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In EarFuns Kosmos mag ein dritter Kopfhörer unter dem sehr erfolgreichen Namen der Air-Pro-Reihe logisch erscheinen. Uns verwirrt das neueste Modell EarFun Air Pro 4i jedoch etwas. Der Startpreis liegt mit 69€ ähnlich hoch wie der Angebotspreis der Air Pro 4+. Dabei sind die Air Pro 4i eine abgespeckte Variante der größeren Modelle. Ob sich der Kauf dennoch lohnt und ob es ausreichend Argumente für die Air Pro 4i gibt, klärt dieser Test.
Design & Verarbeitung
Hier bleibt alles beim Alten beziehungsweise Bekannten. Es handelt sich um In-Ears mit kurzem Stäbchen. Die Abmessungen betragen 55,7 x 52,9 x 31,2 Millimeter, und ein Kopfhörer wiegt 5 Gramm. Optisch haben sich an den Buds nur Details geändert. Ihr bedient die Kopfhörer nach wie vor per Toucheingabe, allerdings fehlt im Vergleich zu den Air Pro 4+ (zum Test) der kreisrunde und dadurch markierte Bereich.
Größere Unterschiede gibt es bei der Station, denn die Air Pro 4i setzen auf eine fast quadratische Ladeschale, in die ihr beide Kopfhörer hineinlegt. Beim Schwestermodell stehen die Buds im Etui. Es bleibt jedoch bei einer Status-LED an der Front und dem USB-C-Anschluss auf der Rückseite. Der Pairing-Button wandert bei diesem Design nach innen, zwischen die Sockel für die Buds.
Was die Funktionen angeht, behalten die Air Pro 4i das induktive Laden, verlieren aber den Näherungssensor an den Buds, was ich persönlich für die sinnvollere Investition gehalten hätte. Ansonsten ist die Verarbeitung grundsolide. Wenn ich etwas kritisieren müsste, wäre es der Deckel. Dieser könnte etwas massiver ausfallen, da er leicht und etwas verbiegbar wirkt. Dafür machen die Magnete, die ihn offen und geschlossen halten, eine gute Figur.
Zum Start bietet EarFun die Air Pro 4i nur in Schwarz an. Weitere Farben könnten noch folgen. Die Air Pro 4+ haben mittlerweile auch eine blaue und weiße Variante erhalten, starteten jedoch ebenfalls nur in Schwarz.
Lieferumfang
Während viele Hersteller nahezu alle Dreingaben wegrationalisieren und teilweise sogar auf das Ladekabel verzichten, erhaltet ihr bei EarFun noch das volle Paket.
- EarFun Air Pro 4i (520mAh)
- Fünf Paar Aufsätze (XS, S, M, L, XL)
- USB-C-Kabel (ca. 20cm)
- Schnellstartanleitung
- Garantiekarte
- Mehrsprachige Bedienungsanleitung
Tragekomfort
Das Design der Air Pro 4i ist den Air Pro 4+ so ähnlich, dass hier die gleiche Einschätzung gilt. Es ist kein Problem, sie mehrere Stunden zu tragen. Beim Sport müsst ihr sie möglicherweise leicht nachjustieren, insgesamt sitzen sie aber fest.
Beim Gewicht kommt die Station mit den Kopfhörern auf 51,3 Gramm und macht sich kaum in der Hosentasche bemerkbar. Die Buds sind nach IP55 staub- und wassergeschützt, die Station bietet wie üblich keinen zertifizierten Schutz.
Soundqualität der EarFun Air Pro 4i
Während die Air Pro 4+ (zum Test) auf ein Dual-Treiber-Setup setzen, kommt bei den Air Pro 4i wieder ein einzelner Dynamiktreiber mit 11mm zum Einsatz. Auch bei den Codecs speckt EarFun ab. So verlieren die Air Pro 4i den kompletten aptX-Support. Immerhin wird mit LDAC weiterhin ein Hi-Res-Codec unterstützt. Für alles andere stehen SBC und AAC bereit. LC3 hat es nicht auf die Ausstattungsliste geschafft.
