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Bluetti Balco 260 Balkonspeicher im Test – Hier ist noch Luft nach oben!

Getestet von Michael am
Vorteile
  • exzellente Verarbeitung
  • 2.400W Eingangsleistung / 1.200W Einspeisung
  • Off-Grid Steckdose mit 1.200W und Inselfähigkeit
  • dynamische Einspeisung mittels Shelly sehr gut
Nachteile
  • App bietet Optimierungspotenzial
  • Softwareprobleme (Akkuheizung)
  • Effizienz nicht top und Stand-By-Verbrauch (16W)
  • bisher keine PV-Überschussladung
  • im Klassenvergleich zu teuer
  • keine vereinfachte Anmeldung als Balkonkraftwerk
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Der Energiespezialist Bluetti konnte uns in der Vergangenheit vor allem durch leistungsfähige Powerstations wie der Bluetti Elite 100 V2 (zum Test) überzeugen. Mit dem Bluetti Balco 260 Speichersystem für Balkonkraftwerke möchte der Hersteller die etablierte Konkurrenz von Anker, Hoymiles und Zendure in die Zange nehmen. Vier MPPT-Eingänge mit jeweils 600W, 2,56kWh Speicherkapazität, ein 1.200W starker Wechselrichter und eine extravagante Optik sind nur einige Features des Systems.

Bluetti Balco 260 Einleitung

Bereits 2024 hat Bluetti sein erstes Speichersystem für Balkonkraftwerke vorgestellt. Dabei handelte es sich aber noch um ein System, das aus mehreren Komponenten (Wechselrichter, Speicher, Einspeiseregelung) bestand. Mit dem Balco 260 kombiniert Bluetti diese Features in einem All-in-one-Gerät. Wir haben das Bluetti Balco 260 ausführlich für euch getestet und zeigen euch hier alle Stärken und Schwächen des neuen Systems.

Technische Daten

Bluetti Balco 260 technische Daten

Mit einer MPPT-Eingangsleistung von 4 x 600W (2.400W Gesamtleistung) und einer Speicherkapazität von 2,56kWh bietet das Bluetti Balco 260 genügend Reserven für leistungsfähige Balkonkraftwerke. Bei Bedarf lässt sich die Kapazität mit bis zu fünf Zusatzakkus auf 15,36kWh modular erweitern. Im Vergleich zur Konkurrenz liegt die Leistungsfähigkeit allerdings eher im Mittelfeld. Die Wettbewerber bieten mittlerweile Eingangsleistungen von bis zu 5.000W und Speicherkapazitäten von 5kWh. Der verbaute bidirektionale Wechselrichter bietet eine Leistung von 1.200W. Somit kann das System mit bis zu 1.200W über das Hausnetz aufgeladen werden und auch entsprechend dieses Leistungsniveaus einspeisen.

Zwar ist die Ausgangsleistung in der App im Grundbetrieb auf 800W festgelegt, dennoch kann diese unter Beachtung eines Warnhinweises auf bis zu 1.200W angehoben werden. Aufgrund der in Deutschland geltenden 800W-Einspeisebegrenzung lässt sich das Bluetti Balco 260 somit nicht vereinfacht bei der Bundesnetzagentur anmelden und muss regulär als vollwertige PV-Anlage durch einen zertifizierten Elektrofachbetrieb eingetragen und angemeldet werden.

Bluetti verbaut im Balco 260 auch eine Off-Grid-Steckdose, die ebenfalls bis zu 1.200W zur Verfügung stellen kann. Im netzgekoppelten Betrieb lassen sich sogar bis zu 2.300W entnehmen. In diesem Betriebsmodus wird der Energiebedarf dann anteilig aus dem Akku und dem öffentlichen Stromnetz bedient. Zusätzlich ist das System IP65-zertifiziert und bietet eine integrierte Heizfunktion, die einen Betrieb bei Temperaturen von bis zu -20°C sicherstellen soll.

