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Xiaomi 17 Ultra Test

Getestet von Joscha am Bewertung: 94%
Vorteile
  • sehr vielseitiges Kamera-Setup
  • ausgezeichnete Portrait- und Zoom-Aufnahmen
  • sehr gute Stereolautsprecher
  • USB 3.2 mit 10GBit/s
  • wasser-, staubdicht und top verarbeitet
  • schmale Display-Ränder
  • starke Akkulaufzeit
  • China-Version: alle Netzfrequenzen für Deutschland
Nachteile
  • brachialer Kamerahügel
  • Bildstabilisator klappert hörbar
  • kein rückseitiges Display (z.B. Xiaomi 17 Pro Max)
  • China-Version: keine eSIM
  • China-Version: Nur Englische Sprache + Nachteile
Springe zu:
CPUSnapdragon 8 Elite Gen 5 - 2 x 4,6GHz + 6 x 3,6 GHz
RAM12 GB RAM, 16 GB RAM
Speicher1 TB, 512 GB
GPUAdreno 840
Display 2608 x 1200, 6,9 Zoll 120Hz (AMOLED)
BetriebssystemHyperOS - Android 16
Akkukapazität6800 mAh
Speicher erweiterbar Nein
Hauptkamera50 MP + 200MP (dual) + 50MP (triple)
Frontkamera50 MP
USB-AnschlussUSB-C 3.1 (10GBit/s)
KopfhöreranschlussNein
EntsperrungFingerabdruck, Face-ID
4G1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 13, 17, 18, 19, 20, 25, 26, 28, 34, 66, 38, 39, 40, 41
5G1, 2, 3, 5, 7, 8, 12, 20, 25, 28, 38, 40, 41, 66, 75, 77, 78
NFCJa
SIMDual - nano
Gewicht224 g
Maße162,9 x 77,6 x 8,5 mm
Antutu (v10)2813763
Benachrichtigungs-LEDNein
Hersteller
Getestet am25.01.2026

Wir haben uns das Xiaomi 17 Ultra direkt zum Start in China besorgt und es die letzten drei Wochen intensiv als Daily-Driver genutzt. Die Ergebnisse erfahrt ihr in unserem Test! Ein würdiges Flagship der Ultra-Klasse mit High-End-Kamera samt mechanischem Zoom?

Xiaomi 17 Ultra Test 2

Neben dem riesigen 1-Zoll-Hauptsensor sorgt vor allem das 200MP Periskop-Teleobjektiv für Aufsehen, das einen variablen optischen Zoom von 75 bis 100mm bietet. Damit greift der Hersteller direkt die Konkurrenz von Vivo und Oppo an. Wie üblich hat auch Leica bei der Optimierung der Kamera mitgeholfen. Der neue Snapdragon 8 Elite Gen 5, ein großer Akku und die IP69-Zertifizierung runden das Paket ab.

Wer das Gerät jetzt schon haben will, muss aktuell noch zum Import greifen – los geht es hier ab etwa 950€. Der globale Start lässt wohl noch bis März 2026 auf sich warten und dürfte preislich deutlich höher ausfallen. Ob sich der Import lohnt und wie sich das Xiaomi 17 Ultra im Alltag schlägt, erfahrt ihr in diesem Testbericht.

Design und Verarbeitung

Das Xiaomi 17 Ultra ist ein absolutes Schwergewicht, und das spürt ihr sofort. Mit Abmessungen von 162,9 x 77,6 x 8,5 Millimeter und einem Gewicht von 224 Gramm ist es alles andere als handlich. Dennoch hat Xiaomi gute Arbeit geleistet: Durch die leicht abgerundeten Übergänge liegt das Gerät trotz der eher kantigen Optik erstaunlich gut in der Hand.

Der Rahmen besteht aus flachem Aluminium mit mattem Finish, was haptisch sehr hochwertig wirkt. Bei der Rückseite habt ihr die Qual der Wahl: Die grüne Version kommt mit einem speziellen „Mineral-Partikel-Finish“, während die anderen Varianten (Schwarz, Weiß, Lila) auf klassisches mattes Glas setzen. Die lila Version gefiel mir persönlich am besten – die Farbe sticht heraus.

