| CPU | Snapdragon 8 Elite Gen 5 Leading Version - 2 x 4,74GHz + 6 x 3,6 GHz |
|---|---|
| RAM | 16GB RAM |
| Speicher | 512GB |
| GPU | Adreno 840 |
| Display | 2688 x 1216, 6,9 Zoll 144Hz (AMOLED) |
| Betriebssystem | MyOS - Android 16 |
| Akkukapazität | 7500mAh |
| Ladegeschwindigkeit | 80 Watt, 80 Watt (kabellos) |
| Speicher erweiterbar | Nein |
| Hauptkamera | 50MP + 50MP (dual) + 2MP (triple) |
| Frontkamera | 16MP |
| USB-Anschluss | USB-C 3.1 (10GBit/s) |
| Kopfhöreranschluss | Ja |
| Entsperrung | Fingerabdruck, Face-ID |
| 4G | 1, 3, 5, 7, 8, 20, 26, 28, 34, 38, 40, 41 |
| 5G | 1, 3, 5, 7, 8, 20, 28, 38, 40, 41, 77, 78 |
| NFC | Ja |
| SIM | Dual - nano |
| Gewicht | 230g |
| Maße | 163,8 x 76,5 x 8,9mm |
| Antutu (v11) | 4160716 |
| Benachrichtigungs-LED | Ja |
| Updatezeitraum | 5 Jahre (Android & Sicherheit) |
| Hersteller | Nubia |
| Getestet am | 04.06.2026 |
Inhaltsverzeichnis
Wenn ein Konzept, so verrückt wie das RedMagic 11 Pro, schon viel Hirnschmalz benötigt, um überhaupt Realität zu werden, dann ist es sicherlich schwierig, noch mehr Feinschliff anzusetzen. Dennoch bringt der chinesische Gaming-Smartphone-Hersteller das RedMagic 11S Pro. Ob das S für super, stilvoll oder Spitzenklasse steht, könnt ihr euch selbst aussuchen. Kern des Facelifts ist wieder die etwas gesteigerte „Leading Version“ des Snapdragon-Top-Prozessors. Wir gehen in diesem Test besonders auf die Details ein, die das 11S vom normalen 11er unterscheiden, denn im Kern sind diese sehr ähnlich geblieben.
![]() RedMagic 11S Pro |
![]() RedMagic 11 Pro |
![]() RedMagic 10S Pro |
|
| Größe | 163,8 x 76,5 x 8,9mm | 163,8 x 76,5 x 8,9mm | 163,4 x 76,1 x 8,9mm |
| Gewicht | 230g | 230g | 229g |
| CPU | Snapdragon 8 Elite Gen 5 Leading Version - 2 x 4,74GHz + 6 x 3,6 GHz | Snapdragon 8 Elite Gen 5 - 2 x 4,6GHz + 6 x 3,6 GHz | Snapdragon 8 Elite - 2 x 4,32GHz + 6 x 3,53GHz |
| RAM | 16 GB RAM | 16 GB RAM | 12 GB RAM, 16 GB RAM, 24 GB RAM |
| Speicher erweiterbar | Nein | Nein | Nein |
| Display | 2688 x 1216, 6,9 Zoll 144Hz (AMOLED) | 2688 x 1216, 6,9 Zoll 144Hz (AMOLED) | 2688 x 1216, 6,8 Zoll 144Hz (AMOLED) |
| Betriebssystem | Android 16, MyOS | Android 16, MyOS | Android 15, MyOS |
| Akku |
7500 mAh (80 Watt)
kabelloses Laden |
7500 mAh (80 Watt)
kabelloses Laden |
7050 mAh (80 Watt) |
| Kameras | 50 MP + 50MP (dual) + 2MP (triple) | 50 MP + 50MP (dual) + 2MP (triple) | 50 MP + 50MP (dual) + 2MP (triple) |
| Frontkamera | 16 MP | 16 MP | 16 MP |
| Anschlüsse | 3,5mm Kopfhörer Anschluss, USB-C 3.1 (10GBit/s), Dual-SIM | 3,5mm Kopfhörer Anschluss, USB-C 3.1 (10GBit/s), Dual-SIM | 3,5mm Kopfhörer Anschluss, USB-C 3.0 (5GBit/s), Dual-SIM |
| Entsperrung | Fingerabdruck, Face-ID | Fingerabdruck, Face-ID | Fingerabdruck, Face-ID |
| Empfang |
5G: n1, n3, n5, n7, n8, n20, n28, n38, n40, n41, n77, n78 4G: 1, 3, 5, 7, 8, 20, 26, 28, 34, 38, 40, 41 |
