nicht in die Verbrauchsoptimierung einbezogen. Dennoch profitiert ihr von einem automatisierten Betrieb, der entweder euren Einspeisebetrieb nach den Informationen des Smart-Meters ausrichtet oder Smart-Plugs beziehungsweise den Grundlastmodus als Bezugsquelle auswertet. Das bedeutet, wenn die Nutzung eines Smart-Meters nicht möglich ist, richtet sich das System nach dem Grundlastmodus (zeitgesteuerte Einspeisung) und reagiert zusätzlich auf den Bedarf, der von den Smart-Plugs (intelligente Steckdosen) geliefert wird.
Modus für intelligente Stromzähler
In diesem Betriebsmodus wird lediglich ein vorhandener Smart-Meter für die Auswertung des Einspeisebetriebes genutzt. Dieser sendet die Verbrauchsdaten eures Haushaltes an das Solarflow 800 Plus, das die Einspeiseleistung exakt nach eurem Verbrauch anpasst.
Modus für smarte Steckdosen
Dieser Modus kombiniert eine vordefinierte Grundlast mit der Nutzung von Zendures Smart-Plugs. Bei den Smart-Plugs handelt es sich um intelligente Steckdosen, die einfach zwischen Steckdose und die Verbraucher gesteckt werden. Erkennt das System einen Verbrauch am Smart-Plug, wird dieser zu eurer Grundlast addiert. Somit könnt ihr beispielsweise dauerhaft 200W in euer Hausnetz einspeisen und zusätzlich den Bedarf durch die Smart-Plugs abdecken.
Der Grundlastmodus
Im Grundlastmodus könnt ihr individuelle Zeitpläne für das Einspeisen oder die Ladung eurer Akkus festlegen. Hier lässt sich minutengenau festlegen, wann und wie viel das System in euren Haushalt einspeisen soll. Bei Bedarf könnt ihr auch Zeiten konfigurieren, in denen der Akku aus dem Hausnetz aufgeladen werden soll.
Der Stromtarifmodus
Im Stromtarifmodus wird das Solarflow 800 Pro für die Nutzung von dynamischen Stromtarifen optimiert. Wenn ihr bereit seid, eure Adressdaten zur Verfügung zu stellen, bietet euch das System die Strompreisdaten von allen regional verfügbaren Stromanbietern. Alternativ kann auch rabot.energy als Bezugsquelle ausgewählt werden. In diesem Modus wird der Akku bei Erreichen bestimmter Preisschwellen selbstständig geladen oder entladen. Die Preisschwellen können durch den Nutzer individuell konfiguriert werden.
Das Zendure Solarflow 800 Plus im Testbetrieb
Für den Test der Eingangsleistung kommen zwei Labornetzteile mit einer Leistung von jeweils 1.200W (60V/21A) zum Einsatz.
- 15V
- 42.5V
Bereits bei einer Spannung von 15V startet das Solarflow 800 Plus seinen Ladebetrieb und erreicht nach wenigen Sekunden seinen maximalen Eingangsstrom von rund 18A. Um die volle Eingangsleistung von 750W pro MPPT nutzen zu können, ist eine Eingangsspannung von 42,5V notwendig. Es ist daher entscheidend, welcher Solarmodultyp verwendet wird. Solarmodule mit 108 Zellen und einer Arbeitsspannung von 31–35V erreichen aufgrund der Stromlimitierung von 18A lediglich 550–630W. Die 750W Eingangsleistung werden nur erreicht, wenn nur einer der Eingänge voll belastet wird. Werden beide Eingänge gleichzeitig versorgt, liegt die maximale Eingangsleistung des Solarflow 800 Plus bei 1.300W und somit bei 650W pro MPPT. Die 1.500W Eingangsleistung werden somit nicht erreicht. Hierbei handelt es sich nur um einen theoretischen Wert, der die Leistung beider MPPTs im Einzelbetrieb angibt. Der Akku kann mit maximal 1.200–1.250W geladen werden. Möchtet ihr die vollen 1.300W nutzen, benötigt ihr dementsprechend entweder einen Zusatzakku oder müsst zeitgleich zur Akkuladung die Einspeisung aktivieren.
