Inhaltsverzeichnis
- Sicherheit steht beim M2 im Vordergrund.
- Auspacken und Inbetriebnahme
- Das Konzept des M2
- Die technischen Herstellerangaben des xTool M2 Deluxe Kits:
- Werkstücke positionieren und ausrichten
- Warum das fehlende Honeycomb auffällt
- Der Farbdruck ist die eigentliche Besonderheit.
- Die Druckkosten des xTool M2 solltet ihr kennen.
- Gravieren und Schneiden im Alltag
- Rotationsgravur mit dem RA3 Lite
- Software und Bedienung
- Abluft im Praxiseinsatz
- Was uns weniger gefallen hat:
Mit dem M2 verfolgt xTool einen anderen Ansatz als die meisten Hersteller von Desktop-Lasern. Anstatt sich ausschließlich auf Gravuren und Laserschnitte zu konzentrieren, kombiniert der M2 einen Diodenlaser mit einem Farbdrucksystem. Dadurch lassen sich Motive zunächst direkt auf verschiedene Materialien drucken und anschließend gravieren oder ausschneiden.
Auf dem Papier klingt das nach einer interessanten Kombination. In der Praxis stellt sich jedoch die Frage, ob der Farbdruck tatsächlich einen Mehrwert bietet oder ob ihr am Ende doch überwiegend die Laserfunktionen nutzt. Um das herauszufinden, musste der xTool M2 Deluxe zahlreiche Projekte über sich ergehen lassen. Bedruckte Holzschilder, Aufkleber, Kartonmodelle, Gravuren auf Lederimitat sowie Rundgravuren auf Trinkflaschen und Bechern gehörten dabei zum Testprogramm.
Sicherheit steht beim M2 im Vordergrund.
Einer der größten Unterschiede zu vielen günstigen Diodenlasern zeigt sich bereits vor dem ersten Einschalten. Der M2 besitzt ein vollständig geschlossenes Gehäuse und arbeitet als Class-1-Lasersystem. Dadurch bleibt die Laserstrahlung während des normalen Betriebs komplett im Gerät.
Das hat einen praktischen Vorteil: Im Alltag benötigt ihr keine Laserschutzbrille, solange ihr das Gerät bestimmungsgemäß mit geschlossenem Deckel betreibt. Gerade für Schulen, Bildungseinrichtungen oder Anwender ohne Lasererfahrung ist das ein wichtiger Pluspunkt.
Natürlich existieren trotzdem Restrisiken. Im Inneren des Geräts arbeitet ein leistungsstarker Laser, der brennbare Materialien wie Holz, Papier, Karton oder Filz entzünden kann. Deshalb solltet ihr den M2 trotz Flammenerkennung niemals unbeaufsichtigt betreiben.
Ebenso wichtig ist die Abluft. Beim Gravieren und Schneiden entstehen Rauchgase und Partikel, die nicht im Raum verbleiben sollten. Eine geeignete Abluftlösung gehört deshalb zur Grundausstattung.
Insgesamt hinterlässt der M2 beim Thema Sicherheit einen deutlich besseren Eindruck als viele offene Diodenlaser, die häufig im Hobbybereich verwendet werden.
Auspacken und Inbetriebnahme
Bereits beim Auspacken fällt auf, dass sich der M2 eher wie ein fertiges Werkzeug und weniger wie ein Bastelprojekt anfühlt. Das Gerät ist weitgehend vormontiert und nach nur wenigen Handgriffen einsatzbereit.
Nach dem Anschluss von Stromversorgung und Abluftschlauch übernimmt die Software den größten Teil der Einrichtung. Die Kalibrierung erfolgt automatisch, sodass ihr bereits nach kurzer Zeit das erste Projekt starten könnt.
Auch die Verarbeitung überzeugt. Das Gehäuse wirkt stabil, die Mechanik läuft sauber und alle Komponenten machen einen durchdachten Eindruck. Während der gesamten Testphase traten keine Probleme mit der Mechanik oder der Positionierung auf.
Das Konzept des M2
Das Herzstück des Systems ist sein modularer Aufbau.
Je nach Ausstattung stehen verschiedene Module zur Verfügung:
- 10-W-Diodenlaser
- 20-W-Diodenlaser
- 3-W-Infrarotlaser
- CMYK-Druckmodul
- RA3 Lite Rotary
Je nach Markt und Ausstattung bietet xTool den M2 außerdem mit stärkeren Lasermodulen bis 40 W an. Für diesen Test stand jedoch die Deluxe-Version mit 10-W-Laser und Druckmodul zur Verfügung..
