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Das Anker Prime 160W mit der Modellbezeichnung A2687 ist ein GaN-Mehrport-Netzteil mit drei USB-C-Ports und integriertem Smart Display. Die maximale Gesamtleistung beträgt 160 Watt. Ein einzelner USB-C-Port liefert bis zu 140 Watt nach USB Power Delivery 3.1. Damit bewegt sich das Gerät im oberen Leistungssegment kompakter Ladegeräte und richtet sich an sehr anspruchsvolle Nutzer.
Technische Einordnung
Das Ladegerät unterstützt USB-C Power Delivery 3.1 inklusive PPS bis 100 Watt, Quick Charge 3.0, QC5-Kompatibilität, UFCS bis 33 Watt, FCP, SCP, AFC, DCP mit Samsung 2A sowie Apple 2,4A. Die Eingangsspannung liegt bei 100 bis 240 Volt. Die interne Steuerung arbeitet mit PowerIQ 5.0. ActiveShield 4.0 überwacht permanent die Temperatur.
Damit deckt das Gerät praktisch alle relevanten Schnellladeprotokolle ab, die im aktuellen Marktumfeld eine Rolle spielen. Entscheidend ist nicht nur die maximale Wattzahl, sondern die Breite der unterstützten Spannungsprofile.
Lieferumfang und Verpackung
Das Anker Prime 160W wird in einer stabilen, kompakten Kartonverpackung ausgeliefert. Die Verpackung ist sauber bedruckt, sachlich gestaltet und schützt das Gerät durch eine passgenaue Innenform aus Karton zuverlässig vor Transportschäden. Anker verzichtet weitgehend auf überflüssige Kunststoffeinlagen.
Im Lieferumfang befinden sich das Ladegerät selbst sowie eine kurze Anleitung mit Sicherheitshinweisen. Ein USB-C-Kabel liegt nicht bei. Das ist bei leistungsstarken Ladegeräten dieser Klasse üblich, da für 140 Watt ein entsprechend zertifiziertes USB-C-Kabel mit e-Marker und 5-Ampere-Unterstützung erforderlich ist. Wer die maximale Leistung nutzen möchte, muss daher auf ein geeignetes EPR-Kabel achten.
Der Lieferumfang ist damit funktional und reduziert auf das Wesentliche.
Verarbeitung und Aufbau
Das Gehäuse wirkt robust. Die Kunststoffoberfläche ist matt und sauber verarbeitet. Die Ports sitzen straff. Kabel wackeln nicht. Für ein 160-Watt-Ladegerät bleibt die Bauform kompakt. Das ist der GaN-Technologie zu verdanken, die gegenüber klassischen Silizium-Netzteilen weniger Verlustwärme erzeugt und kleinere Bauteile erlaubt.
Ein praxisrelevantes Detail zeigt sich gut auf den Fotos: Der Netzstecker ist klappbar ausgeführt. Dadurch reduziert sich die Gesamttiefe des Ladegeräts. In der Tasche steht nichts hervor und der Lader lässt sich sauber verstauen.
Das Gerät ist für ein kompaktes Ladegerät schwer, es bringt 218g auf die Waage.
Das integrierte Smart Display stellt einen funktionalen Mehrwert dar. Es zeigt die Gesamtleistung, die Leistung je Port und eine grobe Temperatur-Einordnung ohne Einheiten in Echtzeit. Zusätzlich werden aktive Ladeprotokolle angezeigt. Die Bedienung erfolgt direkt am Gerät per Touch.
Über Bluetooth lässt sich das Ladegerät in die Anker-App einbinden und in verschiedenen Modi konfigurieren: KI-Modus 2.0 mit dynamischer Leistungsverteilung, Standard-Modus mit fester Leistungsverteilung und wählbarer C1-Anschluss-Priorität (100W) oder Benutzerdefinierter Modus. In letzterem kann die Gesamtleistung von 160W frei auf die drei Ports verteilt werden, z.B. 70W + 45W + 45W. Außerdem sind Ladeprotokolle und PPS-Ranges auswählbar.