5G: n1, n2, n3, n5, n7, n8, n20, n28, n38, n40, n41, n66, n77, n78 4G: 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 17, 18, 19, 20, 26, 28, 34, 66, 38, 39, 40, 41 |
5G: n1, n2, n3, n5, n7, n8, n20, n28, n38, n40, n41, n66, n77, n78 4G: 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 17, 18, 19, 20, 26, 28, 34, 66, 38, 39, 40, 41 |
| Zum Testbericht | Zum Testbericht |
Design & Verarbeitung
Die Designfrage können wir schnell abhaken. Es hat sich nichts Bahnbrechendes geändert. Front und Rückseite bestehen aus Glas. Der Rahmen aus dickem Aluminium, ebenso wie die Knöpfe. Einen roten Akzent setzt ihr mit dem Game-Space-Slider.
Das Display fügt sich plan abschließend in den Rahmen ein. Natürlich setzt der Hersteller weiterhin auf die Unter-Display-Kamera (UDC) sowie einen aktiven Lüfter und das krasse Wasserkühlsystem, das mit dem RedMagic 11 Pro Einzug erhielt. Kamera-Setup und Aufbau haben sich ebenfalls nicht geändert, was bedeutet, dass die Kameras nach wie vor plan mit der Rückseite abschließen und nicht herausstehen.
Eine echte Designanpassung gab es nur bei der Gestaltung der Rückseite. Kleine Anpassungen, etwa wie der Wasserkreislauf präsentiert wird, sowie leicht veränderte Farbschemata im oberen Drittel. Das war es. Ich bin der Meinung, RedMagic könnte viel mehr vom Kreislauf zeigen. Da ist noch einiges an Potenzial für coole Effekte, vielleicht auch für eine extra Beleuchtung. Apropos Beleuchtung: Das Logo auf der Rückseite kann ebenso als Benachrichtigungs-LED herhalten wie die Schultertasten an der rechten Flanke. Eine LED befindet sich außerdem im Lüfter, dort allerdings nur für die Optik, ohne weiteren Nutzen.
Mit einem Gewicht von 230 Gramm und Abmessungen von 163,8 x 76,5 x 8,9 Millimeter ist das RedMagic 11S Pro identisch zum 11 Pro bemessen. Auch das IPX8-Zertifikat ist geblieben. Trotz offenem Lüfter ist das Gerät also wasser-, aber nicht staubdicht. Beanstandungen bei der Verarbeitung gibt es keine. Im Gegenteil, so ein glattes Smartphone sucht ihr heutzutage oft vergeblich. Keine Kamerahügellandschaft, nur eine Seite mit Knöpfen, ein gigantisches Display. Alles sitzt da, wo es soll.
Bei den Farbvarianten fällt „Kryo“ weg. „Subzero“ (Weiß) und „Nightfreeze“ (Schwarz) bleiben bestehen. Für das RedMagic 11 Pro gab es auch eine Plus-Variante in Rot. Die Farbe kam durch eine Kooperation als Limited Edition mit „Wuthering Waves“ zustande, es ist aber unwahrscheinlich, dass sich diese für das RedMagic 11S Pro wiederholt. Dafür ist hingegen eine später veröffentlichte goldene Variante möglich.
Lieferumfang
Wir hatten ein Vorabmodell aus China, daher liegt unserer Version ein chinesisches 80-Watt-Netzteil bei. Die EU-Variante wird jedoch einen Eurostecker haben. Dazu kommt ein zwei Meter langes USB-C-auf-USB-C-Kabel, eine SIM-Nadel sowie eine Schutzhülle aus Hartplastik, die jedoch die coole Rückseite fast vollständig verdeckt.