Kapazität, Temperaturverhalten und Effizienz
Um die tatsächlich nutzbare Kapazität zu ermitteln, haben wir das Zendure Solarflow 800 Plus über das Hausnetz aufgeladen, in einem ersten Test mit 200W und im zweiten Durchgang dynamisch mit Smart-Meter entladen. Die ersten Messungen zeigten mit 1.200–1.400Wh nutzbarer Kapazität ein ernüchterndes Ergebnis. Das Solarflow 800 Plus benötigt einige Ladezyklen, um seine volle Kapazität zu erhalten. Nach rund 10 Ladezyklen konnten im Durchschnitt rund 1.600Wh entnommen werden. Dabei verbleiben 5% Sicherheitsreserve im Akku, die nicht entnommen werden können. Ausgehend von der Herstellerangabe von 1.920Wh liegt die nutzbare Kapazität bei 83%. Unter Berücksichtigung der Sicherheitsreserve sind 88% der Designkapazität nutzbar. Für eine vollständige Ladung werden 1.900Wh aus dem heimischen Stromnetz benötigt. Somit stehen 1.600Wh nutzbare Kapazität einem Energiebedarf von 1.900Wh entgegen. Die kombinierten Lade- und Entladeverluste belaufen sich somit auf 16%. Mit diesem Wert belegt das 800 Plus im Effizienzvergleich den Spitzenplatz der DC/AC-Speichersysteme.
Anmerkung der Redaktion: Wer vergangene Tests der Zendure-Speichersysteme verfolgt hat, wird sicher bemerkt haben, dass bei den bisherigen Speichersystemen von Zendure (Solarflow 800 Pro, Hyper, AB-Akkusysteme) die angegebene Kapazität auch der tatsächlich nutzbaren Nettokapazität entsprochen hat. So konnten beispielsweise aus dem Solarflow 800 Pro fast 1.900Wh entnommen werden. Dies ändert sich mit dem Solarflow 800 Plus. Wie auch bei der Konkurrenz entsprechen die 1.920Wh jetzt der Bruttokapazität.
Temperaturverhalten und Stand-by-Verbrauch
Um eine möglichst hohe Temperaturentwicklung zu generieren, haben wir das System vollständig entladen und im Anschluss mit der maximalen AC-Ladeleistung von 1.000W aufgeladen. Kurz vor Erreichen der oberen Ladegrenze wurden die Aufnahmen mittels Wärmebildkamera angefertigt.
Bei einer Raumtemperatur von 17°C konnten wir am Gehäuse eine Maximaltemperatur von 47°C messen. Im Durchschnitt lagen die Temperaturen auf dem Kühlkörper bei unter 40°C. Im MPPT-Ladebetrieb mit 1.300W wird ein ähnliches Temperaturniveau erreicht, wobei sich hier die Wärmeverteilung in Richtung der MPPT-Eingänge verlagert. Selbst im Hochsommer bei mindestens 15°C höheren Außentemperaturen erwarten wir keine nennenswerten Temperaturprobleme. Wie bei allen Speichersystemen sollte allerdings ein sonnengeschützter Standort gewählt werden.
Der Stand-by-Verbrauch des Solarflow 800 Plus liegt bei rund 0,1–0,3W (Netzbezug) und damit in einem sehr niedrigen Bereich. Wie auch beim Solarflow 800 Pro wird der Energiebedarf des Gerätes fast ausschließlich durch den integrierten Akku abgedeckt. In 24 Stunden ohne Eingangsleistung entlädt sich der Akku somit um 4–5%. Diese 96Wh sind dem Stand-by-Verbrauch hinzuzurechnen, wodurch dieser bei rund 4W liegt.
Das Zendure Solarflow 800 Plus im Realbetrieb
Für den Test unter realen Bedingungen versorgen wir das Solarflow 800 Plus mit vier Trina Vertex 415W Solarmodulen. Jeweils zwei Solarmodule werden pro Eingang parallelgeschaltet. Da wir uns momentan im Winter (Dezember) befinden, fällt der Tagesertrag mit 1–2kWh entsprechend gering aus.