- Screenshot
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Testumgebung und Belastung
Schließt ihr kein Gerät zum Laden an, bleibt der Stand-By-Strom überraschend niedrig, sodass ihr den reinen Stand-By-Verbrauch vernachlässigen könnt.
Im Test kamen mehrere leistungsstarke Powerbanks und Testgeräte mit hoher Lastanforderung zum Einsatz. Zusätzlich lud ein Google Pixel 8 Pro parallel. Die Lastverteilung bewegte sich häufig zwischen 40 und 65 Watt Gesamtleistung.
Das Netzteil konnte 160W Gesamtleistung über zwei Lasten in meiner Testumgebung nicht konstant ausgeben. Nach gut 40 Minuten drosselte das Gerät die Leistung auf jeweils 100W beziehungsweise 50W. 140W hingegen sind bei 20°C Zimmertemperatur problemlos möglich. Eine Anker Solix C300 DC Powerstation lud konstant ohne Leistungseinbußen. Weder im Einzelportbetrieb mit hoher Dauerlast noch im Mehrportbetrieb zeigte das Gerät Instabilität, Abschaltungen oder auffällige Spannungsabbrüche.
Beim Einstecken zusätzlicher Geräte kommt es zu einer kurzen Neuinitialisierung der Ports im KI-Modus. Die Unterbrechung liegt im Bereich weniger Sekunden. Danach verteilt das System die Leistung neu und arbeitet stabil weiter. Dieses Verhalten ist bei leistungsstarken Multi-Port-Ladegeräten technisch üblich. Im Standard- oder im benutzerdefinierten Modus gibt es keinen Disconnect bei der Neuverteilung der Leistung.
Analyse der Ladeprotokolle anhand des Messbildes
Ein USB-Leistungsmessgerät dokumentierte die automatische Protokollerkennung. Das Messgerät identifizierte folgende Standards im automatisch ausgewählten KI-Modus 2.0:
UFCS 33W, QC3.0 mit 5V, 9V, 12V sowie variabler Spannung von 3,6 bis 20V, FCP, SCP, AFC, PD3.1 mit 140W inklusive PPS und QC5, DCP Samsung 2A sowie Apple 2,4A.
Diese Anzeige bestätigt die breite Kompatibilität. QC3.0 deckt ältere Android-Geräte ab. SCP adressiert Huawei-Geräte. AFC kommt bei älteren Samsung-Modellen zum Einsatz. DCP Samsung 2A sowie Apple 2,4A sichern die Unterstützung älterer USB-Geräte ohne moderne Schnellladeprotokolle. PD3.1 und PPS sind für aktuelle Geräte entscheidend, da hier variable Spannungen zwischen 3,3 und 21 Volt genutzt werden, um Ladeleistung effizient und temperaturstabil zu übertragen.
Im Standard-Modus kommen als Protokolle noch FCP sowie eine 21V/5A-PPS-Range hinzu, während euch der benutzerdefinierte Modus die freie Wahl dieser Parameter lässt.
USB Power Delivery 3.1 erlaubt theoretisch bis zu 140 Watt an einem Port. Diese Leistung steht für große Notebooks mit USB-C-Ladefunktion zur Verfügung. Während der automatisch ausgewählte KI-Modus die Leistung komplett dynamisch verteilt, erfolgt die Leistungsverteilung im Standard-Modus nach einem festen und wie von den meisten Ladegeräten bekannten Muster, siehe auch Handbuch (online):
Smartphone-Kompatibilität im Detail
Das Netzteil lädt praktisch alle aktuellen USB-C-Smartphones mit voller Standard-Schnellladeleistung. Geräte wie das iPhone 15 Pro oder das iPhone 14 Pro nutzen USB-C Power Delivery und erreichen ihre maximale Ladegeschwindigkeit im Rahmen der Apple-Spezifikation.
- Unterstützte Geräte (Liste nicht vollständig)
- Google Pixel 8 und 9 fehlt noch in der Liste, wird aber unterstützt
Modelle wie das Samsung Galaxy S24 Ultra profitieren von PD mit PPS und können ihre 45-Watt-Schnellladefunktion ausnutzen. Auch das Google Pixel 8 Pro lädt vollständig über PD mit PPS.
