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Vor gut vier Jahren habe ich hier den Govee DreamView T1 getestet: ein richtig geiles Geburtstagsgeschenk, das mein Fernsehbild seitdem jeden Abend an die Wand verlängert. Inzwischen ist Govee bei der dritten Generation angekommen, und die neue TV-Hintergrundbeleuchtung Backlight 3 verspricht, genau das zu beheben, was mich am T1 gestört hat: ungenaue Farben, fummelige Kameramontage und ein Fisheye-Effekt an den Bildschirmrändern. Statt einer Kamera schauen jetzt zwei mit je 2 Megapixel auf den Bildschirm. Das trifft allerdings nur auf das hier getestete, mindestens 100€ teure Modell zu. Der 3 Lite ist dagegen der direkte Nachfolger des T1 und bleibt bei Farbgebung und Helligkeit sicher weiterhin unterlegen.
Ich habe das Govee TV Backlight 3 seit vier Wochen an meinem 65 Zoll LG OLED im Einsatz und verrate Euch, ob sich der Sprung vom T1 lohnt. Falls Ihr keinen Bock habt, den ganzen Test zu lesen: Es ist definitiv nochmal genauer, heller und kräftiger geworden, der doppelte Preis lohnt sich also wirklich!
Govee TV Backlight 3, 3 Lite oder 3 Pro?
Govee führt die dritte Generation in drei Ausbaustufen, und die Namen helfen kaum weiter. Der Überblick, bevor Ihr das falsche Set bestellt:
| 3 Lite | TV Backlight 3 | 3 Pro | |
|---|---|---|---|
| Kamera | Einzelkamera | Doppelkamera, je 2MP | Dreifachkamera (HDR) |
| Sichtfeld | 1 x 180° | 2 x 144° | 3 x 86° |
| Linse | 4G + IR | 1G + 3P Hybrid + IR | 5P + IR |
| LED-Technik | RGBWIC | RGBWIC | RGBWWIC (LuminBlend) |
| LED-Dichte | 30LEDs/m | 60LEDs/m | 75LEDs/m |
| Helligkeit | 120lm/m | 235lm/m | 337lm/m |
| TV-Größen | 32 bis 85 Zoll | 55 bis 65 Zoll / 75 bis 85 Zoll | 55 bis 65 Zoll / 75 bis 85 Zoll |
| Preis (UVP) | 89,99€ | 149,99€ / 169,99€ | 199,99€ / 219,99€ |
Ich habe nur die TV-Hintergrundbeleuchtung 3 genauer getestet, das 3 Lite dürfte hingegen der nur minimal bessere Nachfolger des ebenfalls 70€ teuren DreamView T1 sein. Wenn Ihr mit der Ungenauigkeit leben könnt und meist ohnehin erst im Dunkeln fernseht, seid Ihr damit ebenfalls bestens bedient. Die Pro-Version bietet nochmals eine bessere Kamera und mehr Helligkeit, allerdings könnt Ihr bei dem Preis auch gleich auf eine HDMI-Box umsteigen, das nimmt sich preislich dann nicht mehr viel.
Lieferumfang und Aufbau
Im Lieferumfang der Govee TV-Hintergrundbeleuchtung 3 ist alles enthalten, was Ihr für einen schnellen und unkomplizierten Aufbau benötigt. Was ich diesmal ebenso wenig wie beim Vorgänger genutzt habe, waren die Klebeclips. Stattdessen habe ich die Oberfläche vorher mit Isopropanol gereinigt, und der T1 klebte volle vier Jahre und zwei Umzüge später immer noch bombenfest an meinem LG OLED.
Den LED-Streifen gibt es wie gehabt in zwei Versionen: für 55 bis 65 Zoll und als längeres Modell für 75 bis 85 Zoll. Der Streifen haftet mit 3M-Klebeband, das im Langzeittest wirklich astrein hielt. Verlegen lässt er sich sauber und schnell. Das eigentliche Upgrade betrifft aber die Kamera, denn auch die hält jetzt ohne 3D-Druckhalterung problemlos an meinem superdünnen LG-Fernseher. Ausgerichtet ist sie im 90°-Winkel, so wie es die Anleitung vorgibt.
