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Das neue Zendure Solarflow 2400 Pro repräsentiert Zendures neues Flaggschiff im Bereich der Speicher für Balkonkraftwerke. Ein außergewöhnliches Design kombiniert mit 2.400Wh Kapazität und einer Einspeiseleistung von 2.400W sind nur einige der neuen Features. Im Zusammenspiel mit Zendures HEMS (Home Energie Management System) und dem dynamischen Stromtarif Zendure Wave, wird das Einsparpotential auf ein neues Level gehoben.
Mit seinen Powerstations und den ersten Speichersystemen für Balkonkraftwerke hat sich Zendure in den vergangenen Jahren zu einem der führenden Anbieter im Sektor der Kleinspeicher entwickelt. Mit gewohnt hochwertiger Verarbeitung und immer neuen Funktionen wurde das Leistungsspektrum stets erweitert. Das Zendure Solarflow 2400 Pro stellt momentan die Spitze in Zendures Entwicklung dar. Grund genug, uns das Speichersystem einmal genau anzuschauen. In unserem ausführlichen Test findet ihr wie immer alle Stärken und Schwächen des neuen Systems.
Lieferumfang des Zendure Solarflow 2400 Pro
Der Lieferumfang beinhaltet alles, was ihr für den reibungslosen Start benötigt:
- Zendure Solarflow 2400 Pro
- Anschlusskabel 310cm
- Garantiekarte mit QR-Code zur Bedienungsanleitung
- MC4-Trennhilfe
- 2 x Winkel für die Fixierung an der Wand
Technische Daten
| SolarFlow 2400 Pro Power Station | |
|---|---|
| Parameter | Spezifikation |
| Model | ZDSF2400P |
| PV-Eingang | |
| Max. PV-Eingangsspannung | 55 V DC |
| Betriebsspannungsbereich | 14–55 V DC |
| Max. PV-Eingangsstrom | 4 × 18 A DC |
| Max. PV-Kurzschlussstrom (Isc) | 4 × 22,5 A DC |
| Max. PV-Eingangsleistung | 3000 W (4 × 750 W) |
| Netzanschluss | |
| Nenn-Ein-/Ausgangsspannung | 230 V AC |
| Nenn-Ein-/Ausgangsfrequenz | 50 Hz |
| Nenn-AC-Ausgangsleistung | 800 W (Standard) / 2400 W (*Premium) |
| Nenn-AC-Ausgangsstrom | 3,5 A AC (Standard) / 10,4 A AC (*Premium) |
| Max. AC-Eingangsleistung | 3200 W |
| Max. AC-Eingangsstrom | 13,9 A AC |
| Inselbetrieb-Anschluss | |
| Nenn-Ein-/Ausgangsspannung | 230 V AC |
| Nenn-Ein-/Ausgangsfrequenz | 50 Hz |
| Max. AC-Ausgangsleistung | 3200 VA |
| Max. AC-Ausgangsstrom | 13,9 A AC |
| Max. AC-Eingangsleistung | 2400 VA |
| Max. AC-Eingangsstrom | 10,4 A AC |
| Batterie (Port) | |
| Batterietyp | LiFePO4 |
| Nennenergie | 2400 Wh |
| Nennkapazität | 50 Ah |
| Nennspannung | 48 V DC |
| Max. Lade-/Entladeleistung | 2400 W |
| Max. Lade-/Entladestrom | 50 A DC |
| Ladetemperatur | 0° C bis 55° C |
| Entladetemperatur | – 20° C bis 55° C |
| Lade-/Entladespannungsbereich | 37,5–54,75 V DC |
| Allgemein | |
| Schutzklasse | Klasse I |
| Leistungsfaktor (cos Φ) | 0,8 (induktiv) bis 0,8 (kapazitiv) |
| Betriebstemperatur | – 20° C bis 55° C |
| Schutzart | IP65 |
| Abmessungen (B × H × T) | 326 × 294 × 251 mm |
| Gewicht | 27,8 kg |
| Bluetooth | Bluetooth 5.0; 2402–2480 MHz; Max. Sendeleistung: 20,0 dBm |
| Wi-Fi | Wi-Fi 4 (IEEE 802.11 b/g/n); 2412–2472 MHz; Max. Sendeleistung: 20,0 dBm |
Im Vergleich zum bisherigen Platzhirsch Solarflow 800 Pro (zum Test) wurde bei dem Zendure Solarflow 2400 Pro kräftig an der Leistungsschraube gedreht. Auch wenn sich das System auf 800W begrenzen lässt, so liegt die maximale Einspeiseleistung jetzt bei bis zu 2.400W. Ihr könnt in der App selbst festlegen, bis zu welcher Leistungsgrenze (0-2.400W Eingangs-/Ausgangsleistung) ihr das Solarflow betreiben wollt. Die Leistung der Off-Grid-Steckdose erreicht sogar maximal 3.200W. Lasst euch bitte von der maximalen AC-Aufnahmeleistung von 3.200W nicht täuschen. Es handelt sich hierbei um einen theoretischen Wert. In der Praxis lädt das System über das AC-Netz oder PV-Überschuss mit maximal 2.400W.
