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Türklingeln mit Videoübertragung finden immer häufiger ihren Platz neben deutschen Haustüren. Die SwitchBot Smart Video Doorbell springt auf diesen Trend auf und will es euch möglichst einfach machen, eine solche Klingel nachzurüsten. Punkten möchte der Hersteller mit smarten Funktionen in der App, einem großen 5.000mAh Akku und 2K-Videoauflösung. Mit einem Preisbereich um die 130€ befindet sich die Klingel im guten Mittelfeld des wachsenden Wettbewerbs. Bisher konnten smarte Gadgets von SwitchBot bei uns im Test meist überzeugen. Wir haben in unserem Test für euch herausgefunden, was die smarte Türklingel des Herstellers so draufhat und ob sie unsere hohen Erwartungen erfüllt.
Design & Verarbeitung
Optisch treten sowohl die Außenklingel als auch die Empfangsstation eher unaufgeregt auf. Die Außenklingel ist in Grau/Silber gehalten und weist keine herausstechenden Designelemente auf, wie etwa der Wettbewerb mit dem blauen Ring. Die Oberfläche wirkt zwar wie Aluminium, besteht aber eindeutig aus Kunststoff. Auch die vermeintliche Lautsprecheröffnung stellt sich als Attrappe heraus; sie ist lediglich aufgezeichnet. Insgesamt ist das Design edel und zeitlos. Das Klingelsymbol auf dem sehr großen Klingelknopf unten wird durch eine weiße LED beleuchtet, sodass ihr die Klingel auch bei Dunkelheit zielsicher trefft.
Der Schriftzug „SwitchBot“ ist dezent an der oberen Hälfte rechts unter dem Kameramodul angebracht. Flankiert von zwei hellen LEDs befindet sich die Kamera auf einem schwarzen Modul, das auch die nicht sichtbare Infrarot-Einheit beherbergt. Unten befinden sich der USB-Anschluss, das Mikrofon und der Lautsprecher. So sind diese Einheiten gut vor Wasser geschützt. Die IP65-Zertifizierung bestätigt dies. Entsprechend ist die SwitchBot Smart Doorbell gegen Strahlwasser geschützt. In die Regentonne solltet ihr sie zum Saubermachen aber nicht tauchen. Für den Regenschutz ist auch die Gummiabdeckung über dem USB-C-Anschluss gedacht, der sich ebenfalls an der unteren Seite befindet. Über diesen wird die SwitchBot Smart Video Doorbell geladen. Rückseitig lässt sich das Gerät über einen Schieber ein- und ausschalten; ein kleines Loch für einen Reset ist auch vorhanden.
Zeitlos kommt auch der weiß-schwarze Monitor daher. Dieser lässt sich durch einen ausklappbaren Fuß schön aufstellen oder an der Wand montieren. Als Gehäusematerial kommt auch hier Kunststoff zum Einsatz. Dass es sich bei dem Screen um keinen Touchscreen handelt, lassen die sechs Buttons an der Front erahnen. Der ausreichend auflösende Screen ist selbstverständlich ein Farbpanel. Mit 4,3 Zoll in der Diagonale ist er groß genug, um die klingelnde Person darauf zu erkennen. Unten befinden sich zwei riesige Buttons für „Rufen“ und „Auflegen“. Diese sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Etwas intuitiver wäre es, wenn sie grün und rot wären.
An der Seite befindet sich noch ein Slot für die MicroSD-Karte. Darunter findet sich auch am Monitor ein Loch für einen Reset.
Lieferumfang der SwitchBot Smart Video Doorbell
In der Verpackung findet sich alles, was für den Betrieb und die Montage notwendig ist:
- Außenklingel
- Monitor mit Netzteil
- Ladekabel USB-C
- 4GB MicroSD-Karte (bereits im Karten-Slot)
- Montageset (diverse Teile)
- Bedienungsanleitungen in verschiedenen Sprachen
- „Auswerferstift“ zum Entfernen der Außenklingel
Montage und Einrichtung
Durch die mitgelieferten Teile gewährt SwitchBot eine hohe Flexibilität. Die Außenklingel lässt sich ankleben, anschrauben und das mit gerader Ausrichtung oder alternativ mit einer seitlichen Neigung. Wir haben uns für Kleben entschieden, was natürlich sehr einfach war. Für das Anschrauben wird aber auch ausreichend Material mitgeliefert, sodass dies mühelos gelingt. So können die Lochmarkierungsaufkleber das Risiko von Fehlern beim Bohren deutlich reduzieren. Es ist sinnvoll, die Klingel mit einer Neigung zu montieren, wenn sie neben der Tür angebracht wird. Hierfür sind Teile vorhanden, die einfach zwischen Klingel und Montageplatte befestigt werden. Für die Befestigung schiebt ihr die Teile einfach zusammen. Lediglich das Element für den Winkel muss mit kleinen Schrauben an der Montageplatte befestigt werden. Das bekommt aber wirklich jeder hin.
