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Heute testen wir mit dem Xiaomi Laser Projector 3 einen wahren Preisbrecher, der hierzulande nicht offiziell erhältlich ist. Xiaomi hat sich mit diesem Triple-Laser-DLP-Projektor das Ziel gesetzt, einen hellen Beamer mit 4K-Auflösung für unter 800€ zu bauen. Dafür bietet das Modell mit 1.000 CVIA-Lumen deutlich weniger Helligkeit als unsere bisher getesteten Projektoren in dieser Auflösungsklasse. Außerdem verfügt das Gerät über ein eigenes Betriebssystem und nicht über Android TV oder Google TV. Den kompakten Vorgänger Xiaomi Mi Smart Projector 2 hatten wir bereits im Test und waren vor allem von der Bedienoberfläche und der Bediengeschwindigkeit angetan. Sorgt das Xiaomi-eigene HyperOS nun für lange Gesichter, oder kommen wir angesichts der Triple-Laser-Linse und der hohen Farbabdeckung nicht aus dem Staunen heraus? Findet es in diesem Test heraus!
Design und Verarbeitung
Der Xiaomi Laser Projector 3 fällt vor allem durch sein modernes Ständer-Design auf. Dieses findet sich mittlerweile auch bei vielen Budget-Beamern von Wanbo und anderen Herstellern. Xiaomi verwendet bei dem Projektor allerdings einen dunkelgrau matten Aluminiumrahmen, wodurch der Laser Projector 3 sehr hochwertig wirkt. Mit Abmessungen von 245 x 204 x 172 Millimeter ist der Beamer etwas kleiner und mit einem Gewicht von 2900 Gramm auch etwas leichter als die von uns bisher getesteten 4K-Projektoren.
Besonders markant ist die riesige Linse, die durch die schwarze Umrahmung hervorgehoben wird. Ansonsten belässt der Hersteller die Vorderseite im gewohnt minimalistischen Xiaomi-Alltagsdesign, wobei beim Laser Projector 3 noch zwei Sensoren zur Bildanpassung verbaut sind. Die Seiten des Beamers sind perforiert. Dahinter befinden sich neben passiven Radiatoren und 8-Watt-Lautsprechern für den Sound auch der Lüftereinlass. Die Oberseite ist weitestgehend unauffällig, lediglich der „Xiaomi“-Schriftzug sticht ins Auge.
Auf der Rückseite hat Xiaomi die Anschlüsse und den Lüfterauslass verbaut. Dort befinden sich ein HDMI-Eingang (mit eARC), ein USB-A-Anschluss und ein Kopfhörerausgang. Die Unterseite des Projektors ist durch vier Gummifüße und das Typenschild geprägt. Auf eine Drehscheibe, wie sie beim JMGO N1 Ultra (zum Test) zu finden ist, verzichtet Xiaomi. Im rechten unteren Teil des Ständers hat der Hersteller den DC-Netzanschluss platziert. Dadurch könnt ihr theoretisch auch Deckenprojektionen erzeugen. Dies gilt zumindest, wenn ihr keine anderen Zuspieler angeschlossen habt oder gewinkelte Stecker nutzt.
Lieferumfang des Xiaomi Laser Projector 3
Der Lieferumfang des Xiaomi Laser Projector 3 ist recht umfangreich. Neben dem Gerät selbst sind ein 1 Meter kurzes DC-Netzkabel mit China-Stecker (90 Watt, 5V DC), ein China-zu-EU-Stecker-Adapter, ein NFC-Tag für die Einrichtung der kabellosen Übertragung, eine chinesische Bedienungsanleitung und die minimalistische Fernbedienung mit zwei eingesetzten AAA-Batterien enthalten.
Wollt ihr das kurze Netzteil auf EU-Stecker austauschen, lohnt es sich, seine Altgeräte mal nach einem Netzteil mit 24 Volt zu untersuchen (der Beamer braucht mindestens 3,75 Ampere). Solltet ihr keins haben, könnt ihr auch einfach auf ein längeres Netzteil auf Amazon (zur Produktseite) bestellen.
