Inhaltsverzeichnis
- Einordnung und persönliche Eindrücke von der Formnext
- Lieferung und Verpackung des Elegoo Centauri Carbon 2 Combo
- Erster Eindruck und Verarbeitung
- Bedienung und Benutzeroberfläche
- Mechanik und Hardware
- Spulenhalterungen und Adapterbedarf
- Technische Daten des Elegoo Centauri Carbon 2 Combo
- Spulenerkennung und CANVAS-System
- Integrierte Kamera und ELEGOO Matrix App
- Besonderheiten im Alltag
- Druckergebnisse des Elegoo Centauri Carbon 2 Combo
- Geräuschpegel
- Eindruck eines nachträglichen Hardware-Updates
- Markteinordnung: Eigenständiges System statt Upgrade
Der Elegoo Centauri Carbon 2 Combo ist ein geschlossener CoreXY-3D-Drucker mit Multicolor-Funktion, automatischer Filamentverwaltung und integrierter Kamera. Optisch und konstruktiv ähnelt er dem bisherigen Elegoo Centauri Carbon (zum Test) so stark, dass er auf den ersten Blick wie ein Erweiterungsmodul wirkt. Genau diese Nähe sorgt jedoch für Missverständnisse, die Elegoo mitzuverantworten hat. Im Test zeigt sich, dass der Carbon 2 Combo technisch ein eigenständiges Gerät ist. Gleichzeitig wirft seine Existenz Fragen zur Produktstrategie auf, insbesondere für Käufer des ursprünglichen Modells.
Einordnung und persönliche Eindrücke von der Formnext
Auf der Formnext sah ich den Elegoo Centauri Carbon 2 Combo erstmals. Mein erster Gedanke war eindeutig: Das muss ein Add-on sein. Die Gehäuseform ist nahezu identisch zum Elegoo Centauri Carbon, die Abmessungen stimmen überein, das Grundlayout wirkt vertraut. Alles deutete darauf hin, dass Elegoo hier endlich die lange erwartete Farberweiterung für das bestehende Gerät zeigte.
Erst nach gezielter Nachfrage beim Standpersonal wurde klar, dass diese Annahme falsch ist. Beim Centauri Carbon 2 Combo handelt es sich nicht um ein Nachrüstsystem, sondern um ein eigenständiges Modell. Für den bisherigen Elegoo Centauri Carbon existiert aktuell kein Farbaufrüstsatz. Nach derzeitigem Stand ist auch keiner angekündigt. Diese Erkenntnis dürfte viele Käufer des ursprünglichen Modells verärgern. Der Centauri Carbon wurde bis zuletzt massiv beworben, auch in einem Umfeld, in dem Multicolor-Systeme zunehmend zum Standard werden. Die sehr starke optische Nähe zwischen beiden Geräten verstärkt den Eindruck, dass eine Aufrüstung geplant oder zumindest vorgesehen gewesen sei. Faktisch trifft das nicht zu.
Für diesen Test ist deshalb entscheidend: Der Elegoo Centauri Carbon 2 Combo ist kein Upgrade, kein Zubehör und kein Modul. Wer Multicolor drucken möchte, muss dieses Gerät komplett neu kaufen.
Lieferung und Verpackung des Elegoo Centauri Carbon 2 Combo
Der Drucker erreicht euch in einem großen, schweren Karton. Die Verpackung ist mehrlagig aufgebaut, der Drucker sitzt passgenau in stabilen Schaumstoffelementen. Bewegliche Teile sind gesichert, das Druckbett zusätzlich fixiert. Transportschäden sind unter diesen Bedingungen sehr unwahrscheinlich.
Der Carbon 2 Combo kommt weitgehend vormontiert. Zubehör, Werkzeug und Ersatzteile liegen separat und übersichtlich bei. Enthalten sind unter anderem Netzkabel, Werkzeugset, Spulenhalter, Ersatzteile für den Hotend-Bereich, PTFE-Schläuche, eine Filamentprobe sowie eine Kurzanleitung mit Verweis auf das digitale Handbuch. Der erste Eindruck ist ordentlich und professionell.