Der Kameraring dominiert die Rückseite und steht satte 6 Millimeter aus dem Gehäuse hervor. Das Smartphone ist spürbar kopflastig, was im Alltag aber weniger stört als gedacht. Was hingegen auffällt: Wenn ihr das Gerät schüttelt, klackert es hörbar. Das ist kein Defekt, sondern liegt an den riesigen Linsen und der optischen Bildstabilisierung, die Spielraum benötigen. Die Kameras selbst sind mit flachem Glas bedeckt.

Xiaomi 17 Ultra Test 8

Auf der Front schützt Xiaomis eigenes Dragon Crystal Glass 3.0 das Panel. Das Display ist komplett flach, wodurch sich Displayschutzgläser problemlos anbringen lassen. Die Ränder sind mit 2 Millimeter schmal und auf allen Seiten gleichmäßig, unterbrochen nur von einer kleinen Punch-Hole im Display.

Das 17 Ultra ist nach IP68 und IP69 zertifiziert. Es ist also nicht nur gegen Untertauchen geschützt, sondern hält auch starkem Strahlwasser und theoretisch Hochdruckreinigern stand. Auch bei den Anschlüssen wird nicht gegeizt. Der USB-C-3-Anschluss ist pfeilschnell (10Gbit/s) und unterstützt Display-Output für externe Monitore. Xiaomi verzichtet jedoch weiterhin auf einen echten Desktopmodus.

Der SIM-Slot nimmt zwei physische Karten auf (in der China-Version fehlt eSIM). Entsperrt wird über einen Ultraschall-Fingerabdruckscanner im Display, der tadellos funktioniert, oder alternativ über das ebenfalls sehr gute Face-Unlock.


Die Verarbeitung ist exzellent und robust dank der umfassenden IP-Zertifizierungen. Ein echtes Premium-Gerät, wenn ihr mit der Größe und dem Gewicht klarkommt.

Xiaomi 17 Ultra Leica Edition

Für „Fotografen“ legt Xiaomi noch eine Schippe drauf: Die „Xiaomi 17 Ultra by Leica“-Edition. Diese kostet in China zwar gut 130€ mehr, bietet dafür aber ein exklusives Dual-Tone-Design im Kamera-Look mit Kunstleder und dem ikonischen roten Leica-Punkt.

Das Highlight soll der mechanische Drehring um die Kamera sein, mit dem man den mechanischen Zoom betätigt. Ein Test in den Xiaomi-Shops in China zeigte jedoch: Der Aufpreis lohnt sich nicht. Das Zoomen funktioniert über das Display genauso gut und intuitiv. Zudem besteht beim Ring immer das Risiko, dass ihr ihn unabsichtlich betätigt und die Brennweite verstellt. Auch für die exklusiven Software-Filter ist ein Aufpreis prinzipiell nicht gerechtfertigt. Etwas interessanter finden wir da schon das Kamera-Kit, das sich wie eine Hülle um das Handy legt und das Xiaomi 17 Ultra vollends zum Digitalkamera-Kamera Ersatz machen soll. Mehr als eine nette Spielerei ist aber auch das offengestanden nicht.

Lieferumfang des Xiaomi 17 Ultra

Xiaomi 17 Ultra Test 10In der China-Version liegt das passende 90W Xiaomi HyperCharge Netzteil direkt bei. Anders sieht es aus, wenn das Gerät global in Europa erscheint: Hier wird der Ladeadapter definitiv nicht im Lieferumfang enthalten sein. Das ist aber halb so wild, da das Xiaomi 17 Ultra auch schnelles Laden via Power Delivery PPS unterstützt. Ihr könnt also problemlos starke Drittanbieter-Netzteile nutzen.

Ansonsten findet ihr in der Box ein USB-A-auf-USB-C-Kabel und eine bereits vorinstallierte Displayschutzfolie. Die ebenfalls enthaltene transparente Kunststoffhülle wirkt weniger hochwertig – hier solltet ihr euch mittelfristig nach etwas Besserem umsehen.

Display des Xiaomi 17 Ultra

Xiaomi 17 Ultra Display

Auf der Front erstreckt sich ein riesiges 6,9 Zoll LTPO-AMOLED-Display. Mit einer Auflösung von 2608 x 1200 Pixel ist die Anzeige gestochen scharf. Besonders gut gefallen hat im Test die adaptive Bildwiederholrate von 1 bis 120Hz. Die LTPO-Technik arbeitet hier präziser als bei allen Xiaomi-Smartphones zuvor: Bei einem statischen Bild regelt das Panel sofort auf 1Hz runter. Die Touch-Abtastrate liegt bei bis zu 300Hz.

