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Mit dem Xiaomi Mijia Smart Standing Fan Pro Slim haben wir einen schicken und smarten Ventilator für die Sommermonate im Praxistest. Dieser Standventilator (Modell BPLDS12DM) adressiert ein Problem, das die meisten Konkurrenzmodelle ignorieren: die platzsparende Lagerung nach der Sommersaison. Durch ein vollständig modulares Design lässt sich das Gerät im Winter sicher in einer mitgelieferten schwarzen Transportbox verstauen.
Neben diesem Merkmal bietet das Modell einen bürstenlosen DC-Motor mit ordentlich Power, eine direkte WLAN-Anbindung ohne separaten Hub und eine Stromversorgung über USB-C. So nutzt ihr jedes Netzteil oder auch eine Powerbank. Mit einem Preis von 120€ positioniert Xiaomi das Gerät in der gehobenen Mittelklasse für smarte Haushaltsgeräte.
Design und Verarbeitung

Das Gehäuse besteht aus weißem, mattem Kunststoff und steht solide. Für die notwendige Stabilität sorgt ein massiver, drei Millimeter starker Metallsockel. Selbst bei aktiver Oszillation bleibt das 3,3kg schwere Gerät sicher an seinem Platz. Die Bedienung am Gerät erfolgt über ein dunkel abgesetztes Touch-Bedienelement mit Status-Display, das direkt in die obere Stange integriert ist. Auf der Rückseite des Ventilatorkopfes findet sich zudem eine praktische magnetische Halterung für die Fernbedienung. Dafür braucht es noch zwei separate AAA-Batterien.
Die Gesamthöhe des Ventilators beträgt im Standardaufbau exakt 100 Zentimeter. Durch das einfache Herausschrauben des unteren Stangenelements lässt sich die Höhe auf kompakte 74 Zentimeter reduzieren, wodurch das Gerät als Tischventilator fungiert. Die Gewindeverbindungen sind präzise gefertigt und weisen im montierten Zustand keinerlei störendes Spiel auf.
Lieferumfang und Zubehör
Der Lieferumfang fällt für diese Produktkategorie gut aus. Im Paket befinden sich der Ventilatorkopf, ein oberes und ein unteres Stangenelement, der Metallsockel mit Verbinder, ein passendes 18-Watt-Netzteil, eine Bluetooth-Fernbedienung sowie ein Innensechskantschlüssel und zwei M8-Schrauben. Der Aufbau ist selbsterklärend: eine Schraube in den Sockel und eine oben vom Ventilatorkopf (dafür nach vorn kippen) in die Stange mit dem Display. Die beiden Kunststoffstangen mit Plastikgewinde verschraubt ihr per Hand.
Das zentrale Kaufargument ist jedoch die Verpackung selbst: Xiaomi liefert den Ventilator in einer stoßfesten Transportbox aus expandiertem Polypropylen. Der eigentliche Vorteil offenbart sich allerdings im Herbst, wenn sich das Gerät ebenso zügig demontieren und vollständig staubgeschützt im Regal oder Abstellraum verstauen lässt. Das schützt die Technik vor Feuchtigkeit und spart Platz in der Abstellkammer.
Leistung: volle Kraft per USB-C

Der Hersteller verspricht eine utopisch wirkende Luftreichweite von bis zu 14 Metern. In meinem Praxistest konnte ich einen klar spürbaren Luftstrom bis auf etwa 8 Meter verifizieren. Bei voller Leistung weht der Ventilator auch die stickige Luft im Flur aus dem Fenster hinaus.
Ein gewaltiger Vorteil des DC-Motors ist die geringe Geräuschentwicklung. Auf Stufe 2 erzeugt der Ventilator am Sitzplatz flüsterleise 30dB und arbeitet damit nahezu unhörbar im Hintergrund. Da ist der PC-Lüfter lauter. Für die niedrigste Stufe gibt Xiaomi extrem leise 26,8dB(A) an, was das Gerät absolut schlafzimmertauglich macht und auch beim Einschlafen nicht stört. Erst unter Volllast klettert der Pegel auf hörbare 55dB.
Hinsichtlich der Ausrichtung bietet das Gerät eine interessante Neuerung: Der Kopf lässt sich manuell vertikal um bis zu 90 Grad nach oben neigen. Das ist im Sommer nützlich, um die Luft zum Dachfenster hinauszupusten. Ein Rückschritt zeigt sich hingegen bei der horizontalen Oszillation. Der Schwenkbereich beträgt lediglich 90 Grad, während die Vorgänger oft 120 Grad oder mehr abdeckten. In der App stellt ihr den maximalen Winkel auf 30°, 60° oder 90° ein.
