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Wir testen den Beamer Blitzwolf BW V11. Der BW V11 bietet 1.100 ISO-Lumen, 1080p, einen 20W-Subwoofer, Surround-Sound, automatische Bildanpassung, Google TV und das alles für unter 200€. Wie schlägt sich der Beamer, den Influencer als besten Budget-Beamer anpreisen, im Vergleich zum kürzlich getesteten Oscal PV800 Pro? Findet es hier im Test heraus!
Blitzwolf ist die Eigenmarke von Banggood und wird hauptsächlich dort vertrieben. Neben Beamern bietet der Hersteller ein breites technisches Portfolio, das von Monitoren bis zu Netzteilen reicht.
Design und Verarbeitung
Das Design des Blitzwolf BW V11 fällt durch seine abgerundete, klassische Beamer-Form auf. Besonders markant ist die riesige Linse, die mittig in der silbernen Front sitzt. Mit Abmessungen von 285 x 296 x 118 Millimeter ist der weiß-graue Projektor nur geringfügig breiter als das kürzlich getestete Vergleichsgerät Oscal PV800 Pro. Mit 3,91kg ist der Beamer schon recht schwer für den Transport in einer Hand.
Auf der Vorderseite sitzt beim BW V11 die große Linse mit Autofokus. Im äußeren Bereich befinden sich zwei Sensoren zur Bildanpassung und daneben der Lüfterauslass. Die Seiten und die Oberseite des Beamers sind sehr unauffällig gestaltet; lediglich das Herstellerlogo findet ihr auf der Oberseite.
Auf der Rückseite sind unter einer geriffelten Oberfläche die Lautsprecher sowie die Anschlüsse verbaut. Unten sitzt der AC-Netzanschluss, im oberen Bereich ein USB-A-Port, ein HDMI-2.0-Eingang, der beleuchtete Powerbutton und ein Kopfhörerausgang. Ebenso befinden sich die Lautsprecher und der Lüfterauslass auf der Seite. Die Unterseite ist weitestgehend unauffällig. Lediglich das Typenschild und das ¼-Zoll-Gewinde sind dort platziert. Schade, dass Blitzwolf keinen klappbaren Ständer auf der Unterseite verbaut hat.
Lieferumfang des Blitzwolf BW V11
Der Lieferumfang zum Blitzwolf BW V11 fällt wenig üppig aus. Neben dem Beamer legt der Hersteller das 1,5m lange Netzkabel, die Bedienungsanleitung und die moderne Fernbedienung (ohne AAA-Batterien) mit Shortcuts für Streaming-Apps bei.
System und Software
Der Blitzwolf BW V11 unterstützt WiFi 5 und Bluetooth 5.0. Beides ist grundsätzlich eine gute Wahl, wenn auch nicht der aktuellste Standard. Die WLAN-Verbindung war bei mir sowohl im 2,4-GHz- als auch im 5-GHz-Band immer stabil; ich hatte trotz einiger Wände als Hindernisse stets volles Signal. Auch Miracast wird über Android TV via Chromecast problemlos unterstützt. Bluetooth 5.0 erweist sich ebenfalls als zuverlässig für drahtlose Verbindungen. Damit hatte ich stets eine stabile Verbindung, selbst bei Raumwechsel. Eine Latenz beim Anschluss eines Bluetooth-Lautsprechers konnte ich nicht feststellen.
Der Hersteller verbaut 2GB RAM und 8GB Festspeicher, von denen 4,7GB frei sind. Der Beamer ist mit einem Prozessor mit vier Cortex-A53-Kernen und einer ARM-Mali-G52-MP2-Grafikeinheit ausgestattet. Damit gehört der Projektor zu den leistungsärmsten Geräten mit Google TV, die ich bisher getestet habe. Grund dafür sind wahrscheinlich die beiden Betriebssysteme, die auf dem Gerät parallel laufen. In der Standardansicht wird zunächst eine Android-Oberfläche angezeigt, die parallel zum dort anwählbaren Google TV (GTV) eingerichtet und aktualisiert werden kann. Über diese Oberfläche lassen sich Medien und Dokumente anzeigen sowie Grundeinstellungen zu Bild, Ton und Projektion ändern.