System und Software
Der Xiaomi Laser Projector verfügt über neuere und bessere Leistungsspezifikationen als unsere bisherigen Testkandidaten. Dabei setzt der chinesische Hersteller auf den recht aktuellen MediaTek MT9667 (mit Unterstützung für 4K / 60Hz in 10 Bit), 3GB Arbeitsspeicher und 64GB Festspeicher. Die schnelleren Komponenten machen sich im Alltag direkt bemerkbar: Die Bedienung ist sehr zügig. Bedauerlicherweise könnt ihr die Bedienoberfläche des Import-Geräts jedoch nur selten vollumfänglich nutzen. Das hauseigene Betriebssystem HyperOS basiert zwar auf Android 11, ist für euch ohne Chinesisch-Kenntnisse jedoch schwer bedienbar.
Der Zulieferer stellt den Beamer zwar grundsätzlich auf Englisch ein, doch diese Sprache ist nur in den Einstellungen verfügbar. Der Startbildschirm und einige Menü-Erklärungen bleiben trotz dieser Anpassung chinesisch.
Die WLAN-Verbindung (Wi-Fi 5) mit dem Xiaomi Laser Projector funktionierte bei mir problemlos. Das Netz blieb stabil und trotz einiger Wände als Hindernisse bestand durchgehend ein gutes Signal. Auch eine kabellose Verbindung wird per App (Xiaomi Pengpai Smart Link) unterstützt. Nach der Installation könnt ihr den mitgelieferten NFC-Tag scannen und das Bild anschließend kabellos mit dem Smartphone oder Tablet übertragen.
Die Bluetooth-Verbindung (Version 5.1) lief wie erwartet zuverlässig. Ihr könnt also auch kabellose Lautsprecher mit dem Beamer verbinden, ohne dass es zu hörbaren Latenzen kommt.
Dazu öffnet die Einstellungen, geht auf „Signal Source Settings“ und stellt da „HDMI“ als erste Quelle ein.
Auch das Abspielen von Medien über den USB-Anschluss gelingt größtenteils einwandfrei. Neben Dokumenten und Audiodateien spielt der Projektor über den integrierten Dateimanager unterschiedlichste Videoformate ab. Sogar DTS-HD-Audiospuren und 4K-Videos gibt der Beamer wieder. Bei der Wiedergabe ist es jedoch nicht möglich, die Audio- und Untertitelspur des Videos manuell anzupassen.
Bildqualität
Kommen wir nun zum Herzstück des Tests, der Bildqualität. Hier punktet der Xiaomi Laser Projector 3 mit seiner Triple-Laser-Linse und der 4K-Auflösung. Mit 1.000 CVIA-Lumen soll das Modell 110% des BT.2020-Farbraums abdecken und Inhalte dank MEMC flüssig abspielen. Wird die im Vergleich zu unseren Bestenlistenempfehlungen eher geringe Helligkeit für den Beamer zum Problem?
Beim ersten Einschalten war ich von der überragenden automatischen Bildanpassung positiv überrascht. Diese reagiert ähnlich direkt wie beim JMGO N1 Ultra (zum Test): Wird der Projektor gedreht, passt er das Bild per Autofokus und automatischer Trapezkorrektur sofort an die neue Situation an.
- Bildmodi: “Standard
- “Film”
- “Lebendig”
- Manuell
- Manuell
- Manuell
Gleich nach dem Start begeisterte mich die sehr natürliche, bis in die Bildecken scharfe Projektion, die zudem äußerst lebendig wirkt. Bewegungen werden dank des variabel einstellbaren MEMC-Modus angenehm flüssig und knackig wiedergegeben. Vor allem durch das kontrastreiche, farbenfrohe und sehr scharfe Bild machen bildgewaltige Filme in 4K auf einer riesigen Projektionsfläche richtig Spaß. Die Farbkonfiguration ist im „Standard“-Profil bereits so natürlich abgestimmt, dass ich meinen JMGO N1 Ultra kaum vermisse.