Die vier MPPT-Eingänge wurden ebenfalls optimiert und bieten euch jetzt eine Leistung von jeweils 750W (3.000W gesamt). Mit dem AB3000L präsentiert Zendure passend zum neuen Solarflow auch einen neuen Akkutyp. Dieser ist von den Abmessungen auf das Solarflow 2400 Pro angepasst und bietet eine Kapazität von 2,88kWh. Allerdings ist das System auch zu den bisherigen Zendure Akkus (AB1000/2000) kompatibel. Insgesamt lassen sich bis zu 5 Zusatzakkus vom Typ AB1000/2000/3000L mit dem Solarflow 2400 Pro verbinden und somit eine Kapazität von 2,4kWh – 16,8kWh realisieren. Erstmals verbaut Zendure auch eine RJ45-Schnittstelle (Netzwerk). Zukünftig soll somit eine direkte lokale Kommunikation zwischen Solarflow und Zendure Smart-Meter ermöglicht werden. Zum jetzigen Zeitpunkt wird diese Funktion noch nicht unterstützt.
Design und Verarbeitung des Zendure Solarflow 2400 Pro
Das Design des Zendure Solarflow 2400 Pro wurde einmal komplett überarbeitet. Vorbei sind die Zeiten des halbrunden Gehäuses mit den Kühlrippen auf der Oberseite. Die neue Formgebung setzt auf ein quadratisches Gehäuse, schlichte Eleganz und verlagert den Bereich der Abwärme auf die Rückseite. Mit Abmessungen von 326 x 294 x 251 Millimeter und einem Gewicht von 27,8 Kilogramm ist das Solarflow gemessen an der Leistungsfähigkeit als sehr kompakt zu bewerten.
Für den Wärmeabtransport installiert Zendure einen vollflächigen schwarzen Kühlkörper auf der Rückseite. Die MPPT-Eingänge sind auf der rechten Seite verortet und wie beim Solarflow 800 Pro mit Kabeln aus dem Gehäuse herausgeführt.
Für die Optimierung der Empfangsleistung wird die WLAN-Antenne erstmals seit den HUB1200-Zeiten wieder aus dem Gehäuse herausgeführt. Sie lässt sich bei Bedarf einklappen und liefert im Praxisbetrieb tatsächlich eine bessere Konnektivität im Grenzbereich als die bisherigen Zendure-Systeme. Auf der linken Seite verbaut Zendure neben der Netzanschlussbuchse auch die Off-Grid-Steckdose und ein Überdruckventil. Letzteres soll im unwahrscheinlichen Fehlerfall ein kontrolliertes Entgasen der Akkuzellen ermöglichen.