- Standard-Oberfläche
- Google TV
Google TV ist eine der besten Software-Lösungen für Anzeigegeräte. Für Beamer bietet es in der Regel viele Anpassungsmöglichkeiten und unzählige Apps, die über den Google Play Store oder Sideload installiert werden können. Zudem bieten die meisten Anzeigegeräte eine Widevine-L1-Zertifizierung, sodass ihr die Streaming-Anbieter in bestmöglicher Auflösung genießen könnt. Allerdings hat der Beamer Probleme mit der parallelen Nutzung der beiden Oberflächen: Einerseits ließ sich Netflix nicht öffnen, andererseits startete der Beamer nach der Installation des VLC Players die Google TV-Oberfläche neu.
- Einstellungen:
- Bild Optionen
- Projektoreinstellungen
- Ton
- Systemeinstellungen
- Schnelleinstellungen
- weitere Einstellungen, z.B. HDMI
- Audio Optionen
- System
- Google TV Startseite
- vorinstallierte Apps
Die beiden Oberflächen bereiten auch bei der Medienwiedergabe über USB Probleme. In Google TV wird kein USB-Stick im VLC Player erkannt, in der Android-Oberfläche hingegen schon. Im Dateimanager und in der App „LocalMM“ können Medien wiedergegeben werden. Der Beamer kann auch 4K-Inhalte mit AC3-Ton abspielen, jedoch leider keine DTS-Inhalte. Auf die Android-Oberfläche lassen sich keine Programme nachträglich installieren, sodass generell keine Audiodateien abgespielt werden können.
Bildqualität des Blitzwolf BW V11
Kommen wir nun zum wichtigsten Bereich: der Bildqualität. Der Blitzwolf BW V11 soll 200 Zoll große Projektionen in Full-HD erzeugen können. Er kann auch 4K- und HDR10-Inhalte decodieren und verfügt über eine helle 1.100-ANSI-Lumen-LCD-Einheit. Der Projektor unterstützt auch automatische Trapezkorrektur und Autofokus. Für eine 70-Zoll-Projektion benötigt der Beamer einen Abstand von 1,8m und für ein 100-Zoll-Bild 2,6m.
Nach dem Start fokussiert sich der Beamer automatisch, eine automatische Trapezkorrektur führt der BW V11 jedoch nicht sofort durch. Diese müsst ihr zunächst in den Projektionseinstellungen aktivieren. Ist sie einmal aktiviert, führt der Beamer gleich zum Systemstart die automatische Bildanpassung in rund sieben Sekunden zuverlässig durch. Zwar sind die Bildecken minimal unscharf, was jedoch bei LED-Beamern normal ist. Dieser Effekt verstärkt sich, wenn der Projektor schräger zur Leinwand steht. Der Beamer passt das Bild zwar zuverlässig in die richtige Form an, die Bildränder sind dann jedoch deutlich unschärfer als die Bildmitte.
- abgedunkelt
- 70 Zoll
- abgedunkelt
- 90 Zoll
Nachdem die automatische Bildanpassung abgeschlossen ist, erzeugt der Blitzwolf BW V11 zunächst eine etwas farblose, triste und helle Projektion. Das ändert sich jedoch schlagartig, wenn ihr den Bildmodus „Lebendig“ wählt. Dann erzeugt der Projektor schöne Kontraste, lebendige Farben und auch die dunklen Bereiche erscheinen in den richtigen Schwarztönen. Letzteres gelingt vielen günstigen Beamern meist nicht so gut. Auch Bewegungen werden flüssig dargestellt.
- Tageslicht
- 65 Zoll
Die angegebenen 1.100 ANSI Lumen erreicht der Blitzwolf BW V11 nicht ganz. Bei uns erreichte der Beamer eine maximale Helligkeit von 850 Lumen in der Bildmitte, 470 Lumen in den Bildecken, 680 Lumen im oberen bzw. unteren Bildbereich und 550 Lumen am rechten bzw. linken Bildrand. Das ergibt eine Bildhelligkeit von 650 gemessenen ANSI Lumen auf einem Quadratmeter in der höchsten Bildhelligkeit. Der Blitzwolf BW V11 ist der erste LED-Beamer, bei dem ich die Helligkeit regulieren kann, wodurch sich die Leistungsaufnahme des Geräts verringert – dazu später mehr. Für ein ordentliches Bild bei Dunkelheit reichte mir der Beamer bis 120 Zoll, im abgedunkelten Raum bis 80 Zoll. Bei hellem Tageslicht kann ich den Blitzwolf BW V11 hingegen nicht empfehlen, es sei denn, ihr wollt eine notdürftige Präsentation auf maximal 50 Zoll zeigen.
