Der HarmonicDyne Romantic aus dem HiFi-Haus Linsoul ist ein offener Kopfhörer, der mit einem 60mm großen Treiber aus Bambusfaser-Biokomposit ausgestattet ist. Diese Materialwahl soll dem Modell einen natürlichen und organischen Klang verleihen, wobei der Fokus – wie der Name vermuten lässt – auf einer romantisch-warmen Abstimmung liegt. Damit bedient er die Nische der offenen Kopfhörer, die trotz eingeschränkter Mobilität für ihre einzigartige Charakteristik bekannt sind und ein klangliches Highlight darstellen. Mit fast 300€ hat er aber auch einen stattlichen Preis!
Preislich geht Linsoul hier einen interessanten Weg. Während mich zuletzt die hochpreisigen Kiwi Ears Astral (zum Test) und die Kiwi Ears Orchestra II (zum Test) begeisterten, positioniert sich der Romantic im mittelpreisigen Segment. Dennoch ist der Anspruch, mit der Oberklasse mitzuhalten.
Wie gut der Kopfhörer klingt, wie er verarbeitet ist und für wen er sich eignet, erfahrt ihr jetzt in unserem Test. Wir gehen auch kurz auf die Unterschiede zu den fast ähnlichen HarmonicDyne Baroque (zum Test) Kopfhörern ein und zeigen, wie er sich gegen günstigere Modelle wie den OneOdio Monitor 80 (zum Test) schlägt.
Lieferumfang der HarmonicDyne Romantic
Der Lieferumfang fällt überschaubar aus. Anstelle einer festen Transporttasche befinden sich eine weiche Stofftüte, ein Handbuch und ein hochwertiges 1,5m langes Audiokabel mit einem 4,4mm symmetrischen Klinkenstecker in der Verpackung. Sollte der HarmonicDyne Romantic doch einmal auf Reisen gehen, bietet der stabile mitgelieferte Karton eine sichere Transportmöglichkeit.
Design & Verarbeitung
Optisch hebt sich der HarmonicDyne Romantic deutlich von herkömmlichen offenen Kopfhörern ab. Die auffälligen Metallgitter an den Außenseiten der Ohrmuscheln verleihen ihm eine markante, beinah künstlerische Note. Die Kombination aus Metall und Kunstleder versprüht einen gewissen Retro-Charme, wenn auch auf seine ganz eigene Art und Weise. Der großzügige Einsatz von Metall sorgt für Stabilität und unterstreicht das Premium-Erlebnis.
Allerdings ist der Kopfhörer dadurch auch recht starr und unbeweglich. So bleibt die mächtige Bügelkonstruktion mit einer deutlichen Erhöhung oberhalb des Kopfes bestehen. Der HarmonicDyne Romantic kann nicht zusammengefaltet werden, was ihn weniger transportfreundlich macht. Mit Abmessungen von 230 x 200 x 100 Millimeter ist er zudem ein ordentlicher Brocken.
Die Ohrmuscheln selbst bestehen aus einem interessanten Kunststoff, der an die Gehäuse alter Kameras erinnert. Das Material ist überaus stabil und stoßfest, wodurch ein geringer Resonanzkörper entsteht. Die Außenseiten der Ohrmuscheln ähneln den Lautsprechergittern eines Retro-Radios aus den 60ern und sind im eckigen Design ebenfalls sehr im Retro-Look gehalten. Das Gitter und sogar das darunterliegende Netz sind aus Metall gefertigt, was sehr stabil und hochwertig wirkt. Der Vintage-Look lässt sich im gesamten Design kaum abstreiten.
Wenn das Kabel jetzt noch in einem blassen Schwarz oder Goldgelb statt in Silber gehalten wäre, wäre die Retro-Linie perfekt durchgezogen. Aber auch so sieht er stilvoll aus und vermittelt ein kleines Zeitreiseflair. Der HarmonicDyne Romantic ist definitiv ein sehr angenehmer Kontrast zum fast einheitlichen Look moderner Kopfhörer.