Lieferumfang des Bluetti Balco 260

Das Bluetti Balco 260 Balkonkraftwerk kommt sicher verpackt in einem rund 30 Kilogramm schweren Paket zu euch. Der Lieferumfang umfasst folgendes Zubehör:

  • Bluetti Balco 260 Speichersystem 2,56kWh
  • Netzanschlusskabel (3 Meter)
  • Schnellstartanleitung
  • MC4-Trennhilfe
  • Fixierung für die sichere Wandmontage

Das Anschlusskabel ist mit 3 Metern Länge großzügig bemessen. Somit lässt sich das Speichersystem flexibel positionieren. Die Wandfixierung dient lediglich zur Sicherung des Speichersystems gegen Umkippen. Diese ist vor allem notwendig, wenn viele Zusatzakkus zum Einsatz kommen, die die Höhe des Gesamtaufbaus deutlich erhöhen. Auf eine ausführliche Bedienungsanleitung verzichtet der Hersteller. Weiterhin stand diese zum Testzeitpunkt noch nicht auf der Bluetti-Homepage zum Download bereit.

Design und Verarbeitung

Während die Abmessungen von 476 x 260 x 336 Millimeter für ein Speichersystem dieser Kapazitätsklasse eher überdurchschnittlich einzuordnen sind, kann das Balco 260 mit einem Gewicht von nur 28,5 Kilogramm überzeugen. Während bei der Konkurrenz vorwiegend Aluminium zum Einsatz kommt, geht Bluetti einen anderen Weg. Das Gehäuse besteht umlaufend aus einem silbergrauen Kunststoff, während die Front und Rückseite in Weiß gehalten sind.

Optisch ist das System somit sehr ansprechend gestaltet und lehnt sich stark an die Heimspeichersysteme verschiedener Hersteller an. Allerdings solltet ihr hier im Hinterkopf behalten, dass Kunststoffe vor allem bei direkter Sonneneinstrahlung altern und spröde werden können. Somit würden wir trotz IP65-Zertifizierung einen sonnengeschützten Standort priorisieren.

Die geriffelte weiße Frontpartie beherbergt neben dem hochglänzenden Bluetti-Logo einen LED-Streifen, der euch die verschiedenen Betriebszustände anzeigen kann. Dieser ist in geschlossenen Räumen sehr gut zu erkennen, könnte aber für den Außenbetrieb gerne etwas leuchtstärker sein.

Bluetti Balco 260 Funktionstaste

Die danebenliegende Funktionstaste schaltet das System an oder aus und bietet auch noch weitere Funktionen, die im Bild ausführlich erklärt werden. Möchtet ihr das Speichersystem außer Betrieb nehmen, müssen sowohl die Solarmodule als auch der Netzstecker getrennt werden. Andernfalls lässt sich das Bluetti Balco 260 nicht ausschalten.

Auf der linken Seite befinden sich die vier MPPT-Eingänge, die jeweils bis zu 600W verarbeiten können. Auf der rechten Seite verortet Bluetti die Off-Grid-Steckdose und die Buchse für das Netzanschlusskabel. Weiterhin finden wir ein Überdruckventil, das im unwahrscheinlichen Fehlerfall den Akku kontrolliert entgasen lässt, und ein Gewinde für den Anschluss eines Potenzialausgleichs.

Die Unterseite bietet den Anschlussport für die Zusatzakkus. Sobald ihr die Kunststoffabdeckung entfernt, kann das Bluetti Balco 260 einfach auf die weiteren Zusatzakkus gestapelt werden. Die Verarbeitung des Speichersystems ist insgesamt erstklassig. Trotz des Kunststoffgehäuses wirkt das System hochwertig und sauber verarbeitet.

Inbetriebnahme und Steuerung des Bluetti Balco 260

Die grundlegende Installation ist selbst für technische Laien ein Kinderspiel. Das System wird einfach mit einer freien Schuko-Steckdose verbunden und mit den Solarmodulen gekoppelt. Ihr solltet wie bei jedem Speichersystem auf einen sonnengeschützten Standort mit guter WLAN-Abdeckung achten.