Noch einfacher ist es mit dem Monitor: Fuß aufklappen, hinstellen und fertig. Alternativ könnt ihr euch für eine Montage an der Wand entscheiden. Auch hierfür gibt es das notwendige Material und die Umsetzung sollte ebenso einfach sein wie die Montage der Außenklingel. Mehr als 5m sollte der Monitor nicht von der Außenklingel entfernt sein. So lautet die Empfehlung des Herstellers.
Die Einrichtung geschieht über die App. Diese benötigt einen Nutzeraccount. Ein solcher ist in kurzer Zeit angelegt und schon kann es losgehen. Die beiden Geräte werden schnell erkannt, wenn sie eingeschaltet sind. Wir waren schon am Verzweifeln, bis wir kapiert haben, dass die Außenklingel einen Einschalt-Schieber hat, der auf „Off“ stand.
Da die Klingel funkt und mit dem WLAN verbunden ist, müsst ihr keine Kabel von außen nach innen legen. Dies erleichtert die Montage gegenüber herkömmlichen Klingeln erheblich. Insgesamt sind Montage und Einrichtung einfacher als gedacht und können definitiv auch von Laien durchgeführt werden. Sehr hilfreich sind die Anleitungen in der App. Hier gibt es Montageanleitungen als Video oder wahlweise als Bilderserie. SwitchBot macht das wirklich vorbildlich.
Funktionen / App
Wie es sich für eine smarte Klingel gehört, gibt es in der App zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten und Funktionen. So lassen sich grundlegende Dinge einstellen wie Datumsformat, Lautstärke der Innenklingel und der Außenklingel, der Klingelton mit 10 Optionen, Bildschirmhelligkeit usw. Schön ist auch, dass sich die LED-Beleuchtung auf Wunsch deaktivieren lässt. Folgende Funktionen und Konfigurationsmöglichkeiten bietet die SwitchBot Klingel im Detail:
| Feature / Bereich | Kurzbeschreibung |
|---|---|
| Klingel & Monitor | |
| Name | Name des Geräts in der App zur besseren Identifikation. |
| Raum/Zuhause | Zuweisung zu Standort oder Raum, um Ordnung in der App zu schaffen. |
| Benachrichtigungen & Erkennung | |
| Bewegungserkennung | Erkennt Bewegungen; nach Typ filterbar: Menschen, Fahrzeuge, Haustiere (AI), alle Bewegungen. |
| Erkennung Ton-Alarme | Klingel gibt einen Ton ab, sobald eine Bewegung erkannt wird. Sowohl die Außenklingel als auch der Monitor innen können diesen Ton abspielen. |
| Empfindlichkeit | Stellt ein, wie sensibel die Bewegungserkennung reagiert (Skala 1–10). |
| Erkennungsbereich | Definiert, welche Bereiche im Bild für Bewegungserkennung überwacht werden. |
| Zeitpläne (Erkennung) | Flexible Einstellung der Wochentage/Uhrzeiten, zu denen die Erkennung aktiv ist. |
| Erkennungsintervall | Zeitabstand zwischen den Erkennungen (5–60s), um Strom zu sparen. |
| Entfernungswarnungen | Alarm, wenn Klingel von der Halterung genommen wird (Diebstahlschutz). |
| Anzeige & Monitor | |
| Zeit-/Logo-Wasserzeichen | Zeigt Zeit und/oder Herstellerlogo im Videobild an. |
| Nachtsicht | Automatische Umschaltung oder dauerhafte Farbnachtsicht aktivieren. |
| Bildschirmhelligkeit | Anpassung Helligkeit am Monitor (Skala 1–10). |
| Stand-by-Zeit/Immer an | Zeit bis zum automatischen Stand-by oder dauerhafte Anzeige. |
| 24-Stunden-Zeitformat | Wahl zwischen 12h- oder 24h-Zeitanzeige. |
| Klingel- & Audiofunktionen | |
| Klingelton & Lautstärke (Innen/Außen) | Auswahl des Sounds und der Lautstärke für Klingel und Monitor/Gegensprechanlage. |
| Gegensprechfunktion | Zweiweg-Kommunikation, mit Auswahl Sprachprofil („Benutzer“, männlich, weiblich). |
| Schnellantworten | Vorgefertigte Audio-Antworten zum Abspielen per Knopfdruck. Eigene lassen sich zusätzlich aufnehmen und auch in bestimmten Zeitfenstern automatisch abspielen. |