- Dunkelheit
- 75 Zoll
- Dunkelheit
- 95 Zoll
Für eine Projektion mit 80 Zoll muss der Beamer mindestens 2,1 Meter von der Bildfläche entfernt stehen. Wenn ihr mit dem Xiaomi Laser Projector 3 ein 100-Zoll-Bild erzeugen wollt, benötigt ihr einen Abstand von 2,7 Metern. Eine 120 Zoll große Projektion ist ab einem Abstand von 3,2 Metern möglich. Im abgedunkelten Raum reichte die Helligkeit problemlos für 100 Zoll, bei völliger Dunkelheit sogar für über 120 Zoll. Im Tageslicht (an einem recht hellen Tag) könnt ihr mit dem Beamer immerhin noch Projektionen mit einer Größe von bis zu 65 Zoll betrachten. Bei direkter Sonneneinstrahlung reicht die maximale Helligkeit jedoch nicht aus.
- abgedunkelt
- 75 Zoll
- abgedunkelt
- 95 Zoll
Der Beamer ist mit 1.000 CVIA (China Video Industry Association) angegeben, wobei dieser Wert in der Regel etwas höher ausfällt als die reinen ANSI-Lumen. Die Helligkeit des Beamers lässt sich in zehn Stufen einstellen. Sofern aktiviert, regelt ein ToF-Sensor dies auch automatisch, was den Stromverbrauch entsprechend reduziert. In der höchsten Standard-Helligkeitsstufe 10 haben wir eine Helligkeit von 725 ANSI-Lumen gemessen. Auf Stufe 5 erreicht der Laser Projector 3 noch 480 ANSI-Lumen.
- Tageslicht
- 65 Zoll
- dunkler Tag
Das Übertragen von Spielen mit dem kürzlich von uns getesteten High-End-Handheld AYN Odin 3 funktionierte komplett ohne spürbare Verzögerung. Einen dedizierten Spielemodus bietet der Xiaomi Laser Projector 3 nicht, aus unserer Sicht ist dieser jedoch auch nicht zwingend erforderlich.
Im direkten Vergleich unterliegt der Xiaomi Laser Projector 3 dem JMGO N1 Ultra (zum Test) aufgrund seiner geringeren Helligkeit. Allerdings wirkt das Bild beider Beamer bei Dunkelheit farblich (dank der Triple-Laser-Technologie) ähnlich gut abgestimmt und gleich scharf. Bei der Dynamik fallen besonders beim JMGO N1 Ultra stärkere Kontraste auf, die ihr in den Einstellungen manuell nachregeln könnt.
- Links: Xiaomi Laser Projector 3
- Dunkelheit 50 Zoll
- Rechts: JMGO N1 Ultra
- abgedunkelt 50 Zoll
Soundqualität und Emissionen
Xiaomi bewirbt beim Laser Projector 3 insbesondere die Audioqualität mit zwei 8-Watt-Stereo-Lautsprechern und vier passiven Lautsprechermembranen. Diese wurden von einem professionellen Akustikteam abgestimmt und sollen einen kraftvollen Bass sowie dynamischen Sound für ein kinoähnliches Erlebnis bieten. Der Beamer unterstützt zudem Dolby Audio.