Der Farbdruckkopf kam etwas später in einer separaten Lieferung.
- Farbdruckkopf
- Kam als Nachlieferung
Der Wechsel zwischen Druck- und Lasermodul erfolgt ohne Werkzeug. Nach einigen Durchgängen geht der Austausch schnell von der Hand und stellt auch Einsteiger vor keine größeren Herausforderungen.
Genau diese Kombination macht den M2 interessant. Während klassische Diodenlaser ausschließlich gravieren oder schneiden können, erweitert der M2 die Möglichkeiten um einen direkten Farbdruck auf unterschiedliche Materialien.
Die technischen Herstellerangaben des xTool M2 Deluxe Kits:
| Bereich | Technische Details xTool M2 Color Craft Deluxe |
|---|---|
| Gerätetyp | Geschlossener Desktop-Laser mit Farbdruck, Gravur und Schneidfunktion |
| Laseroptionen | 10-W-Diodenlaser oder 20-W-Diodenlaser, je nach Ausstattung |
| Drucksystem | CMYK-Inkjet-Druckmodul mit automatischer Patronenversiegelung |
| Druckauflösung | Bis zu 1.200dpi |
| Arbeitsbereich Laser | 426 x 320mm |
| Arbeitsbereich Druck | Ca. 300 x 294mm |
| Materialhöhe Druck | Bis ca. 26mm |
| Kamerasystem | Dual-Kamera-System mit Übersichtskamera und Nahbereichskamera |
| Positionierungsgenauigkeit | 0,1mm laut Hersteller |
| Wiederholgenauigkeit | ≤ 0,07 mm (XY) |
| Sicherheit | Geschlossenes Class-1-Lasersystem, TÜV-SÜD-zertifiziert |
| Flammenerkennung | Integrierte Flammenerkennung mit automatischem Stopp |
| Air Assist | Integrierte Luftunterstützung |
| Abluft | Abluftanschluss für Schlauch oder Filtersystem, zum Beispiel xTool AP2 |
| Rotationsaufsatz | RA3 Lite Rotary für Becher, Flaschen und runde Werkstücke |
| Software | xTool Studio |
| LightBurn-Unterstützung | Nein |
| Konnektivität | USB-C und WLAN |
| Abmessungen | 610 x 569 x 180 Millimeter |
| Gewicht | Ca. 12,3kg |
| Maximale Eingangsleistung | 200W |
| Netzteil | 100 bis 240V AC, 50/60Hz |
| Testausstattung | 10-W-Lasermodul, CMYK-Druckmodul, RA3 Lite Rotary, Materialset und Zubehör |
Werkstücke positionieren und ausrichten
Vor jedem Druck-, Gravur- oder Schneidvorgang müsst ihr das Werkstück auf der Metallgrundplatte positionieren.
xTool liefert hierfür mehrere kleine Magnethalter mit. Diese halten Holzplatten, Karton oder Acryl grundsätzlich zuverlässig an ihrem Platz. Für viele Anwendungen reicht das vollkommen aus.
Ganz überzeugt haben uns die Magnethalter jedoch nicht. Bei dünnem Karton, Filz oder sehr leichten Materialien hätten wir uns größere oder stärkere Halter gewünscht. Hier kann es vorkommen, dass sich das Material leicht anhebt oder verschiebt.
- Hat mich nicht überzeugt
- Magnetische Materialhalterung.
Sehr gut gefällt uns dagegen die Kombination aus Kamera und Software. Das Kamerasystem besteht aus einer 5-Megapixel-Übersichtskamera im Deckel sowie einer 2-Megapixel-Nahbereichskamera am Arbeitskopf. Während die Übersichtskamera die komplette Arbeitsfläche erfasst, ermöglicht die Nahbereichskamera eine präzisere Positionierung kleiner Motive und Gravuren.
Nachdem ihr das Material eingelegt habt, erstellt die Kamera ein Bild der Arbeitsfläche. Anschließend positioniert ihr das Motiv direkt am Bildschirm auf dem Werkstück. Gerade bei Einzelstücken spart das viel Zeit und reduziert Fehldrucke deutlich.
- Kamera im Deckel
Dabei liefert die Nahbereichskamera präzisere Ergebnisse als die Übersichtskamera im Deckel. Nach kurzer Zeit nutzt ihr diese Funktion ganz selbstverständlich.