Der Controller ist nahezu der gleiche, und auch hier klebt ein Pad, falls Ihr auf Kabelmanagement steht. Ich bin eher der „aus den Augen, aus dem Sinn”-Typ und fuchtele zu oft hinter meinem Fernseher, als dass ich dort alles perfekt verstauen möchte.
Die Kamera: Das größte Upgrade gegenüber dem T1
Der Kamerakopf des TV Backlight 3 misst nur noch 19 x 50 x 19 Millimeter und hängt per Schwerkraft-Design über der Bildschirmkante. Das funktioniert super, und der Kopf verdeckt keine Inhalte. Was bei solchen Systemen im Vergleich zu echtem Ambilight klar sein sollte: Die Kamera bleibt oben sichtbar. Das ist auch beim Datenschutz ein Thema, denn die Kamera sieht hier nun doch mehr als die alte. Ausgerichtet ist sie natürlich direkt auf den Fernseher, sie schaut aber auch mal links oder rechts vorbei, das seht Ihr in der App deutlich.
Kalibrierung
Aufbau und Kalibrierung benötigen in der Praxis keine 10 Minuten. Der meiste Aufwand ist letztendlich, hinten an den Fernseher ranzukommen. Dann klebt Ihr das LED-Band auf, installiert oben mittig die Kamera und verkabelt alles an der Box. Danach kommt der Stecker in die Steckdose und sieben orangefarbene Klebepads in die Ecken des Fernsehers. Anschließend gebt Ihr Strom auf den LED-Streifen und verbindet die Govee TV-Hintergrundbeleuchtung 3 mit der App und darüber mit dem WLAN. Die Kalibrierung startet, und hier erkennt Ihr die orangefarbenen Klebepads sehr viel besser als beim alten DreamView T1 und könnt nochmal nachjustieren. Und zwar für beide Kameras, denn es sind ja zwei Stück.
Direkt danach war das Ergebnis wirklich überzeugend und dem T1 bei der Genauigkeit klar voraus.
Govee Home App und Smart-Home-Anbindung
Die Einrichtung eines Kontos ist nach wie vor sinnvoll, sei es für Firmware-Updates oder eben die WLAN-Einbindung zur Steuerung über das Smart Home. Auch Matter wird diesmal unterstützt, falls das für Euch relevant sein sollte. Ich muss ehrlich sagen, dass ich den LED-Streifen ausschließlich als Hintergrundbeleuchtung für den Fernseher nutze und damit fast vollständig auf die App und die smarten Funktionen wie Alexa-Steuerung oder Google Home verzichten könnte. Was Ihr aber unbedingt machen solltet, ist einmal in Ruhe die Grundeinstellungen durchzugehen. Beim alten Modell gab es den sogenannten „Kontrast-Trick”, damit die Farbdarstellung richtig funktionierte. Das braucht Ihr hier nicht mehr, und der „Videomodus” mit der gewünschten Helligkeit funktionierte ab Werk schon super. Natürlich stehen nach wie vor unterschiedlichste Modi zur Verfügung:
- Video-Modus: Die Kamera zeigt die Farbe in der jeweiligen Richtung, die sie wahrnimmt, verlängert das Bild also zu allen Seiten: klassisches Ambilight.
- KI-Farbanpassung: Wie viel KI hier wirklich drin ist, kann ich nicht beurteilen, wirkt teilweise eigenartig und hat mich nicht überzeugt.
- Musik-Modus: Ein Mikrofon am Controller übernimmt die Lichtsteuerung.
- Szenen und Effektlabor: Hier könnt Ihr Euren Vorstellungen freien Lauf lassen.
- DreamView: Wenn Ihr noch mehr Govee-Leuchten und LEDs im Haus habt, geht es hier richtig ab und Ihr könnt synchronisieren. Wir hatten auch mal den T1 Pro mit zusätzlichen Lichtelementen im Test.