Display des RedMagic 11S Pro
Wie ihr euch denken könnt, bleibt es beim 6,85 Zoll AMOLED-Display. Auch die Auflösung ist mit 2688 x 1216 Pixeln identisch und führt zu einer scharfen Darstellung von 431 Pixeln pro Zoll. Mit dabei sind HDR10 und mit Widevine L1 schaut ihr auch hochauflösende Streams bei Netflix, Amazon Prime und Co.
Für ein flüssiges Erlebnis beim Spielen und im Menü sorgen bis zu 144Hz. Ein LTPO-Panel verbaut der Hersteller aber weiterhin nicht. Das heißt, ein Herunterregeln auf 1Hz oder alles dazwischen ist nicht möglich. Stattdessen liegen immer mindestens 60Hz an. Der Automatismus hebt die Bildwiederholrate in der Oberfläche maximal auf 120Hz an. Die 144Hz aktiviert ihr manuell oder über den „Game-Space“.
Nicht lumpen lassen hat sich RedMagic bei der Displayhelligkeit. Manuel hat beim 11 Pro starke 1.917 Lux in der Spitze gemessen. Das 11S Pro kommt stellenweise auf 2.100 Lux, wobei kein Bereich auf dem Display unter 1.900 Lux liegt. Im Mittel liegen rund 1.955 Lux. Das Datenblatt übertreibt also nicht. Damit liegt RedMagic in Sachen Helligkeit zwar noch nicht an der Spitze, kann sich aber durchaus vor viele Konkurrenten schieben.
Für die Zocker unter euch wäre noch die weiterhin hohe Abtastrate zu nennen. Mit 3.000Hz erfasst das Display wirklich jede Eingabe präzise. Die hohe Abtastrate liegt aber nur an, wenn ihr diese auch im „Game-Space“ aktiviert. Regulär sind es 360Hz. Bleiben noch die Displayränder. RedMagic gibt diese mit 0,7mm an. Wir messen schlanke 2mm inklusive Alurahmen, und zwar ringsum. Das nahezu vollflächige Display ist einfach jedes Mal wieder eine Wucht.
Traditionell funktioniert das „Always-On-Display“ sehr zuverlässig und bietet eine Vielzahl an optischen Individualisierungsmöglichkeiten sowie Optionen, unter denen das Display aktiviert wird.
Leistung
Das vorherige RedMagic 11 Pro konnte sich vor einem halben Jahr die Leistungskrone aufsetzen. Seit dem Test im November konnte die Konkurrenz nachziehen. Doch mit dem Refresh in Form des RedMagic 11S Pro möchte RedMagic die Krone zurückerobern. Gelingen soll das mit dem brandneuen Snapdragon 8 Elite Gen 5 Leading Version, einer leicht übertakteten Variante des Snapdragon 8 Elite Gen 5. Denn während der normale SD 8 Elite Gen 5 auf 4,6GHz kommt, laufen bei der LV-Version 4,74GHz. Und auch die Adreno 840 Grafikeinheit liefert 100MHz mehr. Gefertigt wird weiterhin in 3nm bei TSMC.
- 2x Oryon Gen 3 Prime-Cores @ 4,74GHz
- 6x Oryon Gen 3 Performance-Cores @ 3,6GHz
- 1x Adreno 840 GPU @ 1.300MHz
- 1x RedMagic RedCore R4
Dem zur Seite stehen entweder 12/256GB oder 16/512GB Speicher. Auffällig ist das Wegfallen der 24GB/1TB-Version. Immerhin kommen mit LPDDR5X Ultra und UFS 4.1 aktuelle Standards zum Einsatz. Die kleinere Version gibt es übrigens nur in der Farbvariante „Nightfreeze“.
Ob ihr das Mehr an Taktfrequenz des Hauptprozessors spürt, wage ich zu bezweifeln. In wenigen absoluten Lastszenarien mag es sein, dass sich vielleicht zwei FPS mehr ergeben, die das Zünglein an der Waage darstellen. Für 99,9% aller Einsätze dürfte es keinen Unterschied machen.
