Am 28. Januar 2026 hat der chinesische Hersteller Obsbot zwei neue Webcams vorgestellt, die wir schon seit einigen Wochen im Einsatz haben. Das Hauptmodell ist die Obsbot Tiny 3, die mit 379€ im Premium-Segment angesiedelt ist. Die Obsbot Tiny 3 Lite ist eine abgespeckte Variante für 229€.
Der Hauptanspruch der Obsbot Tiny 3 ist, eine „All-in-One“-Lösung darzustellen, die nicht nur mit guter Videoqualität, sondern auch mit einer eng verzahnten Software, guter Tonqualität und KI-Features überzeugt. Ich habe beide Webcams in den vergangenen Wochen parallel verwendet und teile meine Erfahrungen in diesem Testbericht mit euch!
Abmessungen, Anschlüsse & Design
Im Vergleich mit den (deutlich günstigeren) Webcams, die ich bisher verwendet habe, fällt mir bei dem Duo von Obsbot sofort die hervorragende Verarbeitungsqualität auf. Auch die gewählten Materialien wirken durchweg hochwertig und stabil.
Beide Gehäuse bestehen aus einer Aluminiumlegierung und sind trotz des integrierten Dual Axis-Gimbal sehr leicht und kompakt. Die Obsbot Tiny 3 wiegt ohne Halterung 63 Gramm und mit Halterung 88 Gramm. Die Abmessungen liegen bei 37 x 37 x 49 Millimeter.
- Obsbot Tiny 3
- Obsbot Tiny 3 Lite
Die Obsbot Tiny 3 Lite hat eine fest verbaute Halterung. Sie wiegt 73 Gramm und misst 41 x 41 x 58 Millimeter.
Selbst eher hochpreisige Webcams verfügen oft über ein nicht gerade ansehnliches Gehäuse aus Kunststoff, das dazu auch noch ziemlich groß ist, so zumindest meine Erfahrung. Das ist bei den beiden Obsbot-Webcams überhaupt nicht der Fall. Sie fügen sich sehr schön und dezent in mein bestehendes Setup ein. Vor allem die Tiny 3 ist durch die magnetische Basis der Webcam und der Halterung sehr schnell in der Montage und Demontage.
Beide Webcams verfügen über einen USB-C-Anschluss, wobei ein passendes Kabel und für ältere Systeme sogar ein Adapter auf USB-A dem Lieferumfang beiliegen. Wo wir schon beim Thema sind: Nur das Topmodell Tiny 3 kommt mit einer sehr praktischen Tragetasche. Eine mehrsprachige Anleitung ist bei beiden mit an Bord.
Obsbot Tiny 3 und Tiny 3 Lite haben ein Stativgewinde auf der Unterseite und einen LED-Strip auf der Vorderseite, der den aktuellen Status der Kameras farblich markiert.
Einrichtung & Software der Obsbot Tiny 3 (Lite)
An meinem Xiaomi Mi Notebook Pro X 15 (zum Test) wurden beide Webcams sofort erkannt und konnten ohne Installation weiterer Software nach Sekunden verwendet werden. Den vollen Funktionsumfang gibt es aber nur mit der Software von Obsbot. Für Windows und Mac steht das Obsbot Center bereit. Für Android und iOS gibt es die Anwendungen Obsbot Start und Obsbot Live.
Ich habe das Obsbot Center installiert. Ein Account ist übrigens weder für den Download, noch für die Nutzung des Programms notwendig.
Über das Programm werden die Webcams gesteuert und erhalten Software-Updates. Beim ersten Start müsst ihr euch für eine von zwei Oberflächen entscheiden: Lite-Modus oder Pro-Modus. Ich habe Letzteres gewählt, um schnell auf alle Features zugreifen zu können.
Verfolgung
Standardmäßig zeigt die Linse der Webcams im Ruhemodus nach unten. Sobald ihr sie dann aufweckt, fährt der Gimbal völlig lautlos in Position. Jetzt könnt ihr Features wie den automatischen Zoom oder die Portraitverfolgung aktivieren, damit ihr immer im Bild bleibt.
