VDE AR-N 4105 Norm – 7.000W Balkonkraftwerke sind jetzt möglich!
Inhaltsverzeichnis
Die neue Produktnorm VDE AR-N 4105 (Anschluss von Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz) betrachtet erstmals Speichersysteme für Balkonkraftwerke und bietet in Verbindung mit einer geeigneten Anschlussform die Möglichkeit, Solarmodulleistungen von bis zu 7.000Wp zu nutzen.
Im letzten Jahr wurden mit der neuen VDE-Norm V 0126-95 bereits die Grundlagen für steckerfertige Solaranlagen definiert. Die dort festgelegten Anforderungen stießen in vielen Fällen auf Unverständnis und sind technisch zumindest fragwürdig. Die neue VDE AR-N 4105 erweitert das Leistungsspektrum für Solaranlagen mit einer maximalen Erzeugungsleistung von 800W, ohne die bisherige VDE V 0126-95 außer Kraft zu setzen. Wir haben für euch alle wichtigen Informationen zusammengefasst und erläutern euch die neuen Möglichkeiten.
VDE AR-N 4105 Norm – Das ist neu!
Die neue Produktnorm beschäftigt sich generell mit dem Anschluss von Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz. Hierbei sind nicht explizit Balkonkraftwerke gemeint, sondern jegliche Erzeugungsanlagen (Wind, Blockheizkraftwerke, Energiespeicher etc.), die in das Stromnetz einspeisen. Der YouTuber Christian Waller von „Der Kanal“ hat alle Informationen zur neuen VDE AR-N 4105 genauestens analysiert und zusammengefasst. Nichtsdestotrotz wollen wir euch hier einen Überblick geben, was ab sofort erlaubt ist und welche Voraussetzungen ihr dafür schaffen müsst.
Die neue VDE AR-N 4105 gilt ab dem 1. März 2026 und ist damit bereits in Kraft. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Anforderungen an Balkonkraftwerke lediglich in der VDE V 0126-95 geregelt. Neben den Anmeldevoraussetzungen definiert die VDE AR-N 4105 nun auch die Anschlusskriterien für eine vereinfachte Anmeldung einer Erzeugungsanlage mit einer Erzeugungsleistung von maximal 800W.
7.000W Balkonkraftwerke mit Speicher
Die Produktnorm definiert im Wortlaut, dass Kleinsterzeugungsanlagen, Kleinstspeicher und DC-gekoppelte Speicher mit einer Erzeugungsleistung bis maximal 800W vereinfacht über ein neues Formular angemeldet werden können. Dieses Formular ist zu nutzen, wenn die Anlage nicht den üblichen EEG-Vorschriften entspricht. Eine maximale Solarmodulleistung definiert die neue Produktnorm für diese Anmeldung allerdings nicht.
Somit könnt ihr bis zu 7.000W Solarmodulleistung an euer Balkonkraftwerk oder euren Speicher anschließen. Für Solarmodulleistungen, die 7.000W überschreiten, gilt die vereinfachte Anmeldung nicht. Ihr müsst zudem beachten, dass eure Anlage nach den geltenden VDE-Vorschriften errichtet und betrieben werden muss. Somit ist für diese Anmeldeform eine Wieland-Einspeisesteckdose oder eine Festverdrahtung der Erzeugungsanlage Pflicht.
Das Formular bietet zudem die Möglichkeit, eine Einspeisevergütung zu beantragen (aktuell 7,78 Cent/kWh). Das bedeutet, ihr könnt euch euren überschüssig erzeugten Strom sogar noch vergüten lassen. Ihr solltet unbedingt beachten, dass nur Anlagen mit einer Erzeugungsleistung von 800W angemeldet werden dürfen. Somit werden Speicher oder Wechselrichter, die sich softwareseitig begrenzen lassen, ausgeschlossen. Für den Betrieb gilt das Typenschild des Wechselrichters, des Speichers oder der Erzeugungsanlage.
Welche technischen Möglichkeiten ergeben sich?
An einen handelsüblichen 800W-Wechselrichter 7.000W Modulleistung anzuschließen, wäre sowohl technisch als auch wirtschaftlich kompliziert. Zum einen dürfen die meisten Wechselrichter nicht mit derart hohen Modulleistungen belegt werden und zum anderen würde der Wechselrichter ab Sonnenaufgang dauerhaft auf Volllast laufen.
Anders gestaltet sich die Situation, wenn ihr ein oder mehrere Speichersysteme miteinander koppelt. Unsere aktuellen Tests geben euch einen Überblick über die Systeme, die einen Anschluss von sehr hohen Modulleistungen ermöglichen. Eine Obergrenze für die maximale Kapazität des Speichers gibt es ebenfalls nicht. Somit könnt ihr den erzeugten Strom zwischenspeichern und dauerhaft 800W in euer Hausnetz einspeisen. Allerdings erlauben selbst die neuesten Kleinspeicher keine Anschlussleistung von 7.000W. Um die volle Leistungsfähigkeit zu nutzen, müssen die Speichersysteme mit Zusatzakkus kaskadiert oder völlig andere Typen von Wechselrichtern verwendet werden. Ihr findet im Internet zahlreiche Anleitungen, wie sich ein entsprechender Aufbau umsetzen ließe. Diese technischen Lösungen sind aber für Laien kaum umsetzbar und daher DIY-Spezialisten vorbehalten.
Einschätzung der Redaktion
Die neue Produktnorm VDE AR-N 4105 eröffnet neue Möglichkeiten im Bereich der Kleinsterzeugungsanlagen und bezieht erstmals Speichersysteme mit ein. Somit wird unter Beachtung aktueller VDE-Normen die mögliche Leistungsfähigkeit erheblich gesteigert. Während die bisherigen Anforderungen für Balkonkraftwerke unberührt bleiben, können technisch versierte Käufer ein neues Potenzial ausschöpfen.
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