Was passiert gerade mit OnePlus?
Inhaltsverzeichnis
Im Jahr 2014 erlangte der chinesische Smartphone-Hersteller mit dem OnePlus One als künstlich verknapptem „Flagship-Killer“ innerhalb kurzer Zeit Kultstatus. Dank der Kooperation mit CyanogenMod wurde die Marke gerade unter Enthusiasten und Technikaffinen eine sehr beliebte Wahl. Auch der Startpreis von 299€ für ein Flagship-Smartphone wirkt heute nahezu lächerlich. 2014 war OnePlus Xiaomi weiter voraus, wenngleich die Verzahnung mit Oppo im Geheimen gehalten oder gar dementiert wurde. Der Flagship-Killer war jedenfalls geboren und OnePlus wurde nicht nur in Europa, sondern auch in Massenmärkten wie Indien und China zum Erfolgskonzept. Der Mutterkonzern Oppo hat erst kürzlich die Tochtermarke Realme wieder stärker ins eigene Unternehmen integriert, was mit vielen Entlassungen und Sparmaßnahmen einherging. Jetzt erreichen uns nach und nach Gerüchte, dass auch auf die Marke OnePlus schwere Zeiten zukommen, denn seit einiger Zeit gehen die Verkaufszahlen und Gewinne zurück. OnePlus dementiert die komplette Integration jedoch!
Was ist passiert?
Nach einigen Jahren konnte OnePlus seine Smartphones, die einst als 299€ Flagship-Killer starteten, mit dem OnePlus 6, 7 und 8 auch zu einem höheren Preis platzieren und damit endlich Gewinne erwirtschaften. Mit Oppos Unterstützung war dann auch eine Nord-Serie möglich, die bombastisch einschlug und sich als eine der wenigen Modellreihen mit Xiaomis Redmi Note-Serie messen konnte. In Europa sorgten Patentstreitigkeiten mit Nokia Ende 2022 für einen fast vollständigen Rückzug aus Deutschland und weiten Teilen Europas. Beilegen ließ sich das Ganze erst zwei Jahre später. In der Smartphone-Welt ist das eine gewaltige Zeitspanne. In den USA verlor OnePlus, das übrigens als einer der wenigen chinesischen Hersteller überhaupt dort verkauft, Anfang 2023 eine Kernkooperation mit T-Mobile.
Auch hierzulande konntet ihr OnePlus seit dem Patentstreit nicht mehr mit Verträgen kaufen, was im High-End-Sektor für einen deutlichen Einbruch sorgte. In Europa haben wir gute Erfahrungen mit dem technischen Support und Reparaturen gemacht. Das ging sogar so weit, dass OnePlus hier chinesische Geräte von einem Region-Lock befreite. Auch dieser Region-Lock war ein Hinweis darauf, dass es im Innenverhältnis von Oppo und OnePlus kriselte. Warum sonst sollte Oppo seiner eigenen Tochtermarke Steine in den Weg legen? Die Probleme bei OnePlus sind jedenfalls überall sichtbar und nach dem Verkaufsstopp gab es auch beim Marketing und den lokalen Teams vor Ort keinerlei Wiederbelebungsmaßnahmen mehr. In Europa herrschte Stille und der Konzern versuchte, das Ganze aus China zu managen. Auch im Kernmarkt Indien wurden Probleme kommuniziert: So dauerten Berichten zufolge Reparaturen eine halbe Ewigkeit und viele lokale Händler nahmen OnePlus sogar komplett aus dem Sortiment.
OnePlus widerspricht den Gerüchten
Die Faktenlage war also schon vor einigen Jahren nicht sonderlich rosig. Das Produktsortiment wurde verkleinert und auch aktuell werden vielversprechende Modelle wie das OnePlus Open 2 abgesagt. Das OnePlus Open war letztendlich eines der besten Foldables aller Zeiten, dennoch blieb die Nachfrage aus, was hierzulande aber auch einfach an der Produktkategorie liegt. Große Erfolge feierte OnePlus mit dem OnePlus 12 (zum Test), allerdings nicht zum teuren Preis hierzulande, sondern als Importgeheimtipp aus China. Dort war das Gerät günstiger und ihr konntet es mit OxygenOS versehen und nutzen. Nach bekannter Manier wollte man bei OnePlus zumindest offiziell von Problemen wenig wissen und bestritt stets Rückzugsgedanken.