Der Klang der Lautsprecher fällt bereits in den Standardeinstellungen („Movie“-Modus) natürlich aus und auch die Bässe sind gut wahrnehmbar. Über das Soundprofil lassen sich die Höhen noch etwas präsenter einstellen. Bei vielen Filmen von Streaminganbietern ist die Grundlautstärke jedoch etwas zu leise. Für einen ruhigen Abend zu zweit reicht dies aus, für einen Filmabend mit Freunden wäre der Xiaomi Laser Projector jedoch zu leise. Dies kann für einige Nutzer mit Heimkinosystemen problematisch werden, da ihr hierzulande beim Xiaomi Laser Projector 3 eventuell ohnehin einen HDMI-Anschluss für den TV-Stick benötigt (sofern die Medien nicht über einen USB-Stick abgespielt werden) und damit der einzige HDMI-Eingang belegt ist. Ihr könnt alternativ über Bluetooth einen externen Lautsprecher verbinden, was wir für das bestmögliche cineastische Erlebnis auch empfehlen.
Der Xiaomi Laser Projector 3 verfügt trotz seiner guten Helligkeit dank DLP-Technik über eine niedrige Leistungsaufnahme. In der hellsten Einstellung (725 ANSI-Lumen) benötigt der Beamer lediglich 74 Watt. Stellt ihr die Helligkeit eine Stufe nach unten (670 ANSI-Lumen), verbraucht der Projektor nur noch 63 Watt. Auf der geringsten Helligkeitsstufe zieht das Gerät sogar nur 40 Watt (für 240 ANSI-Lumen). Das ist ein Verbrauch, bei dem sich der externe Strombetrieb per Powerbank förmlich anbietet, was jedoch durch die höhere Betriebsspannung von 24V schwierig umsetzbar ist.
Der Lüfter des Beamers ist nahezu nicht wahrnehmbar und bleibt auch bei leisen Filmpassagen unauffällig.
Testergebnis
Der Xiaomi Laser Projector 3 ist ein beeindruckender Preisbrecher für unter 800€, der trotz seines Importstatus viel Technik fürs Geld liefert. Die Triple-Laser-Optik, die natürliche Farbwiedergabe und die hohe Schärfe sorgen für ein überraschend hochwertiges Bild in nativer 4K-Auflösung, das besonders in dunklen Räumen überzeugt. Zwar erreicht der Beamer mit seinen rund 725 ANSI-Lumen nicht die Helligkeit teurer Konkurrenzmodelle, doch für abendliche Filmabende oder große Projektionen im abgedunkelten Raum bietet er ein starkes Gesamtpaket. Auch die automatische Bildanpassung arbeitet auf einem Niveau, das ihr sonst eher aus höheren Preisklassen kennt.
Als Importgerät bringt der Laser Projector 3 jedoch klare Einschränkungen mit: Die teilweise chinesische Bedienoberfläche HyperOS ist für europäische Nutzer nur eingeschränkt bedienbar, und der einzige HDMI-Anschluss limitiert die Verbindung externer Geräte. Der Sound ist solide, aber nicht besonders laut, und die 24V-Stromversorgung erschwert den mobilen Betrieb per Powerbank. Wer diese Kompromisse akzeptiert und sich bewusst für ein China-Modell entscheidet, erhält jedoch einen außergewöhnlich farbstarken 4K-Beamer, der in seiner Preisklasse kaum Konkurrenz hat.
Im direkten Vergleich bleibt der JMGO N1 Ultra (zum Test) die Bild-Referenz mit stärkerem Kontrast und deutlich höherer Helligkeit. Der Xiaomi Laser Projector 3 bietet hingegen ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis und ist rund 250€ günstiger. Wer einen hellen, günstigen 4K-Beamer mit guter Bildqualität bei Dunkelheit oder abgedunkelten Lichtbedingungen sucht und daran einen TV-Stick anschließen kann, für den ist der Xiaomi-Projektor eine gute Wahl.
Wollt ihr den Beamer allerdings auch für einen Filmabend mit Freunden an eure Anlage anschließen oder bei helleren Bedingungen projizieren? Oder ist euch ein passables Betriebssystem wie Android TV oder Google TV wichtig? Dann seid ihr mit dem Dangbei Mars 2 Pro (zum Test) für rund 1.100€ oder unserem Bestenlisten-Erstplatzierten, dem JMGO N1 Ultra (zum Test), besser bedient.
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