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Was wäre ein E-Scooter, wenn er nicht nur für den glatten Großstadt-Asphalt, sondern auch für das wirklich grobe Gelände gebaut wäre? Isinwheel beantwortet diese Frage mit dem Isinwheel GT2 Offroad E-Scooter. Ein massives Gefährt, das mit 11 Zoll Geländereifen, wuchtiger Doppelfederung und einem starken 500 Watt Motor (1200W in der Spitze) auf den Markt stürmt.
Wir klären in diesem Test, ob der Kraftzwerg überzeugt und wie er sich im echten Praxiseinsatz schlägt.
Lieferumfang & Aufbau
Der Isinwheel GT2 kommt in einem gewaltigen Paket zu euch. Der Aufbau ist erfreulich simpel und in knapp 5 Minuten erledigt, da die Magnesium-Aluminium-Karosserie weitgehend vormontiert ist. Ihr müsst lediglich den Scheinwerfer festziehen.
Beim Lieferumfang hat der Hersteller definitiv nicht am falschen Ende gespart:
- GT2 Elektroroller
- Netzteil (54,6V/2A) inkl. EU-Kabel
- NFC-Schlüsselkarte zur Entsperrung
- Umfangreiches Werkzeugset (Sechskant- & Maulschlüssel)
- Bedienungsanleitung, Datenbestätigung (ABE) & EG-Konformitätserklärung
- Bonus: Eine wasserdichte, V-förmige Lenkertasche, die im Alltag extrem praktisch ist
Auch beim Service macht Isinwheel klare Ansagen: Es gibt 24 Monate Herstellergarantie, eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie und hauseigenen Reparaturservice inklusive Ersatzteilversorgung. Ob das alles auch so vorbildlich funktioniert, können wir natürlich nicht überprüfen. Aber die Firma hat einen Sitz in Deutschland und es bestehen insofern auch rechtliche Ansprüche beim Kauf.
Zulassung und Legalität
Der Scooter kommt mit allen wichtigen Zertifizierungen (CE, ROHS, FCC, TÜV Rheinland, GS) und vor allem der rettenden Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE) für Deutschland (eKFV). Damit dürft ihr das Kraftpaket legal auf unseren Straßen bewegen. Einen Führerschein braucht ihr nicht (Mindestalter 14 Jahre), aber eine Haftpflichtversicherung ist zwingend erforderlich. Die Plakette findet auf der Heck-Halterung Platz und die Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) ist fest am Roller eingestanzt.
Design & Verarbeitung
Optisch macht der GT2 ordentlich was her. Mit ausgeklappten Abmessungen von 1220 x 670 x 1270 Millimeter und einer massiven Trittbretthöhe von 22 Zentimeter wirkt er wie ein kleiner Panzer auf zwei Rädern. Die Verarbeitungsqualität ist auf den ersten Blick überzeugend, die Lenkstange ist absolut wackelfrei und extrem stabil.
Aber hier kommt auch ein Kritikpunkt: Das Gewicht und der Klappmechanismus. Mit einem Leergewicht von stolzen 24,7 Kilogramm ist das Teil verdammt schwer. Treppensteigen macht damit absolut keinen Spaß und ist für zierliche Personen auch gar nicht möglich. Zudem ist der Klappmechanismus unergonomisch gelöst. Um den Scooter zusammenklappen zu können (gefaltet: 1220 x 220 x 560 Millimeter), müsst ihr zwingend die Höhe der Lenkstange verstellen.
Laut Datenblatt besitzt der Scooter eine IP65-Schutzklasse. Der Scooter besitzt aber kaum Dichtungen, nicht einmal am Ladeport! Fahrten im Regen oder durch tiefe Pfützen sind also wahrscheinlich riskant für die Elektronik.
Bedienung & App
Die Front wird von einem großen Multifunktions-LED-Display dominiert. Es ist erfreulicherweise selbst bei direkter Sonneneinstrahlung hervorragend ablesbar. Hier seht ihr Echtzeit-Geschwindigkeit, Akkustand, Spannung, Modus und mehr.
Das System ist nach dem Einschalten grundsätzlich gesperrt. Das Entsperren klappt entweder smart per NFC-Schlüsselkarte, über eine PIN (Standard: 000) oder via „Isinwheel club“-App (iOS & Android). Etwas nervig ist, dass man die Passwort-Abfrage am E-Scooter nicht deaktivieren kann.
Die Beleuchtung (LED-Scheinwerfer vorn, dauerhaftes Rück-/Bremslicht hinten) ist extrem stark. Die Blinker sind bei der DE-Version in den Lenkerenden integriert. Eine blaue Beleuchtung reagiert zudem beim Bremsen.