Auffällig ist das Wegfallen von Auracast, da diese Funktion bei vielen Bluetooth-Lautsprechern von EarFun vorhanden ist und bisher homogen über die Produktpalette verteilt wurde. Bluetooth ist in der aktuellen Version 5.4 verfügbar. ANC ist ebenfalls an Bord und soll Geräusche um bis zu 50 Dezibel dämpfen.
| Frequenz: | 20–20.000Hz |
| Bluetooth: | 5.4 |
| Treibergröße: | 11mm |
| Nennleistung: | k.A. |
| Chipsatz: | k.A. |
| ANC-Dämpfung: | 50dB |
| Reichweite: | 15m |
| Modellnummer: | TW230 |
| Widerstand: | k.A. |
| Einzelnutzung: | Ja |
| Lautstärke: | 50dB |
| Hochauflösender Codec: | Ja, LDAC |
| Profile/Codecs: | AVRCP 1.6, A2DP 1.3, HFP 1.7, HSP, SBC, AAC, LDAC |
| Akkukapazität EB: | 60mAh |
| Akkukapazität LS: | 520mAh |
| Wasserresistenz: | IP55 |
Sound
Das Entschlacken der Optionen hat einen Vorteil: Es ist einfacher, einen Teststandard zu bestimmen. Wir testen diesmal mit LDAC und dem Standard-Equalizer von EarFun. ANC steht auf AN und „Stark“.
Die Air Pro 4i starten direkt mit einem differenzierten Klangbild, das besonders Details und Tiefen hervorhebt. Je länger ihr hört, desto mehr zeigen sich die Unterschiede zu den größeren Geschwistern. Beispielsweise agieren die Höhen nicht ganz so feinfühlig und die allgemeine Abstimmung fällt deutlich wärmer aus, um den Tiefen mehr entgegenzukommen. Dies funktioniert zu weiten Teilen. Explosive Bässe sind jedoch eine Nummer zu anspruchsvoll und werden unsauber ausgeführt. Abgesehen von der räumlichen Abbildung merkt ihr, dass sich das Klangbild nicht ganz auf dem Niveau der bisherigen Plus-Modelle befindet. Dennoch klingt es sehr gut und muss sich auch vor teurerer Konkurrenz nicht verstecken. Über eine eigene Anpassung via Equalizer könnt ihr den Air Pro 4i noch ein paar Reserven entlocken, die Möglichkeiten sind allerdings begrenzt.
ANC & Game Mode
Einen Game-Mode gibt es zwar, die Auswirkungen auf die Latenzreduzierung reichen jedoch für echtes kompetitives Spielen nicht aus.
Besser sieht es beim ANC aus. Dieses steht in vier Versionen bereit. „Stark“ und „Ausgewogen“ sind dabei die normalen Modi. Der Modus gegen Windgeräusche versucht speziell, den Hochtonbereich zu filtern, was mäßig gelingt. Das adaptive ANC (KI) passt die ANC-Stärke dynamisch an die Umgebung an. Im Test war diese Variante dem Modus „Stark“ meist unterlegen. Allgemein ist die Filterung nur teilweise effektiv. Die Ohrhörer filtern Stimmen kaum heraus. Das Gleiche gilt für hohe Töne, und selbst Tastaturanschläge dämpft das System nur mäßig. Bei tiefen, monotonen Geräuschen funktioniert es hingegen gut. Das Aktivieren von ANC hat auch zur Folge, dass sich die Bässe und der Tieftonbereich leicht anheben.
Pairing & App
Google Fast Pair ist bei den Air Pro 4i an Bord und funktioniert einwandfrei – auch beim erneuten Koppeln über den Pairing-Button im Gehäuse. Eine Sprachausgabe in verschiedenen Sprachen unterstützt die verschiedenen Eingaben. Zur Verfügung stehen Englisch, Deutsch, Japanisch und Chinesisch. Die Lautstärke ist anpassbar.
Ihr bedient die Buds wie üblich über einen Touch-Bereich an der Außenseite, der schnell und präzise reagiert.
- L einmal antippen: Leiser
- R einmal antippen: Lauter
- L/R zweimal antippen: Pause/Play
- L dreimal antippen: vorheriger Titel
- R dreimal antippen: nächster Titel
- L gedrückt halten: ANC AN/Transparenz/Aus
- R gedrückt halten: Sprachassistent
- L/R zweimal antippen, bei Anruf: Annehmen/Auflegen
- L/R zwei Sekunden gedrückt halten, bei Anruf: Ablehnen
Ihr könnt fast alle Einstellungen beliebig auf die verschiedenen Bedienungen legen. Zusätzlich lässt sich die Steuerung bei Bedarf auch komplett deaktivieren oder pro Kopfhörer abschalten.
