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Wasserfilter gibt es viele, aber die wenigsten wollen gleich vier Küchengeräte auf einmal ersetzen. Genau das ist der Anspruch des Hydrofast C300: Er filtert Leitungswasser per Umkehrosmose, kühlt es herunter, erhitzt es bis kurz unter den Siedepunkt und macht auf Wunsch auch noch Sprudel daraus. Das Besondere ist, dass das alles ohne festen Wasseranschluss funktioniert. Das Gerät steht einfach auf der Arbeitsplatte, wird oben mit Leitungswasser befüllt und an die Steckdose angeschlossen.
Damit tritt der C300 in der Oberklasse der Auftisch-Wasserfilter an. Mit 600-700€ ist er kein Schnäppchen, unterbietet vergleichbare Premium-Systeme mit demselben Funktionsumfang aber teilweise deutlich.
Wir haben das Gerät über mehrere Wochen im Alltag genutzt, die Filterung anhand der Hersteller-Laboranalysen eingeordnet und uns auch den einen Punkt genauer angeschaut, der uns an unserem Testgerät wirklich gestört hat.
Lieferumfang und Verarbeitung
Der C300 kommt mit dem bereits vormontierten All-in-One-Filter, einer Spritzwasser-Auffangschale und einer lebensmittelechten PET-Flasche zum Aufsprudeln. Eine CO2-Kartusche liegt nicht bei, die müsst ihr separat besorgen.
Die Verarbeitung ist gut. Nichts knarzt, die Spaltmaße stimmen, und das beleuchtete Display macht einen wertigen Eindruck. Sobald ihr ein Glas unter den Auslauf stellt, erkennt das ein Sensor und der Bildschirm mit kleinem Licht am Ausgabebereich schaltet sich automatisch ein, was abends praktisch ist. Im Vergleich zum Jimmy Matrix M9 Pro & S9, den wir ebenfalls getestet haben, wirkt der Hydrofast eine Spur hochwertiger verarbeitet, und auch sein Wassertank fällt etwas größer aus. Der Jimmy setzt dafür auf ein modulares Konzept aus separatem Filter und Sprudelmodul.
Was ihr vorher wissen solltet: Der C300 ist groß und mit fast 13 Kilogramm auch schwer. Er ist eher schmal, dafür hoch, weil die komplette Technik mit zwei Tanks im Gehäuse steckt. Hinten sitzen ein 5 Liter großer Rohwassertank und ein 1,5 Liter großer Tank für das fertig gefilterte Wasser. Einen festen Platz auf der Arbeitsplatte solltet ihr also einplanen.
Insgesamt ist der C300 sauber und sogar einen Tick hochwertiger als der Jimmy verarbeitet, verlangt aber spürbar Stellfläche.
Was der Filter leistet
Das Herzstück ist die sechsstufige Filterung mit Umkehrosmose-Membran und zusätzlicher UV-Entkeimung. Praktisch heißt das: Ein Vorfilter fängt Sand, Rost und Schwebstoffe ab, die Aktivkohle nimmt Chlor sowie Geruchs- und Geschmacksstoffe heraus, und die eigentliche Osmose-Membran mit ihren extrem feinen Poren hält anschließend den Großteil dessen zurück, was ihr nicht im Glas haben wollt: gelöste Salze und Kalk, Schwermetalle wie Blei, Nitrat und auch die viel diskutierten PFAS, dazu Bakterien und Viren, die die UV-Lampe zusätzlich abtötet. Am Ende führt eine Mineralstufe wieder Calcium und Magnesium zu und hebt den pH-Wert an, damit kein flaches „totes” Osmosewasser herauskommt.
