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Auch wenn Akko bislang noch unsere Bestenliste anführt, hat mich spätestens der Test der TH99 des Tastaturspezialisten Epomaker wirklich begeistert. Die Sea Salt Silent V2 Switches sind dabei genau die leisen und dennoch sauber definierten linearen Switches, die ich im Alltag sowohl beim Arbeiten als auch beim Gaming zu schätzen weiß. Mit der Epomaker TH108 Pro hatte ich die letzten Wochen eine 100% Full-Size-Tastatur mit zusätzlichem Display und durchdachter LED-Beleuchtung im Test. Mit knapp unter 100€ ist sie auch preislich gut eingeordnet und verbessert die TH99 an genau den richtigen Stellen. Mehr Beleuchtung, ein cooles Display, durchleuchtende Tasten und mehr Akku sind die Highlights des neuen Modells. Schauen wir uns das Ganze in diesem Testbericht nun ganz genau an!
Design und Verarbeitung
Die Epomaker TH108 Pro ist eine 100%-Tastatur und zuletzt musste ich mich bei der TH99 zunächst an die fehlenden Tasten und insbesondere an die spezielle Platzierung der Entfernen-Taste gewöhnen. Hier ist alles exakt so angeordnet, wie ihr es kennt, und Epomaker bietet die TH108 Pro natürlich auch mit unserer deutschen ISO-DE-Beschriftung an. Farblich steht nur das seriös wirkende Schwarz/Grau zur Auswahl und gefällt mir in der Praxis durchaus gut. Bei den Switches könnt ihr zwischen den linearen Creamy Jade (lauter, voller Anschlag) und den leisen, ebenfalls linearen Sea Salt Silent Switches in der neuen Version V2 wählen. Die Epomaker TH108 Pro bringt dabei 1,12 Kilogramm auf die Waage und misst 445 x 140 x 42 Millimeter.
An der Wertigkeit und Verarbeitungsqualität hat sich nichts geändert und Epomaker glänzt mit einer herausragenden Qualität, von der Hersteller wie Logitech nur noch träumen können. Das ABS Kunststoffgehäuse hat aber natürlich etwas Flex. Hinten an der Epomaker TH108 Pro sitzen zwei mechanische Schalter zum Durchschalten der Anschlussmodi und zum Wechsel zwischen Windows und Mac. Zudem ist dort der USB-C-Anschluss zu finden. Der Lieferumfang bleibt hingegen übersichtlich, praktisch ist der USB-Dongle, der unter einem der Aufsteller seinen Platz findet. Dabei stehen insgesamt drei Höhenstufen zur Auswahl. Eine Handballenauflage gibt es leider nicht. Im Lieferumfang sind lediglich ein USB-A-auf-USB-C-Kabel, ein Keycap-/Switch-Puller, zwei Extra-Switches und eine Anleitung enthalten.
Neu und optisch ansprechend sind zwei seitlich angebrachte LED-Diffusor-Bars, die gerade im Dunkeln und abends ordentlich Eindruck schinden. Ein echtes Upgrade erhalten die einzelnen Tasten, wobei im Vergleich zur getesteten TH99 jetzt nicht nur der Hintergrund, sondern wirklich die einzelnen Tasten durchleuchtend gestaltet sind. Das sieht nicht nur besser aus, sondern ist beim Tippen im Dunkeln auch ein klarer Vorteil. Haptik und Verarbeitung der Epomaker TH108 Pro sind damit weiterhin erstklassig und es wurde an den richtigen Stellen wie etwa der LED-Beleuchtung nachgebessert. Auch der drückbare Lautstärke-Drehregler und das Display mit Akkustand, Uhrzeit, Datum und weiteren Statusanzeigen sind echte Game Changer im Alltag. Die beiden LED-Ringe neben dem Display sind für meinen Geschmack etwas zu viel des Guten, aber ihr könnt sie natürlich deaktivieren.
Ergonomie und Layout
Der große und offensichtliche Unterschied einer Full-Size-Tastatur im Vergleich zu einer 96%-Tastatur wie der TH99 ist der volle Navi-Block und den habe ich wirklich vermisst. Dass die von mir viel genutzte Entfernen-Taste wieder an der richtigen Position ist, tut wirklich gut. Ansonsten verfügt die TH108 Pro über 104 Tasten inklusive NUM-Pad. Die Position kann wie zuvor bereits beschrieben mittels zweistufigem Kickstand in drei Neigungswinkeln genutzt werden. Es handelt sich um eine in Deutschland übliche Beschriftung (ISO-DE) mit Umlauten, die aber abermals in Kleinbuchstaben gedruckt ist und damit etwas gewöhnungsbedürftig wirkt.