| LED-Anzeigelicht | Status-LED der Klingel an-/ausschalten. |
| Speicher & Aufnahmen | |
| Automatische Aufzeichnung | Permanente oder Event-basierte Abspeicherung von Videoclips. |
| Stumm-Aufnahme | Aufzeichnung ohne Audio aktivieren. |
| Speicher verwalten | Speicherkarte formatieren, Statusanzeige (Kapazität, belegter/freier Speicher). |
| Konnektivität & Integration | |
| Geräte koppeln | Integration mit Türschloss (Lock) oder Zusatzmonitor. |
| NFC-Funktionen | NFC-Tag zum Auslösen von Aktionen wie Videoaufnahme oder Livebild-Anzeige. |
| Drittanbieter-Integration | Alexa, Google Assistant, Home Assistant, IFTTT, Matter und mehr. |
| Allgemeines & System | |
| Sprache | Sprache für Ansagen und Anzeigen umstellen (Deutsch, Englisch etc.). |
| Firmware & Batterie | Akkustatus, Auto-Update aktivieren, Versionsübersicht. |
| Installationsanleitung | Schritt-für-Schritt-Bild- oder Videoanleitung für Montage und Einrichtung. |
Vor allem die Tiefe der Einstellungen überzeugte im Test. So lässt sich nicht nur einfach eine Bewegungserkennung aktivieren, sondern auch, welcher Ton bei Erkennung ausgegeben werden soll, in welcher Lautstärke, auf welchem Gerät und ob die LEDs bei Bewegungserkennung leuchten. Dies führte dazu, dass wir kaum Funktionen vermissten. Lediglich eine Downloadfunktion der Original-Videodateien wäre noch schön gewesen. Jedoch kommt ihr an die Dateien über die MicroSD-Karte heran. In der App selbst könnt ihr einzelne Frames als Fotos aufs Gerät speichern oder in einer Videosequenz eine Aufnahme starten, die sich dann als Video auf dem Smartphone speichern lässt. Updates bringen wirklich einen Mehrwert. So wurden einige Ausgabesprachen – inklusive Deutsch – per Firmware-Aktualisierung hinzugefügt.
Selbstverständlich ist die Klingel auch mit dem Smart Lock von SwitchBot kompatibel. So lässt sich die Tür auch über Knopfdruck auf dem Monitor entriegeln. Zudem hat die Klingel einen NFC-Reader integriert. Per Auflegen einer NFC-Karte oder eines Smartphones entriegelt ihr die Türe so unkompliziert. Weiterhin lassen sich zusammen mit weiteren SwitchBot-Geräten Automationen erstellen. Beispiel: Wenn nachts eine Person vor der Haustüre erkannt wird, aktiviere den Alarmton und schalte das Licht vor dem Haus ein.
Einige Funktionen der SwitchBot Smart Doorbell sind noch hinter einem Abo versteckt. So ließen sich die aufgenommenen Videos automatisch in der SwitchBot-Cloud speichern. Dies hätte vor allem sicherheitsrelevante Vorteile. Ein vermeintlicher Einbrecher könnte einfach die MicroSD-Karte aus dem Gerät nehmen und die Aufzeichnungen der Klingel wären weg. Zudem bietet das Abo erweiterte KI-Funktionen, sodass nicht nur Menschen als solche erkannt werden, sondern auch Fahrzeuge und Haustiere. Das Abo kostet 3,99€/Monat oder 39,99€/Jahr mit unbegrenztem Cloud-Speicher für ein Gerät. Sehr schön ist, dass ihr die Werbung für den Cloudservice in der App deaktivieren könnt. Schön wäre noch eine Option, einen eigenen Cloudspeicher zu verwenden, aber das ist Jammern auf hohem Niveau.
Qualität Video und Audio
Mit 2K nimmt die SwitchBot Smart Doorbell Videos laut Hersteller auf. Dieser Wert ist aber leider eher Theorie. Tatsächlich wird diese Auflösung nur erreicht, wenn ihr im Livestream von SD manuell auf HD umstellt. Dies geht nur in der App. Dann ist aber auch nur der Stream in 2K. Aus dem Stream heraus könnt ihr ein Video live aufzeichnen. Dieses wird dann auch in voller Auflösung auf dem Gerät gespeichert. Auf dem Monitor ist das weniger schwerwiegend, da dieser ohnehin keine hohe Auflösung besitzt. Auf dem Smartphone fällt es jedoch schon auf.