Auf der Unterseite befindet sich der bekannte Anschluss für die Zusatzakkus. Wird das Zendure Solarflow 2400 Pro auf einen Zusatzakku aufgesetzt, rastet dieser perfekt in der Vertiefung des Gehäuses ein. Das kleine zentrale Display auf der Vorderseite informiert euch über den Betriebszustand, die Akkukapazität (4-Balken-Anzeige) und den WLAN-Empfang. Der mehrfach belegte Taster (an/aus/WiFi-Reset) auf der rechten Seite fungiert als euer zentrales Steuerelement. Insgesamt ist die Verarbeitung exzellent. Das gesamte System wirkt hochwertig und wie aus einem Guss. Somit avanciert das Solarflow 2400 Pro zu einem wohnzimmertauglichen Speichersystem.
Inbetriebnahme und Steuerung des Zendure Solarflow 2400 Pro
Möchtet ihr das Zendure Solarflow 2400 Pro für die Erweiterung eines bestehenden Balkonkraftwerkes nutzen, müsst ihr das Speichersystem lediglich mit den vorhandenen Solarmodulen verbinden und das Netzanschlusskabel in eine freie Steckdose stecken.
Verfügt euer Haushalt bereits über eine vollwertige Solaranlage, genügt es, das Solarflow in eine beliebige freie Steckdose einzustecken. In Verbindung mit einem Smart-Meter (Shelly, Everhome, Zendure) erkennt das Solarflow 2400 Pro selbstständig, sobald PV-Überschuss zur Verfügung steht und lädt sein Akkusystem entsprechend auf. Da bei dieser Anschlussart zwei Wechselrichter (Solarflow + externer Wechselrichter) an das Hausnetz angeschlossen sind, ist diese Betriebsart für Balkonkraftwerke nicht zulässig. Hier könnte die maximale Einspeiseleistung von 800W überschritten werden. Auch wenn sich das Solarflow 2400 Pro auf 800W Einspeiseleistung drosseln lässt, empfiehlt es sich im Vorfeld zu prüfen, ob das Speichersystem bei eurem Netzbetreiber für eine vereinfachte Anmeldung als Balkonkraftwerk infrage kommt. Einige Netzbetreiber tolerieren softwareseitig gedrosselte Systeme, während andere die theoretisch mögliche Maximalleistung zugrunde legen.
Steuerung mit der Zendure-App
Die Konfiguration nehmt ihr mittels der hauseigenen Zendure-App für Android oder iOS vor. Für das Anlegen eines Nutzerkontos müsst ihr lediglich eine E-Mail-Adresse und ein Passwort angeben. Das Hinzufügen des Solarflow 2400 Pro gelingt mittels der Bluetooth-Suche innerhalb weniger Sekunden. Im Anschluss konfiguriert ihr das WLAN und legt ein HEMS (Home Energie Management System) an, das die zentralen Steueraufgaben übernimmt. Das HEMS regelt die Kommunikation zwischen euren Zendure-Geräten (z. B. mehrere Solarflow-Systeme, Smart-Plugs oder Smart-Meter) und koordiniert die Energieverteilung. Zendure bietet seit neuestem auch die direkte Integration von Tesla-Fahrzeugen (Lademanagement) und Wärmepumpen (intelligente Heizlaststeuerung) in das HEMS an. Bedauerlicherweise können wir diese Funktionen in Ermangelung kompatibler Geräte nicht testen.
Die Startseite des HEMS bietet euch neben dem Ladezustand des Systems Informationen über die Energieverteilung, die Ein- und Ausgabeleistung, den momentanen Hausverbrauch (bei Smart-Meter-Nutzung) und die Leistung jedes einzelnen PV-Moduls. Weiterhin bietet die App Statistiken und historische Daten der erzeugten Energiemenge, des Hausverbrauchs, der Akkuladung und des Netzbezugs. Ein wichtiges Feature ist der KI-gestützte Sprachassistent, der euch Informationen zum System bereitstellt und euch zu jeglichen Menüpunkten oder Einstellungen hilfreiche Tipps und Erklärungen bietet. In den Geräteeinstellungen könnt ihr zudem die Akkutemperatur auslesen, Firmware-Updates durchführen, die Netzwerkeinstellungen ändern oder einen Blick in die digitale Bedienungsanleitung werfen. Die untere und obere Entladegrenze lassen sich wie gehabt im Bereich von 5–50%/70–100% einstellen.