- Zubehör Centauri 2 Combo
Erster Eindruck und Verarbeitung
Nach dem Auspacken wirkt der Drucker massiv und geschlossen. Die Ähnlichkeit zum Elegoo Centauri Carbon ist unübersehbar. Gehäuseform, Türmechanik, Seitenwände und Grundlayout sind nahezu identisch. Genau das ist der Grund, warum viele Nutzer von einem Add-on ausgingen.
Auffällig ist das transparente Dach. Es erlaubt den Blick in den Bauraum von oben, wirkt in der Seitenansicht jedoch ungewöhnlich und erinnert an eine „Zipfelmütze“. Funktional ist das Dach nicht zwingend notwendig, optisch sorgt es für Wiedererkennung.
Die Verarbeitung des Elegoo Centauri Carbon 2 Combo überzeugt. Spaltmaße sind gleichmäßig, die Echtglastür schließt sauber, nichts klappert oder wirkt instabil. Auch bei leichtem Druck auf Seitenwände und Dach bleibt das Gehäuse verwindungssteif.
Aufbau und Inbetriebnahme des Elegoo Centauri Carbon 2 Combo
Der Aufbau beschränkt sich auf wenige Handgriffe. Ihr entfernt die Transportsicherungen, montiert die seitlichen Spulenhalterungen und schließt den Drucker an. Eine Montage von Achsen oder Riemen entfällt vollständig. Nach dem Einschalten führt euch das Touchdisplay durch die Ersteinrichtung. Sprache wählen, Achsen initialisieren, automatische Nivellierung starten. Die Bettvermessung arbeitet zuverlässig und erzeugt ein sauberes Mesh. Bereits beim ersten Druck zeigt sich eine gleichmäßige erste Schicht. Das automatische Mesh-Leveling solltet ihr vor jedem Druck durchführen. Das gilt besonders bei starken Temperaturschwankungen, wie sie in unbeheizten oder nur zeitweise temperierten Räumen auftreten. Schon wenige Grad Unterschied verändern das Verhalten von Druckbett und Mechanik messbar. Eine erneute Kalibrierung kostet nur wenig Zeit, sorgt aber für eine gleichmäßige erste Schicht und reduziert Fehldrucke deutlich. In der Praxis zahlt sich diese Routine schnell aus, vor allem bei größeren Bauteilen oder langen Druckjobs.
Bedienung und Benutzeroberfläche
Das Touchdisplay reagiert präzise und ohne Verzögerung. Die Menüstruktur ist logisch aufgebaut und verzichtet auf Spielereien. Druck starten, Filament wechseln, Temperaturen anpassen oder Wartungsfunktionen aufrufen – das funktioniert intuitiv. Die Oberfläche bleibt übersichtlich. Wer bereits mit Elegoo-Druckern gearbeitet hat, findet sich sofort zurecht. Im Alltag ist das ein klarer Vorteil.
Mechanik und Hardware
Der Elegoo Centauri Carbon 2 Combo setzt auf ein geschlossenes CoreXY-System mit stabilem Metallrahmen. Die Mechanik arbeitet ruhig und kontrolliert. Riemenführung und Achskonstruktion wirken sauber umgesetzt. Der Direktantrieb-Extruder ist kompakt aufgebaut, die Filamentwege sind freigehalten. Das verbessert die Kontrolle über die Extrusion, insbesondere bei technischen Materialien. Das beheizte Druckbett erreicht seine Zieltemperatur zügig und hält sie gleichmäßig.
Spulenhalterungen und Adapterbedarf
Der Drucker verfügt über vier seitliche Spulenhalterungen. Diese sind stabil ausgeführt und tragen auch voll bestückte Filamentrollen sicher. Die Lagerung läuft leichtgängig und das Filament wird gleichmäßig abgewickelt. Die Spulenhalterungen haben keinen elektrischen Anschluss, dennoch laufen die Spulen rückwärts, wenn Filament zurückgeführt wird. Auf Anfrage teilte Elegoo mit, dass dafür ein intelligentes Federsystem zuständig ist. Daher müsst ihr genau darauf achten, dass die vier Halterungen an der korrekten Stelle montiert sind. Dazu sind auf ihnen Ziffern aufgedruckt.
In der Praxis zeigt sich jedoch ein relevanter Punkt. Der Innendurchmesser vieler handelsüblicher Filamentspulen passt nicht immer optimal. Sitzt der Spulenkern nicht korrekt, läuft die Rolle unrund oder verkantet leicht. In diesen Fällen benötigt ihr Adapter.