Eigene Laborwerte können wir nicht liefern. Hydrofast stützt die Filterleistung auf eigene Laboranalysen und Zertifikate, und die haben wir euch hier hochgeladen, damit ihr sie selbst nachlesen könnt. Belegt sind darüber unter anderem die Lebensmittelechtheit der wasserführenden Teile und die elektrische Sicherheit. Wie bei praktisch allen Geräten dieser Art gilt: Die 99,99-Prozent-Versprechen müsst ihr als Herstellerangabe lesen. Im Alltag merkt ihr die Wirkung aber ganz konkret daran, dass Wasserkocher und Kaffeemaschine spürbar langsamer verkalken.
Bleibt der Geschmack, und der ist schlicht gut. Das Wasser kommt angenehm weich und mild aus dem Hahn, und seit das Gerät auf der Arbeitsplatte steht, trinken wir deutlich mehr als vorher. Ihr greift einfach öfter zum Glas. Im direkten Vergleich schmeckt das Wasser aus dem Jimmy Matrix M9 Pro eine Spur klarer, aber das ist wirklich nur eine Nuance, und auf hohem Niveau. Wer den Hydrofast nicht daneben stehen hat, wird nichts vermissen.
Insgesamt ist die gründliche Filterung das stärkste Argument des C300, und das Ergebnis schmeckt im Alltag rundum überzeugend.
Bedienung und Temperaturen im Alltag
Ihr bedient alles über das Touch-Display. Vier Temperaturmodi stehen bereit: kalt, Raumtemperatur, warm und heiß. Die Kühlung bringt das Wasser auf etwa 7 Grad herunter. Sie arbeitet thermoelektrisch statt mit einem Kompressor, läuft dadurch vibrationsarm, hat aber auch ihre Grenze: Mehrere Gläser eiskaltes Wasser direkt hintereinander gehen nicht, da braucht das Gerät kurz, bis es nachgekühlt hat. Für ein bis zwei Gläser reicht es problemlos.
Beim Warmwasser könnt ihr die Temperatur in 1-Grad-Schritten justieren, was für Babynahrung oder Tee ideal ist. Sehr gut gelöst ist der Kinderschutz: Bevor kochend heißes Wasser läuft, müsst ihr erst ein Schloss-Symbol antippen, damit sich niemand versehentlich verbrüht. Praktisch ist außerdem die feste Mengenwahl mit 150, 250, 400 und 500 Millilitern, alternativ lässt sich die Menge frei einstellen. So füllt ihr eine Karaffe randvoll, ohne danebenzustehen.
Die Bedienung müsst ihr allerdings erst ein Stück weit lernen. Dass ihr für Kaltwasser und Heißwasser eine Tastenkombination drücken müsst, erschließt sich nicht von selbst. Hier war der Jimmy einen Tick zugänglicher, dort ging uns die Bedienung von Anfang an leichter von der Hand. Habt ihr den Dreh raus, läuft beim Hydrofast aber alles flüssig. Einen Punkt solltet ihr noch kennen: Die mit 100 Grad beworbene Heißwasserstufe erreicht diese Temperatur in der Praxis nicht ganz, sie bleibt spürbar darunter. Für Tee und die allermeisten Anwendungen reicht das problemlos, an echtes sprudelnd kochendes Wasser kommt es aber nicht heran.
Insgesamt ist die Bedienung alltagstauglich, braucht aber etwas Eingewöhnung, und das Heißwasser bleibt unter der Werksangabe.
Sprudelwasser
Sprudel gibt der C300 nicht direkt ins Glas aus, sondern in die mitgelieferte Flasche. Ihr füllt kaltes oder höchstens raumtemperiertes Wasser ein, maximal 400 Milliliter, schraubt die Flasche an die Sprudelvorrichtung und gebt über einen Knopf das CO2 dazu. Vor dem Abschrauben müsst ihr die Flasche kurz entlüften, indem ihr sie am Boden zu euch zieht. Das ist ein Handgriff mehr als bei einem Gerät mit automatischer Sprudelfunktion.