Warum das fehlende Honeycomb auffällt
Überrascht hat uns das Fehlen einer passenden Honeycomb-Unterlage.
Viele Laseranwender verwenden Wabengitter, um Schmauchspuren auf der Unterseite zu reduzieren und die Rauchabfuhr zu verbessern. Beim M2 gehört eine solche Lösung jedoch nicht zum Lieferumfang. Aufgrund der begrenzten Bauhöhe lassen sich außerdem viele Standard-Honeycombs nur eingeschränkt verwenden.
Für Gravurarbeiten spielt das kaum eine Rolle. Beim Schneiden von Sperrholz zeigen sich jedoch teilweise stärkere Schmauchspuren auf der Unterseite als bei vergleichbaren Systemen mit Honeycomb-Unterlage.
Wer überwiegend graviert, wird das kaum bemerken. Wer jedoch regelmäßig Holz ausschneidet, dürfte sich eine bessere Lösung wünschen.
Der Farbdruck ist die eigentliche Besonderheit.
Der Farbdruck unterscheidet den M2 von nahezu allen anderen Geräten seiner Klasse.
Im Test bedruckten wir Holz, Karton und Leinwand. Besonders interessant ist die Möglichkeit, Motive direkt auf Holz aufzubringen. Logos, Illustrationen oder Schriftzüge lassen sich anschließend ohne erneutes Ausrichten ausschneiden oder gravieren.
- Entwerfen,…
- …drucken,…
- …schneiden…
- und fertig
Die Druckqualität ist insgesamt gut. Farben werden sauber dargestellt und Schriften bleiben klar lesbar.
Wunder solltet ihr jedoch nicht erwarten. Der M2 ist kein Ersatz für einen hochwertigen Fotodrucker oder einen professionellen UV-Drucker. Auf unbehandeltem Holz wirken Farben etwas weicher und weniger kontrastreich als auf Papier oder beschichteten Materialien.
Für Schilder, Dekorationen, Modellbauprojekte oder personalisierte Geschenke ist die Qualität jedoch vollkommen ausreichend.
Ein weiterer positiver Aspekt ist die automatische Versiegelung der Druckpatrone. Wird das Druckmodul nicht verwendet, verschließt das System die Patrone selbstständig. Gut gefallen hat uns dabei die technische Umsetzung. Vor jedem Druckvorgang fährt der Druckkopf zur linken Seite des Arbeitsraums und legt dort seine Schutzkappe in einer kleinen Aufnahmegabel ab. Nach Abschluss des Drucks kehrt er zu dieser Position zurück, nimmt die magnetisch gehaltene Kappe wieder auf und verschließt die Patrone erneut.
Im Alltag läuft dieser Vorgang vollkommen automatisch und fällt kaum auf. Gleichzeitig reduziert er die Gefahr eingetrockneter Düsen erheblich. Gerade für Anwender, die den Farbdruck nur gelegentlich nutzen, ist das ein durchdachtes Detail.
- Aufnahme der Abdeckung
- Die Abdeckung
- Der Druckkopf ohne Abdeckung
Die Druckkosten des xTool M2 solltet ihr kennen.
Ein Nachteil des Systems sind die laufenden Kosten des Farbdrucks.
Die CMYK-Druckpatrone kostet aktuell rund 99€. Für gelegentliche Projekte fällt das kaum ins Gewicht. Wer jedoch regelmäßig vollfarbige Produkte herstellt, sollte die Verbrauchskosten einkalkulieren.
Hier zeigt sich ein grundsätzlicher Unterschied zum reinen Laserbetrieb. Während Gravuren und Laserschnitte nur geringe laufende Kosten verursachen, fallen beim Farbdruck zusätzliche Ausgaben für Verbrauchsmaterialien an. Nach Angaben von xTool reicht die CMYK-Patrone je nach Farbkanal für bis zu etwa 1.080 bis 1.280 Seiten. Die tatsächliche Reichweite hängt jedoch stark von Motivgröße, Farbdeckung und dem verwendeten Material ab.
Angesichts des aktuellen Patronenpreises bleibt zu hoffen, dass xTool künftig günstigere Nachfülllösungen oder Mehrfachpacks anbietet.
Gravieren und Schneiden im Alltag
Im Laserbetrieb verhält sich der M2 weitgehend so, wie ihr es von einem modernen 10-W-Diodenlaser erwartet.
Holz, Karton, Kork, Lederimitat und viele andere Materialien lassen sich sauber gravieren. Dünne Sperrholzplatten lassen sich in einem Arbeitsgang schneiden. Bei dickeren Materialien steigt die Bearbeitungszeit entsprechend an.
