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Nachdem Motorola mit dem Moto Tag den Markt für Android-Bluetooth-Tracker aufgemischt hat, war es nur eine Frage der Zeit, bis Xiaomi eine eigene Lösung präsentiert. Der Xiaomi Smart Tag liegt preislich bei 14,99€ UVP, also deutlich unter den 29€ für einen Moto Tag 2, aber spürbar über dem Preis für reine Google-Find-Hub-Tracker auf AliExpress. Vier Stück gibt es aktuell für 50€.
Ich habe die Xiaomi Smart Tags zwei Wochen in Köln im Alltag getestet und vergleiche sie direkt mit dem LocaTag, den ihr bei AliExpress für rund 5€ bekommt.
Lieferumfang, Design und Verarbeitung
Die Verpackung ist klassisch Xiaomi: schlichte weiße Box, Produktbild vorne, Spezifikationen hinten. Im Karton liegen der Tag, eine knappe Kurzanleitung. Es gibt keine Ersatzbatterie, kein Schlüsselband und keine Schutzhülle. Der Tag selbst ist eine runde Kunststoff-Scheibe mit 32 Millimeter Durchmesser, 8 Millimeter Höhe und 10 Gramm Gewicht. Oben ist er matt weiß mit erhabenem Xiaomi-Logo, unten glatt.
Der Xiaomi Tag bietet ein integriertes Loch für Schlüsselringe oder Lanyards, ihr spart euch also die obligatorische Zusatzhülle. Die Verarbeitung ist für den Preis absolut in Ordnung. Nichts klappert, es gibt keine scharfen Kanten und IP67 ist an Bord. Der Tracker ist also staubdicht und gegen zeitweiliges Untertauchen geschützt. Ihr wechselt die Batterie durch einfaches Abklipsen der Rückseite. Das geht zur Not auch mit dem Fingernagel oder einem spitzen Gegenstand.
Technische Daten
| Spezifikation | Details |
|---|---|
| Produktname | Xiaomi Tag |
| Produktabmessungen | 46,5 x 31 x 7,2 mm |
| Produktnettogewicht | 10 g |
| Staub- und Wasserresistenz | IP67 (bis zu 1 Meter Tiefe für 30 Minuten) |
| Konnektivität | Bluetooth BLE v5.4, NFC (für „Verloren“-Modus) |
| Lautsprecher | Integrierter piezoelektrischer Signaltongeber |
| Batterietyp | Austauschbare CR2032-Knopfzelle |
| Sensoren | Beschleunigungsmesser |
| Kompatibilität (Android) | Google Android Find Hub (Android 9 oder höher) |
| Kompatibilität (Apple) | Apple „Wo ist?“ (iOS 14.5 / iPadOS 14.5 oder höher) |
| Lieferumfang (Einzelpack) | Xiaomi Tag (1x), Benutzerhandbuch (1x) |
| Lieferumfang (4er-Pack) | Xiaomi Tag (4x), Benutzerhandbuch (1x) |
| Preis (Einzelpack) | Ab 14,99 € |
| Preis (4er-Pack) | 49,99 € |
Technisch bietet der Tag Bluetooth 5.4, NFC für den Lost-Mode, eine austauschbare CR2032-Batterie mit rund einem Jahr Laufzeit laut Xiaomi, IP67 und eine Anbindung an das Google-Find-Hub-Netzwerk. Der wichtigste Kritikpunkt ist das Fehlen von Ultra-Wideband (UWB). Während teurere Produkte wie der Apple AirTag oder der Moto Tag 2 die Entfernung zum Finder genau zeigt, muss der Xiaomi Tag klassisch mit Bluetooth-Signalstärke und einem Piepton arbeiten. Ehrlicherweise muss man aber auch betonen, dass kaum Android-Smartphones UWB-Unterstützung mitbringen und somit nur ein sehr eingeschränkter Nutzerkreis überhaupt davon profitieren würde.
Ersteinrichtung und Alltag
Die Einrichtung mit einem Android- oder Xiaomi-Smartphone erledigt ihr in unter einer Minute. Zieht den Streifen aus der Batterie und das Pop-up zum Koppeln erscheint automatisch auf dem Smartphone. Lediglich bei aus China importieren Smartphones kann es hier zu Problemen kommen. Danach vergebt ihr einen Namen, wählt ein Icon aus und seid fertig. Der Tag landet sauber in der Google “Mein Gerät Finden” App und ist damit Teil des globalen Android-Netzwerks mit mehreren Milliarden Geräten. Auf dem iPhone läuft der Tag ebenfalls, das haben wir aber nicht getestet.