Klang der HarmonicDyne Romantic
Der Klang offener Kopfhörer ist nicht mit dem von Kopfhörern mit geschlossenem Gehäuse zu vergleichen. In einem geschlossenen Gehäuse stellen sich einzelne Frequenzen deutlich isolierter dar, zudem verstärkt sich der Bass besser. Dafür erhaltet ihr hier einen einzigartigen, natürlichen Klang mit einer breiten Bühne. Die HarmonicDyne Romantic legen zusätzlich Wert auf ein warmes Finish mit eher tieferen Frequenzen in der Abstimmung.
Ihre eigentliche Stärke ist jedoch die Wiedergabe von Live-Aufnahmen. Stimmen, Instrumente und das Publikum im dezenten Hintergrund klingen fantastisch natürlich. Dabei sticht nichts hervor. Instrumente und Stimmen liegen auf einem Niveau an Klarheit und Präsenz. Stimmen klingen teilweise leicht gedämpfter und gefühlt ein wenig sanfter als Instrumente. Der Frequenzgang von 10Hz bis 50kHz ist sehr weit, wobei die Präsenz der oberen und unteren Frequenzen deutlich gedämpft ist und sich im offenen Design auch verliert.
Durch das offene Design ist der Stereoeffekt enorm, gerade bei höheren Lautstärken. Je lauter ihr die Kopfhörer dreht, desto mehr dringt nach außen, was ihr unbewusst als breitere Bühne wahrnehmt. Bei leiserer Lautstärke dringen allerdings schnell Umgebungsgeräusche in euer Hörvergnügen ein, weshalb ein ungestörtes Umfeld fast eine Grundvoraussetzung ist.
Sind die passenden Voraussetzungen gegeben, schaffen es die HarmonicDyne Romantic schnell, Emotionen zu transportieren, und sie wirken selbst auf maximaler Lautstärke nicht aufdringlich. Diese Kopfhörer spielen ihre Stärke bei komplexerer Musik voll aus und schwächeln bei einfacher, energetischer Musik. Für Hip-Hop, EDM oder basslastige Elektrobeats eignen sie sich eher nicht, da der Bass hier zu schnell durch das offene Gehäuse verfliegt. Das Live-Konzert von Hans Zimmer in Prag klingt hier allerdings unfassbar gut, wo andere Kopfhörer bei der Vielzahl an Instrumenten und Nebengeräuschen schnell ins Straucheln kommen.
Vergleich zu anderen offenen Kopfhörern
Im Vergleich zu den deutlich günstigeren OneOdio Monitor 80 (zum Test) sind die HarmonicDyne Romantic in so vielen Aspekten besser, dass ein Vergleich nicht auf Augenhöhe stattfindet. Der einzige Vorteil der Monitor 80 ist die bessere Mobilität. Klanglich wirken die Monitor 80 im Vergleich aber so dünn, dass hier ein Qualitätsunterschied für jeden Laien mit Leichtigkeit zu erkennen ist.
Der Vergleich zu den HarmonicDyne Baroque (zum Test) ist dabei ebenbürtiger. Optisch ähneln sich Romantic und Baroque sehr, allerdings sitzt der Baroque etwas fester, ist etwas kompakter und damit besser für kleine Köpfe geeignet. Klanglich bietet der Baroque eine deutlich stärkere Mittenbetonung, während der Romantic vor allem im Tiefbassbereich mehr Tiefe und Volumen hat. Der Romantic geht dabei ein bisschen mehr in Richtung Mainstream und besitzt einen dumpferen Retroklang, bietet aber eine ähnlich gute Bühne wie der Baroque.
Tragekomfort und Mobilität
Der Tragekomfort ist, wie bereits angedeutet, eine der großen Stärken des HarmonicDyne Romantic. Die 24mm dicken Ohrpolster aus Schaumstoff sorgen für ein weiches Aufliegen. Die Konstruktion trennt den starren Metallbügel geschickt vom flexiblen Kunstleder-Kopfband, das direkt auf dem Kopf ruht. Hier habt ihr viel Spielraum: Selbst bei maximaler Einstellung bleiben noch 5mm Luft zwischen dem Band und dem Metallbügel. Unangenehme Druckstellen durch den harten Rahmen sind somit ausgeschlossen.