Display Helligkeit (in Lux) Einheit: Lux
smartzone logo
2.100 Lux
2.100 Lux
2.100 Lux
2.030 Lux
1.870 Lux
1.780 Lux
1.750 Lux
1.700 Lux
1.680 Lux
0
300
600
900
1.200
1.500
1.800
2.100
2.400
2.700
3.000

Xiaomi wirbt mit hohen 3.500 Lux Helligkeit. Wie bei fast allen Herstellern ist das ein theoretischer Spitzenwert. In unserer Messung kommt das Xiaomi 17 Ultra auf immer noch sehr starke 2.100 Lux. Damit ist es deutlich heller als der Vorgänger und auch stärker als der Rest der 17er-Reihe. Die Ablesbarkeit im direkten Sonnenlicht ist absolut kein Problem.

Ansonsten gibt es das volle Programm: HDR10+ und Dolby Vision werden unterstützt, die Farbtiefe liegt bei 12 Bit. Dank Widevine L1 könnt ihr Streaming-Dienste natürlich in HD genießen. Für empfindliche Augen ist PWM-Dimming an Bord und soll über den gesamten Helligkeitsbereich Flimmern vermeiden. Auch das Always-On Display ist wieder mit dabei und lässt sich umfangreich anpassen, ebenso wie die Farbdarstellung des Panels.


Das Xiaomi 17 Ultra bietet ein exzellentes Display, das vor allem durch die verbesserte LTPO-Steuerung und die hohe Helligkeit überzeugt.

Leistung

Das Herzstück des Xiaomi 17 Ultra ist der brandneue Snapdragon 8 Elite Gen 5. Der Chip arbeitet mit acht Kernen in zwei Clustern. Unterstützt wird der Prozessor von der Adreno 840 GPU. Egal, ob ihr euch für 12GB oder 16GB LPDDR5X RAM entscheidet, Leistungsmangel ist hier ein Fremdwort.

Antutu (v11)
smartzone logo
4.109.881
3.945.888
3.791.684
3.779.661
3.730.523
3.705.844
3.663.500
3.536.583
0
500.000
1.000.000
1.500.000
2.000.000
2.500.000
3.000.000
3.500.000
4.000.000
4.500.000
5.000.000
Antutu (v10)
smartzone logo
3.053.838
2.938.300
2.844.353
2.813.763
2.758.902
2.754.273
2.664.549
2.657.881
2.647.142
0
400.000
800.000
1.200.000
1.600.000
2.000.000
2.400.000
2.800.000
3.200.000
3.600.000
4.000.000
Geekbench Single (v6)
0
400
800
1.200
1.600
2.000
2.400
2.800
3.200
3.600
4.000
Geekbench Multi (v6)
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
14.000
16.000
18.000
20.000
3D Mark (Wildlife Extreme)
0
800
1.600
2.400
3.200
4.000
4.800
5.600
6.400
7.200
8.000

Dazu gibt es massig Speicher: 512GB oder 1TB stehen zur Wahl, natürlich als schneller UFS 4.1 Speicher. Im Benchmark erreichte der Speicher gute Datenraten von 4.200MB/s beim Lesen und 4.100MB/s beim Schreiben. Das System läuft dementsprechend pfeilschnell, Ruckler sucht ihr vergebens und Apps öffnen quasi instantan.

Spannend wird es beim Thema Kühlung. Beim Xiaomi 17 Ultra können wir hier aber Entwarnung geben. Das Throttling-Verhalten bewegt sich für einen High-End-Chip im normalen Rahmen. Erst nach einiger Zeit unter Volllast reduziert sich die Leistung der CPU um etwa 32%, bei der GPU sind es sogar nur 25%. Damit bleibt die Gaming-Performance auch bei längeren Sessions hervorragend stabil.


Das Xiaomi 17 Ultra liefert brachiale Leistung, die auch für die anspruchsvollsten Aufgaben der nächsten Jahre locker ausreicht.