Dennoch können wir zur Mittagszeit Leistungsspitzen von bis zu 1.000W messen. Aufgrund der niedrigen Startspannung beginnt das Solarflow 800 Plus bereits in den frühen Morgenstunden, Strom zu produzieren. Im Vergleich zu einem Hoymiles HMS-800-2T (zum Test) starten beide Systeme in etwa zeitgleich die Stromproduktion. Wurde in der Nacht die untere Entladegrenze erreicht, startet das System erst einmal die Akkuladung, bis das untere SoC-Limit wieder erreicht wurde. Liegt die Stromproduktion noch unterhalb des Hausbedarfs, schaltet das Solarflow in den Bypass-Modus und versorgt erst einmal euren Haushalt. Hierbei wird die Energie nicht zwischengespeichert, sondern direkt eingespeist. Sobald die PV-Produktion höher als die Hauslast ist, schaltet das System in den Akkuladebetrieb in Kombination mit dynamischer Einspeisung. Die Kommunikation zum Smart-Meter (Shelly Pro 3EM, Zendure D0 Smart-Meter oder Ecotracker) wurde in den vergangenen Monaten durch Software-Updates für alle Zendure-Systeme verbessert. Laständerungen im Haushalt werden in rund drei Sekunden erfasst und die Ausgangsleistung passend eingeregelt. Die Regelung trifft dabei fast den Nullpunkt, sodass lediglich noch 0–5W aus dem Netz bezogen werden. Somit lässt sich bis zu einer Hauslast von 800W der Netzbezug fast vollständig kompensieren. Verfügt euer Haushalt bereits über eine große Solaranlage, lässt sich das Solarflow 800 Plus genauso einfach mittels PV-Überschuss aufladen. Sobald der Smart-Meter im Hausnetz einen Energieüberschuss von mindestens 50W erfasst, schaltet das System automatisch in den Ladebetrieb um und lädt den Akku mit bis zu 1.000W über das Stromnetz. Das bedeutet, dass lediglich Überschussleistungen oberhalb der 50W-Schwelle aufgenommen werden. Die Umschaltung vom Ladebetrieb in den Einspeisebetrieb erfolgt fast ohne Verzögerung. Generell arbeitet die dynamische Einspeisung mittels Smart-Meter bereits seit Wochen völlig problemlos und zuverlässig.
Das Zendure Solarflow 800 Plus im Winterbetrieb
Zendure gibt in seinem Datenblatt eine Betriebstemperatur von -20°C bis 55°C für das Solarflow 800 Plus an. Um eine Ladung der Akkuzellen bei Temperaturen von unter 0°C zu ermöglichen, kommt wie bei den bisherigen Systemen eine Akkuheizung zum Einsatz. Wir haben das Solarflow auf -18°C heruntergekühlt und im Anschluss das Heizverhalten beobachtet.
Anders als erwartet startet der Heizbetrieb nach Anlegen der PV-Spannung nicht. Erst als wir die AC-Ladung über das heimische Stromnetz oder den Automatikmodus/ZenKI-Modus wählen, wird die Akkuheizung mit 75W aktiviert. Nach rund einer Stunde hat der Akku eine Temperatur von 6°C erreicht und die Heizung wird deaktiviert. Bei dieser Temperatur steht eine Ladeleistung von lediglich 500–580W zur Verfügung. Erst ab einer Temperatur von 14°C erhöht sich diese auf 800W und ab 21°C steht die maximale Ladeleistung von 1.200W zur Verfügung.
Update: Alle Messungen wurden mit einer sehr frühen Firmware-Version durchgeführt. Die aktuelle Firmware behebt bereits einige Probleme. So wird die Akkuheizung bei Temperaturen von unter 3°C aktiviert. Der Ladebetrieb startet jetzt bereits ab 3°C mit einer Leistung von bis zu 370W. Ab einer Temperatur von 14°C sind bis zu 800W Ladeleistung möglich und ab 21°C steht die volle Ladeleistung zur Verfügung. Allerdings wird die Akkuheizung bei Erreichen der Zieltemperatur von 3°C deaktiviert. Somit kann es an kalten Tagen vorkommen, dass das Solarflow nicht die notwendige Akkutemperatur erreicht, um hohe PV-Leistungen oder den AC-Ladebetrieb mit voller Leistung (dynamische Stromtarife) aufnehmen zu können. Zendure hat in diesem Zusammenhang zugesichert, das Lade- und Heizverhalten mit zukünftigen Firmware-Updates weiter zu optimieren.
Testergebnis
Mit dem Solarflow 800 Plus bietet Zendure erstmals ein Speichersystem im Budget-Bereich an. Vor allem die exzellente Verarbeitung, der unkomplizierte Betrieb mit Smart-Meter und die mittlerweile ausgereifte App machen das Solarflow 800 Plus zu einem hervorragenden Speichersystem für kleinere und mittlere Balkonkraftwerke. Angesichts der UVP von nur 399€ bietet das Zendure-System den optimalen Einstieg in die Welt der Speichertechnik. Beachtet jedoch, dass der große Bruder Solarflow 800 Pro trotz deutlich höherer UVP (599€) in Rabattaktionen oftmals in ähnlichen Preisregionen angeboten wird.
Momentan erhaltet ihr beispielsweise das Zendure Solarflow 800 Pro (zum Test) mit dem Rabattgutschein PERFECTEBAY3 für nur 387€ bei Ebay (zum Angebot).
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