App – EarFun Audio
Im Vergleich zu den Schwestermodellen hat sich in der App nicht viel verändert. Die Einstellungsmöglichkeiten sind überwiegend identisch. Wichtig ist, dass ihr LDAC hier erst aktivieren müsst, wenn ihr es nutzen wollt. Ansonsten bleibt alles beim Alten. Multipoint ist ebenso möglich wie Firmwareupdates. Um die Buds zu suchen, könnt ihr besonders laute Töne abspielen oder eine maximale Lautstärke festlegen, falls ihr euer Gehör schonen wollt. Eine Anmeldung ist dafür nicht notwendig. Es bleibt eine der umfangreicheren und stärkeren TWS-Apps.
Sprachqualität
EarFun integriert auch in die Air Pro 4i jeweils drei Mikrofone, die nicht nur für das ANC zuständig sind, sondern auch die Sprachqualität auf einem hohen Niveau halten sollen.
Wie gut das funktioniert, haben wir in mehreren Telefonaten getestet. Die Geräuschunterdrückung arbeitet dabei nur mäßig. Ihr bekommt viele kleine Nebengeräusche als dumpfes Klicken mit. Die Stimme steht in jedem Fall im Vordergrund und ist gut verständlich. Es schwingt allerdings ein blecherner Ton mit. Somit sind die Kopfhörer deutlich von den guten Ergebnissen der Schwestermodelle entfernt. Abgesehen von den Störgeräuschen eignen sich die Air Pro 4i zwar durchaus für Telefonate, ihr müsst jedoch etwas ruhigere Orte aufsuchen. Die Reichweite zum Telefon beträgt bis zu 15 Meter, bevor das Signal deutlich schlechter wird und abreißt.
Akkulaufzeit der EarFun Air Pro 4i
6,5 Stunden mit ANC und bis zu 9,5 Stunden ohne ANC – das sind die Werte, die EarFun angibt. Insgesamt, also mit der Ladestation, sollen bis zu 40 Stunden möglich sein. Dafür steht pro Earbud ein Akku mit 60mAh bereit, in der Station greift ihr auf 520mAh zurück. Die Angaben der Air Pro 4i sind bei 50% Lautstärke realistisch. Eine halbe Stunde könnt ihr aber getrost abziehen. Es bleiben dennoch starke Werte.
Bis 80% Lautstärke bleibt der Klang stabil. Bei dieser Stufe müsst ihr weitere 1 bis 1,5 Stunden abziehen. Eine Ladung bringt euch also locker durch den Tag, auch wenn ihr mal länger unterwegs seid. Die Kopfhörer laden in unter einer Stunde. Für die Ladestation müsst ihr knapp zwei Stunden einrechnen. Ladet ihr sogar kabellos, kommt noch einmal über eine Stunde Ladezeit hinzu.
Testergebnis
EarFun hat mit den Air Pro 4i gute, aber nicht atemberaubende Kopfhörer abgeliefert. Das Klangbild passt, hat aber Schwächen, die bei den gelobten Schwestermodellen nicht auftreten. Auch die Features und die Flexibilität wurden zurückgeschraubt, was in weniger Codecs und Audiomodi resultiert. Das alles wäre nicht einmal so problematisch, wäre da nicht der Preis von 70€, der sogar schon 15% Rabatt beinhaltet. Die EarFun Air Pro 4+ (zum Test) und die normalen Air Pro 4 (zum Test) landen durch Angebote bei einem ähnlichen Preis. Die normalen Air Pro 4 liegen sogar noch darunter. Beide sind die deutlich bessere Wahl mit mehr Features und dem besseren Sound.
EarFun hat hier die Preise sehr eng gestaffelt, was den Air Pro 4i zum Verhängnis wird. Richtung 50-55€ sehe ich eine gesunde Bepreisung auf der starken Basis der Air-Pro-4-Reihe. Zurzeit sind die anderen Varianten jedoch die bessere Wahl. Sagt euch EarFun nicht zu, schaut doch mal in unsere TWS-Bestenliste (zur Liste). Preislich machen etwa die Nothing Ear(a) (zum Test) einiges richtig, aber auch die Soundcore Liberty 4 NC (zum Test) trumpfen mit starkem Sound auf.
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