System

Als Betriebssystem kommt das brandneue Android 16 zum Einsatz, überzogen von Xiaomis eigener Oberfläche HyperOS 3.0. Der Update-Zeitraum hierzulande steht noch nicht fest, aber es wird mindestens 5 Jahre Android-Updates und 6 Jahre Sicherheitspatches geben. Dieses Update-Versprechen hat zuletzt das Xiaomi 15T Pro (zum Test) bekommen und der Hersteller wird damit bei den Xiaomi 17 Geräten mindestens gleichziehen.

Spannend sind die neuen Funktionen zur Interkonnektivität: Über den Xiaomi Interconnect Service funktioniert die Zusammenarbeit mit Apple- und Windows-Geräten mittlerweile erstaunlich reibungslos und ermöglicht eine produktive Nutzung über verschiedene Plattformen hinweg. Auch die Super Island, eine offensichtliche Kopie von Apples Dynamic Island, ist wieder mit an Bord und gut ins System integriert.

China Version:

Wir haben das Xiaomi 17 Ultra direkt in China gekauft und dementsprechend ein etwas anderes System auf dem Smartphone. Folgendes betrifft nicht die Global Version!

Vorinstallierte chinesische Apps lassen sich einfach deinstallieren und Werbung habe ich im System keine gefunden. Nachdem ihr unsere Anleitung für Xiaomi Smartphones aus China befolgt habt, steht euch ein System mit folgenden Vor- und Nachteilen zur Verfügung.

  • alle Apps auf Deutsch
  • China-Apps sehr einfach löschbar
  • OTA-Updates
  • einfache Google Play Store Installation
  • keine Probleme mit Banking-Apps & Google Wallet

  • englische Systemsprache
  • kein Android-Auto
  • kein Google Standortverlauf
  • keine WearOS Smartwatches
  • keine Symbole für westliche Apps auf Always-On Display

Es gibt also ein paar Einschränkungen. Ob diese euch stören, müsst ihr unbedingt selbst erwägen. Lasst euch hier nicht von Pauschalaussagen in Internet-Kommentaren beeinflussen! Ich persönlich verstehe Englisch, brauche keinen Standortverlauf in Google Maps und nutze kein WearOS und Android-Auto. Mit dieser “Voraussetzung” stört mich das chinesische HyperOS-System kein bisschen und eine globale Software wäre für mich gar kein nennenswerter Vorteil. Zudem hat man bei den chinesischen Android-Versionen gut eine etwa 15-20% längere Akkulaufzeit, vermutlich wegen der weniger tiefgehenden Google-Integration.

Kamera des Xiaomi 17 Ultra

Die Kamera ist nicht nur buchstäblich der Schwerpunkt des Xiaomi 17 Ultra. Auch bei der Hardware fährt der Hersteller schwere Geschütze auf: Als Hauptkamera kommt der neue „Light Hunter 1050L“ im großen 1-Zoll-Format zum Einsatz. Durch moderne Technologien (LOFIC) soll dieser Sensor eine wesentlich bessere Dynamik als sein Vorgänger bieten. Auch die Lichtstärke ist mit einer Blende von f/1.67 beachtlich.

  • Hauptsensor: 50MP (Light Hunter 1050L), f/1.67, 1-Zoll-Format, 23mm, AF, OIS
  • Ultraweitwinkel: 50MP (Samsung JN5), f/2.2, 14mm, AF (mit 5cm Makromodus)
  • Variables Teleobjektiv: 200MP (Samsung S5khpe), 1/1.4″ f/2.39-2.96, 75-100mm, AF, OIS, 3,2x bis 4,3x optischer Zoom
  • Frontkamera: 50MP (Omnivision OV50M), f/2.0, 21mm, AF

Das eigentliche Prunkstück ist die Zoom-Einheit. Xiaomi verbaut hier einen 200MP Sensor (1/1,4 Zoll), der dank beweglicher Linsenelemente nicht nur digital vergrößert, sondern einen echten optischen Zoom im Bereich von 75mm bis 100mm (3,2-fach bis 4,3-fach) realisiert.