Steuerung mit der Bluetti-App

Für die Konfiguration und Smart-Meter-Steuerung wird zwingend die hauseigene Bluetti-App benötigt. Habt ihr diese erfolgreich heruntergeladen, müsst ihr noch ein Nutzerkonto (E-Mail und Passwort) anlegen. Im Anschluss könnt ihr das Bluetti Balco 260 mittels der Bluetooth-Suche hinzufügen und euer heimisches WLAN konfigurieren. Danach könnt ihr in den Geräteeinstellungen ein Smart-Meter oder die Bluetti Smart-Plugs hinzufügen. Neben dem hauseigenen Bluetti Smart-Meter werden auch der Everhome Ecotracker und der Shelly Pro 3EM unterstützt. In unserem Test konnten wir den Ecotracker allerdings nicht einbinden. Dieser wurde vom System einfach nicht gefunden. Bluetti ist über diesen Fehler informiert und analysiert das Problem momentan.

Auf der Startseite erhaltet ihr eine Übersicht über die Eingangsleistung der angeschlossenen Solarmodule, den Netzverbrauch und die Einspeiseleistung in das Hausnetz. Weiterhin stehen euch historische Daten zum Stromverbrauch, der eingespeisten Energiemenge und der Einsparung zur Verfügung. Wählt ihr die Solarmodule an, erhaltet ihr Informationen zur Leistung jedes einzelnen Eingangs und der anliegenden Solarmodulspannung.

Betriebsmodi

Insgesamt bietet das Bluetti Balco 260 vier Betriebsmodi, die wir euch hier näher erläutern.

KI-Modus

Für diesen Modus wird zwingend ein Smart-Meter benötigt. Das System erfasst euren Hausverbrauch, analysiert den Solarertrag und passt die Einspeiseleistung dynamisch an euren Verbrauch an. Bis zu einer Grenze von 800W/1.200W wird somit der Hausverbrauch ausgeglichen. Zusätzlich werden Strompreisdaten von Nord Pool miteinbezogen. Somit wird das Bluetti Balco 260 automatisch in Niedrigpreisphasen über das heimische Stromnetz aufladen, um den Strom in den Hochpreisphasen selbst zu nutzen.

Selbstnutzung

Dieser Modus funktioniert im Grunde genommen wie der KI-Modus. Das Smart-Meter (oder Bluetti Smart-Plug) erfasst euren Hausverbrauch und passt das Einspeiseverhalten dynamisch an. In diesem Modus werden allerdings keine Strompreisdaten oder Verbrauchsanalysen berücksichtigt. Hier wird lediglich der Hausbedarf automatisiert abgedeckt.

Backup-Modus

In diesem Modus wird das Bluetti Balco 260 manuell auf 100% aufgeladen. Somit ist das Speichersystem für den Notfall einsatzbereit und vollständig geladen.

Benutzerdefiniert

Verfügt euer Haushalt über kein Smart-Meter, könnt ihr hier eine Grundlast zwischen 0 und 800W definieren. Zusätzlich könnt ihr einen Zeitplan erstellen, bei dem ihr festlegt, wann und wie viel Leistung in das Hausnetz eingespeist wird. Dieser Zeitplan wird zusätzlich auf die definierte Grundlast addiert. Das bedeutet: Bei 200W Grundlast und 200W im Zeitplan werden 400W eingespeist. Ihr könnt hier auch die Ladung der angeschlossenen Powerstation zeitabhängig aktivieren. Allerdings lässt sich hier keine Ladeleistung festlegen. Die Powerstation lädt mit der von ihr vorgegebenen maximalen Ladeleistung.

Sowohl im benutzerdefinierten Modus als auch bei der Selbstnutzung lässt sich die untere (min. 5% SoC) und obere Ladegrenze (bis 100% SoC) des Akkus frei konfigurieren. Im KI-Modus ist diese Funktion unverständlicherweise nicht verfügbar.

Geräteeinstellungen

In den Geräteeinstellungen lässt sich Zubehör wie Smart-Meter oder Smart-Plugs hinzufügen. Die Einspeiseleistung/Ladeleistung lässt sich von 0-1.200W einstellen oder bei Bedarf komplett deaktivieren. Neben Firmware-Updates könnt ihr noch die Helligkeit des LED-Streifens einstellen und in den Batterieeinstellungen die Akkuheizung für tiefe Temperaturen aktivieren/deaktivieren.