Zendure hat für alle seine Speichersysteme die Software vereinheitlicht. Das bedeutet, dass die Betriebsmodi aus den Tests zum Zendure Solarflow 800 Plus und Solarflow 800 Pro exakt auf das neue Solarflow 2400 Pro übertragbar sind. Hier nochmal eine kurze Zusammenfassung:
Der ZenKI-Modus
Dieser Betriebsmodus kombiniert künstliche Intelligenz (ZenKI) mit einer intelligenten Energieerfassung und der Steuerung mittels Smart-Meter. ZenKI steuert in Abhängigkeit eures Verbrauchsverhaltens und der zu erwartenden Energieerträge (Wetterprognosen) die Einspeisung, um eine möglichst optimale Verteilung eurer Energie sicherzustellen. In Kombination mit dynamischen Stromtarifen könnt ihr eure Akkus bei wenig PV-Ertrag in Niedrigpreisphasen automatisch aufladen, um für die Hochpreisphasen genügend Reserven vorzuhalten. Dieser Modus setzt ein Smart-Meter (Shelly, Ecotracker oder Zendure Smart-Meter) voraus, um euren Hausverbrauch zu analysieren und die Einspeisung intelligent steuern zu können.
Der Automatikmodus
Der Automatikmodus ähnelt dem ZenKI-Modus, bietet allerdings keine Unterstützung durch künstliche Intelligenz. Das bedeutet, Ertragsprognosen und Lastspitzen werden nicht in die Verbrauchsoptimierung einbezogen. Dennoch profitiert ihr von einem automatisierten Betrieb, der entweder euren Einspeisebetrieb nach den Informationen des Smart-Meters ausrichtet oder Smart-Plugs beziehungsweise den Grundlastmodus als Bezugsquelle auswertet. Das bedeutet, wenn die Nutzung eines Smart-Meters nicht möglich ist, richtet sich das System nach dem Grundlastmodus (zeitgesteuerte Einspeisung) und reagiert zusätzlich auf den Bedarf, der von den Smart-Plugs (intelligente Steckdosen) geliefert wird.
Modus für intelligente Stromzähler
In diesem Betriebsmodus könnt ihr euer vorhandenes Smart-Meter für die Auswertung des Einspeisebetriebes nutzen. Dieses sendet die Verbrauchsdaten eures Haushaltes an das Solarflow 2400 Pro, das die Einspeiseleistung exakt nach eurem Verbrauch anpasst.
Modus für smarte Steckdosen
Dieser Modus kombiniert eine vordefinierte Grundlast mit der Nutzung von Zendures Smart-Plugs. Bei den Smart-Plugs handelt es sich um intelligente Steckdosen, die ihr einfach zwischen Steckdose und den Verbraucher steckt. Erkennt das System einen Verbrauch am Smart-Plug, wird dieser zu eurer Grundlast addiert. Somit könnt ihr beispielsweise dauerhaft 200W in euer Hausnetz einspeisen und zusätzlich den Bedarf durch die Smart-Plugs abdecken.
Der Grundlastmodus
Im Grundlastmodus könnt ihr individuelle Zeitpläne für das Einspeisen oder die Ladung eurer Akkus festlegen. Hier lässt sich minutengenau festlegen, wann und wie viel das System in euren Haushalt einspeisen soll. Bei Bedarf könnt ihr auch Zeiten konfigurieren, in denen der Akku aus dem Hausnetz aufgeladen werden soll.
Der Stromtarifmodus
Im Stromtarifmodus wird das System für die Nutzung von dynamischen Stromtarifen optimiert. Wenn ihr bereit seid, eure Adressdaten zur Verfügung zu stellen, bietet euch das System die Strompreisdaten von allen regional verfügbaren Stromanbietern. Alternativ kann auch rabot.energy als Bezugsquelle ausgewählt werden. In diesem Modus wird der Akku bei Erreichen der von euch konfigurierten Preisschwellen selbstständig geladen oder entladen.