- Fun-Fact: Ob das unten links sehr weh getan hat?
- Beispiele von xTool
- Ideen von xTool
Für gelegentliche Arbeiten reicht die Leistung des 10-W-Lasers vollkommen aus. Wer jedoch regelmäßig dickere Holzplatten bearbeiten möchte, sollte die 20-W-Version in Betracht ziehen.
Positiv fällt der integrierte Air Assist auf. Dadurch entstehen weniger Schmauchspuren und die Schnittkanten wirken sauberer. Gleichzeitig entfällt die sonst übliche externe Luftpumpe.
Rotationsgravur mit dem RA3 Lite
Zum Lieferumfang der Deluxe-Version gehört der RA3-Lite-Rotationsaufsatz.
Die Einrichtung gelingt unkompliziert. Das Zubehör wirkt nicht wie eine nachträgliche Erweiterung, sondern fügt sich gut in das Gesamtsystem ein.
- Rotary RA3 des xTool M2
Wer regelmäßig runde Objekte bearbeitet oder personalisierte Geschenke herstellt, wird den Rotationsaufsatz häufig nutzen.
Software und Bedienung
xTool Studio richtet sich eindeutig an Einsteiger.
Die Software führt Schritt für Schritt durch viele Arbeitsabläufe und bietet eine große Auswahl an Materialprofilen. Dadurch gelingt der Einstieg deutlich einfacher als bei vielen Konkurrenzprodukten.
Gleichzeitig bringt dieses Konzept auch Einschränkungen mit sich. Erfahrene Anwender werden die fehlende Unterstützung von LightBurn kritisch sehen.
Positiv fällt dagegen die WLAN-Funktion auf. Nach der ersten Einrichtung lässt sich der M2 bequem kabellos nutzen. Das hat im Test zuverlässig funktioniert.
Ergänzt wird die Software durch die Plattform xTool ATOM. Dabei handelt es sich um eine Online-Bibliothek mit Projektideen, Vorlagen und Designressourcen. Anwender finden dort zahlreiche fertige Motive, Geschenkideen, Dekorationsprojekte und Anleitungen, die sich direkt in eigene Arbeiten übernehmen oder als Ausgangspunkt für neue Entwürfe nutzen lassen.
Abluft im Praxiseinsatz
Eine funktionierende Abluft ist bei jedem Laser wichtig.
Für den Test verwendeten wir einen selbst konstruierten und gedruckten Adapter, der den Abluftschlauch direkt an ein gekipptes Fenster anschließt. Diese Lösung funktionierte überraschend gut. Für gelegentliche Arbeiten im Hobbyraum ist sie völlig ausreichend.
Wer den Laser jedoch täglich oder über mehrere Stunden am Stück betreibt, sollte über eine professionelle Filteranlage, wie den xTool AP2, oder eine fest installierte Abluftführung nachdenken.
Was uns weniger gefallen hat:
Der M2 hinterlässt insgesamt einen guten Eindruck, ist aber nicht frei von Schwächen.
Die Magnethalter könnten stabiler ausfallen. Die Druckpatrone ist teuer. Eine überzeugende Honeycomb-Lösung sowie die Unterstützung für LightBurn fehlen ebenfalls.
Auch ein echter Not-Aus-Schalter wäre insbesondere für Schulen und Makerspaces eine sinnvolle Ergänzung gewesen.
Testergebnis
Der xTool M2 Color verfolgt ein anderes Konzept als die meisten Desktop-Laser. Statt maximaler Laserleistung stehen Vielseitigkeit und einfache Bedienung im Mittelpunkt.
Die Kombination aus Farbdruck, Lasergravur und Laserschnitt funktioniert in der Praxis besser als zunächst erwartet. Besonders der Direktdruck auf Holz eröffnet Möglichkeiten, die klassische Diodenlaser nicht bieten.
Dem stehen jedoch höhere Verbrauchskosten, einige Einschränkungen beim Zubehör und die Bindung an das xTool-Ökosystem gegenüber.
Wer hauptsächlich Holz schneiden möchte, findet leistungsstärkere Alternativen. Wer dagegen ein vielseitiges Kreativwerkzeug sucht und die Druckfunktion tatsächlich nutzt, erhält mit dem xTool M2 ein interessantes Gesamtpaket mit einer derzeit noch einzigartigen Kombination aus Drucker, Laser- und Gravursystem.
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