Ein wichtiger Unterschied für uns ISO-DE-Käufer: Während die TH99 in der deutschen Variante noch im OEM-Profil kam, setzt die TH108 Pro durchgängig auf das flachere Cherry-Profil. Das verändert spürbar das Tippgefühl – die niedrigeren, flacheren Keycaps fühlen sich für mich im direkten Vergleich angenehmer und moderner an.
Durch das Drehrad neben dem Display rechts außen ergeben sich coole Zusatzfunktionen, so könnt ihr mit einem Druck den Ton abstellen (mute) und die Haptik ist astrein. Zudem könnt ihr durch Drehen die Lautstärke in Zweierschritten hoch- und runterregeln. Eine nette Funktion, die bei mir im Alltag auch sofort Anwendung findet. Epomaker gibt für die Sea Salt Silent V2 Switches der TH108 Pro die Auslösekraft mit 45 ± 5gf an, wobei Bottom-out bei 51 ± 5gf erreicht wird. Der Vorlaufweg beträgt 1,8 ± 0,4mm und der Gesamtweg 3,5 ± 0,4mm. Das sind exakt die gleichen Werte wie bei der ersten Version der Switches und offen gesagt fühlen sie sich auch genauso überzeugend an. Mittlerweile bin ich den weiten Weg gewohnt, habe die Genauigkeit und Geschwindigkeit aber beim Zocken schätzen gelernt. Zugleich störe ich nicht meine gesamte Umgebung mit absurd lauten Klickgeräuschen, wie sie etwa die Creamy Jade Switches von sich geben. Die Werte liegen dort bei einer Auslösekraft von 45 ± 5gf, wobei Bottom-out bei 50 ± 5gf erreicht wird. Der Vorlaufweg beträgt 2,0 ± 0,4mm und der Gesamtweg 3,6 ± 0,4mm. Dort ist es der volle und hörbare Tippklang ohne Dämpfung, mit einem dennoch sanften Hub. Ich habe die Switches fünf Tage ausprobiert und es hatte durchaus auch seine Stärken, aber weniger beim Tippen, sondern mehr beim Zocken. Wobei es auch nichts Nervigeres gibt als Leute, bei denen das Mikrofon durch das Tastaturgetippe in Discord oder Teamspeak aktiviert wird. Wer das satte mechanische und vor allem akustische Feedback nun mal bevorzugt, ist mit den Jade Switches richtig. Allen anderen rate ich klar zu den Sea Salt Switches, ob Version 1 oder 2 ist allerdings ziemlich egal.
Display & Drehregler
Das ist für mich wirklich eine schöne Besonderheit und die Positionierung rechts außen ist durchaus gelungen. Datum, Uhrzeit und Akkustand sind hervorragende Anzeigen und waren nach einem kurzen Sync mit dem PC auch umgehend aktuell. Das Display war zu jeder Tages- und Nachtzeit gut ablesbar und auch die Zusatzinformationen zur aktuellen Verbindung und zum Umschaltstatus sind nett und haben einen Mehrwert. Die LED-Ringe rechts und links davon haben mich hingegen nicht abgeholt. Grundsätzlich sind das Display und der Drehregler aber auf jeden Fall ein Highlight.
Tippgefühl und Beleuchtung
- Stufe 2
- Stufe 6
Ich bin offen gestanden ein Spätzünder, was mechanische Tastaturen anbelangt, aber das lag und liegt einfach daran, dass ich die Lautstärke meinem Umfeld und auch mir selbst einfach nicht zumuten will. Die Sea Salt Switches lassen sich für mich absolut präzise nutzen und der längere, klar definierte Hubweg hat mich in den letzten Monaten begeistert und mittlerweile kann ich selbst meine heiß geliebte Logitech K800 kaum noch ab. Sound und Haptik trifft Epomaker zumindest bei mir hier perfekt und die Qualität der einzelnen Tasten ist definitiv hervorragend. Im Gegensatz zu meiner Logitech MX Keys sind die Tasten auch komplett aus Kunststoff und nicht nur eingefärbt, was ein Abplatzen verhindert. Auch die Verbesserung bei den LEDs, dass die Schrift selbst nun leuchtet, ist beim Tippen am Abend definitiv hilfreich und ein geiles Upgrade.