Fahrwerk, Bremsen und Bereifung
Der GT2 rollt auf wuchtigen 11 Zoll Geländeluftreifen (mit Schlauch, 2,5 bar). Im echten Offroad-Einsatz sind diese Reifen genial und haben im Test selbst starken Schlamm und Dreck bewältigt. Auf normalem Asphalt zeigen sich jedoch Schwächen: Die groben Stollen verursachen starke Vibrationen, bieten bei Nässe wenig Grip und verlängern den Bremsweg bei hohem Tempo.
Daher haben wir gerätselt, ob die wuchtigen roten Stoßdämpfer an der Front nur Fake-Attrappen sind. Wir können bestätigen: Die 4-stufige Doppelfedergabel bewegt sich physisch! Allerdings ist sie extrem straff abgestimmt. Sie schlägt zwar selbst bei 90 Kilogramm Fahrergewicht nicht durch, schluckt feine Unebenheiten auf der Straße aber längst nicht so geschmeidig weg, wie die Optik es verspricht. Für Kopfsteinpflaster reicht es aber aus, womit eine Alltagstauglichkeit auch in der Stadt gegeben ist.
Gebremst wird über mechanische Scheibenbremsen vorn und hinten, kombiniert mit einem EABS (elektronische Bremse). Die Scheibenbremsen (leider nur ein Kolben) packen bei festem Zug scharf zu (3,2 Meter Bremsweg aus 25km/h bei 120 Kilogramm sind exzellent!), allerdings sind die Bremshebel sehr starr und schwergängig. Ein anfängliches Quietschen ist laut Hersteller normal und erfordert eventuell ein kurzes Nachjustieren per Sechskantschlüssel.
Motorleistung & Akku
Kommen wir zum Herzstück: Der Heckmotor liefert 500W Nennleistung und brachiale 1200W in der Spitze. Die Beschleunigung ist enorm. In knapp 3 Sekunden seid ihr auf Topspeed. Selbst an steilen Bergen zeigt er sich unbeeindruckt: Steigungen von 20% bis 30% zieht der Motor extrem gut hoch.
Gesetzlich seid ihr in Deutschland auf 20km/h limitiert (Fahrmodi: Eco 10km/h, Standard 20km/h). Ein kleines Problem gibt es beim Daumengas: Es hat einen nervigen Totpunkt auf den ersten 15 Grad und reagiert danach fast ruckartig im Ein-/Aus-Stil. Hier ist definitiv Feingefühl gefragt.
Akku und Reichweite
Im Deck sitzt ein 48V, 15Ah Akku (720Wh) mit BMS. Isinwheel wirbt mit 60 bis 80km. Doch was bleibt davon in der Praxis übrig? Wir haben die Härtetest-Ergebnisse ausgewertet:
- Fahrer mit 90kg, ständiges Fahren, einige Hügel, Offroad: 35km nach 3 Stunden Fahrzeit.
- Fahrer mit 90kg bei 15°C auf weitestgehend geradem Asphalt Betrieb, stop-and-go: starke 40km.
Damit ist die Herstellerangabe im Bereich des Möglichen. Wer ca. 75 Kilogramm wiegt und brav im Eco-Modus auf dem Asphalt bleibt, dürfte die 60km tatsächlich knacken.
Einziger Wermutstropfen beim Akku: Mit dem mitgelieferten Ladegerät müsst ihr extrem lange 8 Stunden warten, bis der Akku wieder voll ist.
Testergebnis
Der Isinwheel GT2 ist ein starker Offroad-Scooter mit klaren Stärken und Schwächen. Wer ein extrem kräftiges Gefährt für Waldwege, Schotterpisten und steile Anstiege sucht, bekommt hier einen bärenstarken Motor, erstklassige Offroad-Reifen und eine enorme, reale Reichweite, die auch bei schweren Fahrern jenseits der 100 Kilogramm nicht sofort einknickt. Die massiv gebaute Karosserie und das exzellente Display runden das Kraftpaket ab.
Aber wir müssen auch ehrlich sein: Als unkomplizierter Pendler-Scooter für die Stadt ist er durch das gewaltige Gewicht von fast 25 Kilogramm und den fummeligen Klappmechanismus völlig ungeeignet. Die fehlende Wasserdichtigkeit ist ein klares Design-Versagen des Herstellers und das ruppige Daumengas erfordert Übung. Wer diese Schwächen kennt und den Scooter seinem eigentlichen Zweck entsprechend als „Schönwetter-Offroad-Maschine“ einsetzt, wird mit dem GT2 jedoch verdammt viel Spaß haben.
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