Auch wenn die Bluetti-App sehr übersichtlich gestaltet ist, würden wir den Funktionsumfang insgesamt als ausbaufähig einschätzen. Wir vermissten beispielsweise eine Temperaturanzeige des Systems, das betriebsmodiunabhängige Einstellen der unteren und oberen SoC-Grenze und Konfigurationsmöglichkeiten im KI-Modus. Weiterhin könnt ihr auch nicht festlegen, ob bei vollem Akku noch weiterhin Energie in euer Hausnetz eingespeist wird. Diese Funktion ist dauerhaft aktiv, sodass überschüssige Energie bis zu einer Grenze von 1.200W bei vollem Akku eingespeist wird.

Testbetrieb

Bevor wir den Realbetrieb starten, überprüfen wir an dieser Stelle die technischen Daten des Bluetti Balco 260 an insgesamt drei Labornetzteilen (je 0-60V/21A).

Bereits ab einer Eingangsspannung von 19V beginnt das Bluetti Balco 260 seinen Ladebetrieb. Ist diese Startspannung einmal überwunden, kann die Spannung bis auf 17V abgesenkt werden, bevor sich die PV-Eingänge abschalten. Die maximale Stromaufnahme liegt bei 15,7A und deckt sich somit fast genau mit der Herstellerangabe von 16A. Um die volle Eingangsleistung von 600W pro MPPT zu erreichen, ist somit eine Eingangsspannung von 38,5V notwendig. Somit eignet sich das Bluetti Balco 260 vorrangig für Solarmodule, die in einem höheren Spannungsbereich arbeiten. Solarmodule mit 108 Zellen und einer Betriebsspannung von 31-32V können somit unabhängig von ihrer Leistung nicht mehr als rund 500W pro Eingang erzeugen.

Selbst am oberen Spannungslimit von 60V traten im Testbetrieb keine Probleme auf. Die maximale Eingangsleistung von 2.400W konnten wir im Test mit vier Labornetzteilen nahezu erreichen. Allerdings solltet ihr wissen, dass der interne Akku nur mit 1.400-1.500W geladen werden kann. Das bedeutet: Wenn ihr eine höhere Ladeleistung realisieren möchtet, benötigt ihr mindestens einen Zusatzakku. Andernfalls wird die überschüssige Leistung (Eingangsleistung minus 1.400W Ladeleistung) direkt in euer Hausnetz eingespeist.

Kapazität und Temperaturverhalten

Um die tatsächlich nutzbare Kapazität zu ermitteln, haben wir das Bluetti Balco 260 über das Hausnetz aufgeladen und mit 200W/400W/800W/1.200W entladen. An den Leistungswerten konnten wir folgende Kapazität entnehmen: 200W (2.232Wh), 400W (2.375Wh), 800W (2.310Wh), 1.200W (2.213Wh). Das entspricht einem Durchschnitt von 2.283Wh. Hierbei verbleibt eine Sicherheitsreserve von 5% im Akku. Ausgehend von der Herstellerangabe von 2.560Wh liegt die real nutzbare Kapazität bei 89%. Unter Berücksichtigung der Sicherheitsreserve sind sogar 94% der Designkapazität nutzbar. Für eine vollständige Ladung werden durchschnittlich 2.900Wh aus dem heimischen Stromnetz benötigt. Damit stehen 2.283Wh nutzbare Energie einem Energiebedarf von 2.900Wh gegenüber. Die kombinierten Lade- und Entladeverluste belaufen sich somit auf 21% (79% Gesamteffizienz). Mit diesem Wert liegt das Bluetti Balco 260 unter dem Durchschnitt der Konkurrenz (82-87%).

Im Normalbetrieb liegt der Standby-Verbrauch bei rund 0,2W (Netzbezug). Allerdings verwendet das System Energie aus dem Akku, um den Standby-Verbrauch aus dem Netz zu reduzieren. Wird das Speichersystem für 24h ohne PV-Eingangsleistung am Netz belassen, reduziert sich der Akkustand um rund 15%. Ausgehend von der Designkapazität von 2,56kWh entspricht dies rund 384Wh. Somit liegt der tatsächliche Standby-Verbrauch bei rund 16W und somit deutlich zu hoch für ein Speichersystem dieser Kapazitätsklasse.

Temperaturverhalten

Um eine möglichst hohe Temperaturentwicklung zu provozieren, haben wir das Bluetti Balco 260 im AC-Volllastbetrieb und im Realbetrieb verglichen.