Zusammenarbeit zwischen OnePlus und Oppo ohnehin deutlich
Gerade das eben erwähnte OnePlus Open war ein Paradebeispiel für die immer engere Zusammenarbeit mit dem Mutterkonzern. Denn das Gerät war 1:1 das globale Pendant zum Oppo Find N3 (zum Test). OnePlus als Marke ist in Europa definitiv stärker als Oppo. Weltweit und gerade in Asien ist Oppo hingegen deutlich stärker und konnte im letzten Jahr sogar wachsen. Jedenfalls begann die Zusammenarbeit, nachdem OnePlus zugab, zum Oppo-Konzern zu gehören, zunächst mit Forschung und Entwicklung. Dann wurde ColorOS, also Oppos Betriebssystem, auf OnePlus-Smartphones eingeführt (allerdings unter dem alten Namen OxygenOS) und jetzt werden offenbar auch Teams für Marketing und weiteres zusammengelegt. Dass Oppo den Markennamen OnePlus in Europa wirklich ablegt, halte ich für eher unwahrscheinlich. Vielmehr bekommen wir wahrscheinlich eine Auswahl an chinesischen Oppo-Modellen mit OnePlus-Branding. Das ist für uns Nutzer gar keine so schlechte Sache. Dennoch haben Schritte wie die Software und die teuren Flagships über die letzten Jahre gerade in Europa OnePlus Kultstatus und Markenidentität weggespült. Der Flagship-Killer aus China ist Geschichte, wenn auch für eine gewisse Zeit eine echte Erfolgsgeschichte.
Was bedeutet das für euch als OnePlus-Nutzer?
Beim Service wird Oppo keine Kompromisse eingehen und auch Updateversprechen aktueller Modelle weiter erfüllen. Wie gesagt, ich gehe nicht davon aus, dass wir wirklich die Marke verlieren, sondern der Markenname wird bleiben. Auch unsere aktuelle Importempfehlung, das OnePlus 15, bleibt eine exzellente Wahl im Preisbereich und Firmeninterna haben darauf wenig Auswirkung. Denn OnePlus baut gute Smartphones, wenngleich der Hersteller die breite Masse durch Patentstreitigkeiten und auch Enthusiasten durch Softwareanpassungen verloren hat.
- Snapdragon 8 Elite Gen 5 mit enormer Performance
- riesiger 7.300mAh Silizium-Kohlenstoff-Akku
- schnelles Laden (120W Kabel, 50W Wireless)
- flaches 165Hz LTPO-Display
- schlichtes Design
- attraktiver Preis als China-Import (~600€)
- deutliches Hardware-Downgrade bei der Kamera
- Rückseite anfällig für Abriebspuren
- keine Premium-Haptik (schwarze Version)
- Displayhelligkeit nur unterer Durchschnitt
- hoher Preis der Global Version
Unsere Einschätzung: OnePlus hat das nicht verdient
Der Mutterkonzern Oppo kündigte Anfang 2020 großspurig eine Expansion nach Europa an, die dann im Patentstreit-Debakel endete. Seitdem dümpelt das Unternehmen in Europa nur so dahin. Die Marke OnePlus nun weiter in den eigenen Konzern zu integrieren und das eigene Versagen gar nicht zu sehen, wirkt abgehoben und wenig weitsichtig. OnePlus ist noch zu retten, vielleicht gerade mit dem, was Oppo macht: weniger Modelle und wieder ein klarer Fokus auf das eine preisgünstige Flagship, wie es das OnePlus 12, OnePlus 13 und OnePlus 15 auch waren. OnePlus muss sich nur beim Marketing neu erfinden und es vielleicht auch wieder in die Läden der großen Netzbetreiber schaffen, zumindest hier in Deutschland. Beim reinen Massenmarkt sind Xiaomi, Apple und Samsung zu weit entfernt, aber das gilt nicht nur für OnePlus, sondern auch für Oppo und alle anderen chinesischen Marken gleichermaßen.
Oppo sollte zudem klarer kommunizieren, was nun mit OnePlus passiert, und Spekulationen über interne Abwicklungen keinen freien Lauf lassen. Denn das hat OnePlus definitiv nicht verdient.
Newsletter bestellen
Hol Dir die neuesten Infos zu Chinahandys und Gadgets direkt ins Postfach!
Alle News Updates über Telegram.












Ich hoffe wirklich, dass es nicht stimmt. Ich bin mit meinem ersten OnePlus (globale Variante des Nord 5) sehr zufrieden. Ihr habt Recht, man hat die schlechten Verkaufszahlen von OnePlus selbst herbeigeführt durch Dinge wie: -Patentstreitigkeiten, die man viel schneller hätte lösen müssen – Vorteile für indische User wie beispielweise Vorzüge bei Updates -Schlechtes Marketing, die Insta Seite von OnePlus Deutschland ist beispielsweise tot. Der letzte Beitrag, der dort hochgeladen wurde ist mehrere Monate alt. – Keine flächendeckende Verbreitung. In einigen Ländern kennt fast niemand OnePlus sondern nur Oppo, da OnePlus in einigen Ländern nicht vertreten ist. Warum verkauft man… Weiterlesen »
Noch dazu habe ich noch nie Werbung von Oneplus gesehen. Weder TV oder online. Wäre Mist wenn Oneplus weg wäre
Nope, es stimmt leider… OnePlus ist tot.