Der ZenWave-Stromtarif
Mit ZenWave hat Zendure mittlerweile auch seinen eigenen dynamischen Stromtarif im Angebot. Dieser punktet vor allem mit niedrigen monatlichen Kosten (4,99€ + Netz- und Messstellengebühr) und einer monatlichen Kündigungsfrist. In den ersten 12 Monaten schenkt euch Zendure sogar den Grundpreis (12 x 4,99€). Den ZenWave-Stromtarif könnt ihr direkt in der App buchen und verwalten und habt somit jederzeit alle relevanten Strompreisdaten in einer App zusammengefasst.
Das Zendure Solarflow 2400 Pro im Testbetrieb
Für den Test der Eingangsleistung kommen drei Labornetzteile mit einer Leistung von jeweils 1.200W (60V/21A) zum Einsatz. Weiterhin steht für die Einspeisung über die Off-Grid-Steckdose ein externer 2.400W-Wechselrichter bereit.
Die MPPT-Eingänge des Solarflow 2400 Pro arbeiten bereits ab einer Spannung von 14,2V und erreichen hierbei ein Strommaximum von 18,3A. Damit ihr die volle Eingangsleistung von 750W pro MPPT nutzen könnt, ist eine Eingangsspannung von 41,5V erforderlich. Ihr solltet dementsprechend darauf achten, Solarmodule (144 Zellen) mit einer hohen Leerlaufspannung zu verwenden, um das volle Potenzial ausschöpfen zu können.
Das Solarflow 2400 Pro kann unter Volllast beeindruckende 3.000W über die Solareingänge und zusätzliche 1.800W über einen externen Wechselrichter (an der Off-Grid-Steckdose angeschlossen) aufnehmen. Von diesen 4.800W Gesamtleistung könnt ihr 2.400W direkt in den Akku laden, während die verbleibenden 2.400W direkt in euer Hausnetz eingespeist werden, um euren Grundbedarf zu decken. Drosselt ihr die Einspeiseleistung in der App auf 800W, kann das Solarflow lediglich 3.200W (2.400W Akkuladung/800W Einspeisung) aufnehmen. Liefert der extern angeschlossene Wechselrichter mehr Leistung als das Solarflow verwalten kann, werden die MPPT-Solareingänge gedrosselt, sodass die Maximalleistung nicht überschritten wird. Die Ladeleistung des Akkusystems lässt sich mit Zusatzakkus nicht erhöhen. Die Akkuladeleistung liegt in jedem Fall bei maximal 2.400W.
Kapazität und Effizienz und Stand-by-Verbrauch
Um die tatsächlich nutzbare Kapazität zu ermitteln, haben wir das Solarflow über das Hausnetz aufgeladen und mit verschiedenen Ausgangsleistungen (200W/400W/800W/2.400W/dynamisch) entladen.
In allen Leistungsbereichen können wir Zendures neuem Speichersystem eine sehr hohe Effizienz bescheinigen. Im Durchschnitt konnten wir 2.255Wh aus dem Akku entnehmen (5% Restkapazität). Ausgehend von der Herstellerangabe von 2.400Wh liegt die nutzbare Kapazität bei 93%. Unter Berücksichtigung der Sicherheitsreserve sind 99% der Designkapazität nutzbar. Für eine vollständige Ladung werden 2.600Wh aus dem heimischen Stromnetz benötigt. Somit stehen 2.255Wh nutzbare Kapazität einem Energiebedarf von 2.600Wh entgegen. Die kombinierten Lade- und Entladeverluste belaufen sich somit auf etwas mehr als 13%. Mit diesem Wert liegt das System im Effizienzvergleich auf dem Spitzenplatz der aktuell getesteten Speichersysteme.