Dafür sprudelt der C300 kräftig, drei Intensitätsstufen lassen sich am Display ablesen, und wer es stark mag, wird hier sehr glücklich. Das größte Plus steckt aber im Detail: Das Gerät nutzt handelsübliche Schraub-CO2-Zylinder im SodaStream-Standard. Ihr seid also nicht an proprietäre Kartuschen des Herstellers gebunden, sondern tauscht die Zylinder im Supermarkt um. Nur die Glasflaschen von SodaStream passen nicht.
Spulenfiepen in unserem Testgerät
Bleibt der Punkt, der uns gestört hat. Unser Testgerät gab im aktiven Betrieb, also wenn es Wasser produziert hat, ein deutlich hörbares, hochfrequentes Spulenfiepen von sich. Im Standby war Ruhe. Ein gewisses Pumpengeräusch ist bei Umkehrosmose normal, denn eine Druckpumpe muss das Wasser durch die feine Membran drücken, und laut Hersteller läuft diese Pumpe nur während der Wasseraufbereitung. Was wir gehört haben, ging aber darüber hinaus, und als normale Bestellung hätten wir das Gerät deswegen zurückgeschickt. Wir stehen dazu mit dem Hersteller in Kontakt.
Wichtig für die Einordnung: In keinem anderen Test und keiner anderen Bewertung, die wir gesichtet haben, taucht dieses Fiepen auf. Ein unabhängiges Testlabor bescheinigt dem C300 mit unter 50 Dezibel sogar einen angenehm leisen Betrieb. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei unserem Gerät also um einen Einzelfall und nicht um ein Serienproblem. Wir erwähnen es trotzdem, weil es unsere ehrliche Test-Erfahrung ist, und werden es im Auge behalten.
Filterwechsel und Folgekosten
Der All-in-One-Filter ist auf rund 2.000 Liter ausgelegt, das entspricht etwa 4.000 Wasserflaschen oder je nach Verbrauch sechs bis zwölf Monaten. Der Wechsel ist werkzeuglos in einer halben Drehung erledigt, und weil es nur eine Kartusche statt mehrerer ist, müsst ihr euch keine unterschiedlichen Wechselintervalle merken. Ein Ersatzfilter kostet rund 100€.
Eine Eigenheit der Bauweise ohne Wasseranschluss solltet ihr kennen: Das Abwasser der Osmose läuft zurück in den 5-Liter-Rohwassertank. Ihr könnt ihn also nicht endlos nachfüllen, sondern müsst ihn ab und zu leeren und mit frischem Wasser befüllen, sonst steigt die Konzentration im Tank. Beim Heizen zieht das Gerät kurzzeitig rund 2.000 Watt, durch die punktgenaue Erwärmung einzelner Portionen verbraucht es für eine Tasse heißes Wasser aber weniger Strom, als wenn ihr jedes Mal einen vollen Wasserkocher aufsetzt.
Testergebnis
Der Hydrofast C300 hinterlässt im Test einen starken Eindruck. Er vereint Filter, Heißwasserspender, Kühlung und Sprudler in einem Gerät, die Filterung arbeitet gründlich, und das mineralisierte Wasser schmeckt richtig gut. Dazu kommt der faire Preis von rund 600€, der ihn klar unter vergleichbaren Premium-Systemen ansiedelt. Natürlich gibt es auch Kompromisse: Das Gerät ist groß und schwer, die Bedienung will gelernt sein, die Heißwasserstufe bleibt unter den versprochenen 100 Grad, und das Sprudeln über die Flasche ist ein Handgriff mehr als bei automatischen Lösungen.
Für wen lohnt sich das? Vor allem für alle, die viel Wasser trinken und bisher Sprudler, Filterkrug, Wasserkocher und gekauftes Wasser kombinieren. Wer Kinder hat, profitiert zusätzlich von der schnellen, gradgenauen Warmwasserstufe für Babynahrung und Tee. Ihr braucht nur den nötigen Platz und das nötige Budget. Das Spulenfiepen unseres Geräts werten wir nach aktueller Quellenlage als Einzelfall.
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