Mit passenden, gedruckten Adaptern lässt sich das Problem zuverlässig lösen. Die Halterungen bieten dafür ausreichend Platz. Gerade bei einem Mehrspulensystem ist dieser Punkt wichtiger als bei klassischen Einzelspulenlösungen.
Technische Daten des Elegoo Centauri Carbon 2 Combo
Der Drucker arbeitet im FDM-Verfahren und bietet einen Bauraum von 256 x 256 x 256 Millimeter. Die Druckgenauigkeit liegt bei ±0,1 Millimeter. Ab Werk ist eine 0,4-Millimeter-Düse installiert. Die maximale Druckgeschwindigkeit wird mit bis zu 500 Millimeter pro Sekunde angegeben. In der Praxis hängt der sinnvoll nutzbare Bereich stark von Material und Geometrie ab. Die maximale Düsentemperatur beträgt 350 Grad Celsius, das Heizbett erreicht bis zu 110 Grad Celsius. Als Schnittstellen stehen USB und WLAN zur Verfügung. Unterstützte Eingabeformate sind STL, OBJ, 3MF und STEP. Das Gewicht liegt bei rund 19,35 Kilogramm.
Spulenerkennung und CANVAS-System
Der Carbon 2 Combo verfügt über eine integrierte Spulenerkennung in Verbindung mit dem CANVAS-System. Diese funktioniert ausschließlich mit speziellen RFID-fähigen Spulen. Verwendet ihr kompatible Spulen, erkennt der Drucker Materialtyp und Zuordnung automatisch.
Standardspulen ohne RFID-Tag werden nicht automatisch erkannt. In diesem Fall müsst ihr das Filament manuell im System anlegen. Das funktioniert zuverlässig, bleibt aber klar an das Elegoo-Ökosystem gebunden.
Integrierte Kamera und ELEGOO Matrix App
Der Drucker besitzt eine integrierte Kamera im oberen Bereich des Gehäuses. Sie erfasst den Bauraum vollständig und dient der Überwachung laufender Drucke. Die Bildqualität ist funktional, nicht hochauflösend, reicht aber für Kontrollzwecke aus.
Seit Januar 2026 unterstützt die ELEGOO Matrix App auch FDM-Drucker. Über die App könnt ihr den Druckstatus einsehen und das Kamerabild live abrufen. Die App dient der Überwachung, nicht der Fernsteuerung. Genau dafür ist sie sinnvoll.
Besonderheiten im Alltag
Während des Tests wurde die Rutsche für den Filament-Abfall durch ein neues Bauteil ersetzt. Mit der alten Rutsche war (fast) kein mehrfarbiger Druck machbar. Die Fotos zeigen die Pannen, die noch mit dem alten Auswurf entstanden.
- Pannen mit dem alten Auswurf
Das zeigt, dass Elegoo aktiv an Verbesserungen arbeitet. Ein Kritikpunkt bleibt jedoch bestehen. Beim automatischen Reinigen der Düse nach einem Filamentwechsel bleiben gelegentlich Reste hängen. Besonders bei zäheren Materialien erfordert das manuelles Eingreifen.
- Der alte Schacht
- Mit dem neuen Schacht keine Probleme mehr
Druckergebnisse des Elegoo Centauri Carbon 2 Combo
PLA druckt der Carbon 2 Combo sauber und reproduzierbar. PETG profitiert vom geschlossenen Bauraum und zeigt gute Layerhaftung. ABS und ASA lassen sich stabil und ohne Warping drucken. Die Ergebnisse sind konsistent und alltagstauglich.
- PLA
- ABS
- ABS
- PETG
- PETG
- PETG
- Multicolor PLA
- Multicolor PLA
Geräuschpegel
Bei geschlossener Tür bewegt sich der Geräuschpegel im Betrieb zwischen 60 und 65dB(A). Die Schwankung hängt vor allem von Druckgeschwindigkeit, Beschleunigung und Lüfterdrehzahl ab. Im normalen Druckalltag wirkt das Geräusch gleichmäßig und wenig aufdringlich. Für einen geschlossenen Bauraum ist der Wert praxisgerecht und erlaubt auch längere Druckzeiten, ohne dass der Drucker als störend empfunden wird.