Ein Punkt, den ich beim T1 noch achselzuckend abgehakt habe: Hier hängt eine Kamera dauerhaft im Wohnzimmer, und im Controller steckt für den „Musik-Modus” zusätzlich ein Mikrofon. Ausgerichtet ist die Kamera zwar auf den Fernseher, aber mit 4 Megapixeln und zwei Objektiven mit je 144 Grad Sichtfeld sieht sie deutlich mehr als die alte Einzelkamera. Auf diesen Bildern lässt sich tatsächlich etwas erkennen. Wo die Bilddaten ausgewertet werden, solltet Ihr vor dem Kauf kurz in Govees Datenschutzerklärung nachlesen, wenn Ihr ein Gerät mit Kamera und Mikrofon nicht blind ins Wohnzimmer hängen wollt.
Govee TV Backlight 3 in der Praxis: so schick wie Ambilight?
Bei Nachrichten und schnell wechselnden Bildern würde ich ähnlich wie bei meiner alten Hintergrundbeleuchtung auch hier ein Dauerleuchten bevorzugen, aber es ist definitiv etwas ruhiger geworden, wenngleich es bei der Tagesschau hektisch zugehen kann. Animationsfilme bleiben der eigentliche Knaller, da dort die Farben am schönsten zur Geltung kommen. Bei mir fällt das Upgrade vor allem deshalb ins Auge, weil ich von einer weißen Wand auf eine Holzwand gewechselt bin: Sowohl die Farbintensität als auch die subjektiv wahrgenommene Helligkeit sind beim Govee TV Backlight 3 spürbar besser.
Naturdokus machen ebenfalls richtig Spaß, und auch beim Fußball hat für meinen Geschmack im „Video-Modus” alles gepasst. Für Gaming am Fernseher ist hingegen eher meine Frau zuständig, und die war ebenfalls zufrieden, ihr fiel vor allem auf, dass es intensiver wirkt. Ich habe natürlich meine Gefängnisausbruch-Folge von The Mandalorian zusammen mit meinem LG OLED auf Vollgas geschraubt, und das Blitzlichtgewitter war abermals phänomenal. Eine Hintergrundbeleuchtung wie das Govee Backlight 3 will ich einfach nicht mehr missen.
Farbtreue, Spiegelungen und Latenz
Der Fisheye-Effekt des Vorgängers fällt deutlich geringer aus, entsprechend sauberer werden die Randbereiche und Ecken eingefärbt. Spiegelungen sind nach wie vor ein Thema, aber es kam im Testzeitraum zu erkennbar weniger völlig falschen Farben. Aber klar, gerade bei Licht passiert es doch noch. Beim T1 musstet Ihr noch die Sättigung anpassen. Dank des jetzt unterstützten dedizierten Weißkanals entfällt das, die Farbdarstellung stimmt ohne weitere Einstellung.
HDMI-Lösungen oder auch echtes Ambilight an einem Philips-Fernseher sind definitiv schneller, störend nehmt Ihr das aber nicht wahr. Das liegt schlichtweg an den 30FPS der Kamera, denn die müssen erstmal verarbeitet werden. Ich hatte damit ehrlich gesagt vorher schon keine Probleme, und hier hat es sich nochmal reduziert. Wobei ich auch klar sagen muss, dass ich einen etwas langsameren Übergang und damit auch eine langsamere Reaktion je nach Inhalt als sehr angenehm empfinde.
Helligkeit und Stromverbrauch
Der neue LED-Streifen ist allein laut Datenblatt gut doppelt so hell wie beim Vorgänger und verbraucht entsprechend auch mehr Strom. Auf voller Helligkeit liegt der Stromverbrauch bei maximal 30W (komplett Weißes Licht) und im Standby sind es 2,8W.