- Dunkelheit
- 80 Zoll
- Dunkelheit
- 100 Zoll
Beim Spielen macht der Blitzwolf BW V11 auch eine gute Figur. Der Beamer hat auch ohne den verfügbaren Spielemodus keine spürbare Eingabeverzögerung.
- Gaming
- Bildmodus: Spiel vs.
- Lebhaft
- Standard
Im Vergleich mit dem ähnlich teuren Oscal PV800 Pro überzeugt der Blitzwolf BW V11 leider nicht ganz. Der Beamer von Oscal punktet mit einer deutlich schärferen und natürlicher wirkenden Projektion. Der Blitzwolf BW V11 wirkt im direkten Vergleich etwas weicher und weniger präzise, bringt dafür aber eine lebendigere, dynamischere Farbgebung mit.
- links: Oscal – rechts: Blitzwolf
Soundqualität und Emissionen
Blitzwolf bewirbt beim BW V11 einen „20 Watt Subwoofer Sound“. Und so klingen die Lautsprecher des Beamers in den Standardeinstellungen – viel zu tief, dumpf und mit bescheidenen Höhen. Das ändert sich aber in den beiden anderen Soundmodi „Lebendig“ und „Musik“. Vor allem der Soundmodus „Musik“ fällt durch einen angenehmen, recht ausgeglichenen Sound mit guter Tiefe auf.
Die Leistungsaufnahme beim Blitzwolf hängt von der eingestellten Helligkeit ab. In der höchsten Helligkeit (gemessene 650 ANSI Lumen) verbraucht der Beamer rund 117 Watt und in der geringsten rund 70 Watt.
Die Lüfterlautstärke ist während des Betriebs vor allem bei leisen Passagen deutlich hörbar. Mit 41dB(A) könnt ihr den Lüfter des Beamers mit der Lautstärke eines Kühlschranks vergleichen. Gerade bei leisen Filmpassagen kann dies schnell störend wirken.
Testergebnis
Der Blitzwolf BW-V11 ist ein günstiger Full-HD-Beamer mit ordentlicher Grundausstattung für unter 200€: Autofokus, automatische Trapezkorrektur, Google TV, 650 gemessene ANSI Lumen und solide Konnektivität. Die Bildqualität überzeugt vor allem im Modus „Lebendig“ mit kräftigen Farben, gutem Kontrast und flüssigen Bewegungen. Für dunkle Räume liefert er bis etwa 120 Zoll ein ansehnliches Ergebnis, bei Tageslicht ist der Beamer allerdings kaum zu gebrauchen.
Die Software ist der größte Schwachpunkt: Zwei parallel laufende Oberflächen (Android + Google TV) sorgen für Instabilitäten, App-Probleme und Einschränkungen bei der Medienwiedergabe. Zudem fällt die Bediengeschwindigkeit durch die Softwareumsetzung eher träge aus.
Im Vergleich mit dem teureren Oscal PV800 Pro (zum Test) zeigt sich der Blitzwolf BW-V11 farbintensiver (Bildmodus „Lebendig“), jedoch weniger scharf und natürlich. Ich bevorzuge den Oscal bezüglich Bild und Software – das hängt aber von individuellen Vorlieben ab. Zum Testzeitpunkt ist der Oscal PV800 Pro etwas teurer als der Blitzwolf-Beamer.
Es gibt viele vergleichbare Modelle mit günstiger LCD-Technik. Dazu zählen der Wanbo X5 (zum Test) und der neuere Wanbo X5 Pro, die bei der Helligkeit ähnlich liegen, aber einen besseren Sound bieten. Auch der Ultimea Poseidon E40 (zum Test) rutscht preislich gelegentlich unter 300€ und ist mit gemessenen 1.000 ANSI Lumen deutlich heller. Wer eine höhere Bildqualität oder hellere Projektionen wünscht, muss zu einem deutlich teureren DLP-Projektor greifen. Schaut für weitere Infos gerne in unsere aktualisierte Bestenliste.
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