In AnTuTu etwa knackt das RedMagic 11S Pro locker die 4-Millionen-Punkte-Marke. Aber auch in den anderen Benchmarks setzt sich das Smartphone an die Spitze oder liegt nur wenige Punkte unter der Konkurrenz, was sich auch den Messvarianzen zuschreiben ließe.
Ohne Frage kann das Gerät alle aktuellen 3D-Games problemlos mit flüssiger Darstellung bei maximalen Details abspielen. In einigen Titeln aktiviert ihr sogar noch zusätzliche Kantenglättung oder Downsampling, während trotzdem 60FPS auf der Uhr stehen. Aber natürlich schwebt das große Damoklesschwert über all der Leistung: Das Thermal Throttling
Thermal Throttling
Mittlerweile stattet RedMagic seine Geräte mit gleich drei Kühlsystemen aus. Zum einen die handelsübliche Vapor Chamber. Alle Top-Smartphones besitzen eine. In ihr kommen winzige Mengen Wasser zum Einsatz, um die Abwärme besser abzutransportieren, meistens durch das Display. RedMagic hat hier die größte im Einsatz (13.116mm²). Doch das reicht noch lange nicht. Ziemlich ikonisch für die RedMagic-Reihe ist der aktive Lüfter, der effektiv die Vapor Chamber unterstützt und die Abwärme „aktiv“ aus dem Gehäuse befördert. Als dritte Lösung kommt mit dem RedMagic 11 Pro ein separater Wasserkreislauf hinzu.
Dieser funktioniert ähnlich wie die Vapor Chamber, die größere Menge an Flüssigkeit transportiert noch mehr Wärme ab. Ideal kombiniert ihr das Ganze natürlich mit dem RedMagic Cryo Cooler 8 Pro (zum Test) oder dem RedMagic Cryo Cooler 8 Air (zum Test), die ihr direkt auf dem Kreislauf positioniert.
- ohne internen Lüfter
- mit aktiven Lüfter
Und trotz alledem leidet das RedMagic 11S Pro an Thermal Throttling. Sogar so weit, dass es sich bei Dauerbelastung im „3DMark Wild Life Extreme Stress Test“ irgendwann abschaltet. Ohne zusätzliche, externe Kühlung schafft es die 20 Durchläufe in 20 Minuten nicht. Die Abwärme des Snapdragon 8 Elite Gen 5 LV ist einfach absurd hoch. Im Gegenzug seht ihr im „30-minütigen CPU-Throttle-Test“, dass die integrierte Kühlung einen signifikanten Anteil daran hat, die hohen Taktfrequenzen möglichst lange zu halten. Deaktiviert ihr Lüfter und Wasserkreislauf, sackt das Smartphone rapide ab und drosselt auf unterirdische 50%. Mit Kühlung sind es immerhin 65%. Doch was im 3DMark richtig auf die heizenden Kohlen drückt, ist die GPU, sonst würde das 11S Pro auch beim CPU-Throttle-Test dicht machen.
Gaming
Einen kleinen Lichtblick gibt es dennoch: Bei allen aktuellen Spielen ist dieses Szenario irrelevant. Um etwa in Genshin Impact 60FPS zu erreichen, benötigt das RedMagic 11S Pro nicht mal seine volle Leistung und selbst wenn ihr diese abruft (via „Game-Space“ regelbar), überhitzt das Gerät hier nicht. Es wird warm, aber nicht unangenehm heiß. Ähnlich verhält es sich in Wuthering Waves, Black Desert und den anderen, zurzeit als grafische Speerspitze geltenden Spielen. Im Gegenteil, wie weiter oben beschrieben, sind hier Reserven verfügbar, um die Grafik noch etwas weiter aufzubessern, wenn gewünscht.