Ein weiterer Vorteil der offenen Bauweise ist die Klimatisierung. Da ständig Luft an die Ohren gelangt, ist ein lang andauernder Hörgenuss ohne Hitzestau gewährleistet. Das macht den HarmonicDyne Romantic ideal für lange Sessions im Homeoffice. Allerdings hat diese Offenheit eine Kehrseite: Ihr nehmt Nebengeräusche nahezu ungedämpft wahr, und bei höherer Lautstärke dringt eure Musik deutlich nach außen. In ruhigen Umgebungen ist das perfekt, in der Bahn oder im Großraumbüro stört ihr damit jedoch schnell eure Sitznachbarn.
Technische Anforderungen & Testsetup
Rein technisch lassen sich die Kopfhörer mit einer Impedanz von 64 Ohm und einer Empfindlichkeit von 107dB SPL/mW auch an mobilen Zuspielern betreiben und erreichen dabei eine ordentliche Lautstärke. Der limitierende Faktor ist der Stecker: Der 4,4mm Anschluss zwingt euch zur Nutzung eines DACs oder Kopfhörerverstärkers.
Für unseren Test haben wir den Kopfhörer daher mit dem Kiwi Ears Allegro Mini (zum Test) verbunden und als Quelle hochauflösende Inhalte von Tidal & Deezer genutzt.
Abschließend sei zur Mobilität gesagt, dass der HarmonicDyne Romantic eher ein Kopfhörer für den stationären Genuss ist. Er lässt sich nicht zusammenfalten, was Lagerung und Mitnahme erschwert. Zwar ist die Metallkonstruktion robust, aber auch sperrig. Wer einen kompakten Begleiter für die Reisetasche sucht, ist hier falsch.
Testergebnis
Der HarmonicDyne Romantic ist ein offener, mittelpreisiger Over-Ear-Kopfhörer von Linsoul, der vor allem durch seinen warmen Klangcharakter und ein markantes Retro-Design überzeugt. Sein 60mm-Treiber aus Bambusfaser-Biokomposit sorgt für einen natürlichen, organischen Klang mit breiter Bühne. Besonders Live-Aufnahmen profitieren von der Räumlichkeit sowie der hervorragenden Stimm- und Instrumententrennung. Die Stärken des HarmonicDyne Romantic liegen in der sauberen Darstellung komplexer Musik, weniger bei aktuellen Charts.
Dank der dicken Polster, der stabilen Konstruktion und der durch das offene Design begünstigten Belüftung eignet er sich ideal für lange Sessions oder das Homeoffice. Die Verarbeitung ist hochwertig: Viel Metall und Kunstleder treffen auf robusten Kunststoff in ansprechender Retro-Optik.
Doch offene Kopfhörer haben auch ihre Tücken. Diese liegen beim HarmonicDyne Romantic vor allem in der eingeschränkten Mobilität, da er sich nicht zusammenfalten lässt und recht wuchtig ausfällt. Zudem erfordert der 4,4mm-Anschluss einen kompatiblen DAC oder Kopfhörerverstärker; der direkte Betrieb an einer herkömmlichen-3,5mm Buchse ist ohne Adapter nicht möglich.
Seid ihr euch dieser Einschränkungen bewusst, erhaltet ihr für ca. 250€ einen exzellent klingenden Kopfhörer, der in ruhiger Umgebung ein tolles Hörvergnügen bereitet. Mit dem OneOdio Monitor 80 (zum Test) würdet ihr zwar günstiger fahren, müsstet aber deutliche klangliche Einbußen hinnehmen. Wir können den HarmonicDyne Romantic bedenkenlos empfehlen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hier wirklich gut.
Aktuell befindet sich der Kopfhörer noch in der Vorbestellung. Der Preis kann sich nach der Veröffentlichung also noch in beide Richtungen entwickeln, und auch die Händlerliste dürfte sich noch vergrößern.
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Schön zu lesen der Test. Gerne mehr davon.
Vielen Dank für die netten Worte ❤️
Wir sind stets bemüht… 😉
LG