Weiterhin muss man an dieser Stelle nochmal hervorheben, dass Zendure bei dem Solarflow 2400 Pro die tatsächlich nutzbare Nettokapazität angibt. Während alle anderen Hersteller lediglich die Brutto-Kapazität (rund 10-15% niedriger) angeben, bekommt ihr bei Zendure genau das, was die Werbung verspricht.
Der Stand-by-Verbrauch des Solarflow 2400 Pro bewegt sich mit 0,1W-0,3W im kaum messbaren Bereich. Nahezu der gesamte Energiebedarf wird durch den internen Akku bedient. Wird das System ohne öffentliches Netz für 24 Stunden im Stand-by belassen, entleert sich der Akku um rund 3%. Diese 72Wh entsprechen rund 3W Stand-by-Verbrauch.
Temperaturverhalten des Zendure Solarflow 2400 Pro
Um eine möglichst hohe Temperaturentwicklung zu generieren, haben wir das System vollständig entladen und im Anschluss mit der maximalen AC-Ladeleistung von 2.400W aufgeladen. Kurz vor Erreichen der oberen Ladegrenze haben wir die Aufnahmen mittels Wärmebildkamera angefertigt. Die Raumtemperatur betrug zum Testzeitpunkt 15°C.
- AC-Ladebetrieb
- DC-Ladebetrieb
Selbst bei dieser hohen Ladeleistung erreichten die Temperaturen auf der Rückseite nicht mehr als 48°C. Im MPPT-Ladebetrieb mit einer Leistung von 2.000W wird ein nochmals deutlich niedrigeres Temperaturniveau (maximal 42-43°C) gehalten. Selbst im Hochsommer erwarten wir keine nennenswerten Temperaturprobleme.
Das Zendure Solarflow 2400 Pro im Realbetrieb
Für einen Test unter realen Bedingungen haben wir das Zendure Solarflow 2400 Pro mit 8 x 440W-Solarmodulen (jeweils 2 x 440W parallel pro Eingang) versorgt. Zeitgleich haben wir die PV-Überschusseinspeisung mittels einer zweiten Solaranlage (2kWp) getestet. Speist ihr mittels einer weiteren PV-Anlage Energie in das Netz ein, erfasst das Solarflow (mittels Smart-Meter) diesen Überschuss und startet seine Akkuladung. Dabei wird immer eine Minimaleinspeisung von 50W im Haushalt belassen.
Aufgrund des sonnigen Wetters der letzten Tage liefert die Solaranlage zur Mittagszeit PV-Leistungen von bis zu 2.000W. Im Zusammenspiel mit der PV-Überschussladung konnte ich die 2.400W Ladeleistung für die Akkus problemlos erreichen. Zeitgleich wird unser Haushalt vollumfänglich versorgt und sogar noch Energie in das öffentliche Netz eingespeist. Das System bietet erstmals die Möglichkeit, die Ausgabeleistung in euer Hausnetz auf bis zu 2.400W anzuheben. Dazu müsst ihr in der App mit eurer Unterschrift versichern, dass ihr dies auf eigene Gefahr betreibt.
Besonders lobenswert ist das Verhalten der Zendure-Systeme an der unteren Entladegrenze. In den Morgenstunden schaltet das Solarflow in den Bypass-Modus und versorgt erst einmal euren Haushalt, bis so viel Strom erzeugt wird, dass gleichzeitig noch die Akkus geladen werden können. Die Kommunikation zum Smart-Meter (Shelly, Zendure Smart-Meter oder Ecotracker) hat mit dem Solarflow 2400 Pro ein neues Level erreicht. Laständerungen im Haushalt werden in zwei bis drei Sekunden erfasst und die Ausgangsleistung passend eingeregelt. Das Umschalten vom Ladebetrieb in den Einspeisebetrieb und andersherum dauert ebenso nur wenige Sekunden. Die Regelung für die dynamische Einspeisung trifft dabei fast immer den Nullpunkt, sodass lediglich noch 0–10W aus dem Netz bezogen werden.