Im reinen AC-Betrieb (22°C Raumtemperatur) haben wir das Balco vollständig aufgeladen (1.200W) und im Anschluss sofort wieder mit 1.200W entladen.

Die höchsten Temperaturen konnten wie zu erwarten am hinteren Kühlkörper gemessen werden. Aber auch hier lag die Oberflächentemperatur mit maximal 42°C im moderaten Bereich. Im Realbetrieb mit angeschlossenen Solarmodulen verhielt sich das System ähnlich und erreichte selbst bei Volllast kaum mehr als 40°C-43°C. Somit kann man festhalten, dass der Kühlkörper für diese Leistungswerte ausreichend dimensioniert ist. Hier dürften selbst im Hochsommer keine nennenswerten Probleme zu erwarten sein.

Realbetrieb

Für unseren Test unter realen Bedingungen verbinden wir das Bluetti Balco 260 mit einer Solaranlage, die insgesamt 2.000W Modulleistung bieten kann. Zudem testen wir auch die Ladung mittels PV-Überschuss über das heimische Stromnetz. Dafür steht eine weitere Solaranlage (4.000W) bereit, die direkt in das Stromnetz einspeist. Für die dynamische Einspeisung kommen ein Shelly Pro 3EM und ein Bluetti Smart-Plug zum Einsatz. Den Everhome Ecotracker konnten wir leider nicht testen, da unser Modell bisher nicht unterstützt wird. Momentan wird lediglich der Ecotracker-IR unterstützt.

Aufgrund des sonnigen Sommerwetters wird bereits ab etwa 10 Uhr eine Ladeleistung von 1.400W erreicht. Im Tagesverlauf steigt die Eingangsleistung auf bis zu 1.800W an, die aber aufgrund des fehlenden Zusatzakkus (Ladeleistung interner Akku 1.400W) nicht vollständig aufgenommen werden kann. Die überschüssigen 400W werden daher in das heimische Stromnetz eingespeist. Ist der Akku vollständig gefüllt, wird die verbleibende Leistung der Solarmodule bis zu einer Grenze von 1.200W in das Hausnetz eingespeist.

Die dynamische Einspeisung mittels Shelly Smart-Meter arbeitet im Selbstnutzungs-Modus sowohl schnell als auch ziemlich genau. Bei einer Laständerung im Haushalt dauert es rund 2-3 Sekunden, bis das Balco 260 nachregelt und den Verbrauch bis auf wenige Watt kompensiert. Dabei trifft das System zwar nicht sofort den Nullpunkt, regelt sich aber nach spätestens 4-5 Sekunden auf -5 bis +5W ein. Sehr schnelle Lastwechsel wie ein Induktionskochfeld oder die Waschmaschine bringen die Regelung allerdings an ihre Grenzen. Diese können nicht vollständig kompensiert werden. Dennoch ist die dynamische Einspeisung mittels Shelly absolut konkurrenzfähig.

Wird für die Steuerung ein Bluetti Smart-Plug verwendet, ist die Regelung deutlich träger. Es dauert gut 4-5 Sekunden, bis das Balco die Last am Smart-Plug registriert und die Nachregelung startet. Wird die Last wieder deaktiviert, ist das Nachregeln nochmals etwas langsamer. Nach rund 10 Sekunden ist in diesem Fall die Einspeisung wieder auf nahezu 0W gefallen.

Off-Grid-Betrieb

Bluetti verbaut im Balco 260 eine Off-Grid-Steckdose mit einer Leistung von 1.200W. Diese kann selbst bei Stromausfall eure wichtigsten Verbraucher weiter versorgen. Um diese Steckdose zu aktivieren, könnt ihr entweder die App nutzen oder die Bedientaste auf der Vorderseite für eine Sekunde gedrückt halten.

Im Test konnten wir problemlos Geräte bis zu dieser Leistungsgrenze betreiben. Selbst mehrere Kühlschränke parallel ließen sich anstandslos nutzen. Hohe Anlaufströme zwingen das Balco 260 nicht in die Knie. Ein Kompressor und ein Industriestaubsauger mit einer Anlaufleistung von über 1.500W konnten zuverlässig gestartet und betrieben werden.