System und Software
Die smarte Steuerung erfolgt primär über die offizielle Xiaomi Home App. Da der Ventilator 2,4GHz-WLAN nach WiFi 4 integriert hat, verbindet er sich direkt mit eurem WLAN-Router; ein zusätzlicher Hub oder eine Bridge sind nicht erforderlich. Die App-Oberfläche ist übersichtlich strukturiert und erlaubt eine stufenlose Regulierung der Windstärke in exakt 100 Schritten.
Besonders hervorzuheben sind die acht vorprogrammierten Naturmodi (unter anderem „Am See“ oder „Berggipfel“). Hierbei variiert das System die Windgeschwindigkeit dynamisch, was eine natürliche Brise simuliert und im Nachtbetrieb besser geeignet ist als ein starrer Dauer-Luftstrom. Wer mag, kann sich in der App sogar eine eigene Windkurve zusammenstellen. Zusätzlich lassen sich Timer und komplexe Zeitpläne programmieren, eine Kindersicherung für die Tasten am Gerät aktivieren und Sprachassistenten wie Amazon Alexa oder Google Home einbinden.
Neben der App könnt ihr die vier Basis-Geschwindigkeitsstufen und die Oszillation auch jederzeit am Touch-Feld direkt am Gerät oder über die kleine Bluetooth-Fernbedienung ansteuern.
Stromversorgung
Auf einen fest im Gehäuse integrierten Akku verzichtet Xiaomi beim Standing Fan Pro Slim. Für ein Gerät im dreistelligen Preisbereich ist das ein spürbarer Kompromiss. Als pragmatische Alternative verbaut der Hersteller jedoch einen USB-C-Anschluss, der den autarken Betrieb über eine handelsübliche Powerbank ermöglicht. Voraussetzung ist lediglich eine Ausgangsleistung von mindestens 18 Watt. Laut Herstellerangaben hält eine 10.000mAh-Powerbank das Gerät auf der niedrigsten Stufe ohne Oszillation bis zu 22 Stunden am Laufen. Für gemütliche Abende auf dem Balkon oder der Terrasse ist das eine absolut brauchbare Lösung.
Kritik muss sich Xiaomi für die Positionierung dieses Anschlusses gefallen lassen. Der Port sitzt weit oben im Gehäuse der Stange. Bei angeschlossener Powerbank hängt das Kabel somit teils in der Luft. Konstruktiv wäre eine Platzierung direkt im schweren Sockel die elegantere Wahl gewesen.
Und die Konkurrenz?
Persönlich nutze ich seit 7 Jahren mit Freude meinen Xiaomi Mijia Ventilator (zum Test), aber hier läuft der Motor nicht mehr so rund, es rattert teils etwas. Doch der Akkubetrieb macht ihn noch immer zur Allzweckwaffe in der Dachgeschosswohnung.
- der 7 Jahre alte Vorgänger
- und der Switchbot Ventilator
Ganz neu in der Flotte ist der Switchbot Standing Circulator Fan (zum Test). Der kostet mit 100€ nicht nur weniger, sondern sieht auch noch schicker aus und hat einen Akku verbaut. Ganz klares Fazit: Der Switchbot Ventilator ist besser. Er ist zwar in der Maximalleistung leicht schwächer, aber die ist im Alltag ohnehin bei beiden Modellen oft zu viel des Guten.
Testergebnis
Der Xiaomi Mijia Smart Standing Fan Pro Slim überzeugt im Test als durchdachtes und extrem leises Haushaltsgerät, das ein lästiges Saisonproblem aus der Welt schafft. Die unkomplizierte Demontage und die Transportbox machen das Überwintern des Ventilators zum Kinderspiel. Im laufenden Betrieb glänzt das Gerät durch seinen flüsterleisen und effizienten DC-Motor, die nahtlose App-Integration ohne Hub-Zwang sowie die pragmatische Stromversorgung per USB-C.
Dennoch gilt es, vor dem Kauf einige Kompromisse abzuwägen: Der verringerte Oszillationswinkel von 90 Grad ist ein technischer Rückschritt, die Position des USB-C-Anschlusses an der oberen Stange wirkt unglücklich platziert und der fehlende interne Akku ist angesichts des Startpreises von ca. 120€ ein Wermutstropfen. Wer auf einen festen Akku verzichten kann, flexibel auf eine Powerbank ausweicht und wenig Stauraum für den Winter zur Verfügung hat, erhält hier einen zuverlässigen, dezenten und überaus smarten Begleiter. Persönlich würde ich euch in der Preisklasse aber den Switchbot Standing Circulator Fan (zum Test) ans Herz legen.
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