Teilweise könntet ihr bei den Erweiterungen, von RedMagic „Mods“ genannt, auch schon an Cheating denken. Der „Game-Space“ entfaltet jedenfalls erst das volle Potenzial und lässt euch auch sehr detaillierte Einstellungen zur Technik und Sensibilität treffen, die in anderen High-End-Smartphones nicht möglich sind. Etwa für die Schultertasten die 520Hz-Abtastrate zu aktivieren oder die 3.000Hz fürs Display. Wer ein Gerät zum Zocken sucht, ist bei RedMagic nach wie vor bestens aufgehoben. Alles ist darauf abgestimmt, dass dieses Erlebnis so reibungslos wie möglich läuft. Dazu sei noch die Option der „Ladetrennung“ erwähnt, die besonders bei langen Sessions mit Stromzugang für ein erheblich kühleres Smartphone sorgt, da sie den Akku umgeht.
System
An dieser Stelle hat sich zum RedMagic 11 Pro nicht viel getan. Der Funktionsumfang von „RedMagic OS 11“ ist der gleiche, die Einstellungsmöglichkeiten sind identisch, ebenso wie die Auswahl an Anpassungsoptionen, Animationen für den Fingerabdrucksensor, Spiele, die als Hintergrundbild laufen können oder Farbvarianten und Hintergründe. Zum Testzeitpunkt lautet die Versionsnummer nun RedMagic OS 11.5.3, das ebenfalls auf Android 16 basiert.
Updates sind bei RedMagic ja ein leidiges Thema. In der jüngeren Vergangenheit hat sich eine Verbesserung bemerkbar gemacht. Häufig sind Updates aber noch immer nicht. Auch die Sicherheitspatches hängen meist etwas zurück. Im Fall der Vorabversion des RedMagic 11S Pro ist der Patch-Stand von April 2026. Vermutlich wird es zum Release direkt noch ein Update geben. Danach kann das nächste aber durchaus eine Weile dauern. Dennoch gibt RedMagic 5 Jahre Updates als Versprechen mit. Wir hoffen, dass RedMagic dieses Versprechen einhält, auch wenn es nicht häufig Updates geben wird.
Das System ist blitzschnell. Apps öffnen rasant. Ein Bootvorgang dauert nach wie vor nur 12 Sekunden. Allerdings hat sich RedMagic für unnatürlich viel Bloatware entschieden. Das meiste davon lässt sich leicht entfernen, aber Instagram ist aus irgendeinem Grund so tief im System verankert, dass es sich nur deaktivieren, nicht aber deinstallieren lässt.
Bugs und Einschränkungen
Abgesehen von einigen nach wie vor etwas holprigen Übersetzungen, die aber eher amüsant als ärgerlich ausfallen, hat sich das System seit dem RedMagic 11 Pro dann doch verbessert. Abstürze der Kamera-App, die Manuel noch hatte, konnte ich nicht feststellen. Sich selbst beendende Spiele oder Apps hatte ich nie, was vor allem beim Zocken sehr ärgerlich wäre. Und die automatische Bildwiederholrate arbeitet bei mir super schnell und zuverlässig.
Einzig der „Face-Unlock“ ist auch bei mir nicht besonders hilfreich, liegt aber wohl eher an der Kamera an sich als an der Funktion generell. Da beide Geräte auf dasselbe System setzen, sollten diese Bugfixes auch beim RedMagic 11 Pro Einzug gefunden haben.
Kamera des RedMagic 11S Pro
Über die Jahre verbessert, aber immer noch die größte Schwachstelle der Gaming-Smartphones: die Kamera. Als positiven Nebeneffekt nimmt RedMagic jedoch die kleinen Formatgrößen der nicht im High-End angesiedelten Sensoren mit und erreicht dadurch eine flache Rückseite ohne Kamerahügel. Die Sensoren ändern sich zum RedMagic 11 Pro nicht.
- Hauptkamera: 50MP (OmniVision OV50E40), 1/1,55 Zoll, f/1.88, OIS
- Ultraweitwinkelkamera: 50MP (OmniVision OV50D40), 1/2,88 Zoll, f/2.0
- Makrokamera: 2MP
- Frontkamera: 16MP (OmniVision OV16A), 1/2,77 Zoll, f/2.0, UDC
Bildqualität
Keine Änderungen an den Sensoren, gleiche Software, bedeutet auch überwiegend gleiche Ergebnisse. Wer noch mehr Impressionen will, schaut in den Test des RedMagic 11 Pro. Die Hauptkamera macht tagsüber brauchbare Fotos, auch wenn die Lichtverhältnisse mal nicht ideal sind. Farben stellt sie häufig übersättigt dar, was das Ganze unrealistisch wirken lässt. Bei viel Licht kommt es auch gerne zu überbelichteten Fotos. Die Farben wirken dann gar ausgeblichen. Gelegentlich verhilft der „50MP-Modus“ zu einer natürlicheren Darstellung.