- Auswertung Everhome Ecotracker
Dank der hohen Ausgangsleistung von 2.400W können wir unseren Stromverbrauch nahezu eliminieren. Nur beim Kochen oder simultanen Betrieb von leistungshungrigen Geräten entsteht noch Netzbezug. Das System und auch die App arbeiteten während der letzten Wochen absolut zuverlässig, schnell und effektiv.
Off-Grid-Betrieb
Zendure bietet für das Solarflow 2400 Pro eine Notstromsteckdose (Off-Grid), die eine Dauerleistung von 2.400W (3.600W Peak) bereitstellen kann. Im Netzbetrieb (Verbindung zum öffentlichen Netz) sind sogar 3.200W Dauerleistung möglich. Ich konnte in unserem Haushalt kein Gerät finden, das sich nicht versorgen ließ. Egal ob ihr eine leistungsfähige Gartenpumpe, einen großen Kompressor oder drei Kühlschränke zum gleichen Zeitpunkt betreibt, das Solarflow liefert bei Stromausfall die nötige Power. Die Off-Grid-Steckdose müsst ihr manuell in der App aktivieren. Beachtet bitte, dass eine dauerhaft aktivierte Steckdose zu einem zusätzlichen Stromverbrauch führt.
Das Zendure Solarflow 2400 Pro im Winterbetrieb
Für den Winterbetrieb kommt bei dem Zendure Solarflow 2400 Pro eine integrierte Akkuheizung zum Einsatz. Um diese für euch zu testen, haben wir das System auf -15°C heruntergekühlt und im Anschluss das Ladeverhalten analysiert.
Damit die Akkuheizung aktiviert wird, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein. Zum einen muss das System mit dem Stromnetz verbunden sein und zum anderen muss es sich in einem automatischen Modus (ZenKI/Automatik) befinden. Im Grundlastmodus mit manueller Einstellung wird die Heizung nur aktiviert, wenn man die manuelle AC-Ladung aktiviert. Andernfalls schaltet das System in den Bypass und speist den erzeugten PV-Strom einfach ins Hausnetz ein.
Sind die Bedingungen erfüllt, wird der Akku mit bis zu 75W über das heimische Stromnetz vorgewärmt. Interessanterweise zeigt uns die App über 100W Heizleistung an, obwohl laut Messgerät nur 75W verbraucht werden. Trotz ausreichender PV-Leistung wird die Akkuheizung lediglich mit 22W über die Solarmodule unterstützt. Die restliche Leistung kommt aus dem heimischen Stromnetz. Nach rund 80 Minuten hat der interne Akku eine Temperatur von 6°C erreicht, die Heizung schaltet ab und die volle Ladeleistung steht zur Verfügung. Zendure hat zugesichert, den Heizbetrieb in zukünftigen Firmwareupdates weiter zu überarbeiten, sodass er in allen Situationen zuverlässig arbeitet und die Heizleistung vorrangig aus den PV-Modulen bedient wird.
Testergebnis
Das Zendure Solarflow 2400 Pro ist das Speichersystem, das wir uns bereits im letzten Jahr bei Zendure gewünscht hätten. Sowohl die Leistungswerte als auch die Verarbeitung bewegen sich auf einem ausgezeichneten Niveau. Abgerundet wird das Gesamtpaket durch einen zuverlässigen Betrieb, eine funktionale App und eine schnelle und genaue dynamische Einspeisung mit bis zu 2.400W. In Kombination mit dynamischen Stromtarifen wie dem hauseigenen ZenWave und dem KI-unterstützten Energiemanagement avancieren die Zendure-Systeme zu einer umfassenden All-in-one-Lösung. Mit 999€ bewegt sich das Solarflow 2400 Pro auf dem Preisniveau der Konkurrenz von Anker oder Marstek, bietet allerdings ein interessantes Gesamtpaket bestehend aus Speicher, Stromtarif und der dazugehörigen Effizienz.
Noch interessanter ist das Angebot mit einem Zusatzakku AB3000L. Dieses Set kostet nur 1.398€ und bietet eine Kapazität von 5,28kWh. Wir haben es für euch im Preisvergleich mit verlinkt.
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