Ihr könnt sogar Zonen definieren, in denen euch die Kamera nicht verfolgt. Das ist ein echt gute Idee für die Privatsphäre. Ihr könnt außerdem noch die Geräuschquellen-Unterstützung aktivieren. Falls euch die Webcam mal verliert, werden zum Wiederfinden Geräusche genutzt.
Damit haben wir noch nicht einmal alle Features zur Verfolgung durchgesprochen. Es gibt einen Modus fürs Handtracking, einen Tischmodus, einen Whiteboard-Modus, und ihr könnt den Gimbal natürlich auch manuell steuern. Hier fehlt wirklich überhaupt nichts.
Abbildung, Sound und weitere Features
Beide Webcams unterstützen 4K mit 30 Bildern pro Sekunde in SDR und HDR. Beide haben einen Autofokus, können aber auch manuell auf eine Distanz eingestellt werden. Es gibt verschiedene Arten der Belichtungsmessung, Einstellungen zum Anti-Flimmern und sogar Weißabgleich, Kontrast und weitere Bildparameter können angepasst werden.
Es gibt Einstellungen für den Schlafmodus, eine Gesten- und Sprachsteuerung, sowie einige Optionen für das Mikrofon und sogar einen Modus für die Nintendo Switch 2.
Bild- und Tonqualität
Die Obsbot Tiny 3 ist mit einem 1/1,3-Zoll-Sensor mit 50MP ausgestattet. Sie unterstützt 4K mit 30 Bildern pro Sekunde in HDR und SDR. Der Blickwinkel liegt beim Seitenverhältnis 16:9 bei 74°. Beim Lite-Modell sind es 72°.
Die Tiny 3 unterstützt Dual Conversion Gain (DCG) und verfügt über einen Dual Native ISO – beides verbessert die Darstellung bei schlechten Lichtbedingungen. DCG und Dual Native ISO fehlen bei der Obsbot Tiny 3 Lite, die mit einem 1/2-Zoll-Sensor mit 48MP versehen ist und ebenfalls 4K bei 30 Bildern pro Sekunde unterstützt. Beide haben ein omnidirektionales und zwei direktionale Mikrofone.
Die Audio- und Videoqualität ist insgesamt auf einem sehr hohen Niveau. Besonders fällt das bei schlechten Lichtbedingungen auf und ganz besonders bei der Tiny 3. Die Helligkeit der Monitore ist hier mehr als ausreichend, um eine detailreiche und rauscharme Darstellung zu gewährleisten. Die Tiny 3 hat bei schlechtem Licht ein merklich stärkeres Bildrauchen, aber abgesehen davon auch eine hervorragende Bildqualität. Das ist schon fast zu schade für die komprimierten Streams gängiger Konferenz-Tools.
Das Rauschen des Audiosignals in meiner Aufnahme kommt nicht von der Webcam, sondern vom Lüfter meines Notebooks. Es handelt sich also nicht um Grundrauschen!
Der Autofokus ist bei beiden Modellen sehr flott, allerdings nicht ganz vergleichbar mit der Performance eines Smartphones.
Testergebnis
Die Obsbot Tiny 3 wird ihrem Anspruch einer „All-in-One“-Webcam gerecht. Sie ist sehr teuer, bietet dafür aber auch in allen Bereichen sehr viel. Das fängt beim sehr kleinen und leichten Aluminiumgehäuse mit integriertem Gimbal an und setzt sich in der sehr gut umgesetzten, funktionsreichen Software für Windows fort.
Darüber hinaus kann die Bild- und auch die Tonqualität in vollem Umfang überzeugen. Unser einziger Kritikpunkt ist daher der wirklich sehr hohe Preis. Hier müsst ihr wissen, ob ihr so regelmäßig eine sehr gute Webcam benötigt, dass sich das für euch lohnt. Denn ein für Zoom oder Google Meet brauchbares Videobild liefern auch Alternativen für einen Zehntel des Preises der Tiny 3.
Die Obsbot Tiny 3 Lite kommt leider ohne den magnetischen Mechanismus, dafür aber mit einer fest verbauten Halterung. Die Bildqualität – vor allem bei schlechtem Licht – ist hier ein wenig schlechter. Ansonsten werden aber alle Features der Tiny 3 auch beim Lite-Modell unterstützt. Damit ist sie insgesamt wohl der bessere Deal.
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