Der Farbabgleich zwischen den Sensoren ist exzellent umgesetzt. Man hat nicht nur einen riesigen Brennweitenbereich, sondern auch gleichwertige Farben:

Hauptkamera bei Tageslicht

Große Sensoren sind neben der Software maßgeblich für die Bildqualität verantwortlich. Das Xiaomi 17 Ultra enttäuscht hier nicht. Die Fotos punkten mit kräftigen Farben und einer exzellenten Dynamik. Auch der Weißabgleich arbeitet präzise. Xiaomi tendiert hier zu einer gesättigten Farbwiedergabe. Xiaomi findet hier einen guten Mittelweg, sodass die Bilder nicht künstlich wirken. Wer es lieber neutral mag, sollte zum „Leica Authentic“-Profil greifen.

Hauptkamera bei Nacht

Sobald es dunkel wird, zeigt die Hauptkamera ebenfalls ihre Stärken. Auf HDR-Displays kommen die Neonlichter und Reklametafeln der Straßen wunderbar zur Geltung. Bildrauschen ist fast gar kein Thema. Auch die Kontraste sind knackig. Ein kleiner Kritikpunkt ist lediglich der Himmel, der mitunter eher gräulich statt tiefschwarz wirkt.

Zoom-Objektiv

Bevor wir zu den Testbildern kommen, kurz zur Theorie der variablen Brennweite: Der Bereich von 75mm bis 100mm ist ideal für Porträts, da Gesichter hier vorteilhaft und verzerrungsfrei dargestellt werden. Dank des großen 1/1,4-Zoll-Sensors und des echten optischen Zooms entsteht eine natürliche Unschärfe, die das Motiv durch ein weiches Bokeh professionell freistellt. Die bewegliche Linsenmechanik ist dabei der entscheidende Vorteil, da ihr den Bildausschnitt anpassen könnt, ohne euren Standort zu wechseln oder Qualitätsverluste hinzunehmen. Hier ein Beispiel:

Die Zoom-Kamera überzeugt im Test besonders. Farblich passen die Bilder perfekt zur Hauptkamera und wirken sehr lebendig. Die Schärfe ist bis in die Ränder gut, und auch der Weißabgleich arbeitet zuverlässig. In der App gibt es Zoom-Optionen für 2x, 3,2-4,3x sowie 8,6x. Selbst bei hoher Vergrößerung bleibt die Qualität beeindruckend.

Nachts schlägt sich die Telekamera ebenfalls wacker. Kontraste und Farben werden stimmig eingefangen. Bis zum 4,3-fachen Zoom ist das Niveau fast auf Augenhöhe mit der Hauptlinse, lediglich die Details wirken minimal weicher.

Porträts

Dank der variablen Brennweite ist das Xiaomi 17 Ultra prädestiniert für Porträts. Die Trennung von Vorder- und Hintergrund klappt exzellent. Auch die Farben wirken sehr natürlich. Es ist kinderleicht, das perfekte Framing zu finden, ohne dass ihr selbst vor- oder zurücklaufen müsst.

Ultraweitwinkel

Die Ultraweitwinkel-Linse macht einen soliden Job. Zwar kommt sie nicht ganz an die Brillanz der anderen Sensoren heran, die Qualität stimmt aber trotzdem. Details sind vorhanden und die Dynamik passt. Im direkten Vergleich wirken Kontraste und Farben jedoch etwas flacher. Für gute Schnappschüsse reicht es allemal, auch wenn hier ein kleiner Qualitätsabstand bemerkbar ist.

Positiv überrascht hat die Low-Light-Performance. Bildrauschen hält sich in Grenzen, Lichter werden sauber dargestellt und die Kontraste sind zufriedenstellend.

Selfies

Die Frontkamera liefert gute, wenn auch keine revolutionären Ergebnisse. Besonders die natürlichen Hauttöne gefallen. Die Detailtreue ist in Ordnung, wirkt beim Reinzoomen aber leicht soft. Gegenlicht meistert die Kamera gut, ebenso wie HDR-Szenarien. Abends gelingen bei genügend Licht ebenfalls brauchbare Selfies. Insgesamt eine solide Leistung, die allerdings im Vergleich zur starken Hauptkamera etwas verblasst.

Videos

Bei Videos macht das Xiaomi 17 Ultra eine sehr gute Figur. Live im Video kann man zwischen allen vier Sensoren wechseln. Die Farbdarstellung ist exzellent und sehr homogen über alle Linsen. Es gibt keinen Fokus-Bug und die Stabilisierung ist nahezu perfekt. Auch bei der Soundqualität überzeugt das Xiaomi 17 Ultra auf ganzer Linie. Der Sound ist eigentlich so gut, dass wir hier davon ausgehen müssen, dass eine KI im Hintergrund Optimierungen leistet.