- Hauptkamera:
- Ultraweitwinkelkamera:
- Portrait:
- Normal 50MP:
- 50MP UWW
- Macro Shot
- Macro Shot
- Macro UWW
- Macro Normal
Witzigerweise liefert der Ultraweitwinkelsensor die natürlichere Farbgestaltung trotz ebenfalls gut gesättigter Farben. Er opfert dafür aber ein gutes Maß an Details. Besonders in unruhigen Bildern wie einem Waldabschnitt wird das sehr deutlich. Die Makroaufnahmen sind weder besonders gut noch besonders nah, egal, ob ihr diese mit dem Kamera-Modus oder per Hand knipst.
Beide Kameras arbeiten bei Dunkelheit spürbar schlechter, wobei die Hauptkamera hier und da noch einigermaßen brauchbare Ergebnisse erzielt, die Weitwinkelalternative bricht qualitätstechnisch jedoch komplett ein.
Frontkamera
Verglichen mit älteren Ausführungen ist die UDC-Kamera weit gekommen. Noch immer ist sie kein Vergleich zu einer normalen Selfie-Kamera, aber die Details sind über die Jahre deutlich gestiegen, Farben kräftiger geworden und Hauttöne natürlicher. Gesichter werden nicht mehr so glattgebügelt, wenn ihr den „Beauty-Filter“ deaktiviert. Alles in allem sind die Fotos vorzeigbar, aber es schwingt immer ein wenig das Feeling einer Selfie-Kamera aus 2010 mit.
Nachts könnt ihr die Fotos komplett bleiben lassen und auch der „Face-Unlock“ hat dann Schwierigkeiten, ohne Aufleuchten des Bildschirms sein Werk zu verrichten.
Video
Bei der Videoqualität richtet ihr euch am besten nach dem Video von Manuel. Ich kann euch keine neuen Erkenntnisse liefern, die er nicht bereits abgedeckt hat. Eine Zusammenfassung: Maximal sind 8K/30FPS möglich. Das gilt für Haupt- und Weitwinkelkamera, wobei 4K/60FPS das beste Ergebnis erzielt. Bei Aufnahmen in Bewegung schleicht sich das nervige Fokuspumpen ein. Das heißt in diesem Fall, ihr seht die Schritte als Erschütterung, was RedMagic bisher leider nicht per Softwareupdate behoben hat. Der Autofokus arbeitet sehr schnell, wenn er ein Objekt erkennt. Dafür muss dieses aber möglichst mittig im Bild liegen oder einen großen Teil der Bildfläche einnehmen. Für die Stabilisierung sorgen EIS und OIS, also elektronisch und optisch, was die Hauptkamera sehr stark beruhigt. Bei der Weitwinkelkamera kommt lediglich EIS zum Einsatz, was ebenfalls gute Ergebnisse erzielt. Die Frontkamera bietet maximal 1080p/30FPS mit EIS. Die Stabilisierung ist auch hier ganz passabel, die Bildqualität allgemein jedoch, wie von der unter dem Display liegenden Kamera bekannt, eher zweckmäßig. Hervorheben könnt ihr die Mikrofonqualität, die ist wirklich stark und die Aufnahme sehr klar.