Bei Geräten wie dem Xiaomi 14 oder dem OnePlus 12 erfolgt das Laden stabil über USB-C Power Delivery. Proprietäre 90-, 100- oder 120-Watt-Turbo-Modi funktionieren nur mit Originalnetzteilen der jeweiligen Hersteller. Das ist kein Nachteil des Anker-Netzteils, sondern eine Einschränkung der proprietären Systeme. Neuere Modelle der Hersteller unterstützen allerdings PD PPS mit entweder gleicher (Xiaomi, Honor, Motorola) oder zumindest sehr hoher Leistung (Oppo, OnePlus, Realme).
Temperatur und Effizienz
Unter hoher Dauerlast wird das Netzteil spürbar warm. Die Temperatur bleibt jedoch im sicheren Bereich. Das Display liefert hierzu transparente Werte. Anker verbaut keinen Lüfter. Das Gerät arbeitet vollständig geräuschlos. Auch bei längerer Belastung mit über 60 Watt trat kein Spulenfiepen auf.
Die GaN-Technologie reduziert die Verlustleistung. Das wirkt sich positiv auf Effizienz und Baugröße aus. Gerade im Dauerbetrieb am Schreibtisch ist das relevant.
Einordnung gegenüber kleineren Netzteilen
Ein 65-Watt-Netzteil reicht in der Praxis für ein Ultrabook und ein Smartphone. Ein 100-Watt-Netzteil versorgt ein leistungsstärkeres Notebook und ein weiteres Mobilgerät. Das 160-Watt-Modell bietet Reserven für paralleles Laden mehrerer leistungsintensiver Geräte und reduziert mehrere Einzelnetzteile auf ein zentrales Gerät. Wer Notebook, Tablet, Smartphone und weiteres Zubehör gleichzeitig betreibt, profitiert unmittelbar.
Testergebnis
Das Anker Prime 160W A2687 überzeugt durch hohe Leistungsreserven, breite Protokollunterstützung und eine transparente Leistungsanzeige. Die gemessenen Ladeprotokolle zeigen eine außergewöhnlich breite Kompatibilität. In meiner Testumgebung brachte ich das Ladegerät nur unter konstanter Volllast an seine Leistungsgrenze. Es arbeitete stabil, effizient und ohne Auffälligkeiten.
Für die einfache Smartphone-Nutzung ist das Gerät technisch überdimensioniert. Für leistungsstarke Notebooks, mehrere Mobilgeräte und professionelle Arbeitsumgebungen bietet es eine durchdachte, leistungsstarke und zukunftssichere Lösung.
Das Anker Prime 160W A2687 bewegt sich preislich im oberen Segment leistungsstarker GaN-Ladegeräte. Je nach Händler liegt der Marktpreis bei rund 110 bis 140€. Damit ist es deutlich teurer als einfache 65-Watt- oder 100-Watt-Ladegeräte.
Die Preisbewertung hängt stark vom Einsatzzweck ab. Wer ein Smartphone oder ein einzelnes Ultrabook lädt, zahlt hier für Leistungsreserven, die ihr im Alltag nicht benötigt. In diesem Szenario ist das Gerät wirtschaftlich nicht sinnvoll und ihr greift besser zu einem günstigeren Gerät aus meiner Bestenliste.
Wer ein leistungsstarkes Notebook mit bis zu 140 Watt betreibt, mehrere Geräte parallel lädt und Wert auf breite Protokollunterstützung, Smart Display und App-Steuerung legt, erhält ein technisch sehr ausgereiftes Ladegerät mit hoher Zukunftssicherheit. Rechnet ihr den Ersatz mehrerer einzelner Modelle gegen, relativiert sich der Preis.
Unterm Strich ist das Anker Prime 160W kein Massenprodukt für Gelegenheitsnutzer, sondern eine Investition für anspruchsvolle Setups mit dauerhaft hoher Leistungsanforderung.
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