Zwischenfazit Kamera

Xiaomi 17 Ultra vorgestellt live 4

Im Test entpuppt sich besonders das variable Teleobjektiv als echtes Highlight, das euch eine enorme Flexibilität ohne Qualitätseinbußen ermöglicht. Kombiniert mit dem exzellenten 1-Zoll-Hauptsensor hat Xiaomi hier ein starkes Smartphone für Fotografie-Fans gebaut. Zwar können UWW- und Frontkamera nicht ganz mithalten, der Gesamteindruck bleibt jedoch hervorragend.

Das Xiaomi 17 Ultra liegt qualitativ auf Augenhöhe mit dem Vivo X200 Ultra oder dem Oppo Find X8 Ultra. Von der Konkurrenz in Europa kann kein aktuelles Smartphone mithalten und auch das neue Honor Magic 8 Pro zieht hier klar den Kürzeren.

Konnektivität und Kommunikation

Xiaomi 17 Ultra Test 1

Das Xiaomi 17 Ultra funkt auf allen wichtigen Frequenzen, die wir hier in Europa benötigen. Das ist bei China-Importen nicht immer selbstverständlich, aber hier müsst ihr euch keine Sorgen machen: Auch das wichtige LTE Band 20 ist mit an Bord. Ihr habt Platz für zwei physische SIM-Karten. Auf eine eSIM müsst ihr bei der chinesischen Version verzichten. Dafür könnt ihr aber auf einen eSIM-Adapter (zur Bestenliste) zurückgreifen.

Hier die unterstützten Bänder der China-Version im Detail:

  • 4G: B1 / B2 / B3 / B4 / B5 / B7 / B8 / B12 / B13 / B17 / B18 / B19 / B20 / B25 / B26 / B28 / B34 / B38 / B39 / B40 / B41 / B42 / B48 / B66
  • 5G: n1 / n2 / n3 / n5 / n7 / n8 / n12 / n13 / n18 / n20 / n25 / n26 / n28 / n38 / n40 / n41 / n48 /
    n66 / n70 / n77 / n78 / n79 / n80 / n81 / n83 / n84 / n89

Der Empfang war im Testzeitraum durchweg stark. Beim Telefonieren sorgt eine KI-gestützte Rauschunterdrückung dafür, dass Hintergrundlärm effektiv herausgefiltert wird. Die Gesprächsqualität ist exzellent, VoLTE und VoWiFi werden natürlich unterstützt.

Auch lokal ist das Smartphone gut vernetzt. Es funkt mit WiFi 7 und Bluetooth 5.4, wobei die nicht-aktuelle Bluetooth-Version durchaus etwas verwundert. Immerhin unterstützt das Xiaomi 17 Ultra jeden High-Res-Codec, den ihr euch wünschen könnt: SBC, AAC, AptX, AptX HD, AptX Adaptive, LDAC, LHDC, LC3 und MIHC. Selbstverständlich ist NFC für Google Wallet vorhanden.

Bei den Sensoren hat Xiaomi ebenfalls nicht gespart: Neben den Standards gibt es noch UWB und ein Barometer, ebenso wie den für Xiaomi typischen Infrarot-Sender, um den Fernseher oder andere Haushaltsgeräte zu steuern. Die Standortbestimmung via Dual GPS mit Beidou, GPS, Galileo, GLONASS, QZSS und NavIC erfolgt blitzschnell und ist bis auf 3 Meter genau.

Für den Sound sorgen Stereo-Lautsprecher mit Dolby Atmos und Spatial Audio Unterstützung. Der Klang ist absolut würdig für ein Flagship und liegt auf einem Niveau mit dem Xiaomi 17 Pro Max.

Akkulaufzeit des Xiaomi 17 Ultra

Der Akku ist mit 6.800mAh wirklich üppig bemessen. Klar, im Xiaomi 17 Pro Max stecken noch mal mehr (7.500mAh), und in China ist das mittlerweile fast Standard, aber für europäische Verhältnisse und im Vergleich zu Google, Apple oder Samsung ist der Wert immer noch ausgezeichnet.