Konnektivität und Kommunikation
Die physische Verbindung läuft über einen USB-C-Anschluss mit 10Gbit/s. Kabellos kommt hingegen Bluetooth 5.4 und Dualband-Wi-Fi 7 zum Einsatz. Unterwegs surft ihr natürlich auch im 5G-Netz. Dabei setzt ihr gleichzeitig zwei SIM-Karten ein. Laut RedMagic unterstützt das Gerät folgende Bänder:
- 4G-Band: 1/3/5/7/8/20/26728/34/38/40/41/42
- 5G-Band: 1/3/5/7/8/20/28/38/40/41/77/78
Für die Navigation steht Dual GPS (L1 + L5) bereit. Dabei greift es auf die Satellitensysteme von Beidou, GLONASS, GPS sowie Galileo zurück. Wir konnten eine auf 3 bis 4 Meter genaue Standortbestimmung erreichen, die sich auch zügig herstellen ließ. Die Navigationszuverlässigkeit bestätigte außerdem ein langer Motorrad-Trip durch Tschechien. Probleme sind keine aufgetreten, egal wo. Das gilt im Übrigen auch für die Gesprächsqualität bei VoLTE und VoWiFi, auch wenn der Aufbau bei letzterem einen Ticken länger dauert.
NFC ist logischerweise auch mit von der Partie. Sehr beeindruckend fand ich persönlich den unter dem Bildschirm liegenden 3D-Ultraschall-Fingerabdrucksensor. In einigen aktuellen Geräten ist dieser schon vorhanden. Wenn ihr noch keinen hattet, ist die Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit im Vergleich zu den älteren Generationen jedoch absolut herausragend und überflügelt sogar Fingerabdrucksensoren in separaten Tasten.
- GPS:
- 5G
- Sensoren
- Mora als Maskottchen
Abseits davon setzt das RedMagic 11S Pro natürlich auf „Face-Unlock“. Durch die Gegebenheiten der Kamera ist dieses aber nur tagsüber einigermaßen verwendbar. Ihr braucht es auch nicht, weil der Fingerabdrucksensor deutlich schneller und viel zuverlässiger agiert.
Weitere Sensoren sind natürlich ein Beschleunigungssensor, ein Lichtsensor, ein Näherungssensor, ein Gyroskop, ein E-Kompass und ein Infrarot-Sender, versteckt im „Sensor“ mit dem LED-Blitz. Aber halt, einen haben wir noch: den 3,5mm-Klinkenanschluss. Über alle kabellosen Übertragungsmethoden erhaben, kommt ein eigener DAC mit 384kHz/32-Bit zum Einsatz. Wer kompetitiv spielt, setzt hier auf kabelgebundene Kopfhörer.
Für die musikalische Untermalung kommen zwei verhältnismäßig große Lautsprecher zum Einsatz. Stereo-Ton ist also vorhanden. Ein extra Lautsprechergitter befindet sich jedoch nur am unteren Rand. Die klangliche Güte ist tatsächlich ziemlich hoch. Selbst bei voller Lautstärke gibt das Smartphone Stimmen sehr klar wieder. Tiefen überschlagen sich aber etwas, wenn alle möglichen Tonebenen gleichzeitig abgefragt werden. Höhen sind gleichzeitig sehr gedämpft. Das Klangbild ist hauptsächlich zugunsten der Mitten abgestimmt. Tiefen Bass gibt es nicht. Insgesamt handelt es sich aber um vergleichsweise gute Speaker mit ordentlich Leistung.
Akkulaufzeit des RedMagic 11S Pro
Unverändert zum Schwesternmodell bietet das RedMagic 11S Pro einen 7.500mAh-Akku. Wie schon beim Vorgänger wechselt das Gerät im Akku-Benchmark jedoch in einen Benchmark-Modus und ruft deutlich mehr Leistung ab, als für diesen Test notwendig wäre. Dadurch und wegen des noch mal leicht stärkeren Prozessors sollte die Laufzeit noch niedriger ausfallen als beim RedMagic 11 Pro. Allerdings scheint RedMagic Optimierungen am Benchmarkverhalten oder dem Energiemanagement vorgenommen zu haben, denn auch wenn die Zeiten im Benchmark nicht sehr gut ausfallen, kann sich das 11S Pro dennoch vor sein Schwesternmodell schieben.
Abseits davon hält das Gerät zwei volle Tage bei normaler, gemischter Nutzung spielend durch. Nach einem Tagestrip mit 6 bis 7 Stunden Navigation, während Musik lief, dazwischen Fotos, Surfen, Texten und allgemeiner Nutzung, waren am Ende noch 30 bis 40 Prozent übrig. Gaming zieht natürlich einiges an Saft, durch den „Game-Space“ und seine Einstellung für die „Performance“ variiert der tatsächliche Verbrauch jedoch stark.