Die LED-Beleuchtung hingegen bleibt spitze und bekommt mit zwei Kreisen und zwei Diffusor-Bars außen nochmal Unterstützung. Im Dunkeln kommen gerade die Diffusor-Bars richtig gut zur Geltung und über die Upgear-Software könnt ihr euren Vorlieben freien Lauf lassen und holt das Maximum aus der LED-Beleuchtung raus.
Software
Es gibt weiterhin Funktionen bei Epomaker, die eben nicht direkt über die „Online”-Software Upgear ausgeführt werden können und es gibt auch einen Unterschied zwischen USB-Verbindung und Upgear-Treiber und eben Wireless-Einstellungen. Die Kombination daraus lässt euch aber alles an der Tastatur einstellen und diesmal wurde die Tastatur bei mir auch ohne Umwege direkt erkannt und konnte konfiguriert werden. Die kleinen LEDs hingegen musste ich mit Fn + End abschalten. Immerhin müsst ihr keine extra Software für die Tastatur installieren, was ich dann doch als positiv empfinde. Mit der Akkuanzeige auf dem Tastaturdisplay habt ihr eine sehr wichtige Anzeige jetzt direkt zur Verfügung.
Konnektivität & Latenz
Bei der Latenz hat sich gegenüber der TH99 spec-seitig nichts getan: Beide liegen bei 2ms (USB), 5ms (2,4GHz) und 11ms (Bluetooth). 1.000Hz Polling-Rate bei 2,4GHz und USB stehen 125Hz bei Bluetooth 5.0 gegenüber. Entsprechend konnte ich auch keinen Unterschied zum Vorgänger feststellen. Die Verbindung war durchgehend perfekt und es kam weder zu Ghosting noch zu irgendwelchen Abbrüchen oder Ungereimtheiten. Der Umstieg von der TH99 auf die TH108 Pro verlief absolut ohne Auffälligkeiten.
Akkulaufzeit der Epomaker TH108 Pro
Die Akkukapazität hat Epomaker natürlich auch durch die etwas größere Tastatur nun auf 10.000mAh gesteigert und das ist richtig viel. Aber mit Display und durchgehendem Backlight gibt Epomaker nachvollziehbare 42 Stunden an. Ohne LED und Display sind es dann 200 Stunden. Realistisch musste die Tastatur bei mir im Einsatz nur einmal alle zwei Wochen geladen werden. Beleuchtete Tasten nutze ich nur abends, tagsüber leuchten sie bei Benutzung in unterschiedlichen Farben, das Display ist dauerhaft an. Ich glaube nicht, dass sich jemand über die Laufzeit beschwert und die Standby-Funktion klappt wieder solide, sodass hier einiges an Akku gespart wird. Die Tastenkombination Fn + Enter zur Anzeige des Akkustands gibt es hingegen leider nicht mehr, dafür seht ihr ihn jetzt mit fünf grünen Balken zuverlässig in 20%-Schritten.
Testergebnis
Die Epomaker TH108 Pro schafft den Sprung an die Spitze der Bestenliste. Auch wenn der aktuelle Spitzenreiter mit unter 50€ nur die Hälfte kostet, überzeugt die TH108 Pro einfach insgesamt mit vielen sinnvollen Funktionen und auch einzeln durchleuchtenden Tasten. Display und Lautstärkeregler punkteten dabei im Test ebenso wie die umfangreiche und mit zwei Seitenleisten noch ausgeweitete LED-Beleuchtung. Die Auswahl an Switches ist übersichtlich und gerade die Sea Salt Silent haben es mir für die Kombination aus Office und Gaming einfach angetan. Nicht nervig laut, aber dennoch taktil und mit spürbarem Feedback. Die Verarbeitung ist astrein, die Akkulaufzeit solide und auch an Ergonomieeinstellungen wurde ebenso gedacht wie an einen praktischen Platz für den USB-Dongle. Was ihr kritisieren könnt, ist der teils eingeschränkte Online-Treiber, die fehlende Handballenauflage für den Ergonomie-Overkill und der doch geringe Lieferumfang, wenn ihr den Preis von ca. 100€ im Hinterkopf habt.
Angesichts des fast gleichen Preises der TH99 würde ich aktuell immer zur TH108 Pro mit coolem Full-Size-Display greifen!
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