Eindruck eines nachträglichen Hardware-Updates
Im Gesamteindruck entsteht stellenweise das Gefühl, dass ursprünglich ein reines Hardware-Update geplant war. Mehrere Details sprechen dafür. Vor allem die Kabelführung wirkt nicht konsequent neu gedacht. Einzelne Leitungen verlaufen sichtbar und wenig geführt, was im Alltag zwar selten funktionale Probleme verursacht, optisch aber nicht zum sonst aufgeräumten Aufbau passt.

Reingezwängte Kabelführung. Besonders auffällig: Bei der Montage der Filamentzuführung wird das Datenkabel extrem gequetscht.
- Hotend Demontage
Auch bei Wartung und Reinigung kostet das unnötig Zeit. Hier hätten eine klarere interne Führung oder zusätzliche Fixierungspunkte den Gesamteindruck verbessert. Der Elegoo Centauri Carbon 2 Combo funktioniert zuverlässig. Trotzdem bleibt der Eindruck, dass Designentscheidungen teilweise aus einer Weiterentwicklung des Vorgängers stammen und nicht aus einem vollständig neu konzipierten System.
Markteinordnung: Eigenständiges System statt Upgrade
Der Elegoo Centauri Carbon 2 Combo ist ein eigenständiger, geschlossener CoreXY-3D-Drucker mit Multicolor-Funktion. Technisch überzeugt er durch ruhigen Lauf, reproduzierbare Ergebnisse und eine solide Gesamtabstimmung. Kritisch ist die Produktstrategie. Die extreme optische Nähe zum ursprünglichen Elegoo Centauri Carbon weckt Erwartungen, die nicht erfüllt werden. Für das alte Modell gibt es aktuell keine Farbaufrüstung. Das dürfte viele Käufer verärgern, die fest damit gerechnet haben. Wichtig ist zudem die Einordnung als neues Produkt. Die Markteinführung liegt am 26. Januar 2026. Es ist davon auszugehen, dass Firmware- und Software-Updates folgen werden, auch zur Verbesserung der automatischen Düsenreinigung. Schlussendlich ist der Carbon 2 Combo ein leistungsfähiger und alltagstauglicher Multicolor-Drucker.
Testergebnis
Der Centauri Carbon 2 Combo zeigt klar, wohin sich Elegoo bewegt. Das Gerät richtet sich an Nutzer, die mehr als reinen PLA-Druck wollen. Geschlossener Bauraum, Multimaterial-Fähigkeit und ein insgesamt solides Grundkonzept sprechen für den Drucker. In der Praxis überzeugt er mit stabilen Druckergebnissen, reproduzierbarer Qualität und einer mittlerweile guten Abstimmung von Hardware und Firmware.
Gleichzeitig wird an einigen Stellen deutlich, dass der Drucker stark aus dem bestehenden Centauri-Carbon-Konzept heraus weiterentwickelt wurde. Details wie die teilweise unglückliche Kabelführung oder einzelne konstruktive Entscheidungen wirken eher wie ein konsequentes Hardware-Update als wie ein komplett neu gedachtes System. Funktional stellt das kein echtes Problem dar, im Detail hätte Elegoo aber sauberer arbeiten können.
Positiv fällt der kontrollierbare Geräuschpegel auf. Mit geschlossener Tür bleibt der Betrieb im Bereich von etwa 60 bis 65dB(A) und ist damit auch für längere Druckjobs im gleichen Raum gut erträglich. Das automatische Mesh-Leveling solltet ihr regelmäßig nutzen, idealerweise vor jedem Druck. Gerade bei wechselnden Umgebungstemperaturen zahlt sich das in einer sauberen ersten Schicht aus.
Unterm Strich ist der Elegoo Centauri Carbon 2 Combo ein leistungsfähiger, praxisnaher 3D-Drucker mit klarer Zielgruppe. Wer Multimaterial-Druck, einen geschlossenen Bauraum und solide Ergebnisse sucht, bekommt ein starkes Gesamtpaket. Wer ein vollständig neu konstruiertes Gerät erwartet, wird an einigen Details erkennen, wo die Wurzeln liegen.
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