Akkulaufzeit Einheit: Stunden
smartzone logo
7.000 mAh 24,9 Std
7.500 mAh 23,1 Std
6.800 mAh 21,7 Std
7.000 mAh 18,7 Std
5.410 mAh 17,5 Std
6.550 mAh 17,2 Std
6.270 mAh 15,6 Std
5.200 mAh 15,5 Std
0
5
10
15
20
25
30
Akkulaufzeit (60Hz) Einheit: Stunden
smartzone logo
7.000 mAh 27,8 Std
7.300 mAh 27,2 Std
7.500 mAh 26,3 Std
7.500 mAh 26,1 Std
7.000 mAh 25 Std
6.800 mAh 24,5 Std
6.550 mAh 22,5 Std
5.410 mAh 21,7 Std
6.270 mAh 20,5 Std
5.200 mAh 16,5 Std
5.000 mAh 14,5 Std
0
5
10
15
20
25
30
Ladegeschwindigkeit Einheit: Minuten
0
10
20
30
40
50
60
70
80

Die Laufzeit ist schlichtweg herausragend. In meinem Test waren zwei volle Tage in der Regel problemlos möglich. Das ist ein Wert, bei dem ihr entspannt durch den Alltag kommt, ohne ständig auf die Prozentanzeige zu schielen.

Geladen wird mit maximal 90W über Xiaomis HyperCharge-Standard. Damit ist der riesige Akku in etwa 50 Minuten wieder voll aufgeladen. Wenn ihr ein normales Power Delivery PPS Netzteil nutzt, dauert es etwas länger: Hier müsst ihr etwa 1 Stunde für eine volle Ladung einplanen. Unabhängig vom Ladestandard lädt das Smartphone in der ersten Hälfte schneller. 50% erreicht ihr nach knapp 25 Minuten. Damit ist in der Regel genug Kapazität für den Rest des Tages vorhanden.

Kabellos lädt das Smartphone mit bis zu 50W, wobei der entsprechende Adapter leider nicht zum Testen vorlag. Reverse Wireless Charging ist ebenfalls an Bord, um Kopfhörer oder andere Gadgets auf der Rückseite zu laden.

Testergebnis

Getestet von
Joscha

Das Xiaomi 17 Ultra ist eine richtige Rakete! Nachdem es Xiaomi in den letzten Generationen der Ultra-Smartphones nicht gelungen war, zu den absoluten Kamera-Giganten Oppo und Vivo aufzuschließen, ist das Vorhaben dieses Mal geglückt! Dank der mechanischen Linse eignet sich das Smartphone exzellent für Porträtaufnahmen. Auch die Hauptkamera liefert dank des riesigen Sensors eine phänomenale Qualität. Hinzu kommen eine brachiale Akkulaufzeit und eine Systemgeschwindigkeit, die über jeden Zweifel erhaben ist. Abgesehen von kleinen Schwächen wie der älteren Bluetooth-Version und der durchschnittlichen Selfie-Kamera fällt es schwer, überhaupt Kritikpunkte an dem Gerät zu finden.

Schade ist natürlich, dass die China-Version weiterhin nur die englische Sprache und die bekannten Einschränkungen mitbringt. Mich persönlich stört das nicht, was andere Nutzer aber durchaus anders sehen könnten. Wer damit nicht leben kann, muss auf den Global Launch warten und tiefer in die Tasche greifen.

Eine persönliche Beschwerde an das Xiaomi-Produktdesign-Team habe ich schließlich noch: Warum um alles in der Welt hat das Xiaomi 17 Ultra nicht das rückseitige Display des Xiaomi 17 Pro Max (zum Test) bekommen? Damit hätte es sich neben dem Kamera-Thron auch noch den Titel für das weltbeste Selfie- und Vlogging-Smartphone gesichert!


Gesamtwertung
94%
Design und Verarbeitung
90 %
Display
95 %
Leistung und System
90 %
Kamera
95 %
Konnektivität
100 %
Akku
95 %

Preisvergleich

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Ich finde es von Xiaomi einfach nur mehr als frech, dass man sogar bei den “Premium”-Geräten, zu Premium Preisen, Bloatware und Ads standardmäßig im System hat. Lasst sie doch zumindest bei solch teuren und technisch guten Geräten weg.

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