Es ist wirklich schade, dass die Videos in einer Auflösung von nur 640 x 360 Pixel gespeichert werden. Videos werden zudem in etwa 15FPS aufgenommen. Kein guter Wert, aber ausreichend für den Anwendungsfall. Dies gilt sowohl für die Speicherung auf der MicroSD als auch in der SwitchBot-Cloud. Es ist unmöglich, nachträglich an 2K-Aufnahmen zu kommen. Der einzige Vorteil liegt in der geringen Speichergröße der Videos. Jedoch hätten wir hier gerne die Wahl gehabt, die Videos in höherer Auflösung zu speichern. Vor allem als „Premium-Kunde“ mit Cloud-Abo. Natürlich reicht diese Auflösung definitiv aus, um zu erkennen, wer geklingelt hat. Möchtet ihr jedoch im Zweifelsfall etwas mehr Details sehen, ist dies schlichtweg nicht möglich. Anfangs hielt ich die mitgelieferte 4GB Speicherkarte für viel zu klein dimensioniert für eine 2K-Kamera. Aber so verbrauchen die Kurzvideos nur wenige 100kB je nach Aufnahmelänge.
Positiv ist die Nachtsichtfunktion. Diese lieferte im Test gute Ergebnisse. Das Umschalten auf Nachtsicht geschieht automatisch. Es ist jedoch auch manuell konfigurierbar, ob die Infrarotkamera zum Einsatz kommen soll oder nur die LEDs zur Aufhellung der Umgebung leuchten sollen. Der Automatikmodus funktionierte im Test zuverlässig.
Die Audioqualität ist beidseitig ausreichend. Der Klingelnde wird vom Mikrofon in der Klingel gut aufgenommen und verständlich über den Monitor oder in der Smartphone-App wiedergegeben. Der Lautsprecher der Außenklingel ist auch verständlich. Mehr aber auch nicht. Insgesamt ist die Übertragung etwas blechern und die Lautsprecher sind nicht besonders klar. Die Lautstärke ist in der Anwendung individuell einstellbar. Laut genug wird die Klingel auf jeden Fall.
Akkulaufzeit der SwitchBot Smart Doorbell
SwitchBot gibt eine Akkulaufzeit von 6 Monaten für die Klingel an. Dieser Wert ist wohl realistisch, wenn ihr das Gerät energiesparend ohne Bewegungserkennung betreibt. Im Test kommen wir hochgerechnet auf max. 3 Monate Laufzeit. Hier muss aber angemerkt werden, dass Akkus häufig erst nach einigen Ladezyklen die volle Kapazität abrufen können. Entsprechend gehen wir davon aus, dass sich die Laufzeit noch positiv verändern wird. Wenn nur noch 20% Akkukapazität vorhanden sind, fordert die App rechtzeitig zum Laden der Klingel auf. Da sich die Klingel recht einfach mit dem „Auswerferstift“ abnehmen lässt, ist dies kein großer Akt. Da wir im Test den Akku nicht ganz leerbekommen haben, können wir nicht genau sagen, wie lange eine volle Akkuladung von 0 bis 100% dauert. Es ist jedoch von 3–4 Stunden auszugehen. Schnellladung gibt es hier nicht. Was absolut okay ist für ein Gerät, das nur alle paar Monate einmal geladen wird. Eine kleine LED leuchtet rot, solange der Akku noch nicht voll ist, und wird grün, wenn 100% erreicht sind.
Testergebnis
Seid ihr auf der Suche nach einer guten Videotürklingel, solltet ihr die SwitchBot Smart Doorbell in Betracht ziehen. Im Test zeigten sich viele Stärken und nur wenige Schwächen. Vor allem der herausragende Funktionsumfang und die Konfigurationsmöglichkeiten in der App überzeugen. Hinzu kommen die simple Installation, die gut strukturierte Smartphone-App und der intuitive Monitor. Kritik verdient die geringe Auflösung der gespeicherten Videos. Dass lediglich der Livestream die 2K-Auflösung nutzt, wird dem sonst guten Gesamtpaket nicht gerecht. Zudem ist der lokale Video-Download ohne Cloud-Abo unnötig umständlich. Alles in allem hat sich die SwitchBot Smart Doorbell das „smart“ im Namen verdient. Wir sprechen eine Kaufempfehlung aus, sofern die genannten Kritikpunkte für euch kein Ausschlusskriterium sind.
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