Im Alltag funktioniert der Tracker zuverlässig. Direktes Pingen per Bluetooth in der Wohnung oder im Umkreis von 20m bis 30m klappt problemlos. Die Ortung über das Find-Hub-Netzwerk liefert in der Stadt innerhalb von Minuten aktuelle Standorte. Dabei müsst ihr realistisch bleiben: Die angezeigte Position weicht auch mitten in der Stadt gerne 50m bis 100m vom tatsächlichen Standort ab. Das ist kein Xiaomi-Problem, sondern prinzipbedingt bei allen reinen Bluetooth-Trackern ohne UWB so. Das gilt für den LocaTag genauso wie für den Xiaomi Tag. Der Piepton ist dabei nicht der lauteste. In einer ruhigen Wohnung findet ihr den Schlüssel damit, bei Gesprächen oder Musik wird es schwieriger.
Der NFC-Lost-Mode funktioniert auf iPhone und Android gleichermaßen: Haltet den Tag an das Gerät und die hinterlegte Nummer oder Nachricht erscheint. Der Akku steht nach zwei Wochen Dauerbetrieb noch bei 95%, der Trend in Richtung eines Jahres Laufzeit passt also.
Die weiße Oberseite bekommt nach einiger Zeit am Schlüsselbund erwartungsgemäß leichte Gebrauchsspuren. Das ist physikalisch normal bei Plastik, das ständig an Schlüsseln reibt, und ist kein Vorwurf an Xiaomi.
Vergleich zum LocaTag
Der LocaTag ist der direkte Preiskonkurrent, den ihr auf AliExpress für rund 5€ bekommt. Er ist ebenfalls Google-Find-Hub-zertifiziert, läuft mit einer CR2032-Batterie und ist funktional identisch: ein Bluetooth-Tracker im Android-Netzwerk mit Standortabfrage über die Find-Hub-App und per Smartphone auslösbarem Ton. In der Grundfunktion tun beide Tags das, was sie sollen.
Die Unterschiede zeigen sich im Detail. Der Xiaomi Tag wirkt in der Hand deutlich wertiger, die Toleranzen sind enger und das Batteriefach schließt sauber. Der LocaTag fühlt sich schlicht billiger an, was er auch ist. Xiaomi nutzt Bluetooth 5.4, der LocaTag je nach Charge 5.0 oder 5.1. Im Alltag ist das bei Reichweite und Verbrauch marginal, aber die Häufigkeit der Standort-Abfrage scheint bei Xiaomi spürbar höher zu sein. Xiaomi bietet zudem den NFC-Lost-Mode an jedem Smartphone. Beim LocaTag gibt es diese Funktion nicht. Die IP67-Zertifizierung ist bei Xiaomi offiziell dokumentiert. Bei den AliExpress-Tags besteht kein wirklicher Schutz gegen Wasser. Schweiß führt hier früher oder später zum Hardware-Tod. Der Piepton ist beim Xiaomi Tag lauter als beim LocaTag, auch wenn beide nicht wirklich laut sind.
Unterm Strich funktioniert der LocaTag gut. Wenn ihr fünf oder zehn Stück für den kompletten Haushalt braucht und das Budget niedrig halten müsst, fahrt ihr damit preislich unschlagbar. Wenn ihr einen einzelnen, ordentlichen Tracker für den Schlüssel oder Rucksack sucht, bekommt ihr beim Xiaomi Tag für knapp 15€ spürbar mehr Qualität und langfristige Zuverlässigkeit.
Testergebnis
Der Xiaomi Smart Tag ist ein solider, fair bepreister Google-Find-Hub-Tracker. Das integrierte Schlüsselring-Loch, die gute Verarbeitung, die wechselbare Batterie und das riesige Find-Hub-Netzwerk machen ihn zur sinnvollsten Wahl, wenn euch Qualität wichtig ist und ihr nicht unbedingt den allerniedrigen Preis zahlen möchtet.
Gleichzeitig müsst ihr ehrlich bleiben: Der LocaTag (zum Test) aus China leistet im Alltag 80% bis 90% des Xiaomi Tags für ein Drittel des Preises. Wenn ihr den ganzen Haushalt ausstatten wollt, beispielsweise Schlüssel, Portemonnaies, Rucksäcke, Fahrradschlösser und Koffer, fahrt ihr mit LocaTags deutlich günstiger. Ihr müsst nur bei Verarbeitung, Lautstärke und Wasserschutz Abstriche machen. Mein persönliches Setup ist deshalb eine Mischung: Der Xiaomi Tag hängt am Hauptschlüsselbund, und LocaTags nutze ich dort, wo „gut genug“ reicht. Für Apple-User bleibt die Empfehlung unverändert: Kauft euch einfach einen AirTag.
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