Bei Bedarf könnt ihr über die Off-Grid-Steckdose auch einen externen Wechselrichter mit einer Leistung von bis zu 1.200W anschließen. Unter Verwendung einer Mehrfachsteckdose wäre somit ein Inselbetrieb denkbar. Allerdings solltet ihr beachten, dass die aktivierte Off-Grid-Steckdose den Standby-Verbrauch nochmals erhöht. Dementsprechend sollte diese nur aktiviert werden, wenn sie auch wirklich benötigt wird.

Probleme im Betrieb

Die Ladung mittels PV-Überschuss konnten wir leider nicht testen, da diese bisher noch nicht funktioniert. Der Shelly meldet zwar den negativen Verbrauch, schaltet aber nicht auf den Ladebetrieb um. Wir sind allerdings zuversichtlich, dass Bluetti dieses Feature nachreichen wird.

Der KI-Modus des Bluetti Balco 260 arbeitet bisher wenig intelligent. Selbst wenn ausreichend Sonnenenergie zur Verfügung steht und die Wettervorhersage Sonnenschein meldet, wird der Akku in den Niedrigpreisphasen über das heimische Stromnetz aufgeladen. Zudem stimmen die Preisangaben von Nord Pool nicht unbedingt mit den Tarifen der regionalen Anbieter überein. Für eine sinnvolle Nutzung des KI-Modus muss dieser in jedem Fall optimiert werden und die Preisinformationen lokaler Stromanbieter nutzen.

Winterbetrieb

Für den Test der Heizfunktion haben wir das Bluetti Balco 260 auf -10°C heruntergekühlt und im Anschluss den Ladevorgang gestartet.

Nachdem wir das System eingeschaltet haben, wurden wir sofort mit einer BMS-Fehlermeldung (Batterieuntertemperatur) in der App begrüßt. Sobald das System mit dem heimischen Stromnetz verbunden wird, aktiviert sich die interne Heizung und bezieht 150W aus dem Stromnetz, obwohl eigentlich kein Ladebedarf besteht. Selbst wenn wir die Batterieheizung in der App deaktivieren, bleibt diese weiterhin aktiv und der Akku wird vorgewärmt. Schalten wir zusätzlich PV-Module dazu, werden die 150W durch die Solarmodule abgedeckt.

Aufgrund der Tatsache, dass Bluetti keine Temperaturüberwachung in der App bereitstellt, können wir nicht sagen, bis zu welcher Temperatur die Akkuheizung aktiv bleibt. Nach rund einer Stunde hat sich die Heizung deaktiviert, ohne jedoch den Ladebetrieb zu starten. Stattdessen erhielten wir in der App die Fehlermeldung, dass eine Überspannung registriert wurde. Erst nach einem Neustart des Systems konnte der normale Ladebetrieb aufgenommen werden.

Zusammenfassend funktioniert die Akkuheizung des Bluetti Balco 260. Allerdings ist hier noch Optimierungspotenzial vorhanden. Das System sollte nicht pauschal Energie aus dem Stromnetz beziehen, um den Akku vorzuwärmen und zudem zuverlässig den Ladebetrieb starten. Sinnvoller wäre eine Aktivierung der Heizung bei aktivem Solareingang. Somit würde der Akku nur erwärmt werden, wenn auch wirklich Ladebedarf vorhanden ist.

Testergebnis

Getestet von
Michael

Das Bluetti Balco 260 ist ein solides Speichersystem, das vor allem im Bereich der dynamischen Einspeisung mittels Shelly Pro 3EM punkten kann. Dennoch vermissen wir einige Funktionen, die bei der Konkurrenz seit geraumer Zeit zum Standard gehören. Die fehlende PV-Überschussladung, die Schwächen in der Software und der hohe Stand-by-Verbrauch in Verbindung mit der durchschnittlichen Effizienz sind keine Aushängeschilder für ein Speichersystem im Jahr 2026. Mit einer UVP von 1.176€ und dem 500€ Rabatt landet ihr momentan bei 666€ für das Gesamtsystem. Somit liegen wir auf einem ähnlichen Preisniveau wie die direkte Konkurrenz bei allerdings reduziertem Leistungsumfang. Wer sich noch unschlüssig ist, kann dementsprechend auch gerne einen Blick in unsere Bestenliste werfen.

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