Was hat sich gegenüber dem DreamView T1 getan?
| DreamView T1 (2021) | TV Backlight 3 (2026) | |
|---|---|---|
| Kamera | Einzelkamera | Doppelkamera, 2MP, 2 x 144° |
| Linse | unklar | 1G + 3P Hybrid-Glas-Kunststoff + IR |
| LED-Technik | RGBIC | RGBWIC (eigener Weißkanal) |
| LED-Dichte | 30LEDs/m | 60LEDs/m |
| Helligkeit | unklar | 235lm/m |
| Zonen | unklar | 24 |
| Kameramontage | Auflage, Klebequadrate nötig | Schwerkraft-Design, 19 x 50 x 19 Millimeter |
| Smart Home | Alexa, Google Home (Cloud) | Matter, Alexa, HomeKit, Google Home, SmartThings |
| DreamView-Sync | – | bis zu 10 Geräte |
| Preis zum Start | ca. 70€ | 149,99€ (55 bis 65 Zoll) |
Hier muss ich erst einmal klar sagen, dass sich der Preis nahezu verdoppelt hat, zumindest für das Modell mit den eigentlichen Vorteilen, die mit der besseren Kamera einhergehen. Mit der Lite-Version gibt es nach wie vor das alte Erlebnis zum gleichen Preis. Wenn mir vorher bewusst gewesen wäre, wie cool ich eine TV-Hintergrundbeleuchtung finde, hätte ich offen gestanden direkt zum TV Backlight 3 gegriffen, wobei es das damals nicht einmal gab und es natürlich auch ein Geschenk war.
Alternative: HDMI statt Kamera
Govee hat mittlerweile auch eine eigene HDMI-Sync-Box im Angebot. Die spart Euch die Kamera, bringt aber andere Probleme mit sich und ist spürbar teurer. So startet etwa eine Govee AI Sync Box 2 bei 240€ und für eine Philips Hue Play legt Ihr 350€ auf den Tisch. Der klare Nachteil einer solchen Box: Das Signal muss zwingend durch sie hindurchlaufen, was für viele Setups schlicht unpraktisch ist. Wenn Ihr wie ich hauptsächlich die Apps direkt auf dem Fernseher nutzt, bringt Euch die Box also gar nichts.
Testergebnis
Nach vier Wochen mit dem Govee TV Backlight 3 an meinem 65 Zoll OLED fällt das Urteil deutlich aus: Das ist kein Feinschliff am T1, sondern ein spürbares Upgrade. Die Doppelkamera arbeitet erkennbar präziser, der dedizierte Weißkanal macht den alten Sättigungs-Trick überflüssig, und die höhere Helligkeit zahlt sich gerade an meiner Holzwand aus, an der die alte Beleuchtung merklich abgefallen ist. Aufbau und Kalibrierung sind in unter zehn Minuten erledigt, der aufwendigste Teil bleibt das Rankommen an die TV-Rückseite. Dass die Kamera jetzt ohne 3D-gedruckte Bastelhalterung an einem hauchdünnen OLED hält, ist ebenfalls eine willkommene Verbesserung.
Perfekt ist es trotzdem nicht, und das liegt im Prinzip begründet. Eine Kamera, die auf einen spiegelnden OLED schaut, wird bei Restlicht im Raum weiterhin gelegentlich Farben sehen, die im Bild gar nicht vorkommen. Deutlich seltener als beim T1, aber es passiert. Bei Nachrichten und schnellen Schnitten schalte ich nach wie vor lieber auf Dauerlicht um. Und die „KI-Farbanpassung” hat mich in vier Wochen kein einziges Mal überzeugt, die bleibt bei mir aus. Die etwas höhere Latenz gegenüber einer HDMI-Lösung empfinde ich dagegen nicht als Nachteil, je nach Inhalt sogar als angenehmer.
Bleibt der Preis. Der hat sich gegenüber dem T1 glatt verdoppelt, und wer nur eine stimmige Hintergrundbeleuchtung fürs abendliche Fernsehen im abgedunkelten Wohnzimmer will, fährt mit dem 3 Lite zum alten Preis weiterhin gut. Wer die Farben aber wirklich passend zum Bild haben will und nicht nur ungefähr, für den ist der Aufpreis das Geld wert. Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung für alle, die ihr Fernsehbild ernsthaft an die Wand verlängern wollen. Der Schritt zum Pro lohnt sich meiner Meinung nach dagegen kaum noch, in der Preisklasse landet Ihr auch bei einer HDMI-Box.
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