- 60Hz
- 144Hz
Das RedMagic 11S Pro lädt mit bis zu 80 Watt, kabelgebunden und kabellos. In der Regel dauert so eine Ladung rund eine Stunde. „Reverse Charging“ ist nach wie vor mit 10 Watt möglich. Über die Akku-Einstellungen lassen sich Ladegrenzen auf das Prozent genau wählen. Falls ihr Bedarf an einer 50%-Ladung habt, ist das hier möglich. Fürs Spielen ist die vormals erwähnte Ladetrennung vorteilhaft, da sie den Akku so ganz umgeht.
Testergebnis
Für den Preis von 799€ für die kleine beziehungsweise 899€ für die größere Speicherausstattung erhaltet ihr sehr viel Smartphone, und vorallem immens Leistung. Allerdings hat RedMagic den Preis auch ordentlich angehoben, vergleicht man es mit dem RedMagic 10 Pro (zum Test) oder auch dem direkten Vorgänger, dem RedMagic 10S Pro (zum Test). Und auch das RedMagic 11 Pro (zum Test) ruft 100€ weniger auf.
Entscheidet ihr euch für das RedMagic 11S Pro, bekommt ihr die beste Kühlleistung, den stärksten Prozessor, ein tolles Display, viele Software- und einige Hardware-Features, starke Individualisierungsmöglichkeiten und ein, in meinen Augen, schickes und einfach anderes Design in einer Welt voller sehr identisch wirkender Kopien. Nutzt ihr zudem die Gaming-Features und die Schultertasten aktiv, zahlt ihr hier auch den Mehrwert, den ihr dadurch erhaltet.
Thermal Throttling ist zwar in Benchmarks ein Thema, der Wasserkreislauf und der aktive Lüfter sorgen aber zu jedem anderen Zeitpunkt dafür, dass sich nicht spürbar zu viel Wärme entwickelt. Abseits davon ist alles am RedMagic 11S Pro auf Top-Niveau, abgesehen von der Kamera und den Updates. Die Kamera ist weiterhin maximal Mittelmaß. Zu sagen, dass ihr auf eine Selfie-Kamera verzichtet, wäre etwas übertrieben harsch, doch jedes Gerät ab 200€ dürfte bessere Bilder von euch knipsen. Das Motto der Hauptkamera ist „zweckmäßig gut“. Jedes andere Handy in dieser Preisklasse liefert eine nur minimal schlechtere Leistung, aber dafür eine exorbitant bessere Kamera.
Updates sind ein leidiges Thema bei RedMagic. Zwar hat die Vergangenheit gezeigt, dass Updates folgen, und auch neue Android-Versionen werden ausgerollt. Die Kadenz lässt sich aber allenfalls als schleppend bezeichnen.
Bleibt noch die Verbesserung zum RedMagic 11 Pro. Die ist quasi nur auf dem Papier vorhanden. Der Sprung vom Snapdragon 8 Gen 5 Elite und 8 Gen 5 Elite Leading Version ist nur in Benchmarks messbar. Falls noch mal interne Anpassungen an der Kühlung stattgefunden haben, sind es Nuancen. Ansonsten sind beide Geräte fast identisch.
Ein Upgrade lohnt sich also in keinem Fall, denn das RedMagic 11 Pro kann alles, was das 11S Pro kann, ebenfalls und ist dazu noch deutlich günstiger. Solange das so bleibt, ist das RedMagic 11S Pro ein Halo-Produkt, um sich die Benchmark-Krone zu holen. Sinkt der Preis nach Release deutlich, gibt es hingegen kaum noch Argumente für das 11 Pro, außer es sinkt im gleichen Maße im Preis.
Vermutlich macht die Speicherkrise es schwer, den ehemaligen Preis von 650€ zu halten. Allerdings verliert das RedMagic 11S Pro dadurch ein bisschen seine Daseinsberechtigung als günstige Underdog-Alternative mit brachialer Leistung.
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